Wichtig ist das nicht, aber das würde mich mal interessieren. :-)
In dem Thread Beitrag "Selbstnivellierendes Tischgestell realisieren (Werkstatt)" wurde von
dem TO zweimal der Ausdruck "im Wasser sein" benutzt.
Als jemand darüber eine Bemerkung gemacht hat, gab es die Antwort, das
bedeute "nivelliert" bzw. "horizontal ausgerichtet"; was mir durchaus
plausibel erscheint.
Ich habe das noch nie gehört. Ist das tatsächlich ein gängiger Ausdruck?
In gewissen Regionen oder in gewissen Gewerken? Gibt es evtl. Belege
dafür? Ich kann dafür keine im Internet finden.
Theor schrieb:> Ist das tatsächlich ein gängiger Ausdruck?
Ja
Theor schrieb:> In gewissen Regionen oder in gewissen Gewerken?
Meines Wissens deutschlandweit üblich im Handwerk. Bezieht sich auf die
Libelle in der Wasserwaage.
Also ich hab den Ausdruck "im Wasser sein" auch schon häufiger gehört.
Tendenziell eher im Handwerksbereich meines Empfinden nach. Komme aus
dem Raum Hannover.
Theor schrieb:> Ich habe das noch nie gehört. Ist das tatsächlich ein gängiger Ausdruck?> In gewissen Regionen oder in gewissen Gewerken?
Lustig :)
Ich bin tatsächlich in etwa so erstaunt darüber, dass du den Begriff
nicht kennst wie du scheinbar über den Begriff selbst :)
Hier bei uns (Mitte von BaWü) kennt den Begriff gefühlt jeder. Da weiß
jede "Hausfrau", dass die Bilder an der Wand "im Wasser" hängen sollten.
Gibt es tatsächlich Regionen in denen das nicht geläufig ist? Oder sind
das Einzelfälle?
Theor schrieb:> Ich habe das noch nie gehört. Ist das tatsächlich ein gängiger Ausdruck?> In gewissen Regionen oder in gewissen Gewerken? Gibt es evtl. Belege> dafür? Ich kann dafür keine im Internet finden.
Also in meinem Umfeld (Süd-Westen) ist das absoluter Standard! Wer das
hier nicht weiß, offenbart gehörige Defizite im technischen Bereich.
90° zu "im Wasser" bist du übrigens, wenn dich jemand "in den Senkel
stellt". ;-)
=> Senkblei
moep schrieb:> Gibt es tatsächlich Regionen in denen das nicht geläufig ist?
Ich würde umgekehrt eher sagen, daß es offenbar einzelne Regionen gibt,
wo es geläufig ist. Daß dann dort darauf geschlossen wird, daß es jeder
kennen muß, finde ich gewagt. :-)
Hallo
auch ich kenne mittlerweile den Begriff, finde ihn aber eher verwirrend
und unpräzise.
"Im Wasser sein" hat für mich irgendwie rein vom Sprachgefühl her mehr
eine Bedeutung von:
Alles i.O., das ist gut so und so ähnlich.
Scheint aber auch mehr eine Regionale, und oder alte Begrifflichkeit zu
sein.
"Nivelliert" bzw. "Horizontal ausgerichtet" ist auf jeden Fall
deutlicher und eindeutig verständlich (Wohl auch Leute die nicht
deutsch als Muttersprache haben).
Jemand
"aus dem Kontext heraus" erschließt sich mir das auch mit der Bedeutung.
Hier in Köln (zumindest in meinem Stadteil ;-) ist es nicht so geläufig.
Hätte mir jemand gesagt "schau mal nach, ob der Tisch im Wasser ist ..."
dann hätte ich erst mal nachgefragt, was gemeint ist.
Und selbst mit dem Zusatz "... damit die Wurst nicht vom Teller rollt"
hätte ich eher Sorgen um Feuchtigkeits-Schäden an der Wurst vermutet,
als einen nivellierten Tisch.
> Gibt es tatsächlich Regionen in denen das nicht geläufig ist? Oder sind> das Einzelfälle?
Im Osten völlig unbekannt.
Bin heute erstmalig darüber gestolpert.
Münster hier, der Begriff ist geläufig.
Jemand schrieb:> "Im Wasser sein" hat für mich irgendwie rein vom Sprachgefühl her mehr> eine Bedeutung von:>> Alles i.O., das ist gut so und so ähnlich.
Würde ich den Begriff nicht kennen, würde mein Sprachgefühl ehr von
"Alles kaputt" ausgehen.
Bürovorsteher schrieb:> Im Osten völlig unbekannt.> Bin heute erstmalig darüber gestolpert.
Dort ist "in der Waage" für diesen Sachverhalt eher gebräuchlich.
Jemand schrieb:> auch ich kenne mittlerweile den Begriff, finde ihn aber eher verwirrend> und unpräzise.
Da ist gar nichts verwirrend dran. Wie schon oben erwähnt wurde, bezieht
sich das auf die Libelle einer Wasserwaage. Und die sehen in ganz
Deutschland gleich aus.
Es interessiert dabei auch nicht im Geringsten, ob das nicht deutsche
Muttersprachler verstehen, oder nicht. Ich erhebe schließlich auch nicht
den Anspruch, z.B. irische Baustellen-Metaphern zu kennen...
Ingo W. schrieb:> Bürovorsteher schrieb:>> Im Osten völlig unbekannt.>> Bin heute erstmalig darüber gestolpert.>> Dort ist "in der Waage" für diesen Sachverhalt eher gebräuchlich.
Auch das ist vom Sprachbild her völlig in Ordnung.
In Nord-Ost-Bayern ist (hochdeutsch) "in der Waage" etwas geläufiger,
aber "im Wasser" versteht hier auch jeder. Denjenigen, die es nicht tun,
gibt man besser kein Werkzeug in die Hand.
Ingo W. schrieb:> Bürovorsteher schrieb:>> Im Osten völlig unbekannt.>> Bin heute erstmalig darüber gestolpert.>> Dort ist "in der Waage" für diesen Sachverhalt eher gebräuchlich.
Oder ganz einfach "waagerecht", was auch der richtige Begriff dafür ist.
Ein Werkstattmeister meinte einmal, man müsse die Drehbank ins Wasser
stellen, damit sie präziser arbeite. Wäre mir der Begriff nicht geläufig
gewesen, hätte ich ihn wohl gefragt:
Warum? Ist die wirklich so schmutzig? Und ist die überhaupt aus
rostfreiem Stahl?
Ähnlich verwirrt könnte ein Unkundiger natürlich auch sein, wenn die
sauschwere Drehbank stattdessen "in die Waage" gestellt werden soll
(nicht einmal auf sie, sondern sogar in sie hinein).
Kolja schrieb:> Oder ganz einfach "waagerecht", was auch der richtige Begriff dafür ist.
"Exakt waagerecht" trifft es besser. Einfach nur "waagerecht" kann auch
nach grobem Augenmaß sein, "im Wasser" drückt aber aus, das das wirklich
nachgemessen wurde.
Apropos "WAAGErecht": Federwaagen arbeiten meist vertikal ;-)
Wenn ich mal die bisherigen Beiträge zusammenfasse, dann ist das wohl
ein nicht unüblicher, aber regional begrenzt verwendeter Ausdruck.
In Hannover (Niedersachsen) und BaWü und Teilen von Bayern anscheinend
recht bekannt und üblich.
Im Osten (möglicherweise alle alten Bundesländer einschl. Berlin u.
Brandenburg) und in Köln u. Münster (Nordrhein-Westfalen) eher
unbekannt.
(Ich kenne es aus eigener Erfahrung aus Berlin und BaWü nicht.
Allerdings habe ich eher weniger mit Handwerkern zu tun).
Das mit Berlin wundert mich ein bisschen, weil das eigentlich so ein
"Schmelztigel" ist. Da hört man eigentlich ziemlich viel Verschiedenes
aus "aller Herren Länder". Das "heilige Blechle" ist mir dort schon als
Jugendlicher begegnet. :-)
Es scheint vorläufig ein gewisses Alte/Neue-Bundesländer-Gefälle
überlagert mit einem Nord-Süd-Gefälle bei der Bekanntheit zu geben. Das
ist ja mit recht vielen Begriffen so. Gibt ja auch immer "Auswanderung"
innerhalb Deutschlands.
Theor schrieb:> Es scheint vorläufig ein gewisses Alte/Neue-Bundesländer-Gefälle> überlagert mit einem Nord-Süd-Gefälle bei der Bekanntheit zu geben.
Ein Diagramm zu dieser Aussage wäre schön :)
Man könnte auch über die "Wasserwaage" diskutieren, die wirklich so
heißt obwohl sie kein Wasser wiegt. Manche Begriffe haben sich im Laufe
der Jahre/Jahrzehnte/Jahrhunderte eingebürgert. Vieles ist halt auch in
den Dialekten verankert, was natürlich nicht nur Azubis in
Schwierigkeiten bringt wenn er z.B. eine Maschine "ins Wasser" stellen
soll.
Udo schrieb:> Man könnte auch über die "Wasserwaage" diskutieren, die wirklich so> heißt obwohl sie kein Wasser wiegt
/ironie an
Wenn wir schon so weit sind: Wenn Sonnenblumenöl aus Sonnenblumen
gemacht ist, Rapsöl aus Raps woraus besteht dann Babyöl???
/ironie aus
Udo schrieb:> Man könnte auch über die "Wasserwaage" diskutieren, die wirklich so> heißt obwohl sie kein Wasser wiegt.
Schon. Könnte man.
Aber wenn man das Thema mal in die Richtung ausweiten will, dann ist die
"Wasserwaage" keine Dialekt-Variante, umgangssprachliche Schöpfung oder
Metapher sondern eine Übertragung aus der sinnlichen Erfahrung.
Die erste Waage überhaupt war (ziemlich wahrscheinlich) eine Balkenwaage
bei der die waagerechte Lage, - vermutlich sogar im ersten gedanklichen
Schritt die gleiche Höhe der Waagschalen bzw. der Balkenenden -, die
Übereinstimmung mit dem Horizont, die Gleichheit der auf beiden
Waagschalen befindlichen Gewichte anzeigte. Belege dafür gibt es aus dem
2. Jahrtausend vor Christus.
Die Feststellung der waagerechten Lage mittels Wasser/Luftblase war
vermutlich in Bezug auf die Methode, aber nicht auf das
Funktionsprinzip in Bezug auf Gleichgewichte zur selben Zeit (also 2.
Jt.v.Chr.) bzw. bis zu 500 Jahren früher bekannt. Das beruht letztlich
auf der Beobachtung, dass eine Wasserfläche grundsätzlich horizontal
ist. (In den damals üblichen Genauigkeiten, heute wissen wir das
besser).
Insofern wird mit der Lage der Luftblase ganz direkt angezeigt, dass
sich eine Fläche des Gehäuses in waagerechter Lage befindet.
Von der Begriffsentwicklung her, stehen also Waage und Wasserwage sehr
nahe zusammen, während die Idee der Gewichtsbestimmung noch wesentlich
älter sein dürfte. (Wer je unter dem Gewicht eines Mammutviertels
stöhnend zum Lager zurück gewankt ist, dürfte das bestätigen :-) ).
Die Wahl, ob man das als Begriff auffasst, bei dem spezifisch Wasser
gewogen wird, oder eine waagerechte Lage festgestellt wird zu einem
gewissen Grad willkürlich. Aber sie ist im Nachhinein rational.
Der Grund: Die Masse von Wasser als mit Gewicht gemessen betrachtet,
unterscheidet sich nicht von anderen Massen. Sie kann, wie alle Anderen,
mit einer üblichen Waage gemessen werden, für die es ja auch erst in der
Neuzeit Zusammensetzungen gibt, wie die "LKW-Waage", bei der ein
bestimmter Körper gemessen wird.
Es gab also keinen Grund, das Wort in dieser Bedeutung (Waage zum wiegen
von Wasser) zu verwenden.
Das sind teilweise natürlich alles Herleitungen aus nicht gesicherten
Informationen was die Geschichte betrifft. Aber die Sinngehalte und
deren von "Waage", "Gewicht", "Ding", "Wasser", "waagerecht",
"horizontal", "stellen" etc. stehen in Beziehungen, die eine Wasserwaage
eher als Nivellierinstrument sehen lässt, denn als
Massenbestimmungsinstrument. Meiner Meinung nach.
Insgesamt ist die Bedeutung von "ins Wasser stellen" damit in keiner
Weise assoziativ so naheliegend wie die von "Wasserwaage".
Egger schrieb:> Thomas M. schrieb:>> Ach ja und seit 3D-Druck heißt das einfach nur "gelevelt". :D :D>> Ne das verwechselst Du, das kommt von den WoW-Spielern!
Echt? Ich dachte die skillen nur die Amper.
Wieder was gelernt!
Theor schrieb:> Das mit Berlin wundert mich ein bisschen, weil das eigentlich so ein> "Schmelztigel" ist.
Deshalb kenne ich "im Wasser" als Synonym für "waagerecht" als
gebürtiger Berliner auch...
Wo die Handwerker herstammen, von denen ich es aufgeschnappt habe, das
weiß ich nun wieder nicht. Ein paar Trockenbauer, die hier im Haus mal
was von "im Wasser" erzählt haben, klangen mir so nach Sachsen-Anhalt.
Also, der eine oder andere in den östlich gelegenen Regionen
Deutschlands scheint davon doch schon gehört zu haben.
Wer noch LPs auflegt und Plattenspieler betreibt kennt den Begriff auch.
Nur wenn der Dreher sauber im Wasser steht kann der Abtaster seinen Job
gescheit erledigen.
Ausnahmen bestätigen allerdings die Regel und bestimmte Dreher können
auch mal an der Wand hängen...oder so
NichtWichtig schrieb:> Wer noch LPs auflegt und Plattenspieler betreibt kennt den Begriff auch.
In dem Kontext hätte ich geschworen dass er seine Platten "nass
abspielt", also die Platte mit einer geeigneten Vorrichtung mit
passendem Fluid benetzt.
Theor schrieb:> der Ausdruck "im Wasser sein"> Ich habe das noch nie gehört.
Damit bist Du nicht allein. Ich habe mein halbes Berufsleben
mit Messtechnik verbracht und nie davon gehört, obwohl meine
Meßgeräte immer "in Waage stehen" mussten. Übrigens müssen
auch genauere Waagen für Gewichte waagerecht stehen und haben
deshalb auch eine eingebaute Wasserwaage.
Auch mein "Bing" findet auf den ersten zehn Seiten nichts dazu.
Wasserläufer schrieb:> Also ich hab den Ausdruck "im Wasser sein" auch schon häufiger gehört.
Ja, Klempnern soll das bei Rohrbrüchen häufiger passieren. :-)
Kolja schrieb:> Ich würde umgekehrt eher sagen, daß es offenbar einzelne Regionen gibt,> wo es geläufig ist.
Das sehe ich auch so. Ich habe auch mal eine Weile "im Südwesten"
gearbeitet und dort nie davon gehört.
Ich schrieb:> In Nord-Ost-Bayern ist (hochdeutsch) "in der Waage" etwas geläufiger,> aber "im Wasser" versteht hier auch jeder. Denjenigen, die es nicht tun,> gibt man besser kein Werkzeug in die Hand.
Das hängt aber vermutlich eher damit zusammen, das man dort
den Preußen sowieso nicht viel zutraut.
Harald W. schrieb:> Das hängt aber vermutlich eher damit zusammen, das man dort> den Preußen sowieso nicht viel zutraut.
Daher haben wir auch den Messias in Form von Seehofer nach Berlin
geschickt.
Harald W. schrieb:> Das sehe ich auch so. Ich habe auch mal eine Weile "im Südwesten"> gearbeitet und dort nie davon gehört.
Im Südwesten ist das ein ganz normaler geläufiger Ausdruck. Sowohl in
(Süd)Hessen als auch in Baden und der Pfalz
Ich meld mich jetzt hier auch mal zu Wort, weil ich das ja im anderen
Thread unbeabsichtigt losgetreten hab.
Ich bin echt überrascht, dass diese Bezeichnung nicht Bundesweit
gebräuchlich ist. Hier bei uns in der Pfalz und nordwestliches BaWü ist
das auf jeden Fall üblich.
Harald W. schrieb:> Kolja schrieb:>>> Ich würde umgekehrt eher sagen, daß es offenbar einzelne Regionen gibt,>> wo es geläufig ist.>> Das sehe ich auch so. Ich habe auch mal eine Weile "im Südwesten"> gearbeitet und dort nie davon gehört.
Also gerade im Südwesten hört man das "überall".
"Im Wasser sein" für - es ist etwas waagerecht ist mir nicht geläufig.
Etwas ist im Lot, schon.
Komme aus dem westlichen NRW.
Scheint wie vieles sehr stark regional unterschiedlich zu sein.
Jens P. schrieb:> Ich meld mich jetzt hier auch mal zu Wort, weil ich das ja im anderen> Thread unbeabsichtigt losgetreten hab.>> Ich bin echt überrascht, dass diese Bezeichnung nicht Bundesweit> gebräuchlich ist. Hier bei uns in der Pfalz und nordwestliches BaWü ist> das auf jeden Fall üblich.
Nein, ist es nicht. Ich lebe seit über 40 Jahren hier und habe den
Begriff jetzt in diesem Forum zum ersten Mal so gehört.
Witzig ist ja, dass man "im Lot" sagt, obwohl meist mit der Wasserwaage
senkrecht geprüft wird, und nicht mit dem Senkblei.
Witzig ist auch, dass man "Wasserwaage" sagt, obwohl die Libelle
üblicherweise Ethanol enthält - sonst würde sie im Winter auf der
Baustelle zerfrieren.
Karl K. schrieb:> Witzig ist auch, dass man "Wasserwaage" sagt, obwohl die Libelle> üblicherweise Ethanol enthält - sonst würde sie im Winter auf der> Baustelle zerfrieren.
Ja, gerade auf dem Bau soll traditionell der Alkoholmissbrauch weit
verbreitet sein.
Karl K. schrieb:> Witzig ist auch, dass man "Wasserwaage" sagt, obwohl die Libelle> üblicherweise Ethanol enthält
Das ist halt wie mit dem Bleistift, nur dass dieser im Gegensatz zur
Wasserwaage schon immer den falschen Namen hatte.
Theor schrieb:> ... der Ausdruck "im Wasser sein" benutzt.>> Ich habe das noch nie gehört. Ist das tatsächlich ein gängiger Ausdruck?> In gewissen Regionen oder in gewissen Gewerken? Gibt es evtl. Belege> dafür? Ich kann dafür keine im Internet finden.
Ich habe den Begriff "im Wasser sein" zum ersten Mal im Frühsommer 88
oder 89 in Augsburg gehört - lustigerweise ausgerechnet bei einer
TROCKENbaufirma (Zimmerei und Holzbau etc.) ;-) Die Redewendung ist mir
dort (und dann auch später auf dem Bau) eigentlich ständig begegnet.
Die Firma war dabei nicht sozusagen "irgendeine", sondern die des
langjährigen Präsidenten der Handwerkskammer für Schwaben sowie
Vorsitzenden des Bundes Deutscher Zimmermeister und Vorstands-Mitglied
des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes und ähnlicher Gremien,
bis hin zum Bayerischen Senat, Donat Müller:
https://www.holzkurier.com/holzbau/2007/03/donat_mueller_fi.htmlhttps://www.hwk-schwaben.de/artikel/das-schwaebische-handwerk-trauert-um-eine-lichtgestalt-71,1103,647.htmlhttp://www.hdbg.de/parlament/content/persDetail.php?id=3587https://de.wikipedia.org/wiki/Donat_M%C3%BCller_(Zimmerer)
Wenn die Formulierung also ausgerechnet (auch) in dem Unternehmen eines
solchen Mannes üblich gewesen ist, dann kann sie zumindest nicht
vollkommen unorthodox gewesen sein, eher im Gegenteil...
In meinen Jahren in Brandenburg dagegen kann ich mich nicht daran
erinnern, daß - außer beim Oder-Hochwasser 97 - jemals irgendetwas "im
Wasser" gewesen wäre, hatte am Uni-Lehrstuhl aber auch nicht mehr viel
mit nichtelektronischen Themen zu tun :-)
Yalu X. schrieb:> Das ist halt wie mit dem Bleistift, nur dass dieser im Gegensatz zur> Wasserwaage schon immer den falschen Namen hatte.
Hmmm ...
Blei und Bleilegierungen wurden in Stiftform schon recht lange als
Schreib- oder Zeichengerät verwendet, bevor Ende des 16. Jahrhunderts
Graphit hierfür eingesetzt wurde.
Karl K. schrieb:> Witzig ist auch, dass man "Wasserwaage" sagt, obwohl die Libelle> üblicherweise Ethanol enthält - sonst würde sie im Winter auf der> Baustelle zerfrieren.
Mich würde interessieren, ob damit immer nur die Libelle gemeint war; in
Frage käme insoweit sicherlich auch die Schlauchwaage.
Percy N. schrieb:> Yalu X. schrieb:>>> Das ist halt wie mit dem Bleistift, nur dass dieser im Gegensatz zur>> Wasserwaage schon immer den falschen Namen hatte.>> Hmmm ...> Blei und Bleilegierungen wurden in Stiftform schon recht lange als> Schreib- oder Zeichengerät verwendet, bevor Ende des 16. Jahrhunderts> Graphit hierfür eingesetzt wurde.
Das schon, aber der Begriff "Bleistift" kam – wenn man verschiedenen
Artikeln zu diesem Thema im Netz vertrauen darf – erst mit der
Verwendung von Graphit als Schreibmaterial auf, das anfangs
irrtümlicherweise für ein Bleierz gehalten wurde.
Achim B. schrieb:> Hier im östlichen Niedersachsen ist "im Wasser" völlig unbekannt. Für> Waagerechtes sagt man "in Waage", für Senkrechtes "im Lot".
Dann ist ja alles in Butter ;-)
Diodenes D. schrieb:> Dann ist ja alles in Butter ;-)
Fällt mir grad ein: Hier sagt man auch gerne "Na..? Alles Senkrecht..?"
statt "Na..? Alles im Lot..?"
Achim B. schrieb:> Hier im östlichen Niedersachsen ist "im Wasser" völlig unbekannt.
ACK. Wobei ich auch schon in verschiedenen anderen Regionen in D
gearbeitet habe und noch nie davon gehört habe.
> Für Waagerechtes sagt man "in Waage", für Senkrechtes "im Lot".
Wissenschafler sagen dann gern "Horizontal" und "Vertikal". :-)
Harald W. schrieb:> Wissenschafler sagen dann gern "Horizontal" und "Vertikal". :-)
Ist bestimmt so. Nur im Baugewerke, in dem ich mehrere Jahre tätig war,
konnte man die Anzahl der Wissenschaftler mühelos am Daumen der linken
Hand abzählen, wenn dieser - der Daumen - beim Zuschneiden der
Schalbretter verlustig gegangen ist.
Bürovorsteher schrieb:> Im Osten völlig unbekannt.> Bin heute erstmalig darüber gestolpert.
Wohl eher eine Frage des Alters. Als gebürtiger Berliner kenne ich die
Begriffe im Lot und im Wasser seit ca. meinem 8 - 10 Lebensjahr als ich
erstmals beim verlegen von Leitungen helfen durfte vor dem Tapezieren.
Das war in der 2. Hälfte der sechziger.
Namaste
Thomas M. schrieb:> Ach ja und seit 3D-Druck heißt das einfach nur "gelevelt". :D :D
Da gehts auch nur darum daß das Bett genau in der xy-Ebene liegt. Die
XY-Ebene muß aber noch lange nicht im Wasser stehen, der druckt kein
bisschen schlechter wenn der ganze Drucker ein paar Grad schief steht
weil Du in einem 200 Jahre alten Altbau wohnst bei dem kein einziger
Holzbalken mehr im Wasser ist oder überhaupt jemals war und wo man auch
rechte Winkel vergeblich sucht.