hochsitzcola schrieb:> Zur Verbesserung des Wirkungsgrades von wireless Chargern werden> Ferritfolien eingesetzt.
Wie soll denn eine dünne Folie einen Luftspalt von 5 mm und mehr
merklich beeinflussen können? Ich könnte mir eher vorstellen, mittels
solch einer Folie irgendetwas abzuschirmen.
Wie wäre es denn mit richtig breiten Studio - Analog - Tonbändern? Oder
alten 8 Zoll Disketten?
mfg Klaus
hochsitzcola schrieb:> Zur Verbesserung des Wirkungsgrades von wireless Chargern werden> Ferritfolien eingesetzt.> https://www.digikey.com/product-detail/en/w-rth-elektronik/760308105/732-4463-ND/3884232
Komisch. Ich sehe da eine Spule, keine Folie. Diese Spule kriegt man mit
Hausmitteln kaum so gut hin. Und 12 EYPO für ein Einzelstück finde ich
auch nicht übermäßig teuer.
> Für das Geld, das man für eine 0,3mm dicke und handflächengroße Folie> zahlt, bekommt man auch ein ganzes Kilo Ferritpulver.
Dämlicher Vergleich. Ein Sportwagen von Ferrari kostet auch viel mehr
als eine Tonne Stahl und wiegt sogar weniger.
> Ich gehe mal davon aus, daß für die Anwendung Weichferrit benötigt> wird?!
Ein weichmagnetisches (nicht: weiches) Material, das bei den
auftretenden Frequenzen (125kHz?) noch wenig Verluste hat. Also Eisen
eher nicht, Ferrit aber so ziemlich alles außer dem allerbilligsten
Gelumpe.
> Man wird beim Verrühren mit einem Harz sicher nicht die Füllgrade> hinbekommen, wie bei den gekauften Folien, aber selbst die halbe Wirkung> würde mir schon weiterhelfen...
Dann laber nicht, probier es halt. Wird aber ziemlich sicher nichts
werden außer einer großen Sauerei. Aber der Lerneffekt bleibt dir.
> Kann so eine DIY-Folie funktionieren, oder rechtfertigt irgendein> aufwändiges Herstellverfahren den hohen Preis?
Bei der Spule steht nichts dabei. Das könnte auch eine Ferritplatte
sein. Der zweite Link führt auf eine Folie aus Gummi mit eingelagerten
Ferritpartikeln. Füllgrad und Lebensdauer sind da die Herausforderungen.
Wobei Gummi wohl nur eine Konzession an die leichtere Montage im
Vergleich zu doch eher spröden Platten aus Ferrit sein dürfte.
Stefan F. schrieb:> Veränder das Ferrit nicht die Resonanzfrequenz?
Es verändert die Induktivität und - weil die recht sicher Teil eines
Resonanzkreises ist - letztendlich die Resonanzfrequenz.
Von welchen
hochsitzcola schrieb:> billigen Charger-Modulen
genau der TE spricht, bleibt rätselhaft. Aber ja, die Chancen auf
nennenswerte Verbesserungen durch so eine Modifikation sind als eher
gering einzustufen.
Ich liebe dieses Forum, man wird immer so herrlich beschimpft. Meistens
ist trotzdem eine brauchbare Information dabei, einzelne langatmige
Tiraden kommen aber auch komplett ohne Information aus ;-)
Ich habe mich durchaus schon intensiv mit dem Thema beschäftigt, eigene
Spulen gewickelt etc., sonst käme ich ja nicht auf so eine exotische
Frage.
https://www.pedelecforum.de/forum/index.php?threads/drehmomentsensor-eigenbau-v5.44335/post-745350
Ich werde mal probieren, welchen Volumengehalt man mit "Hausmitteln" so
hinbekommt und wie die im Vergleich zu gesinterten Ferritplatten wirken.
Gruß
hochsitzcola
hochsitzcola schrieb:> Ich werde mal probieren, welchen Volumengehalt man mit "Hausmitteln" so> hinbekommt und wie die im Vergleich zu gesinterten Ferritplatten wirken.
Auf welche Messmittel hast Du denn Zugriff?
M.E. wäre ein Impedanzmeßplatz von DC bis zum unteren MHz-Bereich
hilfreich.
hochsitzcola schrieb:> https://www.pedelecforum.de/forum/index.php?threads/drehmomentsensor-eigenbau-v5.44335/post-745350>> Ich werde mal probieren, welchen Volumengehalt man mit "Hausmitteln" so> hinbekommt und wie die im Vergleich zu gesinterten Ferritplatten wirken.
Sieht nach kontaktloser Energieübertragung aus. Kennst du den Artikel
Royer Converter? Da werden sie geholfen.
Wo braucht man da Ferritfolie? Das Ganze sieht nach einem axialen Aufbau
aus. Da nimmt man, wenn man sie denn überhaupt braucht, Schalenkerne!
Siehe Artikel und die enthaltenen Links.
Ich würde das ganz pragmatisch ähnlich wie im oben verlinkten Thread
machen. In einem Referenzaufbau mit festen Geometrieverhältnissen
verschiedene Abschirmmaßnahmen ausprobieren und die Stromaufnahme auf
Primärseite anschauen.
Das China-System arbeitet bei ca. 60kHz.
Etwas Theorie hatten wir damals auch schon gequält, wirklich
weitergebracht hab mich das ehrlich gesagt nicht :-)
https://www.pedelecforum.de/forum/index.php?threads/berechnung-magnetischer-felder-mit-femag.44493/
Gruß
hochsitzcola
Späte Rückmeldung: Das Formen der Abschirmung aus mit Klebstoff
verrührtem Ferritpulver bringt genau gar nichts...
Da fehlt mir auch nach der Lektüre der ANP032 einfach der technische
Hintergrund, um zu verstehen, warum diese Würth-Folien auch bei
Schichtdicken von nur 0,3mm so teuflisch gut funktionieren...
Gruß
hochsitzcola
Wahrscheinlich ist die Ferrit-Materialdichte in der Klebstoffpampe zu
gering um nennenswerte Eigenschaften zu erreichen.
Ich hatte auch mal Experimente mit Eisenpulver in Epoxidharz gemacht, es
sollte einfach ein Eisenkern werden. Konnte ich voll vergessen, das Ding
war extrem schwach.
In der ANP022 aus dem Link wird der Aufbau der Folie gezeigt. Das
scheint eine richtige Ferrit(pulver)schicht zwischen zwei Schutzfolien
zu sein.
https://www.we-online.de/katalog/media/o109012v410%20AppNotes_ANP022_AuswahlUndEigenschaftenVonWE-FSFS_DE.pdf
Ist die Permeabilität des Pulvers also die Grundeigenschaften des
Werkstoffs, was den Ausschlag gibt? Ist es der Füllgrad? Ohne Sintern
keine Wirkung?
Interessant ist die Aussage, daß die aktive Schicht gesintertes Ferrit
ist, das per Laser in 2mm x 2mm große Teile geschnitten und von den
Deckfolien zusammen gehalten wird.
Ich verstehe nicht so recht die Größenordnung der Permeabilität. Bei der
Würthfolie wird µ' bei niedrigen Frequenzen im Diagramm mit ca. 300
angegeben, ohne Einheit...
Im Datenblatt von dem Pulver, das ich gekauft habe, findet man nur den
Wert Anfangspermeabilität = 2000, ebenfalls ohne Einheit...
https://shop.tridelta-weichferrite.de/images/Art-Nr-2077-6-8_m2016_09.pdf
Ist größer besser für die Wirkung oder schlechter?!
Gruß
hochsitzcola
"Ich liebe dieses Forum, man wird immer so herrlich beschimpft."
Weichei. Dir ist doch hier noch gar nichts passiert!
Ansonsten: Wer laden will, stöpselt was ein. Hilft fast immer.
Götz schrieb:> Wer laden will, stöpselt was ein. Hilft fast immer.
Ich will ja nichts laden, sondern einen Messverstärker auf einer
rotierenden Welle mit Strom versorgen... Wenn ich das mit einem Kabel
mache, tüdelt sich das immer so doof auf :-)
Dr. Pin schrieb:> dünnen Nähnadeln mit dünnen Schrumpfschläuchen> überzogen
Du meinst damit die induzierten Wirbelströme nicht weit kommen?!
Gruß
hochsitzcola
Besorge Dir einen gebrauchten Videorecorder und schlachte die
Kopftrommel.
Da ist ein ringförmiger Ferrittrafo drin mit 2 oder 4 getrennten
Wicklungen, je nach Kopfanzahl. Mit 1 - 5 MHz versorgt gibt das einen
schönen umlaufenden Trafo.
hochsitzcola schrieb:> warum diese Würth-Folien auch bei> Schichtdicken von nur 0,3mm so teuflisch gut funktionieren
Zur Abschirmung, nicht zur Energieübertragung.
hochsitzcola schrieb:> Die Platten wären eine Alternative, aber die lassen sich nicht schön in> Form bringen, ich möchte die passgenau in ein 3D-gedrucktes Gehäuse> bringen.
Mal ein paar vielleicht brauchbare Möglichkeiten:
Größere Platten zuschneiden (nicht ganz einfach, aber evtl.
auch nicht völlig unmöglich).
Kleinere aneinanderreihen, vielleicht auch zwei Schichten,
um kleinere Lücken etwas überbrücken zu können.
Oder versuchsweise das Pulver mit stark_verdünntem Harz
in (hoffentlich mit ebener Grundfläche versehene) Form -
also das Gehäuse - einbringen, verteilen, und dann gepreßt
(mit einer exakt passenden Gegenform, damit nichts an der
Seite raus kann, diese muß auch belastbar genug sein, und
auch einer richtigen Presse, nicht einem Wagenheber, damit
überall gleichm. Druck ausgeübt wird) aushärten lassen.
(Unter der Gefahr, daß das dann im Gehäuse bestens haftet
- auch, wenn Du mit dem Ergebnis unzufrieden sein solltest.
Was aber bei dünnem Harz und dicker Schicht nicht der Fall
sein muß. Anderenfalls heißt das aber "neu ausdrucken".)
Wobei ich aber denke, daß sich ein Ansatz mit kaufbaren
(also Fertig-) Teilen eher verwirklichen ließe - dazu aber
kann man ohne jede Kenntnis der Gegebenheiten (und nicht
einmal ansatzweise des genauen Vorhabens) wenig sagen.
Zum Thema Kosten: Wenn Einzelstück - Sample direkt von Würth. Wenn
Serie, auch bei Würth direkt kaufen, Digi-Key schlägt da deutlich was
drauf.
Rein technisch: Es gibt in pastösen Gemischen (wie z.B. auch Leitkleber)
eine Perkolationsschwelle. Vereinfacht gesagt: Erst ab diesem
Volumenanteil sind genügend Partikel hinreichend dicht beieinander, dass
sich die gewünschte Eigenschaft ausbildet.
Wenn ich mir kommerzielle Ferritfolien anschauen, würde ich auf 90%
Ferrit schätzen, bzw. "So wenig Binder wie möglich". Das wird vermutlich
nicht mehr gerührt, sondern eher geknetet und dann beim Walzen
nachverdichtet.
Ich schrieb:> Rein technisch: Es gibt in pastösen Gemischen (wie z.B. auch Leitkleber)> eine Perkolationsschwelle. Vereinfacht gesagt: Erst ab diesem> Volumenanteil sind genügend Partikel hinreichend dicht beieinander, dass> sich die gewünschte Eigenschaft ausbildet.> Wenn ich mir kommerzielle Ferritfolien anschauen, würde ich auf 90%> Ferrit schätzen, bzw. "So wenig Binder wie möglich". Das wird vermutlich> nicht mehr gerührt, sondern eher geknetet und dann beim Walzen> nachverdichtet.
Rein technisch...
Ich würde bei solchen Anforderungen eher ein Bindematerial nehmen was
eine sehr geringe Viskosität aufweist und dann ein Verdampfungsverfahren
wählen. Ich bin sicher, damit kommt man leicht auf weit über 90%
Ferritanteil. Das dann gleich in eine passende Form gebracht, muss es
auch nicht mehr so flexibel sein...
Dabei ist die Schrumpfung mit einzuberechnen, wobei der Schrumpffaktor
sicher auch von dem Verhältnis der Volumenanteile abhängt.
Das klingt nach einer Versuchsreihe 😉
By this way: selbst Baumarktsilikon kann man super verflüssigen.
Nur wegen der Lösungsmittel ist das, in kleiner Menge eher ein Fall für
Outdoor-Aktivitäten!
hochsitzcola schrieb:> Zur Verbesserung des Wirkungsgrades von wireless Chargern werden> Ferritfolien eingesetzt.
Bin eben drüber gestolpert. Ist das wirklich so? Nach meinem simplen
Verständnis ist es doch völlig egal, ob um der Geberwicklung was drum
ist oder nicht?? Sorry, wußte nicht, wie ich das anders beschreiben
sollte...
ruß Rainer
Rainer V. schrieb:> Ist das wirklich so? Nach meinem simplen> Verständnis ist es doch völlig egal, ob um der Geberwicklung was drum> ist oder nicht??
Wenn du die Sendespule in die Nähe von metallischen Gegenständen
bringst, induzierst du dort Wirbelströme und bei ferromagnetischen
Werkstoffen noch dazu zu Ummagnetisierungen. Das Ganze heizt das Metall
auf und sorgt für eine höhere Stromaufnahme auf der Sender-Seite. Mit
dem Ferrit schirmst du das Metall ab und die Energie geht hauptsächlich
dahin, wo du sie haben willst, in die Empfängerspule....
Nach nochmaligem Lesen verschiedener Literatur komme ich zu dem Schluß,
daß das Formpressen und Sintern elementar für die Wirkung ist. Das lose
Pulver hat keinerlei schirmende Wirkung im Feld.
Ob sich das Pressen und Sintern (Erhitzung bis kurz unter Schmelzpunkt)
mit Hausmitteln machen lässt bezweifle ich gerade...
Gruß
hochsitzcola