Ich möchte 230 V Hutschienen Relais, die auf der Steuerseite etwas 5 bis
24 V DC haben (welche ich genau nehme, habe ich noch nicht entschieden,
ist also noch offen), mit einem Raspberry Pi via RS-232 Schnittstelle
ansteuern.
Der Raspi hat 3,3 V Ausgänge, die auch nicht mit viel Strom belastet
werden können.
Insofern müsste ich die Steuerseite der Relais mit zusätzlichen
Transistoren ansteuern.
Natürlich könnte man da jetzt was selber bauen, damit das mit dem
Raspberry Pi klappt. Schwer ist das nicht, dafür bräuchte es nicht
einmal eines SSR, da schon Transistoren reichen würden, allerdings hat
man bei allem selbstgebautem keine EMV Prüfung und das ist der kritische
Punkt.
Deswegen dachte ich jetzt an eine fertige Lösung mit bspw. Solid State
Relais, die ich per RS-232 einfach mit dem Raspberry Pi ansteuern kann.
SSR deswegen, damit das nicht unnötig klackert und länger hält.
Der Gedanke dahinter ist, dass die Einhaltung der EMV und CE
Kennzeichnung dann Sache des Herstellers wäre und ich die Module einfach
nur noch miteinander verbinden müsste.
Also in etwa so:
Hutschienenrelais <-> EMV geprüftes Zwischenmodul mit RS-232 oder 3,3V
GPIO <-> GPIO des Raspberry Pi (gegenenfalls ist noch ein fertiges Modul
als Pegelwandler auf der Raspi Seite nötig).
Gibt es so etwas?
Wenn Du Module zusammen steckst und das Ganze verkaufen willst, musst Du
eh eine neue Konformitätserklärung erstellen
Wenn Du z.B. einen PC aus Teilen zusammen baust die CE-gekennzeichnet
sind, heisst das noch lange nicht das auch der PC nachher CE-Konform ist
Und selbst wenn er es ist, Du musst trotzdem eine Erklärung erstellen
Wenn Du aber nichts verkaufst verschenkst vermietest, es nur für
Dich oder den Einsatz innerhalb Deiner Firma ist brauchst Du auch keine
Konformitätserklärung
Heinzrudolf schrieb:> Wenn Du Module zusammen steckst und das Ganze verkaufen willst, musst Du> eh eine neue Konformitätserklärung erstellen
Will ich nicht. Ich möchte es nur dauerhaft nutzen.
> Wenn Du aber nichts verkaufst verschenkst vermietest, es nur für> Dich oder den Einsatz innerhalb Deiner Firma ist brauchst Du auch keine> Konformitätserklärung
Okay, aber was ist mit der EMV Prüfung?
Das Gerät darf ja sicherlich nicht störend abstrahlen.
Es gäbe die Möglichkeit via I2C einen PortExpander am Raspi
anzusteuern.. den bekommt man für Lochraster, an jeden Ausgang noch ein
To-92 Transistor/Mosfet + Freilaufdiode und fertig ist die
Selbstgemachte Platine..
vielleicht hält man die noch 80x80 damits in einen
Platinenhutschienenhalter passt.
Nano schrieb:> Ich möchte 230 V Hutschienen Relais, die auf der Steuerseite etwas 5 bis> 24 V DC haben (welche ich genau nehme, habe ich noch nicht entschieden,> ist also noch offen), mit einem Raspberry Pi via RS-232 Schnittstelle> ansteuern.
Muss es RS-232 sein oder geht auch RS-485?
https://www.ebay.com/itm/272458624707http://domoticx.com/modbus-relaisbord/
Heinzrudolf schrieb:> Du musst auch keine EMV-Prüfung machen, DIr nur sicher sein das da> nichts groß strahlt und deshalb der Airbus sein Ziel nicht mehr findet
Ohne ausreichendem Messequipment kann ich das aber nicht und was in so
einem EMV Labor verbaut ist, kostet Unsummen.
Ich könnte höchstens nach Best Practice und Theorie bauen, um ein
Abstrahlen möglichst zu vermeiden und das ganze noch in ein Blechgehäuse
stecken, aber Gewissheit hätte ich damit noch nicht.
> Aber ganz ehrlich, solche DInge werden millionenfach verkauft und> verbaut, heute ist das wohl nicht mehr so streng das da gleich ein> Funkmesswagen vorfährt
Wenn das nur ein paar Minuten im Jahr in Betrieb wäre, dann wäre das
wohl nicht so schlimm. Aber bei einem Dauereinsatz steigt die
Wahrscheinlichkeit, dass mit einem Funkmesswagen mal sporadisch auf gut
Glück in meiner Gegend gemessen wird.
>> Könntest evtrl. 2 Relaisa nehmen:> Dann damit die Hutschienenrelais ansteuern
Ja, die wären eine Möglichkeit, aber da ich dafür eigentlich keine
galvanische Trennung brauche, die Relais klackern und wegen der
geringeren Schaltzyklenfestigkeit auch leichter ausfallen und somit nur
unnötig eine weitere Fehlerquelle bedeuten wäre mir eine Lösung mit
Halbleitern lieber.
>> Wenn Du aber ganz sicher sein willst, nimm doch was das über Netzwerk> angesteuert wird? dann hast keine selbstgebastelte Verbindung zwischen> Raspi und Relais?>> z.B. so was:> https://www.netio-products.com/en/glossary/netio-230b
Das soll fest verbaut werden. Schukosteckdosenleisten sind keine Option.
> Oder z.B. so was:> https://www.amazon.de/Rutenbeck-700802610-Fernschaltger%C3%A4t-Netzwerk-4-Fach/dp/B004PFCHDE/ref=pd_sbs_107_t_2/259-5925078-1942238?_encoding=UTF8&pd_rd_i=B004PFCHDE&pd_rd_r=9e48f32b-e162-464d-86d4-8dd02a20b460&pd_rd_w=8OHjX&pd_rd_wg=pXiSm&pf_rd_p=a2f6bca6-dcb1-4822-8e28-66b64b37970e&pf_rd_r=HPMXQ8HDD5KTZV3RJ5DJ&psc=1&refRID=HPMXQ8HDD5KTZV3RJ5DJ
Für nur 4-Fach zu teuer. Ich bräuchte ja mehrere.
Philipp K. schrieb:> Oder zum Beispiel sowas direkt an den Raspi wenn die IOs frei sind, da> muss man aber aufpassen was die Pins im Boot machen etc.>> http://www.icstation.com/channel-amplifier-optical-isolator-output-signal-converter-board-p-13708.html>> also wenn ich nen bisschen Google habe ich viele tolle Sachen die genau> das machen was Du suchst.
Die GPIOs sind frei.
Das Modul würde schon gut passen, ich brauche aber mehrere Kanäle.
Eine CE Kennzeichnung sollte es auch haben. Ein Händler in der EU, der
es schon eingeführt hat, wäre ideal.
Wolfgang schrieb:> Nano schrieb:>> Ich möchte 230 V Hutschienen Relais, die auf der Steuerseite etwas 5 bis>> 24 V DC haben (welche ich genau nehme, habe ich noch nicht entschieden,>> ist also noch offen), mit einem Raspberry Pi via RS-232 Schnittstelle>> ansteuern.>> Muss es RS-232 sein oder geht auch RS-485?
Sollte gehen. An RS-232 dachte ich halt, weil es eine standardisierte
Schnittstelle ist und ich ein paar mehr Hutschienenrelais schalten muss.
Nano schrieb:> Ohne ausreichendem Messequipment kann ich das aber nicht und was in so> einem EMV Labor verbaut ist, kostet Unsummen.> Ich könnte höchstens nach Best Practice und Theorie bauen, um ein> Abstrahlen möglichst zu vermeiden und das ganze noch in ein Blechgehäuse> stecken, aber Gewissheit hätte ich damit noch nicht.
Was soll da denn überhaupt strahlen / stören?
Zu den Hutschienen-Eltakos geht doch nur noch Spannung, also an/ aus,
kein HF
Was strahlen wird ist der Raspi, zusammen mit seinem Netzteil, dem
Netzwerkkabel,....
Dann passiert so was :-) :
https://www.kodinerds.net/index.php/Thread/48008-Raspberry-Pi-von-der-Telekom-stillgelegt/
Aber ich behaupte mal, 99% der verkauften Raspis werkeln in einem
Kunstoffgehäuse, oder gar nackt, einfach vor sich hin...
Und noch mal zu CE/EMV - selbst Dein Raspi hat das nur für sich, nicht
in Kombination mit einem von Dir gewählten Netzteil / Netzwerkkabel
Ich hatte das mal direkt mit der Bundesnetzagentur diskutiert:
Wennn wir z.B. ein System, bestehend aus Fernseher, DVD-Player und
HDMI-Kabel verkaufen/ beim Kunden verbauen, müssen wir dafür eine neue
CE erstellen
Es ist ja nicht garantiert, das diese Kombination die Richtlinien
erfüllt
Alles totaler Quatsch mit CE/EMV, aber man muss es halt mitspielen und
sich durchmogeln
Heinzrudolf schrieb:> Nano schrieb:>> Ohne ausreichendem Messequipment kann ich das aber nicht und was in so>> einem EMV Labor verbaut ist, kostet Unsummen.>> Ich könnte höchstens nach Best Practice und Theorie bauen, um ein>> Abstrahlen möglichst zu vermeiden und das ganze noch in ein Blechgehäuse>> stecken, aber Gewissheit hätte ich damit noch nicht.>> Was soll da denn überhaupt strahlen / stören?>> Zu den Hutschienen-Eltakos geht doch nur noch Spannung, also an/ aus,> kein HF
Nun, ich bin kein Elektroniker, aber könnte ja sein.
Im Steuerkreis ist z.B. im Relais eine Spule. Da würde zwar eine
Freilaufdiode parallel dazu hinkommen, aber man kann ja nie wissen.
Auch könnte ich mir vorstellen, dass vom Raspi was über die Leitungen
kommt.
> Was strahlen wird ist der Raspi, zusammen mit seinem Netzteil, dem> Netzwerkkabel,....>> Dann passiert so was :-) :> https://www.kodinerds.net/index.php/Thread/48008-Raspberry-Pi-von-der-Telekom-stillgelegt/
Das ist interessant. Das wusste ich gar nicht.
Leider ist dieser verlinkte Thread recht kurz. Ich hätte zu gerne
gewusst, ob das ein original Raspberry Pi oder eine Fälschung war.
Der konkurrenzlos günstige Preis spricht zwar eher für ein Original,
aber auch in der Arduinowelt sieht man, das so etwas noch unterboten
werden kann.
> Und noch mal zu CE/EMV - selbst Dein Raspi hat das nur für sich, nicht> in Kombination mit einem von Dir gewählten Netzteil / Netzwerkkabel>>> Ich hatte das mal direkt mit der Bundesnetzagentur diskutiert:> Wennn wir z.B. ein System, bestehend aus Fernseher, DVD-Player und> HDMI-Kabel verkaufen/ beim Kunden verbauen, müssen wir dafür eine neue> CE erstellen> Es ist ja nicht garantiert, das diese Kombination die Richtlinien> erfüllt
Ja, das ist mir bekannt. Das gilt übrigens auch für den Zusammenbau von
PCs aus Einzelkomponenten.
Es macht aber auf nicht technischer Seite trotzdem einen Unterschied ob
die einzelnen Bauteile alle Richtlinien erfüllen und das bei
Zusammenschaltung dieser nur ein doofer Zufall ist, oder ob man
fahrlässig einfach etwas selbstgebautes in Betrieb genommen hat, ohne
das ordentlich prüfen zu lassen.
> Alles totaler Quatsch mit CE/EMV, aber man muss es halt mitspielen und> sich durchmogeln
Man darf keine groben Fehler machen.
Dave4 schrieb:> Was ich noch nicht ganz verstanden habe: warum nimmst du nicht> einfach> ein 3V SSR für die Hutschine?
Weil ich in der Hutschiene bipolare Relais verwenden möchte, so dass sie
nur zum Umschalten Strom benötigen.
Außerdem hat man mit SSR im Leistungsbereich (sind ja immerhin 230 V bei
<= 16 A) wieder jede Menge Abwärme.
Nano schrieb:> SSR deswegen, damit das nicht unnötig klackert und länger hält.
Bezüglich Haltbarkeit wäre ich mir da nicht so sicher.
Grundsätzlich sind mechanische Relais deutlich toleranter
gegenüber unterschiedlichen Lasten als elektronische.
Harald W. schrieb:> Nano schrieb:>>> SSR deswegen, damit das nicht unnötig klackert und länger hält.>> Bezüglich Haltbarkeit wäre ich mir da nicht so sicher.> Grundsätzlich sind mechanische Relais deutlich toleranter> gegenüber unterschiedlichen Lasten als elektronische.
Ja, deswegen würde ich solche nur im Steuerbereich verbauen, da sind die
Lasten sehr gering und die größere Schaltzyklenanzahl wird dann auch
eher erreicht bzw. ist dann ein Vorteil.
Du könntest einen AVR Mikrocontroller verwenden und diese Firmware drauf
laden: http://stefanfrings.de/serial_io/index.html
Daran musst du nur noch den Raspberry Pi und die Relais anschließen.
Nähere Infos findest du auf der genannten Projektseite.
Wenn dir USB recht ist, dann kann ich Dir dazu das Crumb644 Board von
Chip45 empfehlen. Es hat 30 Ausgänge für Relais.
Ansonsten würde auch das Crumb128 Board gehen, das kannst du sogar
wahlweise mit USB oder serieller Direktverbindung betreiben. Es hat
ungefähr 50 Ausgänge.
Oder das Crumb128 Light Board (ohne USB). Es hat ebenfalls ungefähr 50
Ausgänge.
Achte darauf, diese Boards mit einem 7,3728 Mhz Quarz zu kaufen, damit
sie mit 3,3V zuverlässig laufen.
Sebastian S. schrieb:> Bestell-Nr.: 197730 - 62> sollte das aber können.
Ja, auf der Platine sind ja auch "vernünftige" Relais verbaut.
Das Datenblatt von denen habe ich jetzt aber nicht angeschaut.
Ach so, damit es nicht verschütt geht:
Die Platine ist Kaskadierbar. Wie viel Platz allerdings 22 Ausgänge
benötigen, kommt auf die örtlichen Umstände an.
Stefan ⛄ F. schrieb:> Du könntest einen AVR Mikrocontroller verwenden und diese Firmware drauf> laden: http://stefanfrings.de/serial_io/index.html>> Daran musst du nur noch den Raspberry Pi und die Relais anschließen.> Nähere Infos findest du auf der genannten Projektseite.>> Wenn dir USB recht ist, dann kann ich Dir dazu das Crumb644 Bord von> Chip45 empfehlen. Es hat 30 Ausgänge für Relais.>
Das sieht schon gut aus, vielen Dank für deine Antwort.
>> Achte darauf, diese Boards mit einem 7,3728 Mhz Quarz zu kaufen, damit> sie mit 3,3V zuverlässig laufen.
Danke für den Tipp, falls ich diese Lösung nehmen, werde ich das machen.
Manuel X. schrieb:> Wird das jetzt die Eigenbau Rollo Steuerung mit Langzeitsupport>>50Jahre> ?
So wäre es vorgesehen, es ist aber noch nichts entschieden.
Ich muss ja erst mal schauen, ob ich die Komponenten so bekomme, wie ich
sie brauche (EMV geprüft usw.).
Der Quellcode für die Firmware wird mit Open Source Software compiliert
und zusätzlich noch ausgedruckt. Den werden Historiker noch in 100
Jahren lesen und anpassen können.
michi schrieb:> Wenn ein Hutschienenrelais kein mechanisches Relais ist, was ist> es> dann?>> Wenn ich mir die ganze Diskussion so ansehe, solltest Du das lieber> lassen.
Du solltest richtig zuhören bzw. lesen.
Extra für dich, das Hutschienenrelais und das Zwischenboard sind zwei
verschiedene Komponenten. Bei dem Punkt "keine mechanischen Relais
bitte" ging es um das Zwischenboard, nicht um das Hutschienenrelais.
Insofern ist es allein dein Fehler, der hier etwas nicht richtig
verstanden hat.
Nano schrieb:> Die 24 V reichen also, ich hätte nur gerne eine Lösung, die ohne> mechanischem Relais arbeitet.
Dann löte die Relais aus und schliesse, an der gleichen Stelle,
wo die rausgelöteten sassen, Deine Hutschienenrelais an. Das
sollte sich mit ein paar Drahtbrücken auf der Platine leicht
verwirklichen lassen.
Harald W. schrieb:> Nano schrieb:>>> Die 24 V reichen also, ich hätte nur gerne eine Lösung, die ohne>> mechanischem Relais arbeitet.>> Dann löte die Relais aus und schliesse, an der gleichen Stelle,> wo die rausgelöteten sassen, Deine Hutschienenrelais an. Das> sollte sich mit ein paar Drahtbrücken auf der Platine leicht> verwirklichen lassen.
Technisch ist die Idee gut, rechtlich wird dadurch aber die Baugruppe
verändert und verliert ihre CE Kennzeichnung.
Welcher Hersteller trägt das im Fall der Fälle mit?