SD-Karte defekt?

OP #4839501
mein Bruder nutzte eine neue MicroSD-Karte mit 64GB. Zunächst schien 
alles ok. Nach einer Operation im Handy ist das Teil nun nicht mehr 
ansprechbar.

Es geht nicht um Datenrettung - sondern aus Neugier um die Frage wieso 
die Karte so plötzlich "gestorben" ist und ob damit noch etwas 
anzufangen ist.

Die Karte hat keinen Schluss auf der Versorgung. Es ist kein 
mechanischer Riss zu sehen.

Wenn man die Karte in den PC steckt so ist manchmal ein Laufwerk E zu 
sehen. Nur kann man nicht darauf zugreifen. Auch das 
SD-Karten-Formatierprogramm nützt nichts weil die Karte nicht angezeigt 
wird.

Mit einem uC kann ich über SPI zugreifen. Mittels Chans FATFs kann ich 
Commands schicken. Disk init klappt nicht. CMD0,0 liefert 1. CMD8,0x1AA 
liefert buf[2]=1, buf[3]=170. Die Zeit für fopen dauert 110*10ms. 
FResult 3 bedeutet FR_NOT_READY.

Ist die Frage was man noch ausprobieren sollte?
Persönliche Seite
Matthias W. schrieb:
> Wie kann eine Karte durch einen recht normalen Betrieb so ausfallen?

Verschiedene Möglichkeiten:

- Karte taugt nix
- Gerät, in das Karte gesteckt wurde, taugt nix
- Karte ist durch ESD o.ä. außerhalb von Geräten misshandelt worden


Was ist eine "Operation im Handy"?

Mit 64 GB Kapazität ist die Karte eine SDXC-Karte, die laut 
Spezifikation mit exFAT formatiert sein sollte. Wenn der Hersteller des 
Telephons keine exFAT-Lizenzgebühr an MS abgedrückt hat, kann es sein, 
daß er nur FAT32 unterstützt, und dafür die Karte umformatieren will. Es 
kann natürlich auch sein, daß das Telephon keine SDXC-Karten 
unterstützt, und sie beim Versuch, sie wie eine SDHC-Karte anzusteuern 
ruiniert hat.

Die unterschiedlichen Generationen dieser Karten (SD, SDHC und SDXC) 
unterscheiden sich nicht nur durch Größe und vorgesehene Dateisysteme.
OP
Rufus Τ. F. schrieb:
> und sie beim Versuch, sie wie eine SDHC-Karte anzusteuern
> ruiniert hat.

die Hardware stirbt?

normalerweise hätte ich vermutet daß durch eine fehlerhafte Formatierung 
(die durch moderne Geräte ja nicht vorkommen sollte) eine 
Funktionsstörung auftritt die dann wieder behoben werden kann durch eine 
geeignete Maßnahme.
(Firma: keine)
https://www.bunniestudios.com/blog/?page_id=1022

Bei meinen Kunden haben wir schon viel gesehen, z.B. im regulären 
Warenkreislauf von renommierten Herstellern gekaufte Bulk SD Karten, die 
alle dieselbe "UID" hatten, von denen die Kapazität gleichmäßig verteilt 
zwischen -50% und +2% vom Nominalwert hatten etc pp.

Fazit: Nur "Industrial Grade" SD Karten verwenden. Alles Andere ist wie 
Sachen aus dem Kaugummiautomaten ziehen und davon 10 Jahre Lebensdauer 
erwarten. Wer SD Karten basierte Hardware verkauft, geht ein russisch 
Roulette Spiel ein, wenn er NICHT die SD Karten vorgibt, die eingesetzt 
werden dürfen, sonst gibt es die Supporthölle...
Gast
Ruediger A. schrieb:
> https://www.bunniestudios.com/blog/?page_id=1022

Das ist nur ein Einzelfall und keine umfassende Studie.

> Bei meinen Kunden haben wir schon viel gesehen, z.B. im regulären
> Warenkreislauf von renommierten Herstellern gekaufte Bulk SD Karten, die
> alle dieselbe "UID" hatten, von denen die Kapazität gleichmäßig verteilt
> zwischen -50% und +2% vom Nominalwert hatten etc pp.

Das ist schwer übertrieben.

> Fazit: Nur "Industrial Grade" SD Karten verwenden. Alles Andere ist wie
> Sachen aus dem Kaugummiautomaten ziehen und davon 10 Jahre Lebensdauer
> erwarten. Wer SD Karten basierte Hardware verkauft, geht ein russisch
> Roulette Spiel ein, wenn er NICHT die SD Karten vorgibt, die eingesetzt
> werden dürfen, sonst gibt es die Supporthölle...

Das ist ebenfalls schwer übertrieben.

Fazit: Es kommt immer auf die Quellen an, die man zum Einkauf verwendet. 
Ein offizieller Lieferant ist immer besser, als das Billigangebot aus 
dem Internet.
Persönliche Seite
Man sollte unterscheiden zwischen Karten, die von Halbleiterherstellern 
hergestellt werden, und von Karten, die von "3rd-Party"-Assemblierern 
produziert und mit Phantasienamen bedruckt werden.

Karten mit Aufdrucken wie "Intenso", "Platinium", "Cn Memory" etc. sind 
was anderes als Karten von Samsung oder SanDisk.
(Firma: keine)
Donny schrieb:
> Ruediger A. schrieb:
>> https://www.bunniestudios.com/blog/?page_id=1022
>
> Das ist nur ein Einzelfall und keine umfassende Studie.
>
>> Bei meinen Kunden haben wir schon viel gesehen, z.B. im regulären
>> Warenkreislauf von renommierten Herstellern gekaufte Bulk SD Karten, die
>> alle dieselbe "UID" hatten, von denen die Kapazität gleichmäßig verteilt
>> zwischen -50% und +2% vom Nominalwert hatten etc pp.
>
> Das ist schwer übertrieben.
>

Nein, ist es nicht. Das ist Realität, deren Ursachenfindung richtiges 
Geld gekostet hat. Mit welchem Recht maßt Du Dir an, wirklich 
aufgetretene Fälle, in denen Du m.W. nach nicht involviert warst, als 
"schwer übertrieben" abzutun?

>> Fazit: Nur "Industrial Grade" SD Karten verwenden. Alles Andere ist wie
>> Sachen aus dem Kaugummiautomaten ziehen und davon 10 Jahre Lebensdauer
>> erwarten. Wer SD Karten basierte Hardware verkauft, geht ein russisch
>> Roulette Spiel ein, wenn er NICHT die SD Karten vorgibt, die eingesetzt
>> werden dürfen, sonst gibt es die Supporthölle...
>
> Das ist ebenfalls schwer übertrieben.
>

Nein, ist es nicht. Aber bitte: Nur zu. Jedem Tierchen sein Pläsierchen. 
Soll Niemand sagen, er sei nicht gewarnt gewesen... Fakt ist: SD Karten 
sind Massenware in einem Millionenschweren Markt, bei denen Wenige im 
Consumerbereich sich die Mühe machen, hinterherzuforschen, warum sich 
die Kamera oder das Telefon aufhängt. Wie aus der Recherche in dem oben 
zitierten Artikel hervorgeht, sind die Möglichkeiten, sich dort ein paar 
Dollar im Straßen- und Graumarktverkauf mitzuverdienen, immens.

Und im Consumermarkt ist es am Ende des Tages auch egal, weil die Geräte 
selber immer billiger werden, deren Lebensdauer eh kurz angesetzt ist 
und dort eh Jemand immer einen Resetknopf erreichen kann. Wo aber 
richtig Geld und Supportaufwand dran hängt, sollte man sich nicht darauf 
verlassen, dass diese Produkte tauglich sind. Deswegen die Empfehlung 
für "Industrial Grade" (die übrigens auch u.A. die strikteren 
Temperaturanforderungen von Industrial erfüllen).

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