Lötbad bauen. geht das?

OP #5545274
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Da ich schon was länger überlege, mir so einen Solderpot zuzulegen, aber
die Preise von fertigen wie etwa Ersa etwas zu viel sind, dachte ich 
nun, etwas entsprechendes selber zusammenzudäuen.

Ausgangsgerät ist ein alter 8ßW Kolben unbekannter marke, in dem sich 
noch eine gewinkelte Spitze befindet.

Der Plan sieht so aus, ein entsprechendes Rundmaterial (Abgedrehte
Schraube oä.) zu nehmen, dort aus Blech einen länglichen Becher 
herumzubauen

und das Ganze bei Gebrauch im Schraubstock einzuspannen.

Hat jemand so etwas schon mal gemacht?

Geht das so?
#5545306
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Vergiss das mal. Das Material deiner Wahl sollte zum Einen hinreichend 
gut leiten, zum Anderen nicht legieren mit Zinn, Blei, usw.
Und dann gibt's noch die Materialausdehnung. Der Becher wird schneller 
kalt wie das Material innen drin. Beim Erwaermen wird es auch schneller 
heiss. Es sollte nicht bei jedem Einschalten/Ausschalten durch einen 
plastischen Verformungszyklus durchgehen.
Thermostatisiert sollte der Inhalt auch sein.
#5545378
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Google mal nach dem "Gießheinrich". Das ist eigentlich ein elektrischer 
Schmelztiegel zum Zunngießen, aber er kann natürlich auch ein Zinnbad 
zum Verzinnen von Litzenenden darstellen. Kostet deutlich weniger als 
die Ersa-Töpfchen, hat allerdings kein Thermostat (ich weiß aber auch 
nicht, ob der Ersa-Topf eines hat).
#5545882
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Genau so eins habe ich auch mal aus Jux gekauft. Leider war ich so doof 
und hab da altes Lötzinn mit Flussmittelseele reingeschmissen.
Keine gute Idee.. das Zeug stank und sprudelte bedrohlich... Auf jeden 
Fall heizen die Teile.

Wo bekommt man denn günstig reines Lötzinn her? Was ich auf Ebay so 
gefunden hab war mir dann irgendwie zu teuer für eine Spielerei und seit 
dem steht das Teil durch Flussmittel verschmutzt, in einer Kiste.

Edit: Die Bewertung da ist nicht wahnsinnig hilfreich. Entweder hat der 
nicht lang genug gewartet oder das Paket ist einfach verloren 
gegangen...
OP #5546078
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Alex G. schrieb:
> Genau so eins habe ich auch mal aus Jux gekauft. Leider war ich so doof
> und hab da altes Lötzinn mit Flussmittelseele reingeschmissen.
> Keine gute Idee.. das Zeug stank und sprudelte bedrohlich... Auf jeden
> Fall heizen die Teile.
>
> Wo bekommt man denn günstig reines Lötzinn her? Was ich auf Ebay so
> gefunden hab war mir dann irgendwie zu teuer für eine Spielerei und seit
> dem steht das Teil durch Flussmittel verschmutzt, in einer Kiste.
>
> Edit: Die Bewertung da ist nicht wahnsinnig hilfreich. Entweder hat der
> nicht lang genug gewartet oder das Paket ist einfach verloren
> gegangen...

Problem bei dem genannten Artikel ist aber der Chinesische Stecker.
Und extra nen Reiseadapter wollte ich jetzt net unbedingt kaufen.
Gast #5546090
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Keine Sorge, die Chinesen legen da meist gerne einen deathdapter dazu. 
Kundenservice ist wichtig ;-)

Mal ernsthaft, die billigen Solderpötte muss man eh erstmal öffnen und 
kontrollieren. Bei der Gelegenheit tauscht man auch gleich das Kabel.

Am besten möglichst klein kaufen, das Lötzinn ist wesentlich teurer als 
das Gerät.
#5546095
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Maronis D. schrieb:
> Problem bei dem genannten Artikel ist aber der Chinesische Stecker.
> Und extra nen Reiseadapter wollte ich jetzt net unbedingt kaufen.

Dann nimm doch einfach eines der unten angezeigten Modelle (von anderen 
Verkäufern) mit europäischem Stecker. ISt auch deutlich schneller 
geliefert.
Kostet halt einen 10er mehr...

Und falls bei dir nicts adäquates angezeigt wird einfach die Suche 
bemühen.
So schwer ist das doch nicht, oder?

Beispielsweise:
https://www.ebay.de/itm/Lotbad-3-6cm-Titanium-uberzogen-Lotdraht-Lotkolben-Lotzinn-Zinnwanne-CM360A/151942407861


Gruß
Carsten
OP #5546098
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Matthias L. schrieb:
> Alex G. schrieb:
>> Wo bekommt man denn günstig reines Lötzinn her?
>
> Baumarkt, auch online - Suchbegriffe sind z.B. Stangenlötzinn,
> Zinnstange, ggf. noch ergänzt mit "Dreikant"...

Oder man sammelt altes Zinn von Platinen, die man entlötet.

Erinnere mich da an eine selbstgebratene Frequenzweiche vom Müll, wo der
Vorbesitzer nach Viel hilft viel alle Leiterbahnen Dick bezinnt hat, bis
ein fast halbrunder Bogen darauf stand.

Da kamen gut und gerne 100G Zinn von runter.

Es gibt aber auch sonst Platinen, wo viel benutzt wird.

Ich sammel so abgeschütteltes Zinn vom Kolben oder der Pumpe in
einer leeren Acetondose.
#5546099
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Matthias L. schrieb:
> Alex G. schrieb:
>> Wo bekommt man denn günstig reines Lötzinn her?
>
> Baumarkt, auch online - Suchbegriffe sind z.B. Stangenlötzinn,
> Zinnstange, ggf. noch ergänzt mit "Dreikant"...

Aber bitte unbedingt auf die Legierung achten. Es gibt da zum Beispiel 
welches mit 60% bis 70% Blei, das benutzen die Karosseriebauer zum 
Auffüllen von Dellen im Blech.
Gast #5546434
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Bussard schrieb:
> Ebay-Artikel Nr. 263072745082
>
> Geregelt für 15€, dauert halt ein wenig.

Man sollte da auch auf den Durchmesser achten.
Dieser hat 50mm Durchmesser.

Es gibt auch welche mit 30mm - 150mm und mehr.
Das nehmen, was man eben braucht.

Auf dem Trödel wird man sicher auch preiswert mit Lötzinn fündig.

Ich habe so ein Bad geerbt.

ebay 312228646415

Zum Glück mit Zinn drin!
(Firma: www.wolfgangrobel.de) #5546769
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Klaus R. schrieb:
> und wie kommt die Platine IN das Lötbad?

Die Platine kommt natürlich nicht in das Lötbad - man wählt zum Entlöten 
ein Lötbad in der passenden Größe, ungefähr so groß, wie das zu 
entlötende Bauteil.

Das Lötbad wir soweit mit Zinn gefüllt, dass durch die 
Oberflächenspannung das flüssige Zinn mehrere Millimeter über den Rand 
heraussteht.

Dann taucht man die Anschlussbeinchen in das flüssige Zinn und zieht auf 
der anderen Seite das Bauteil mit einer Zange heraus.

Das geht schneller und schonender, als mit dem Heißluftfön, weil 
überwiegend nur die Lötstellen aufgeschmolzen werden und das Bauteil 
relativ kalt bleibt!

https://www.youtube.com/watch?v=vpfj0nuiHzU
#5546803
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"Das Lötbad wir soweit mit Zinn gefüllt, dass durch die
Oberflächenspannung das flüssige Zinn mehrere Millimeter über den Rand
heraussteht."

Aha - ich hatte es vermutet, aber es flößt mir Respekt ein. Da man sowas 
(im Hobby) aber auch nicht so oft machen muss und es ja meistens um den 
Austausch defekter Teile geht, ist für mich Heißluft und Captonband mit 
Alufolie völlig iO.

Nervenkitzel & gute Reaktionen, Klaus.
#5547125
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Interessante Technik aber in der Tat ein wenig furchteinflößend.. Mit 
NASSEN Händen kann man vieleicht kurz rein fassen, aber das üblere wäre 
wenn man etwas vom Zinn verschüttet und grad bei den China teilen, in 
die Elektrik fließt.
Oder ist die Oberflächenspannung dermaßen stark?

Ich hatte es damals eigentlich gekauft um etwas dickere Litzen schnell 
zu verzinnen aber das hat nicht geklappt.
Das Problem habe ich allerdings später durch eine etwas dickere und 
kürzere Lötkolbenspitze aus der Welt geschafft.
Gast #5547138
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Alex G. schrieb:
> aber das üblere wäre wenn man etwas verschüttet

Mehr Sorgen sollte man sich wohl darüber machen das der Topf zerfressen 
wird und das Lötzinn dann über den 230V Heizdraht abfließt.

Ich würde zumindest prüfen ob der Kram gut geerdet ist und was zum 
auffangen unterlegen.

BTW: Mein <10€ China Topf hat nen brauchbares Netzkabel.
Aber ich habe schon China Netzkabel gesehen da bestand die Erde aus ner 
hauchdünnen Litze (die beiden anderen waren dicker).
Vermutlich um Material zu sparen und die auszutrixen die die Erdung mal 
schnell mit nem Durchgangsprüfer testen.
Gast #5547293
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Alex G. schrieb:
> Interessante Technik aber in der Tat ein wenig furchteinflößend.. Mit
> NASSEN Händen kann man vieleicht kurz rein fassen, aber das üblere wäre
> wenn man etwas vom Zinn verschüttet und grad bei den China teilen, in
> die Elektrik fließt.

Da denke ich an meinen alten Betriebsdirektor. Wenn er mal eine 
Kommission rumgeführt hat, dann hat er schon mal zu deren Entsetzen den 
Finger angeleckt und in das Zinnbad gesteckt.
In der Freizeit war er manchmal Feuerspucker :-)

Ein Zinnbad sollte unbedingt auf einer feuersicheren Unterlage 
festgeschraubt sein!

Bei den Chinateilen ist die Elektronik aber nicht unter dem Tiegel.
OP #5547989
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michael_ schrieb:
> Alex G. schrieb:
>> Interessante Technik aber in der Tat ein wenig furchteinflößend.. Mit
>> NASSEN Händen kann man vieleicht kurz rein fassen, aber das üblere wäre
>> wenn man etwas vom Zinn verschüttet und grad bei den China teilen, in
>> die Elektrik fließt.
>
> Da denke ich an meinen alten Betriebsdirektor. Wenn er mal eine
> Kommission rumgeführt hat, dann hat er schon mal zu deren Entsetzen den
> Finger angeleckt und in das Zinnbad gesteckt.
> In der Freizeit war er manchmal Feuerspucker :-)
>
> Ein Zinnbad sollte unbedingt auf einer feuersicheren Unterlage
> festgeschraubt sein!
>
> Bei den Chinateilen ist die Elektronik aber nicht unter dem Tiegel.

Wie sieht das eigentlich aus, wenn man mit Zinn ohne Flussmittel 
arbeitet und diese Teile mit Titaniumüberzug hat?

Dann sollte doch das anfressen kein Problem sein oder?
(Firma: www.wolfgangrobel.de) #5548405
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Ich habe jetzt mal so ein Teil aus D bestellt plus Stangenlot 
SN63PB37... der Thread hat mich neugierig gemacht.

Wenn das Gerät da ist, werde ich es mal komplett zerlegen und die 
Ergebnisse hier kundtun.

Mein Ziel ist, auf alten Arcadeplatinen die TTLs schneller und 
schonender herunter zu bekommen, als mit dem geregelten Heißluftfön. Ich 
bin gespannt und melde mich!
(Firma: www.wolfgangrobel.de) #5548955
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Klaus R. schrieb:
> und was ist mit ner DIL Lötspitze? Taugen die nix?

Keine Ahnung, habe weder die Teile, noch einen Lötkolben, auf den sie 
passen würden... Dann kommt direkt die Problematik DIL16, 18, 20, 32, 
40, wide, narrow... DIL40 hab ich noch nicht als Entlötspitze gesehen...

Aber ich bin auch gespannt, wie und ob das mit einem Lötbad geht...
(Firma: FULL PALATINSK) Persönliche Seite #5551503
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Ich hab so'ne Art Giessheinrich.
Aber den Ersa T10

denn nicht alle Beuteile lassen sich mit 'ner DIL-Lötspitze
entlöten. Übertrager z.B.
Oder wenn viele Kabelenden zu verlöten sind.

gelegentlich ist mir der Ersa auch zu heiss,
dann kommt ein Staubsugerdimmer als Vorschaltgerät davor.

Angst dass man Zinn verschüttet?
Nö, mit 'ner Blechplatte darunter passt das schon.

Natürlich darf ich bei solchen Arbeiten nicht gerade Slipknot hören

:]
Gast #5556177
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● J-A V. schrieb:

> Angst dass man Zinn verschüttet?
> Nö, mit 'ner Blechplatte darunter passt das schon.
>
> Natürlich darf ich bei solchen Arbeiten nicht gerade Slipknot hören
>
...und auch keine Klamotten tragen, bei denen ein Slipknot 
erforderlich ist.

Wer einmal mit einem Zinnbad gearbeitet hat, wird es nicht mehr missen 
wollen.

Es gibt ja sogar den Film "Zinnbad und das Auge des Tigers" WIMRE...
#5561174
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@ Alex G. (dragongamer)

>Für den hier beschriebenen Einsatzzweck wäre eigentlich eine erheblich
>flachere Wanne sinnvoller, oder?

Oder. Denn erstens ist die schon relativ flach und 2. brauchst du für 
den Trick thermische Kapazität, das erreicht man nur durch mehr Masse.
#5562025
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@Arno H. (arno_h)

>> Zinn sparen kann man, wenn man ein Dummy aus entsprechender Keramik oder
>> Metall einlegt.

>Wie soll das Einlegeteil denn gegen Aufschwimmen gesichert werden? Bei
>Bleilot wird es für Stahl schon kritisch.

Man nehme einen Goldbarren ;-)
Kostet halt ein wenig und legiert mit der Zeit weg, uups.
Na dann eben Wolfram, hat die gleiche Dichte und ist bezahlbar.

Aber wozu? Um 300g billiges Zinn/Blei einzusparen?
Gast #5562089
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Arno H. schrieb:
> Wie soll das Einlegeteil denn gegen Aufschwimmen gesichert werden? Bei
> Bleilot wird es für Stahl schon kritisch.

Bingo, du hast gewonnen, bist Erster.
Ich dachte mir schon, dass diese Bemerkungen kommen.

Aber Lötzinn ist erst mal nicht Blei.
Man könnte auch paar kleine Klammern o.ä. nehmen.

Ich sehe da kein Problem.
#5563546
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@Alex G. (dragongamer)

>Ging ja mehr darum ob eine flachere Zinnwanne prinzipiell sinnvoller
>wäre für diesen Zweck.

Nein, denn so ein Lötbad hat auch noch andere Anwendungen, z.B. das 
Tauchverzinnen von Anschlüssen. Wenn die etwas länger sind, braucht man 
die Eintauchtiefe.

>Die die Ebay Teile sind mehr zum Eintauchen von etwas gedacht.

EBEN!
Gast #5564004
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Das Teil ist OK zum verzinnen von Kabeln etc. Auch zum entlöten von 
Steckern und ICs habe ich es verwendet. Das geht hervorragend.

Zum Löten geht es nicht, auch weil vorher ein FLUX-Bad genommen werden 
muß, und die Lötung über eine Löt-Welle läuft.

Und zum Thema selberbauen .... das wird absolut NICHTS. Satz mit X !!!

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