Gast
#6402258
Hallo! Hier Beitrag "Testberichte zu USVs gesucht. Eaton oder APC?" habe ich ja schonmal nach USV Testberichten gefragt, leider kamen keine. Vielleicht gibt es auch einfach keine. Keine Ahnung. Meinungen und Erfahrungen gibt es aber viele. Fazit: Durchwachsen. Deshalb habe ich mir letztens überlegt, was es für einen Aufwand wäre, sich einfach einen Doppelwandler selbst zu basteln, obwohl der erste Instinktgedanke "Das ist doch Riesenaufwand" war. Nach einigen Recherchen kommt aber immer mehr die Erkenntnis auf, dass das eigentlich wirklich einfach sein sollte, solange man sich die komplizierten Komponenten einfach fertig kauft. Als Flussdiagramm ist das System recht einfach realisiert. Ich stelle mir das so vor: 230V Eingang -> 24V Netzteil -> Batterien -> Wechselrichter -> 230V Ausgang. 1. 24V Netzteil Ich würde einfach eines von MeanWell nehmen, welches 30A liefern kann. Die Dinger kann man mitels Poti wunderbar feinjustieren. 2. Batterien Hier würde ich ein LiFePo4 Akkupack basteln. 8 Akkus in Serie ergeben einen sehr schönen Spannungsverlauf von 20-28V. Ich würde das ganze *2 nehmen, also 8S2P oder wie man sowas nennt. 20A kann ein LiFePo4 problemlos ab und so sind es 40A. 3. Wechselrichter Auch hier würde ich einfach MeanWell kaufen, weil die relativ günstig sind. 4. Notwendige Basteleien Glücklicherweise muss man 230V nicht anfassen. Das ist mit den Punkten 1 und 3 erledigt. Was allerdings wichtig ist, ist eine Balancerschaltung. Sowas könnte man als Bastelprojekt durchaus realisieren. Es gibt fertige Controller, mit denen man direkt Messen und Balancen kann. Eine Anzeige für den Ausgangsstrom wäre sicherlich noch nett und auch relativ einfach via 1mOhm Shunt zu realisieren. Es muss ja nicht auf das mA genau sein. Wenn man korrekt arbeiten will, muss man den Ladestrom für die Akkus unterbrechen können. Dies ist aber nur im Fehlerfall nötig. Der Balancer sort ja dafür, dass die Zellen ausgeglichen bleiben und das Netzteil (1) hat ja bereits eine fest eingestellte Ausgangsspannung. Und was bringt das alles jetzt? Nun, erstmal kann man sich von den Vorkriegsbleiakkus verabschieden. Mit LiFePo4 bekommt man so ziemlich die gleiche Leistungsdichte bei nur 30% des Gewichts. Der Preis ist gleich teuer, solange man die Rundzellen einzeln kauft. Kauft man eine Fix-und-fertig LiFePo4 Batterie, gibts den üblichen dreisten Friss-oder-stirb Preiszuschlag. Dann hat man natürlich ein Komponentensystem, bei dem man relativ problemlos das Netzteil oder den Wechselrichter ersetzen kann. Zu guter letzt natürlich noch die Weisheit, das Einzelkomponenten fast immer besser sind als ein zusammengebautes System, bei dem man nicht weiss, was drin ist. Bei letzterem wird IMMER so gut es geht gespart. Es gibt Ausnahmen, aber das sind halt Ausnahmen. Das ist wie beim Essen. Kaufst du ein Fertiggericht mit Fleisch drin, ist das Fleisch so gut wie immer unterste Qualität. Gutes Fleisch gibts nunmal wenn überhaupt dann nur einzeln. Was meint ihr dazu? Ist vielleicht jemand schonmal diesen Weg gegangen?