Gast
#5977715
Ich stehe vor dem Problem, dass ich mehrere Gatesignale für eine MOSFET Vollbrücke über eine weitere Distanz durch ein nicht ganz störungsarmes Gebiet übertragen muss. Ich frage mich nun, was für ein Signalstandard dafür am besten geeignet wäre. Die Signale werden in einem FPGA erzeugt welches auf einem Steuer-PCB sitzt. Von dort sollen sie über ein Flachbandkabel (1-2 m) zum Leistungsteil gehen. Die Potentialtrennung übernimmt ein Digitalisolator auf dem Power PCB. Ursprünglich dachte ich LVDS wäre ein geeigneter Signalstandard, wobei ich aus dem FPGA single-ended auf einen LVDS Transceiver gegangen wäre. Auf dem Power-PCB hätte ich dann aus LVDS wieder ein single-ended Signal gemacht und wäre damit auf den isolierten Gatetreiber gegangen. Das grosse Problem welches ich dabei habe: eigentlich alle LVDS-Empfänger die ich gefunden habe haben ein "Fail-Safe" Feature. Dies bedeutet: sind die LVDS-Signale undefiniert (beide HIGH, beide LOW, kein Sender angeschlossen,...) geht der Ausgang des Empfängers auf HIGH und schaltet den entsprechenden MOSFET dauerhaft ein. Damit führen simple Fehler (Wackelkontakt im Stecker/Kabel, Kurzschlüsse gegen Ground, Aux-Spannungsversorgung des FPGA fällt aus) unmittelbar zur Zerstörung der Brücke. Die Signale einfach invertiert zu übertragen scheint mir auch eher gefährlich zu sein, da im Falle eines Ausfalls der Auxiliary Spannung die Eingänge alle auf LOW gehen und damit wieder die Brücke eingeschaltet wird. Aus diesem Grund scheint mir LVDS nicht wirklich die richtige Wahl zu sein. Wie macht man sowas denn richtig? Ich bin vermutlich nicht der erste mit diesem Problem, wie löst man die Sache denn mit Hand und Fuss? Und wozu ist dieses "Fail-Safe" Feature gut? Ausgang HIGH bei undefiniertem Zustand am Eingang ist zumindest bei einem Gatesignal so ziehmlich das ungünstigste was man sich wünschen kann.