Hallo zusammen,
ich habe eine Schaltung, die im Normalfall 60mA zieht, aber auch mal
einige Sekunden lang 600mA. Da die Schaltung mit LiIons betrieben wird,
möchte ich einen Überstromschutz einbauen.
Der erste Gedanke ist eine Sicherung zu nehmen. Ich möchte gerne
auslösen, wenn 1s lang 1A fliesst, weil dann 100%ig etwas nicht in
Ordnung ist. Die Sicherungen, die ich gefunden habe, haben alle jedoch
um die 200mOhm Eigenwiderstand. Gibt es keine elegantere Lösung mit
einem FET z.B.? Bei 200mOhm verbrate ich ja gut 5% der Energie nur für
die Sicherung.
Google sagt, dass man für sowas ne Menge Bauteile braucht. Gibt es sowas
nicht bereits fix und fertig als SOT-23 oder so? Gibt ja auch "ideale"
Dioden. Dann gibt es bestimmt auch "ideale" Sicherungen?
Die Frage ist, was du beschützen möchtest. Eine Sicherung in der
Stromversorgung-Leitung kann nur die Stromversorgung und die Leitungen
beschützen, jedoch nicht die daran hängende Schaltung.
Wenn Akku und Leitung 1A vertragen, dann ist eine 1A Sicherung sicher
nicht falsch. Allerdings haben Sicherungen einen gewissen
Innenwiderstand, der die Versorgungsspannung schwanken lässt. Manche
Schaltungen mögen das nicht, da wäre dann eine Sicherung mit möglichst
geringem Innenwiderstand (also möglichst hohem Strom) angebracht.
Es kann wegen dem Innenwiderstand durchaus Sinnvoll sein, z.B. eine 5A
Sicherung zu verwenden, obwohl die Schaltung planmäßig weit weniger
Strom aufnimmt.
Bei Polyfuses musst du beachten, dass sie nach der ersten Auslösung
einen höheren Innenwiderstand bekommen, als Anfangs. Das ist bei
USB-Festplatten und Flachbettscannern öfters mal ein Ärgernis.
Das Problem bei den Polyfuses ist, dass sie im Fehlerfall durchgehend
Strom ziehen. Hängt daran jetzt obendrein ein relativ teurer Akku und
man bekommt den Fehler nicht mit, ist der Akku nach einigen Tagen
kaputt, da tiefentladen. Stichwort Dendriten.
Die Schaltung zieht im Standby nur 100nA. Vmax ist 8.4V. Im Störfall
fliessen jedoch 84A, da der Kurzschlusspfad + Innenwiderstand gerade mal
100mOhm hat. Das muss die Sicherung abkönnen.
Ich habe mir die efuses mal angeschaut. Warum jemand efuses mit 500mOhm
erfindet ist mir schleierhaft. Es gibt da welche mit 30mOhm, die sehen
gut aus, kosten natürlich wesentlich mehr als eine einfache Sicherung.
Die eierlegende Wollmilchsau ist wohl noch nicht erfunden.
Ich dachte sowas baut man sich diskret mit zwei Bauteilen auf, wie einen
Verpolschutz. Naja war wohl nichts.
Timmy schrieb:> Der erste Gedanke ist eine Sicherung zu nehmen. Ich möchte gerne> auslösen, wenn 1s lang 1A fliesst, weil dann 100%ig etwas nicht in> Ordnung ist.
Hast Du das zu Ende gedacht?
Ich denke es muss heißen, wenn 1s mehr als 1A (>600mA) fliest, sollte
die Sicherung auslösen?
Im Fehlerfall weis man ja nicht wie hoch der Strom ist.
(außer was das Netzteil oder Akku hergibt)
Elektronische Sicherungen gibt es viele, und eine gewisse Zeitkonstante
oder Verzögerung wäre auch kein Problem.
Aber ohne Spannungsverluste u. eine Hand voll Bauteile wird es nicht
gehen
Stört denn der Spannungsabfall am Widerstand der Sicherung
wirklich?
- Abgesehen vom "bösen" Energieverlust in der Sicherung, der sonst
in der Schaltung auch nicht weniger "böse" wäre...
Eine handelsübliche träge 1 A Sicherung kostet 150 mV bei 1 A,
also 90 mV bei 600 mA und 9 mV bei 60 mA.
Vielleicht ist dein Schaltungskonzept zu sehr auf Kante genäht,
wenn es damit nicht klarkommt...