Hallo,
Ne Frage: Ich habe einen China-Trafo 12 6A. Der hat auf der 230V-Seite
einen Kabelquerschnitt von 0.5mm2. Mir kommt das gefühlsmäßig etwas
wenig vor. Kann mir jemand sagen, ob das passt bzw. wie ich berechnen
kann, wie groß der Querschnitt sein sollte? Danke!
Wenn du mit 230V Seite die Primärwicklung meinst, welche ans Netz
angeschlossen wird, dann musst du Dich hierbei nach der Absicherung der
Steckdose richten.
IdR B16, also 1,5mm².
Paul schrieb:> Der hat auf der 230V-Seite> einen Kabelquerschnitt von 0.5mm2. Mir kommt das gefühlsmäßig etwas> wenig vor.
12V 6A -> 230V : 320mA
Für 320mA sind wohl 0,5mm² mehr als Ausrechend.
Danke, mm². Ich meine das Anschlusskabel auf der Steckdosenseite. Hatt
Peter II recht? Genau genommen müssten es ja 72/230 also 313mA sein. Ich
frage mich nur, ob es nicht theoretisch durch irgendwelche Induktionen
oder Störungen auf der Platine des Trafos zu plötzlicher höherer
Leistungsaufnahme kommen kann, die hier mit abgesichert werden muss.
Oder kann ich davon ausgehen, dass nicht mehr als 313mA durchs Kabel
gesaugt werden, wenn der Trafo für 6A 12V ausgelegt ist? Ich frage
deshalb, weil ich den China-Produkten nicht so ganz traue, und weil ich
etwas dazulernen will;-)
mm² schrieb:> Wenn du mit 230V Seite die Primärwicklung meinst, welche ans Netz> angeschlossen wird, dann musst du Dich hierbei nach der Absicherung der> Steckdose richten.> IdR B16, also 1,5mm².
Die Rechnung von Peter mag schon stimmen,
jedoch ist die Absicherung ein reiner Leitungsschutz.
Im Fehlerfall kann es dir mit den 0,5mm² Kabel passieren,
dass dir das Kabel abfackelt aber der Sicherungsautomat nicht auslöst.
Eine Schukodose ist für 16A ausgelegt, ebenso die Stecker.
Genauso muss das Anschlusskabel nach dem Stecker für 16A ausgelegt sein.
Querschnittsverringerungen sind unzulässig und brandgefährlich.
Du würdest doch sicher auch keine Adapterleitung bauen, um von 63A CEE
auf 16A CEE zu kommen, nur damit du dann (als Bsp.) deine Kreissäge
betreiben kannst?!
Viel Text und nochmahr Unfug hier.
Bild deines China-Trafos wäre nett gewesen.
Dein Trafo hat wohl kein Gehäuse.
Aber du wirst ihn sicher in ein Gehäuse einbauen, nehme ich an.
Es geht also um die Schuko-Zuleitung zu diesem Gehäuse.
Mit 1,5 qmm bist du auf der ganz sicheren Seite.
Wenn das Kabel fest mit dem Gehäuse verbunden ist, können auch geringere
Zuleitungsquerschnitte verwendet werden.
Minimal jedoch (2x) 0,75 qmm. Das sind dann solche Netzleitungen wie
oftmals an Leuchten oder Kleingeräten verwendet, mit Eurostecker.
Es dürfen nur Anschlußkabel für Netzspannung, also doppelt isolierte,
eingesetzt werden.
Das Gehäuse darf nicht "metallisch" sein bzw. dann braucht es zwingend
den Schutzleiter, also eine mind. 3x 0,75 qmm Zuleitung.
Im Gehäuse sollte eine Feinsicherung (5x20) eingesetzt werden.
Ob die vorgeschrieben ist, hängt von der Art des Trafos ab.
Ich würde einen Wert von 2A (träge) einbauen.
Gruss
mm² schrieb:> Eine Schukodose ist für 16A ausgelegt, ebenso die Stecker.> Genauso muss das Anschlusskabel nach dem Stecker für 16A ausgelegt sein.> Querschnittsverringerungen sind unzulässig und brandgefährlich.
dann müsste jede Lampe unzulässig sein.
Bei Geräteanschlussleitungen wird der Querschnitt nach dem Verbraucher
festgelegt nicht nach den vorgeschalteten Sicherung.
Oder hat dein Rasierer ein 2,5mm² Kabel dran?
mm² schrieb:> Wenn du mit 230V Seite die Primärwicklung meinst, welche ans Netz> angeschlossen wird, dann musst du Dich hierbei nach der Absicherung der> Steckdose richten.> IdR B16, also 1,5mm².
Das ist Unsinn. Wenn die Primärwicklung des Trafos gemeint ist sind die
0.5mm^2 mehr ausreichend. Das ergibt eine Stromdichte von 0.32A/0.5mm^2
= 640mA/mm^2 (praktisch etwas mehr aber weit mehr als genug). Der
Transformator muss dann natürlich vor Überstrom geschützt werden
(Thermosicherung in der Wicklung z.B.).
Wenn es um das Kabel von Steckdose zu einem Gerät geht dann sind
0.75mm^2 meines Wissens das Minimum.
Hm,
scheinbar scheiden sich hier die Geister, ob die Leitung so stark wie
die generelle Absicherung der Steckdose sein muss, oder ob sich der
Querschnitt nach dem Verbrauch richtet. Nach dem Verbrauch wären also
die 0.5mm2 ok?
Es handelt sich nicht um einen Einbau-Trafo.
Anbei ein Bild vom "Corpus delicti"
Das Kaltgerätekabel dürfte etwa dem hier entsprechen:
Beitrag "Der Horror Stromkabel aus China"
Im Zweifelsfall einfach ein eigenes vertrauenswürdiges Kaltgerätekabel
verwenden. Oder gleich ein besseres Schaltnetzteil kaufen.
Paul schrieb:> oder ob sich der> Querschnitt nach dem Verbrauch richtet. Nach dem Verbrauch wären also> die 0.5mm2 ok?
es scheint einen Mindestquerschnitt zu geben. (Scheinbar 0,75mm²) Ich
konnte aber keine Norm finden aus der sich das rausließt.
Damit sind die 0,5mm² nicht ok.
Peter II schrieb:> es scheint einen Mindestquerschnitt zu geben. (Scheinbar 0,75mm²)
Sieht zumindest so aus.
Es widerspricht aber der Aussage von "mm²", dass sich der Querschnitt
nach der Absicherung der Steckdose richten muss. Dann hätte das
Rasiererkabel auf jeden Fall 1.5mm².
Peter II schrieb:> es scheint einen Mindestquerschnitt zu geben. (Scheinbar 0,75mm²) Ich> konnte aber keine Norm finden aus der sich das rausließt.>> Damit sind die 0,5mm² nicht ok.
Weil du keine entsprechende Norm finden konntest, ist alles, was dieser
unauffindbaren Norm widerspricht also nicht ok..?
Wenn es keine Tupperware geben sollte, in die ein Schweineschnitzel nach
meinen Vorstellungen passt, gehört nach deiner Logik Tupperware also
verboten? Oder Schweineschnitzel? Oder beides?
Für dieses Netzteil sind 0,5mm² Zuleitung durchaus ausreichend. Wobei
ich allerdings Zweifel hege, dass der TE tatsächlich in der Lage war,
die mm² zu bestimmen...
BobDylan schrieb:> Weil du keine entsprechende Norm finden konntest, ist alles, was dieser> unauffindbaren Norm widerspricht also nicht ok..?
Naja. Guck Dir mal den Extremfall an: Ein Massivdraht-Leiter mit 0,75mm²
Querschnittsfläche hat nicht einmal ganze 0,5mm Durchmesser.
Und sämtliche Tabellen von isolierten Netzkabeln gehen nur bis 0,75mm².
Der Schluß liegt also nahe, auch wenn ich ebenfalls nicht mit der Kopie
einer Norm aufwarten kann.
Aber nörgel ruhig an allem und an allen rum, das und der/die Dir
irgendwelche Angriffsflächen bieten könnten. (Anstatt selbst auf
Dokumentensuche zu gehen.)
BobDylan schrieb:> Wobei ich allerdings Zweifel hege, dass
...diese Nörgeleien fachlich begründet sein sollen, und ich wiederum
einen naheliegenden Schluß ziehe: Du hattest da einfach grade schlechte
Laune.
Hi
mm² schrieb:> Die Rechnung von Peter mag schon stimmen,> jedoch ist die Absicherung ein reiner Leitungsschutz.> Im Fehlerfall kann es dir mit den 0,5mm² Kabel passieren,> dass dir das Kabel abfackelt aber der Sicherungsautomat nicht auslöst.
Das wird NICHT passieren, da der Hersteller des Gerät einen Fehlerfall
schon berücksichtigt hat (haben muß).
Wenn die Steckdose der Norm entspricht, dann wird auch der nötige
Kurzschlußstrom durch das Zuleitungskabel fließen, wenn in dem Gerät
eben ein Kurzschluß auftritt.
Deshalb ist es auch nicht sonderlich klug, eine Hersteller-Strippe durch
was 'Gleichdickes, dafür aber läääänger' auszutauschen, da DANN dieser
Kurzschlußschutz NICHT mehr funktionieren könnte.
Im Groben und Ganzen muß sich auch so ein Hersteller an die eine oder
andere Vorschrift halten UND sogar nachweisen, daß Diese eingehalten
werden.
(Weshalb es uninteressant ist, selber Hersteller zu werden - spätestens,
wenn was passiert, wirst Du 'gepackt' und Dir wird lang und breit
vorgerechnet, was Du Alles hättest bedenken/prüfen müssen - besser
ist's, wenn man bei Schutzkleinspannung bleibt, Da ist man fein raus)
Paul schrieb:> Ich frage> deshalb, weil ich den China-Produkten nicht so ganz traue, und weil ich> etwas dazulernen will;-)
Weshalb kaufst Du dann 'China-Schrott'?
Du schläfst akut zu gut und möchtest daran was ändern?
Weil: Lernen könnte man auch beim vom heimischen Trafo-Wickler gekauften
Gerät - kostet halt was mehr, der Kerl ist Da aber ja auch etwas länger
mit beschäftigt und möchte am Abend auch Sein Schnitzel in der Pfanne
sehen.
MfG