Hey Leute,
Bin gerade gemütlich beim surfen gewesen und bin dann auf folgenden Sjop
getroffen:
http://www.ramser-elektro.at/produkt-kategorie/germaniumtransistoren/
Nun ist meine Frage:
Für was verwendet man die noch?
Die haben doch nur Nachteile (Temperaturabhängigkeit,...)
Und warum sind die "handselektiert" ????
(Vor allem was ist das?? Nach Gehäuse sortiert? Nach Zustand?)
DerKarl schrieb:> Nun ist meine Frage:> Für was verwendet man die noch?
Gitarreneffektgeräte z.B.
Sinnvoll? Keine Ahnung.
> Und warum sind die "handselektiert" ????
Wegen der recht starken Schwankungen der Werte.
> (Vor allem was ist das?? Nach Gehäuse sortiert? Nach Zustand?)
Stromverstärkungsfaktor etc.
In der Industrie vernwendet kein Mensch mehr Germaniumtransistoren.
Deren Zeit ist vor 50 Jahren abgelaufen.
Germaniumtransistoren werden heute nur noch von ganz wenigen
Audiobastlern zur Verzerrung verwendet.
Helmut S. schrieb:> Germaniumtransistoren werden heute nur noch von ganz wenigen> Audiobastlern zur Verzerrung verwendet.
Und warum keine Siliziumtransistoren?
DerKarl schrieb:> Helmut S. schrieb:>> Germaniumtransistoren werden heute nur noch von ganz wenigen>> Audiobastlern zur Verzerrung verwendet.>> Und warum keine Siliziumtransistoren?
Und warum nicht Röhren?
DerKarl schrieb:> Und warum sind die "handselektiert" ????> (Vor allem was ist das?? Nach Gehäuse sortiert? Nach Zustand?)
Probleme beim Lesen? Da steht doch ganz deutlich, dass die nach der
Stromverstärkung selektiert werden.
> Für was verwendet man die noch?
Du gar nicht.
> Die haben doch nur Nachteile (Temperaturabhängigkeit,...)
Wie du meinst.
Beispielsweise ist die Ube erheblich kleiner als bei Si-Transistoren,
was in bestimmten Anwendungen vorteilhaft ist.
DerKarl schrieb:> Helmut S. schrieb:>> Germaniumtransistoren werden heute nur noch von ganz wenigen>> Audiobastlern zur Verzerrung verwendet.>> Und warum keine Siliziumtransistoren?
Weil die ein kleineres Ube haben und damit auch kleinere Signale
gleichrichten bzw. verzerren können.
Helmut S. schrieb:> Germaniumtransistoren werden heute nur noch von ganz wenigen> Audiobastlern zur Verzerrung verwendet
Oder von Besitzern (Sammlern) von frühen Transistorradios für
authentische Reparaturen!
Und natürlich von interessierten Bastlern, die selbst mal die Ursprünge
der Transistortechnik "am lebeden Objekt" nachvollziehen wollen.
Hallo Karl!
Germanium war lange Zeit im UHF-Bereich der Hit (AF 239 und so), weil
die damaligen Si-Transistoren zu stark rauschten.
Im Nf-Bereich:
Ein Sperrschwinger mit Germanium schwingt auch noch mit 0,3 V, also
einer einzelnen Solarzelle oder einer für Si-Transistor zu leeren
Batterie.
Wird vielleicht wieder modern mit der "Energy-Harvesting"-Marotte.
Bei der US-Navy wurden große Ge-Transistoren (Jc bis 500 A pro Stück)
als Ersatz für mechanische Relais verwendet. Schiffe fielen bei
Torpedotreffern vor allem deshalb aus, weil die gesamte Elektrik durch
das erschütterungsbedingte Klappern von Relais und Schützen außer
Betrieb gesetzt wurde, auch wenn der Kahn noch nicht abgesoffen war.
Der Navy waren die Uce-Restspannungen von Si-Transistoren und
Thyristoren zu hoch. Vertrieben wurden die Transistoren durch einen
dicken Herrn namens "Oliver Germanium", ganzseitige Anzeigen erschienen
lange in der Zeitschrift "Elektronik".
Mehr fällt mir momentan nicht ein - Werner
Sehe gerade, daß schon Viele geantwortet haben, muß demnächst schneller
schreiben...
Werner H. schrieb:> Im Nf-Bereich:> Ein Sperrschwinger mit Germanium schwingt auch noch mit 0,3 V, also> einer einzelnen Solarzelle oder einer für Si-Transistor zu leeren> Batterie.> Wird vielleicht wieder modern mit der "Energy-Harvesting"-Marotte.
Ok. Also währen die Dinger noch für kleine Solarpanele usw. interessant?
DerKarl schrieb:> Ok. Also währen die Dinger noch für kleine Solarpanele usw. interessant?
Sie verstärken halt nicht so dolle und sperren auch nicht so gut wie
Si-Transistoren. Für LowPower nimmt man heute eher FETs - siehe CMOS.
Die Technik wurde zugunsten von Si und GaAs nicht weiter entwickelt.
Für das ewige Pendel sind GE auch besser geeignet.
DerKarl schrieb:> Und warum sind die "handselektiert" ????
Weil die jemand in der Hand hatte und kein Prüfautomat.
DerKarl schrieb:> Und warum sind die "handselektiert" ????
(Äh - weil das wohl "besser" sein soll?)
> Vor allem was ist das?? ...michael_ schrieb:> Weil die jemand in der Hand hatte und kein Prüfautomat.
Also für die Frage(n) vor den Pünktchen (ohne Erwähnung von Kriterien)
eigentlich ja die bisher einzig richtige Antwort... ^^
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@DerKarl:
Das werbewirksame Wort "handselektiert" muß leider bei diversen
Kaufangeboten [besonders im omnipräsenten Audiofool-Voodoo-Wunderland]
teils sogar ohne konkrete Selektionskriterien [oder verfälscht, gelogen,
beschönigt,...], einfach als erfundenes "angebliches Qualitätsattribut",
herhalten.
Hast Du vielleicht deshalb die hFE-Angaben (als mögliche Antwort auf
Deine Frage "Was...") nicht in Betracht gezogen? Oder wegen Kenntnis
dieser "Werbepraxis", und den Spinnereien in dem Bereich, etwas noch
ganz anderes hinter dem Begriff vermutet?
DerKarl schrieb:> Und warum sind die "handselektiert" ????
Vermutlich aus Langeweile.
Es gab früher auch ab Werk selektierte Pärchen für Gegentaktendstufen,
z.B. 2*GC301 oder AC178/188K.
Außerdem wurde die Stromverstärkung in Gruppen selektiert (A..D).
Die abgebildeten Ge-Transistoren sind wohl vor Allem als Altersvorsorge
ganz begehrt. Eine sinnvolle technische Anwendung haben sie nicht mehr,
außer um Retro-Schaltungen zu reparieren oder nachzubauen.
Es gibt allerdings auch aktuelle Anwendungen für Ge-Transistoren nämlich
im Bereich höchster Frequenzen von enigen zehn bis 100 GHz. Dort handelt
es sich allerdings nicht um alleiniges Germanium, sondern
Heterostrukturen mit Silizium. Dieser hier hat z.B. eine
Transit-Frequenz von 75 GHz:
http://www.mouser.de/ProductDetail/Infineon-Technologies/BFR840L3RHESDE6327XTSA1/?qs=sGAEpiMZZMvgx482KCZbCEinpM%252bA7e%252bHzsWNPO%252byZAQ%3d
DerKarl schrieb:> Die haben doch nur Nachteile (Temperaturabhängigkeit,...)
Ich glaub das Problem sind eher die Fertigungsanlagen die alle auf
Silizium ausgelegt sind, mit Germanium kann man heute auch tolle Sachen
und bessere Sachen als aus Si herstellen.
http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-11251-2010-02-18.html
Elektromagnetischer Schutzschild schrieb:> Das werbewirksame Wort "handselektiert" muß leider bei diversen> Kaufangeboten
Die Äpfel im Apfelmus sind auch "aus ausgesuchten Früchten" ;o)
michael_ schrieb:>> Und warum sind die "handselektiert" ????>> Weil die jemand in der Hand hatte
Irgendwie vermisse ich da die Ergänzung:
"Von Jungfrauen bei Vollmond" :-)
Aber vielleicht sind Jungfrauen inzwischen
noch seltener als Germaniumtransistoren.
TrollHunter schrieb:
Hallo,
> Dieser hier hat z.B. eine Transit-Frequenz von 75 GHz:> ...
Sehr interessant, was sind das für Schaltungen, in denen solche
Transistoren eingesetzt werden?
rhf
Roland F. schrieb:> Sehr interessant, was sind das für Schaltungen, in denen solche> Transistoren eingesetzt werden?
Z.B. das Frontend im LNB der Satelliten-TV-Schüssel (10 - 12 GHz). Oder
Bewegungsmelder auf Radar-Basis (24 GHz) oder Fahrzeugradare als
Abstandswarner. Wobei die Fahrzeugradare bei 77 GHz arbeiten, da braucht
man schon Transistoren mit noch höherer Transit-Frequenz.
Hi,
AC151 rauscharm ...das hört man. Hingegen hatten die Power-Germaniumn
AD151 z. B. in Endstufen eine sporadische "Macke", das sog.
"statistische" Rauschen. Einige Endstufen machten nach längerer
"Vollaussteuerung" eigenartige Knurr- und Bruzzelgeräusche. Hat etliche
Kundendienstler zur Weißglut gebracht, da die Fehler oft von selbst
wieder verschwanden.
ciao
gustav
Werner H. schrieb:> Im Nf-Bereich:> Ein Sperrschwinger mit Germanium schwingt auch noch mit 0,3 V, also> einer einzelnen Solarzelle oder einer für Si-Transistor zu leeren> Batterie.> Wird vielleicht wieder modern mit der "Energy-Harvesting"-Marotte.
Sicher nicht. Für sowas gibts zero gate treshold FET:
http://www.aldinc.com/ald_zerothresholdmosfet.php
Und ähnliche Technologien.
Schade, an die Anzeigen mit "Oliver Germanium" erinnere ich mich auch,
aber keine einzige ist im Web zu finden. Er passte vor allem nicht der
Höhe nach in die Anzeige und musste seinen Kopf schief halten, soweit
ich noch weiß
http://www.legacy.com/obituaries/bostonglobe/obituary.aspx?pid=153956149
das war er jedenfalls.