Für was verwendet man Germaniumtransistoren?

Gast #4804061
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Hey Leute,

Bin gerade gemütlich beim surfen gewesen und bin dann auf folgenden Sjop 
getroffen: 
http://www.ramser-elektro.at/produkt-kategorie/germaniumtransistoren/

Nun ist meine Frage:
Für was verwendet man die noch?
Die haben doch nur Nachteile (Temperaturabhängigkeit,...)

Und warum sind die "handselektiert" ????
(Vor allem was ist das?? Nach Gehäuse sortiert? Nach Zustand?)
Gast #4804075
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DerKarl schrieb:
> Nun ist meine Frage:
> Für was verwendet man die noch?

Gitarreneffektgeräte z.B.
Sinnvoll? Keine Ahnung.

> Und warum sind die "handselektiert" ????

Wegen der recht starken Schwankungen der Werte.

> (Vor allem was ist das?? Nach Gehäuse sortiert? Nach Zustand?)

Stromverstärkungsfaktor etc.
Gast #4804088
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DerKarl schrieb:
> Und warum sind die "handselektiert" ????
> (Vor allem was ist das?? Nach Gehäuse sortiert? Nach Zustand?)

Probleme beim Lesen? Da steht doch ganz deutlich, dass die nach der 
Stromverstärkung selektiert werden.

> Für was verwendet man die noch?

Du gar nicht.

> Die haben doch nur Nachteile (Temperaturabhängigkeit,...)

Wie du meinst.
Beispielsweise ist die Ube erheblich kleiner als bei Si-Transistoren, 
was in bestimmten Anwendungen vorteilhaft ist.
#4804106
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Hallo Karl!

Germanium war lange Zeit im UHF-Bereich der Hit (AF 239 und so), weil 
die damaligen Si-Transistoren zu stark rauschten.

Im Nf-Bereich:
Ein Sperrschwinger mit Germanium schwingt auch noch mit 0,3 V, also 
einer einzelnen Solarzelle oder einer für Si-Transistor zu leeren 
Batterie.
Wird vielleicht wieder modern mit der "Energy-Harvesting"-Marotte.

Bei der US-Navy wurden große Ge-Transistoren (Jc bis 500 A pro Stück) 
als Ersatz für mechanische Relais verwendet. Schiffe fielen bei 
Torpedotreffern vor allem deshalb aus, weil die gesamte Elektrik durch 
das erschütterungsbedingte Klappern von Relais und Schützen außer 
Betrieb gesetzt wurde, auch wenn der Kahn noch nicht abgesoffen war.
Der Navy waren die Uce-Restspannungen von Si-Transistoren und 
Thyristoren zu hoch. Vertrieben wurden die Transistoren durch einen 
dicken Herrn namens "Oliver Germanium", ganzseitige Anzeigen erschienen 
lange in der Zeitschrift "Elektronik".

Mehr fällt mir momentan nicht ein   -   Werner

Sehe gerade, daß schon Viele geantwortet haben, muß demnächst schneller 
schreiben...
Gast #4804121
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Werner H. schrieb:
> Im Nf-Bereich:
> Ein Sperrschwinger mit Germanium schwingt auch noch mit 0,3 V, also
> einer einzelnen Solarzelle oder einer für Si-Transistor zu leeren
> Batterie.
> Wird vielleicht wieder modern mit der "Energy-Harvesting"-Marotte.

Ok. Also währen die Dinger noch für kleine Solarpanele usw. interessant?
Gast #4804325
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DerKarl schrieb:
> Und warum sind die "handselektiert" ????

(Äh - weil das wohl "besser" sein soll?)

> Vor allem was ist das?? ...

michael_ schrieb:
> Weil die jemand in der Hand hatte und kein Prüfautomat.

Also für die Frage(n) vor den Pünktchen (ohne Erwähnung von Kriterien) 
eigentlich ja die bisher einzig richtige Antwort... ^^

------------------------------------------------------------------

@DerKarl:

Das werbewirksame Wort "handselektiert" muß leider bei diversen 
Kaufangeboten [besonders im omnipräsenten Audiofool-Voodoo-Wunderland]

teils sogar ohne konkrete Selektionskriterien [oder verfälscht, gelogen, 
beschönigt,...], einfach als erfundenes "angebliches Qualitätsattribut", 
herhalten.

Hast Du vielleicht deshalb die hFE-Angaben (als mögliche Antwort auf 
Deine Frage "Was...") nicht in Betracht gezogen? Oder wegen Kenntnis 
dieser "Werbepraxis", und den Spinnereien in dem Bereich, etwas noch 
ganz anderes hinter dem Begriff vermutet?
Gast #4804477
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Die abgebildeten Ge-Transistoren sind wohl vor Allem als Altersvorsorge 
ganz begehrt. Eine sinnvolle technische Anwendung haben sie nicht mehr, 
außer um Retro-Schaltungen zu reparieren oder nachzubauen.

Es gibt allerdings auch aktuelle Anwendungen für Ge-Transistoren nämlich 
im Bereich höchster Frequenzen von enigen zehn bis 100 GHz. Dort handelt 
es sich allerdings nicht um alleiniges Germanium, sondern 
Heterostrukturen mit Silizium. Dieser hier hat z.B. eine 
Transit-Frequenz von 75 GHz: 
http://www.mouser.de/ProductDetail/Infineon-Technologies/BFR840L3RHESDE6327XTSA1/?qs=sGAEpiMZZMvgx482KCZbCEinpM%252bA7e%252bHzsWNPO%252byZAQ%3d
Gast #4804558
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Roland F. schrieb:
> Sehr interessant, was sind das für Schaltungen, in denen solche
> Transistoren eingesetzt werden?

Z.B. das Frontend im LNB der Satelliten-TV-Schüssel (10 - 12 GHz). Oder 
Bewegungsmelder auf Radar-Basis (24 GHz) oder Fahrzeugradare als 
Abstandswarner. Wobei die Fahrzeugradare bei 77 GHz arbeiten, da braucht 
man schon Transistoren mit noch höherer Transit-Frequenz.
#4804584
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Hi,
AC151 rauscharm ...das hört man. Hingegen hatten die Power-Germaniumn 
AD151 z. B. in Endstufen eine sporadische "Macke", das sog. 
"statistische" Rauschen. Einige Endstufen machten nach längerer 
"Vollaussteuerung" eigenartige Knurr- und Bruzzelgeräusche. Hat etliche 
Kundendienstler zur Weißglut gebracht, da die Fehler oft von selbst 
wieder verschwanden.


ciao
gustav
Gast #4804765
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Werner H. schrieb:
> Im Nf-Bereich:
> Ein Sperrschwinger mit Germanium schwingt auch noch mit 0,3 V, also
> einer einzelnen Solarzelle oder einer für Si-Transistor zu leeren
> Batterie.
> Wird vielleicht wieder modern mit der "Energy-Harvesting"-Marotte.

Sicher nicht. Für sowas gibts zero gate treshold FET:
http://www.aldinc.com/ald_zerothresholdmosfet.php

Und ähnliche Technologien.
Beitrag #7323318 wurde von einem Moderator gelöscht.

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