Zimmerdecke himmelblau anstrahlen mit LEDs

Gast #4774140
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Hallo,

es soll eine Zimmerdecke in möglichst natürlichem Himmelblau mit LEDs 
ausgeleuchtet werden.

Wahrscheinlich ist es am besten, weiße und blaue LEDs parallel zu 
benutzen.

Wenn das so richtig ist, welche Leistungs-LEDs bieten sich dafür an?


Oder gibt es noch bessere Lösungen?
Gast #4774192
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Ich hatte mal eine Aquarienlampe, die aus einem Feld mit weißen und 
einem Feld mit blauen LEDs bestand. Das Spektrum fand ich schon ziemlich 
realistisch.
(klar, gewisse Abstriche muss man bei LEDs machen)

So etwas hätte ich gerne wieder.
Moderator #4774304
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Die Farbe des blauen Himmels mit LEDs nachzubilden, sollte kein Problem
sein, da alle Blauschattierungen, die der Himmel annehmen kann, ganz
klar innerhalb des RGB-Farbraums (egal nach welcher Norm oder für welche
RGB-LED) liegt.

Ich würde eine weiße LED nehmen, bei der sowohl der Lichtstrom als auch
die Farbtemperatur möglichst hoch sind. Mit 9000K bis 12000K solltest du
– zumindest was die Farbe betrifft – die "blaue Stunde" simulieren
können. Diese LED hier könnte farblich schon einmal in die richtige
Richtung gehen, und sicher gibt es auch noch deutlich hellere Typen:

  https://www.avonec.de/index.php/home/avonec-shop/high-power-led-10w/9000k-15000k-kaltweiss-10w-led-detail

Sollte der Farbton der LED nicht ganz passen, kannst du versuchen, ihn
mit einer zusätzlichen RGB-LED zu korrigieren. Da diese Korrekturen
minimal sind, muss diese RGB-LED bei Weitem nicht die Leistung der
weißen LED erbringen.

Ein paar Probleme sehe ich aber dennoch:

1. Mit ein paar LED-Funzeln – so leistungsfähig sie auch sein mögen –
   wirst du kaum an die Helligkeit des echten Tageshimmels herankommen,
   und ein Himmel während der Dämmerung ist vielleicht nicht das, was du
   dir vorstellst.

2. Der echte Himmel erscheint uns deutlich blauer als er von seiner
   Farbtemperatur her gesehen tatsächlich ist. Das liegt u.a. daran,
   dass wir im Freien fast immer auch weiße Vergleichsobjekte sehen, die
   direkt von der Sonne angestrahlt werden, und die deswegen nur eine
   Farbtemperatur von ca. 6000K haben. In einem Raum, der nur von
   12000K-LEDs beleuchtet wird, fehlt dieser Vergleich, so dass das
   bläuliche Licht letzten Endes auch nur als (kaltes) Weiß wahrgenommen
   wird.

3. Selbst weitwinklige LEDs haben eine ausgeprägte Richtcharakteristik,
   so dass damit keine homogene Ausleuchtung der Decke möglich ist. Und
   selbst wenn die LED ein perfekter Kugelstrahler wäre, würde die Decke
   an den Rändern wegen des größeren Abstands und des flacheren
   Auftreffwinkels des Lichts immer noch dunkler erscheinen. Evtl. kann
   die Ausleuchtung mit mehreren LEDs an verschiedenen Orten verbessert
   werden, was aber zu mehreren lokalen Helligkeitsmaxima führt. Um eine
   wirklich homogene Ausleuchtung zu erzielen, muss man schon sehr viele
   LEDs über den Raum verteilen.

4. Es dürfen keine schattenwerfenden Objekte zwischen den LEDs und der
   Decke stehen, denn auch am echten Himmel gibt es keine Schatten.
   Insbesondere beim Einsatz einer RGB-LED zur Farbkorrektur können die
   Schatten andersfarbige Ränder aufweisen, was besonders unnatürlich
   aussieht.

5. Durch die LEDs werden nicht nur die Decke, sondern auch an der Wand
   stehende, hohe Möbelstücke angestrahlt, was den Eindruck von blauen
   Himmel ebenfalls beeinträchtig.

Eine richtige Nachmittagsatmosphäre künstlich zu erzeugen, ist also eine
große Herausforderung. Am ehesten nähert man sich dem Ideal vermutlich
dadurch, dass man mit den LEDs die Decke nicht anstrahlt, sondern sie –
zusammen mit homogen wirkenden Streuscheiben (ähnlich denen in der
Hintergrundbeleuchtung von LC-Bildschirmen) direkt an die Decke
montiert.

Aber zum Glück lacht mich heute ein realer blauer Himmel einschließlich
einer realen Sonne an, was mich dazu bewegt, einfach noch etwas ins
Freie zu gehen. Da möchte ich gar nicht daran denken, wie so etwas wohl
auf LED-Basis aussehen würde ;-)
#4774361
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@Bernd K. (prof7bit):

Du hast die Aussage von  Lars R. (lrs) falsch verstanden, er meinte daß 
da generell eine Lücke im Farbspektrum ist. Das führt dann dazu, daß 
Objekte, die in diesem Spektralbereich besondere Eigenschaften haben, 
rech merkwürdig aussehen. Leute, die wirklich schönes Licht machen 
wollen, nehmen deshalb eine Weißlicht LED, die etwas zu 'warm' ist (von 
der Farbtemperatur her), und mischen Licht von LEDs der Farbe 
Türkis/cyan dazu, die sind leider, für Bastler, eher schlecht zu 
beschaffen.

Für einen Farbtemperatur Feinabgleich kann man, statt RGB LEDs zu 
verwenden, auch Das Licht von kaltweißen und warmweißen LEDs, in 
einstellbarem Verhältnis, miteinander mischen, da hat man dann auch 
nicht so den negativen Effekt auf die Farbwiedergabe, wie bei den 
schmalbandigen RGB LEDs. Reines RGB-Licht ist, im Wohnbereich, quasi 
unbrauchbar, die Farbwiedergabe ist, auch bei noch so sorgfältiger 
Einstellung auf 'Weiß', fürchterlich.

Mit freundlichen Grüßen - Martin
(Firma: www.harerod.de) Persönliche Seite #4774368
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Hi Georg,
einen sehr realistischen fake-blue-sky hat dieses Hotel:
https://de.wikipedia.org/wiki/Venetian_Resort_Hotel.

AFAIR wird das durch eine Kombi aus passenden Leuchten und Deckenfarbe
erzielt:
https://en.wikipedia.org/wiki/The_Venetian_Las_Vegas#/media/File:St._Mark%27s_Square_at_the_Grand_Canal_Shoppes.jpg

Schönes Wochenende,
 marcus
#4774392
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Martin S. schrieb:
> @Bernd K. (prof7bit):
>
> Du hast die Aussage von  Lars R. (lrs) falsch verstanden, er meinte daß
> da generell eine Lücke im Farbspektrum ist. Das führt dann dazu, daß
> Objekte, die in diesem Spektralbereich besondere Eigenschaften haben,
> rech merkwürdig aussehen.

Besondere Eigenschaften braucht es nicht. Es hängt (auch) von der 
persönlichen Empfindlichkeit ab. Aber sobald man einmal den "Blick" 
dafür hat... Auf 10nm genau sehe ich es auch nicht, aber irgendwo bei 
510nm+-10 sollte es ordentlich leuchten.

Wenn es nur darum geht, eine (perfekt) weiße Fläche "einzufärben", so 
genügt im Prinzip RGB. Aber sobald irgend etwas davon angestrahlt 
wird...

> Leute, die wirklich schönes Licht machen
> wollen, nehmen deshalb eine Weißlicht LED, die etwas zu 'warm' ist (von
> der Farbtemperatur her), und mischen Licht von LEDs der Farbe
> Türkis/cyan dazu, die sind leider, für Bastler, eher schlecht zu
> beschaffen.

Soweit war ich bereits. Aber der Aufwand für leistungsfähige Beleuchtung 
ist hoch und Interesse hat sonst keiner. Außerdem schreitet die 
Entwicklung und der Preisverfall bei den LEDs voran. Letztlich bin ich 
doch noch bei Leuchtstoffröhren geblieben. Solang es noch etwas 
brauchbares gibt bzw. gab...

> Türkis/cyan dazu, die sind leider, für Bastler, eher schlecht zu
> beschaffen.

Aliexpress.


Scheinbar haben Leuchtmittel mit einem möglichst "dicht besetzten" 
Spektrum (insbesondere inkl. 500nm) eine schlechtere Effizienz.
Bei den leider Aussterbenden Leuchtstoffröhren ist das meiner 
Beobachtung nach ganz deutlich der Fall. Das ist dem Kunden gegenüber 
schwierig kommunizierbar. Dazu noch die höheren Herstellungskosten.

Viele Grüße
Lars
Moderator #4774528
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Lars R. schrieb:
> Wenn es nur darum geht, eine (perfekt) weiße Fläche "einzufärben", so
> genügt im Prinzip RGB. Aber sobald irgend etwas davon angestrahlt
> wird...

Die Frage ist sowieso, auf welche Weise (wenn überhaupt) der Rest des
Raums ausgeleuchtet werden soll. Natürlich ist dafür das bläuliche
"Himmelslicht" – selbst bei gleichmäßiger Spektralverteilung – nicht
besonders gut geeignet.

Vermutlich ist es tatsächlich das Beste, die Decke wie in dem von Marcus
genannten Hotel himmelblau anzustreichen. Evtl. genügt dann zur
Beleuchtung schon gewöhnliches weißes Licht (ca. 6000K), das bevorzugt
zur Decke hin abgestrahlt wird, so dass diese heller leuchtet als der
Rest des Raums. Die Wolken würde ich aber weglassen, da sie zum einen
kitschig aussehen und zum anderen bei einer üblichen Deckenhöhe von 2,5m
viel zu dicht über dem Betrachter schweben und damit erst recht komisch
wirken.

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