Innenwiderstand Röhre EL508

#5550948
Der Innenwiderstand ist keine magische Konstante, sondern definiert als 
das Verhältnis von Spannungs- zu Stromänderung in einem bestimmten 
Arbeitspunkt, was praktischerweise der Steigung der Ia/Ua-Kurven 
entspricht.

Beispiel: Im Arbeitspunkt P 200V/165mA ist eine Tangente der passenden 
Steigung eingezeichnet. Ri bei (200V, 165mA) ist also dU/dI.
Angehängte Dateien:
#5550956
Nils schrieb:
> gewünschten Arbeitspunkt aus, notierst Ia und Va
> und berechnest daraus den Widerstand.

Das ist der statische Innenwiderstand, den man ungefähr nie braucht. Der 
differentielle Innenwiderstand, der normalerweise mit dem Wort 
"Innenwiderstand" gemeint ist, hat damit nichts zu tun.
Gast #5551062
Matthias R. schrieb:
>jetzt nur noch der
>Innenwiderstand wie in der Formel zu sehen. Der Arbeitspunkt soll bei
>200V und 60 mA liegen.

Mit Innenwiderstand ist hier der Lastwiderstand gemeint.

 200V / 0,06A = 3333 Ohm
Gast #5551075
Es geht im Prinzip darum, der NF-Übertrager bildet
mit der Röhre einen Hochpass. Damit er die tiefen
Frequenzen noch übertragen kann, muß er eine bestimte
Mindestinduktivität haben. Man rechnet meistens mit
einer unteren Frequenzgrenze von 50Hz. Tiefere
Frequenzen kann der Mensch sowieso nicht mehr hören.
OP #5551110
Günter Lenz schrieb:
> Matthias R. schrieb:
>>jetzt nur noch der
>>Innenwiderstand wie in der Formel zu sehen. Der Arbeitspunkt soll bei
>>200V und 60 mA liegen.
>
> Mit Innenwiderstand ist hier der Lastwiderstand gemeint.
>
>  200V / 0,06A = 3333 Ohm


Warum steht in der Formel dann extra der Innenwiderstand Ri der Röhre?!

Ich meine ja nicht den Ra! Den kenne ich ja bereits.
Gast #5551140
Matthias R. schrieb:
>Warum steht in der Formel dann extra der Innenwiderstand Ri der Röhre?!
>
>Ich meine ja nicht den Ra! Den kenne ich ja bereits.

Wenn man sich die Kennlinien von Röhren im Datenblatt anschaut,
sieht man den typisch flachen Verlauf des Anodenstrom abhängig
von der Anodenspannung bei Pentoden, daß ist der Ri bei Röhren.
Bei Trioden verläuft diese Kennlinie nicht so flach.
Ich glaube aber nicht das der in der Formel gemeint ist.
Aber probiere es einfach mal aus, schalte mal Drosseln mit
unterschiedlicher Induktivität in die Anodenleitung, belaste
mit 3kOhm und beobachte dann das Übertragungsverhalten
des Verstärkers.
#5551156
Man muss keine Experimente machen. Aus dem Kleinsignalersatzschaltbild 
wird klar, dass für die Berechnung der für eine gegebene untere 
Grenzfrequenz nötigen Übertrager-Induktivität der Lastwiderstand und der 
differentielle Innenwiderstand benötigt werden.

Dass man aus dem statischen Innenwiderstand nach einer simplen 
Faustformel einen halbwegs brauchbaren Wert für den Lastwiderstand 
schätzen kann, ist eher Zufall und führt hier nur zur Verwirrung.
Gast #5551159
@TO

Schon mal was von der Barkhausengleichung   S*D*Ri=1 gehört? Wenn Du 
wenigstens den Durchgriff und Steilheit hast. Könntest Du es nach obiger 
Gleichung rechnen.
Gast #5551192
Matthias R. schrieb:
> mir
> fehlt zur Berechnung der Induktivität des AÜ jetzt nur noch der
> Innenwiderstand wie in der Formel zu sehen. Der Arbeitspunkt soll bei
> 200V und 60 mA liegen.

Bei der Pentodenschaltung ohne Gegenkopplung kannst Du da
die transformierte Lautsprecherimpedanz einsetzen.
ri der Pentode ist in der Regel deutlich höher und damit
für die Parallelschaltung beider irrelevant.
Gilt übrigens genau so für Transistoren in Source- oder
Emitterschaltung.

Achte darauf den Maximalwert der Primärimpedanz so zu wählen,
das Du nicht in den überspannten Betrieb steuern kannst!


LG
old.
OP #5551201
Zeno schrieb:
> Die Datenblätter zur EL508 sind ja reichlich spärlich.
>
> Die EL508 soll wohl zur amerikanischen 7868 äuivalent sein. Zu dieser
> Röhre gibt es hier
> http://www.jogis-roehrenbude.de/Roehren-Geschichtl....
> Auf Seite 3 des PDF's ist als Innenwiderstand 29KOhm angegeben.
> Die Qualität des PDF's ist mehr als mies.

Danke, aber die 7868 hat 19 Watt Anodenverlustleistung, die EL508 aber 
nur 12W das kann nicht der Vergleichstyp sein.
Gast #5551206
Matthias R. schrieb:
> Ok, ich möchte mit der Röhre einen Klasse A NF Verstärker bauen
In Pentodenschaltung? Bringt zwar mehr Ausgangsleistung aber auch mehr 
Klirr.

Faustformel für Pentodenamp 1/7 - 1/5 Ri

Günter Lenz schrieb:
> Steht im Dadenblatt, Ri = 17kOhm    Ra = 2kOhm.

2 kOhm so gerade noch besser 2,5-3,5 kOhm

In Triodenschaltung, bringt zwar weniger Ausgangsleistung aber auch 
deutlich weniger Klirr und angenehmer Kirrspektrum.

Faustformel 2-4 * Ri. Hier ist ein Wert von 1,1 kOhm angegeben 
http://www.4tubes.com/DATASHEETS/Overviews/Overview-pentodes-in-Triode-Mode.pdf
Womit 2,2 - 4,4 kOhm passend wären. Würde 3 kOhm wählen.

[…]
Beitrag #5551207 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #5551217 wurde von einem Moderator gelöscht.
Gast #5551355
Zeno schrieb:
> Die Datenblätter zur EL508 sind ja reichlich spärlich.

Weil sie nicht für NF-Verstärker entwickelt wurde, sondern für die 
Vertikalablenkung in Farbfernsehern. Also Betrieb mit relativ niedriger 
Spannung und stark induktiver Last.

Du kannst aber das Datenlatt der PL508 nehmen:
https://frank.pocnet.net/sheets/010/p/PL508.pdf
Dort findest du auch die gewünschten Kennlinien.
Bis auf die Heizdaten sind die beiden Röhren identisch.
Gast #5552106
B e r n d W. schrieb:
> denn Betriebszustände
> links der Linie AB auf Seite 5 sind verboten

Danke.
Sehr schön, dass Du das hier schreibt.
Gilt übrigens auch für andere Pentoden.
Deshalb schrieb ich in diesem Thread:

Aus der W. schrieb:
> Achte darauf den Maximalwert der Primärimpedanz so zu wählen,
> das Du nicht in den überspannten Betrieb steuern kannst!

Ich hatte mal versucht das hier zu erklären:

Beitrag "[S] Ausgangskennlinienfelder d. Röhren EL34 EL84 mit Rg2"

LG
old.

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