Hallo,
ein ca. 40 Jahre altes Oszi in Topp Zustand, weder verdreckt noch
sonderlich verstaubt, alle Potis laufen sanft und die Stufenschalter
rasten sauber. Keine Kontaktprobleme bei den Stufenschaltern, kein
Kratzen bei den Potis. Geometrie der Röhre ist perfekt, die Fokusierung
des Strahls ist gestochen scharf. Das ein Oszi so feine und scharfe
Kurven schreibt, sieht man selten.
Dafür machen die 3 Kippschalter heftige Probleme. Knarzen zum Einen
etwas und geben zum Anderen keinen sauberen Kontakt. Während der
Erwärmung des Oszi ist laufend der Stahl weg oder flimmert. Man muss
laufend an den Kippschalten fummeln. Hält dann nur paar Minuten, dann
beginnt das Eigenleben von vorne.
Habe mal ein Ohmmeter (mit Zeiger) an die Lötstellen der Kontakte
geklemmt, der Zeiger geht wie ein Scheibenwischer, wenn man die
Kippschalter nur scharf anschaut :-(
Die 3 Kippschalter haben links 3x2, mitte 2x2 und rechts 3x4 Ebenen.
Oszi ist ein VP-5100A.
Viel bewegt wurden die Schalter nicht und die sichtbaren Kontakte sehen
eigentlich gut aus (letztes Bild).
Was ist mit den Kontakten in den Kippschaltern los?
Es grüßt euch Otto
Otto F. schrieb:> Was ist mit den Kontakten in den Kippschaltern los?
Sie hatten in der kurzen Zeit von 40 Jahren Gelegeheit eine
kleine Oxidschicht aufzubauen. Oder ein bisschen Schmodder
hat sich zwischen die Metalle gelegt und verharzte. Oder
beides. Oder das vor 40 Jahren aufgebrachte Kontakt-
Schmiermittel hat sich verharzt ...
auslöten, zerlegen und putzen.
Habe ich öfter gemacht und hält länger als Spray.
Die kleinen beweglichen Kontaktfedern die auf den Schaltkontakten
"reiten" können auch schlapp geworden sein, da hilft etwas nachbiegen um
wieder Federspannung aufzubauen.
Beo Bachta schrieb:> (prx) A. K. schrieb:>> Kontaktspray?> Kontaktspray!
Damit habe ich leider nicht so gute Erfahrungen gemacht. Das geht dann
eine kurze Zeit, danach sind die Kontakte völlig im Eimer.
Joachim B. schrieb:> auslöten, zerlegen und putzen.
Das wäre sicher die bessere Lösung. Nur sind die Gehäuse unten mehrfach
verstemmt, wie soll man das auf bekommen? Und dann wieder zu?
Beo Bachta schrieb:> Oder das vor 40 Jahren aufgebrachte Kontakt> Schmiermittel hat sich verharzt ...
Interessant, man lässt Kontaktflächen in einem Schmiermittel laufen?
Dachte immer, dass Kontaktflächen trocken und fettfrei sein müssen.
Beo Bachta schrieb:> Oder das vor 40 Jahren aufgebrachte Kontakt-> Schmiermittel hat sich verharzt ...
Sollte sich mit Kontaktspray (einwirken lassen) und Heißluft
beseitigen lassen. Druckluft wäre auch nicht verkehrt.
Otto F. schrieb:> Nur sind die Gehäuse unten mehrfach> verstemmt, wie soll man das auf bekommen? Und dann wieder zu?
ich habe es oft geschafft die umgebogenen Laschen vorsichtig aufzubiegen
und wieder zu schliessen, kann aber auch mal eine abbrechen was aber
nicht so das Problem ist, es gibt ja auch Kleber oder an der Seite was
anlöten
Ich bin auch kein Freund von Kontaktspray, schon gar nicht für die
Anwendung in schwer zugänglichen Winkeln, so wie es bei diesen Schaltern
der Fall wäre, wenn man sie nicht vorher zerlegt.
Gründe, warum man Kontaktspray, wenn überhaupt, nur mit Bedacht
verwenden sollte:
https://www.dual-board.de/index.php?thread/21889-die-folgen-von-kontaktspray/
Ich würde
Joachim B. schrieb:> auslöten, zerlegen und putzen.
denn nur das hilft dauerhaft.
Otto F. schrieb:> Nur sind die Gehäuse unten mehrfach verstemmt, wie soll man das auf> bekommen?
Mit einem kleinen Schraubenzieher die Zungen gerade so weit aufbiegen,
dass man das Platinchen aus Hartpapier heraushebeln kann.
> Und dann wieder zu?
Nur Mut, der Hersteller hat es auch hinbekommen. Falls das Platinchen am
Ende doch noch leicht wackeln sollte, kannst du immer noch mit etwas
2K-Kleber nachhelfen oder das Platinchen mit etwas unterlegen, so dass
es nach dem Einlöten des Schalters nach vorne (also zum Metallrahmen des
Schalters hin) gedrückt wird.
Yalu X. schrieb:> Ich bin auch kein Freund von Kontaktspray,
Ich auch nicht. Das hilft für den Augenblick, doch das Problem kommt
wieder und wird schlimmer ..
Mein letztes "knarzen" eines Lautstärkepotis an einem alten Gerät habe
ich durch Druckluft aus der Dose (Achtung, meist BRENNBARES Gas!!)
beseitigen können. Es war wohl nur etwas Abrieb der Kohleschicht, der
den Wiederstand des Schleifers beim Drehen des Potis ein wenig "hopsen"
lies. Bis jetzt ist nichts wieder aufgetreten und falls doch, puste ich
eben wieder ..
;)
Mani W. schrieb:> Jahrgang anno schrieb:>> Wiederstand des Schleifers>> Widerstand!
Danke für den Verbesserer. Dass mir alten Hasen ausgerechnet DAS
passiert.
;-)
Otto F. schrieb:> Joachim B. schrieb:>> auslöten, zerlegen und putzen.>> Das wäre sicher die bessere Lösung. Nur sind die Gehäuse unten mehrfach> verstemmt, wie soll man das auf bekommen? Und dann wieder zu?
Das ist definitiv die einzige Lösung, wenn das länger halten soll.
Das Hauptproblem sehe ich mehr im Auslöten der Schalter. Wenn die erst
mal draußen sind, ist er Rest ein Kinderspiel.
Vorsichtig aufbiegen (nur soweit wie nötig, scharfe Knicke vermeiden),
dann klappt das schon. Beim 3. Aufbiegen allerdings könnte es schon
problematisch werden ;-).
Otto F. schrieb:> Beo Bachta schrieb:>> (prx) A. K. schrieb:>>> Kontaktspray?>> Kontaktspray!>> Damit habe ich leider nicht so gute Erfahrungen gemacht. Das geht dann> eine kurze Zeit, danach sind die Kontakte völlig im Eimer.>>> Interessant, man lässt Kontaktflächen in einem Schmiermittel laufen?> Dachte immer, dass Kontaktflächen trocken und fettfrei sein müssen.
Da irrst Du gewaltig!
Otto F. schrieb:>> Interessant, man lässt Kontaktflächen in einem Schmiermittel laufen?> Dachte immer, dass Kontaktflächen trocken und fettfrei sein müssen.
Da irrst Du gewaltig!
Wenn ich mir das letzte Bild anschaue, dann ist das kein "echter"
Kippschalter sondern ein offener Schiebeschalter mit reibenden
Kontakten. Das ist doch schon mal positiv. Bei Kontaktspray hab ich oft
auch den Verdacht, dass ich das verharzte Fett auflöse und damit die
Kontaktflächen benetze. Da hilft dann nur "viel" Kontaktspray (Umgebung
mit Lappen abdecken). Dickere Oxidschichten kann man wohl nur mechanisch
sicher entfernen. Bei meinem alten Röhrenoskar funktioniert Kontaktspray
auch nicht zuverlässig. Muss man halt an den Hebelchen wackeln.
Grüße von petawatt
Jahrgang anno schrieb:> Yalu X. schrieb:>> Ich bin auch kein Freund von Kontaktspray,>> Ich auch nicht. Das hilft für den Augenblick, doch das Problem kommt> wieder und wird schlimmer ..
In der Technik muß man kein Freund sein.
Da hilft Wissen weiter.
Und man muß sich aus den hundert Sorten den richtigen aussuchen.
Tuner600 schmiert nicht.
Bei so einem mech. Schalter sollte Kontakt-61 gut sein.
Hat nachträgliche Schmierwirkung.
Es ist wie es ist schrieb:>>>> Interessant, man lässt Kontaktflächen in einem Schmiermittel laufen?>> Dachte immer, dass Kontaktflächen trocken und fettfrei sein müssen.>> Da irrst Du gewaltig!
Gefettete Schaltkontakte funktionieren aber nur mit hohen Kontaktdrücken
und höheren Strömen / Spannungen (z.B. "Wählerfett" in der alten
Telefonleitungsvermittlung). Silikonfett in der Nähe von
Kleinspannungskontakten wünscht man nicht einmal dem Todfeind.
Grüße von petawatt
Wenn's eilig ist: Teslanol t6 Oszillin Kontakt- und Tuner-Spray. Sollte
hier helfen.
Oder, wie schon geschrieben wurde, ausbauen, zerlegen, reinigen. Aber
selbst da würde ich zum Schluss mit etwas Oszillin (säurefrei, pH7) für
den Gleitfilm sorgen.
Gutes Gelingen im neuen Jahr!
Michael
Horst S. schrieb:> Silikonfett in der Nähe von> Kleinspannungskontakten wünscht man nicht einmal dem Todfeind.
Bei mir funktioniert das aber wunderbar.
Otto F. schrieb:> Damit habe ich leider nicht so gute Erfahrungen gemacht. Das geht dann> eine kurze Zeit, danach sind die Kontakte völlig im Eimer.
Yalu X. schrieb:
> Ich bin auch kein Freund von Kontaktspray ..Jahrgang anno schrieb:> Ich auch nicht. Das hilft für den Augenblick, doch das Problem kommt> wieder und wird schlimmer ..
Leider auch meine Erfahrung, obwohl ich "das Gute und viel empfohlene"
Teslanol Kontakt und Tunerspray von Oszillin verwendet habe. Nach 2
Jahren waren die Schalter völlig unbrauchbar.
Kontaktspray scheint mir das typische Hilfsmittel, um Reparaturen
anbieten zu können (und in bare Münze umzuwandeln), die den Namen nicht
ansatzweise verdienen.
Pfannenflicker schrieb:> Kontaktspray scheint mir das typische Hilfsmittel, um Reparaturen> anbieten zu können (und in bare Münze umzuwandeln), die den Namen nicht> ansatzweise verdienen.
Naja, bei vielen alten Geräten wäre eine Reparatur aber
unwirtschaftlich, wenn man sie nicht gerade aus Spass an der Freud an
langen Lockdown-Tagen zerlegt, putzt und wieder zusammenbaut. Manche
Tastenaggregate/Schalter lassen sich auch gar nicht zerstörungsfrei
zerlegen.
Gruß
Michael
next_michael schrieb:> Manche> Tastenaggregate/Schalter lassen sich auch gar nicht zerstörungsfrei> zerlegen.
Oder ein Federchen/Kontakt hüpft unwiederfindbar davon.
Ich bin aus Schaden klug geworden.
Zerlegen nur im absolut großen Notfall.
michael_ schrieb:> next_michael schrieb:>> Manche>> Tastenaggregate/Schalter lassen sich auch gar nicht zerstörungsfrei>> zerlegen.>> Oder ein Federchen/Kontakt hüpft unwiederfindbar davon.> Ich bin aus Schaden klug geworden.> Zerlegen nur im absolut großen Notfall.
Dafür benötigt man aber eine saubere Werkstatt und keinen Saustall!
MaWin schrieb:> Mal wieder Desinformation vom Psychpathen.
Die hervorragend funktionierenden und mit Silikonfett geschmierten
Schiebeschalter bilde ich mir dann vermutlich nur ein.
Silikonfett ist einfach nur furchtbar.
Beim Schleifring vom BMW am Lenkrad für den Airbag, hatte ich erst
Silikonfett versucht...gab permanent Probleme...also alles wieder
entfern gesäubert etc pp.
Vaseline drauf..seit dem gab es nie wieder Probleme
Hallo
Der Funki schrieb:> Dafür benötigt man aber eine saubere Werkstatt und keinen Saustall!
Du meinst wohl einen Raum der ausschließlich als Werkstatt dient, keine
Ecken und Kanten, keinerlei Teppich dafür perfektes Laminat oder
ähnliches und ausser einen Tisch und einen Stul nichts was sich auf den
Boden befindet.
Möglichst auch nirgendwo einen Kabelverhau oder auch nur ansatzweise
dunkele Ecken.
Nackt oder in einer eng anliegenden Schwimmbuchse zu arbeiten empfilt
sich auch.
Nur wie realistisch ist das?
Es braucht bei weiten keinen "Saustall" damit ein Federchen (SMD
Bauteil, die 1mm Schraube, das Kügelchen) vorerst in eine andere
Dimension verschwindet um dann irgendwann aufzutauchen - natürlich wenn
man es nicht mehr benötigt oder 10 fachen Ersatz besorgt hat (wovon 8
Teile nie genutzt werden und irgendwann bewusst entsorgt werden).
Immer vorsichtig mit den Vorwürfen und so manche kann in einen
"Schweinestall" (nach deinen Vorstellungen) ich denke mal das du noch
keine Umgebung -"Werkstatt"- kennengelernt hast die man eventuell
wirklich als "Schweinstall" bezeichnen könnte...
Zum Thema:
Wie schon erwähnt: Silikonfett = Sch..sse für diesen Zweck - ist auch
meine Erfahrung.
Vaseline hingegen ist prima, ja.
Aber weswegen ich schreibe: "Kontakt WL" wurde noch nicht erwähnt.
Eigentlich nur zum Wegspülen schärferer Sachen gedacht, reicht es doch
meistens völlig aus im Zusammenhang mit fleißiger Schalter-Betätigung.
Und verdunstet rückstandslos, steht drauf, tut es anscheinend wirklich.
next_michael schrieb:> bei vielen alten Geräten wäre eine Reparatur aber unwirtschaftlich
Wenn das Teil nach einem kurzem Aufbäumen ganz im Eimer ist, ist das
eher ein Gnadenschuss. Eine Reparatur geht anders.
michael_ schrieb:> Oder ein Federchen/Kontakt hüpft unwiederfindbar davon.
Ohja, das kenne ich auch. Eine kleine Feder hüpfte irgendwo hin und ein
winziges Kügelchen fiel auf den Boden. Beide Teile wurden nie wieder
gesichtet :-(
> Ich bin aus Schaden klug geworden.> Zerlegen nur im absolut großen Notfall.
Das sehe ich ebenso. Zumal diese Schalter- und Potiplatine bei dem Oszi
mit unzähligen gleichfarbigen Drähten kreuz und quer mit dem Rest des
Gerätes verlötet ist. Dann ist die Platine aus Pertinax, die
Leiterbahnen lösen sich sehr schnell ab. Und dann das verstemmte Gehäuse
aufbiegen und dann die Federchen und Kügelchen zusammensuchen. Eine
solche Aktion kann nur in die Hose gehen.
Man kann es mit einem Tröpfchen Ballistol versuchen alte verharzte Fette
zu lösen. Mit Ballistol lösen sich auch leichte Oxidschichten.
Anschließend mit Isopropanol und Druckluft reinigen. Noch besser als
Isopropanol wäre Äther, da dieser absolut rückstandsfrei verdunstet.
Leider ist Äther hochentzündlich und ist wohl aus diesem Grund auch
nicht mehr so ohne weiteres erhältlich.
Nach der Reinigung die mechanischen Teile mit Vaseline leicht fetten.
Wenn's gänzlich ohne Chemie gehen soll, dann bleibt wirklich nur
zerlegen und mechanisches Reinigen übrig. Allerdings befürchte ich auch
das dabei die umgebogenen Metalllaschen abbrechen - die sind in aller
Regel nicht dafür gemacht sie aufzubiegen.
michael_ schrieb:> Und man muß sich aus den hundert Sorten den richtigen aussuchen.> Tuner600 schmiert nicht.> Bei so einem mech. Schalter sollte Kontakt-61 gut sein.> Hat nachträgliche Schmierwirkung.
Habe eine Übersicht von Kontaktchemie gefunden. Kontakt 60 Plus bringt
von allem ein bisschen. Oder eben nur "öfter mal was Neues".
Seltsam übrigens, dass ca. 50% der Kontakte einwandfrei funktionieren
(also entweder sauber EIN oder sauber AUS), während die andere Hälfte
der Kontakte spinnen. Teilweise muss man gar nichts machen und der
Zeiger des Ohmmeters entwickelt ein Eigenleben.
Zeno schrieb:> Man kann es mit einem Tröpfchen Ballistol versuchen alte verharzte Fette> zu lösen. Mit Ballistol lösen sich auch leichte Oxidschichten
Mit welchem?
Zeno schrieb:> Allerdings befürchte ich auch> das dabei die umgebogenen Metalllaschen abbrechen
Angst essen Seele auf, ja es kann passieren muss aber nicht wie auch
andere hier bestätigten.
Andreas B. schrieb:> Vorsichtig aufbiegen (nur soweit wie nötig, scharfe Knicke vermeiden),> dann klappt das schon.
mit nicht machen macht man weder was ganz noch kaputt!
Mit jeder Menge "Suppe" hat man auch nicht Erfolg!
Andreas B. schrieb:> Beim 3. Aufbiegen allerdings könnte es schon problematisch werden ;-).
Wenn man das dann mit Heisskleber repariert, hat man gute Chancen,
den nach einigen Jahren auch wieder entfernen zu können, falls man
den Schalter dann wieder reinigen muss. Mit Zweikomponentenkleber
könnte das schwieriger werden.
michael_ schrieb:> Oder ein Federchen/Kontakt hüpft unwiederfindbar davon.
Hilft nicht immer weiter aber hier ein Tipp: Wenn das zu untersuchende
Objekt nicht zu groß ist demontiere ich das Teil in einer durchsichtigen
Plastiktüte. Das verhindert die heimliche Flucht von Federn und
Schräubchen schon beträchtlich.
Grüße von petawatt
michael_ schrieb:> next_michael schrieb:>> Manche>> Tastenaggregate/Schalter lassen sich auch gar nicht zerstörungsfrei>> zerlegen.>> Oder ein Federchen/Kontakt hüpft unwiederfindbar davon.
Oh ja, meine Fersen sind voll von solchen alten Federn und
Kontaktzungen, und das Glitzern im Teppich stammt nicht vom
Originalkünstler. :)
Diese Schalter hier sind ja noch gutmütig, dicke Werkstoffe, die man
bearbeiten und hinterher wieder passend zusammenbekommen kann. Falls die
Aluminiumnase abbricht, kann man sie sogar löten, wenngleich das keine
Spannkraft auf das Resopalplättchen mehr ausübt.
Später wurde das Blech zu dünn, und dann kam Plastik, in das die
Kontaktzungen nur noch reingebetet sind und sich schon bei zu langem
Löten verziehen.
Es gibt doch Händler für historische Baustoffe, die 500 Jahre alte
Eichenbalken und Türscharniere vorhalten. Das wäre eine Marktlücke im
Elektronikbereich, die sicherlich zu Millionen in staubigen Lagerhallen
herumfahrenden Originalteile den jeweiligen Zeitepochen zuzuordnen.
Ich könnte schwören, genau solche Japan-Kippschalter schon in diversen
Geräten bedient und bestimmt auch mal ausgelötet und in eine der vielen
Bastelkisten geworfen zu haben.
Yalu X. schrieb:> Gründe, warum man Kontaktspray, wenn überhaupt, nur mit Bedacht> verwenden sollte:> https://www.dual-board.de/index.php?thread/21889-die-folgen-von-kontaktspray/
Vielen Dank für den Link. Alles wird mal empfohlen, von Waffenöl bis
Babyöl und die Erfahrungen sind durchgehend gut und schlecht zugleich.
Man kann lesen und lesen, ohne einen Schritt weiter zu kommen.
Es kristallisiert sich allerdings heraus, dass Vaseline auf den wie auch
immer gereinigten Kontakten nicht verkehrt wäre. Da ich an die Kontakte
nicht direkt rankomme, müsste ich die Vaseline verdünnen, um selbige
einspülen zu können. Mit was verdünnt man nun Vaseline, was man als
normal Sterblicher noch kaufen kann?
Wollvieh W. schrieb:> Ich könnte schwören, genau solche Japan-Kippschalter schon in diversen> Geräten bedient und bestimmt auch mal ausgelötet und in eine der vielen> Bastelkisten geworfen zu haben.
Solch altes Zeug ist dann aber auch selten in besserem Zustand, als das
Zeug, was man eben ausgelötet hat. Wenn schon Ersatzteile, dann sollten
selbige möglichst aus laufender Produktion stammen.
Seltsam auch, dass keines der verbauten Potis (ebenfalls 40 Jahre alt)
Probleme macht. Weder Helligkeit, Fokus, Trigger, X-Lage, Y-Lage,
X-Fein, Y-Fein zickt irgendwie rum. Offensichtlich gibt es Material, das
richtig was taugt und Material, was nicht viel taugt.
2aggressive schrieb:> Steht doch bereits oben verlinkt.
Finde da nichts, sonst hätte ich auch nicht gefragt.
Kannst du das "weiter oben" etwas eingrenzen?
Rapper B schrieb:> Beim Schleifring vom BMW am Lenkrad für den Airbag, hatte ich erst> Silikonfett versucht...gab permanent Probleme
Wie oft hast Du denn den BMW gegen die Wand gefahren, bis der Airbag
wieder auslöste?
Ein Bekannter hatte mir sein Teslanol T6 Kontaktspray zukommen lassen.
Habe es mal damit probiert, weil ich das Oszi nicht tagelang zerlegt
rumstehen lassen wollte. Wegen den geschlossenen Kontakten war das
Einsprühen nicht optimal, deshalb musste ich die Schalter mehrmals
fluten und das Oszi zudem auf die Front stellen. Ab und zu dabei die
Schalter betätigen. Nach einem halben Tag das Ganze dann mit Druckluft
ausgeblasen.
Ergebnis: Voller Erfolg!
Also keine müden Kontakte, die man hätte nachbiegen müssen.
Allerdings knarzen die Schalter nun gewaltig (hohe Haftreibung) und es
stellt sich die Frage, ob nicht hinterher ein Sprühfett gut gewesen
wäre. Hat jemand KONTAKT 701 in Benutzung und Erfahrungen damit? Ist das
ausreichend dünnflüssig, dass man damit auch fluten kann und es überall
hin läuft? Und das zu viele Fett läuft wieder raus?
Dann meinte der Bekannte noch, dass das Ganze nicht lange halten würde,
die Kontakte würden nach Kontaktspray "süchtig" werden. Das habe ich
auch im Netz wo gelesen. Ist da was dran und wenn ja, wieso?
Otto F. schrieb:> die Kontakte würden nach Kontaktspray "süchtig" werden. Das habe ich> auch im Netz wo gelesen. Ist da was dran und wenn ja, wieso?
wenn das Sprühzeugs nicht rückstandsfrei verdunstet sammelt es Dreck
noch mehr und ein Problem verschlimmert sich!
Deswegen nutzen wir immer Tunerspray!
Auch mit Sprühöl 88
https://www.conrad.de/de/p/kontakt-chemie-spruehoel-88-78509-aa-feinmechanikoel-200-ml-813702.html
habe ich aber gute Ergebnisse erzielt, für leichtes Gleiten, aber wie
lange? keine Ahnung, diese Geräte wurden ja auch dann eher mal
aussortiert!
Otto F. schrieb:> Ein Bekannter hatte mir sein Teslanol T6 Kontaktspray zukommen lassen.
Wie schon in vielen Threads geschrieben wurde.
Das ist das einzig wahre Kontaktspray, weil es nicht agressiv wirkt.
Andere Sprays müssen(!) kurze Zeit nach der Anwendung wieder
ausgewaschen weden.
Das ist vielen Anwendern nur nicht bekannt, und dann wundert man sich
warum die Bauteile nach einiger Zeit völlig zerfressen werden.
Otto F. schrieb:> Wegen den geschlossenen Kontakten war das> Einsprühen nicht optimal, deshalb musste ich die Schalter mehrmals> fluten und das Oszi zudem auf die Front stellen.
Unsinn!
Der Meister hat gelehrt, man darf nie eine Ölsardinenbüchse draus
machen.
Ein Hauch genügt.
Aber wie in dem Beispiel oben, das sind Schalter mit Schleifkontakten.
Welche sich bei mehrmaliger Betätigung selbst reinigen.
Was rastet, das rostet.
Rapper B schrieb:> Silikonfett ist einfach nur furchtbar.
Natürlich.
> von MaWin (Gast)02.01.2021 10:51> von MaWin (Gast)02.01.2021 12:07> von MaWin (Gast)02.01.2021 20:00
sind ja auch nur desinformierende Beiträge vom Psychopathen.
michael_ schrieb:> Aber wie in dem Beispiel oben, das sind Schalter mit Schleifkontakten.> Welche sich bei mehrmaliger Betätigung selbst reinigen.
Bei den Schaltern am Oszi stimmte das nicht.
Bei den Schaltern half auch kein mehrmaliges Betätigen.
> Der Meister hat gelehrt ...
Mit dem Meister war es nicht weit her.
Otto F. schrieb:> Bei den Schaltern am Oszi stimmte das nicht.> Bei den Schaltern half auch kein mehrmaliges Betätigen.
Solche Schalter haben alle Schleifkontakte.
Otto F. schrieb:> Ergebnis: Voller Erfolg!> Also keine müden Kontakte, die man hätte nachbiegen müssen.
Glückwunsch!
> Allerdings knarzen die Schalter nun gewaltig (hohe Haftreibung) und es> stellt sich die Frage, ob nicht hinterher ein Sprühfett gut gewesen> wäre.
Du liest dir deinen Thread jetzt bitte nochmal von vorne bis hinten
durch. Inklusieve aller links. Nimm dir die Zeit zum lesen und
verstehen, dann klappts auch mit der Haftreibung :D
Otto F. schrieb:> jemand KONTAKT 701 in Benutzung und Erfahrungen damit? Ist das> ausreichend dünnflüssig, dass man damit auch fluten kann und es überall> hin läuft? Und das zu viele Fett läuft wieder raus?
Ja.
Ja, bis das Lösemittel verdunstet.
Ja.
Ich puste Kontakte erst mit Bremsenreiniger sauber, dann kommt etwas 701
rein. Leider stehen volle Dosen 701 zu sehr unter Druck, so das zuviel
rauskommt. Die Plastikkanüle setzt sich gelegentlich zu. Trotzdem kann
ich das Zeugs nur empfehlen. Ich habe früher auch Kontakt61 probiert,
das funktioniert erst gut, fördert langfristig aber Korrosion. Scheinbar
v.a. wenn Kupfer als Legierungsbestandteil enthalten ist, da
grünspanartige Oxidperlen entstehen.
Wenn ich Potis oder Schalter auseinandernehme, trage ich Vaseline aus
der Drogerie oder Polfett mit den Finger hauchdünn auf.
Martin L. schrieb:> Ich habe früher auch Kontakt61 probiert,> das funktioniert erst gut, fördert langfristig aber Korrosion.
Da verwechselst du was!
Dein Kontakt 701 ist nur Fett.
Meinst du, dass das Korrosion als Spätfolge nur bei Kontakt 60 auftritt?
Ich habe 61 als Übeltäter in Erinnerung - ich kann mich aber auch
täuschen, glaube ich aber nicht.
701 ist Vaseline (was genau genommem kein Fett ist), das wurde auch oben
schon genannt. Wie gesagt, damit habe ich beste Erfahrungen gemacht.
Martin L. schrieb:> 701 ist Vaseline (was genau genommem kein Fett ist),
Was soll es denn sonst sein?
Von Elfen bei Mondschein aus Hundekadavern ausgewrungen.
Danach in Zinnschalen sieben Monde geschunkelt.
???
Martin L. schrieb:> Ich habe 61 als Übeltäter in Erinnerung - ich kann mich aber auch> täuschen, glaube ich aber nicht.
Aber immer muß man den technischen Bedingungen vertrauen.
Martin L. schrieb:> Otto F. schrieb:>> jemand KONTAKT 701 in Benutzung und Erfahrungen damit? Ist das>> ausreichend dünnflüssig, dass man damit auch fluten kann und es überall>> hin läuft? Und das zu viele Fett läuft wieder raus?>> Ja, bis das Lösemittel verdunstet.
Gut, dann werde ich das mal her tun. Das Geknarze macht keine Freude.
Das Problem ist hier der rechte Schalter mit 3x4 Ebenen. Der ist im
Gegensatz zu den anderen Schaltern oben und unten zu (s. Bild 3 im 1
Beitrag.). Ich muss also durch die beiden Gewindeöffnungen vorne fluten,
wenn ich eine Chance haben will, die Kontakte zu erreichen. Die beiden
linken Schalter sind hier besser, da kann man zielgenau spritzen und die
Suppe dann mit Druckluft gut raus blasen. Das geht bei dem rechten
Schalter nicht wirklich.
michael_ schrieb:> Gut verteilt im übrigen Gerät.
Das ist was dran. Lässt sich aber zumindest bei den beiden linken
Schaltern durch Zwischenlegen eines passenden Stoffstücks halbwegs in
den Griff bekommen. Wie bekommt man sonst Fett an die Kontakte, wenn ein
Ausbau und Zerlegen des Schalters nicht in Frage kommt?
Sprühöl ist so eine Sache, denn der Kontaktschieber ist aus Plastik.
Wäre nicht das erste Mal, dass Plastik nach Kontakt mit Öl zerfällt.
Vaseline soll hier um einiges verträglicher sein. Und das gibt es eben
nicht flüssig.
Otto F. schrieb:> Sprühöl ist so eine Sache, denn der Kontaktschieber ist aus Plastik.> Wäre nicht das erste Mal, dass Plastik nach Kontakt mit Öl zerfällt
Sprühöl != Sprühöl
deswegen schrieb ich ja
Joachim B. schrieb:> Auch mit Sprühöl 88> https://www.conrad.de/de/p/kontakt-chemie-spruehoel-88-78509-aa-feinmechanikoel-200-ml-813702.html> habe ich aber gute Ergebnisse erzielt, für leichtes Gleiten, aber wie> lange? keine Ahnung, diese Geräte wurden ja auch dann eher mal> aussortiert!
Highlights & Details
Hochwertig
Kapillaraktiv
Silikon- und säurefrei
Otto F. schrieb:>>> Kontaktspray?>> Kontaktspray!>> Damit habe ich leider nicht so gute Erfahrungen gemacht. Das geht dann> eine kurze Zeit, danach sind die Kontakte völlig im Eimer.
Es wird leider oft ignoriert, dass man danach gründlich mit
Kontakt-Chemie WL spülen muss.
Kontakte wie die auf den weiter unten verlinkten Bildern hab ich auch
schon gesehen. Ohne dass die nachweislich jemals Kontaktspray gesehen
oder nur gerochen haben.
Ich hab auch schon Patienten (Großrechner) gesehen die scheinbar in
Kontaktspray gebadet wurden. Alles rosa, alles klebrig, nichts hat mehr
funktioniert.
Otto F. schrieb:> Das Problem ist hier der rechte Schalter mit 3x4 Ebenen. Der ist im> Gegensatz zu den anderen Schaltern oben und unten zu (s. Bild 3 im 1> Beitrag.). Ich muss also durch die beiden Gewindeöffnungen vorne fluten,> wenn ich eine Chance haben will, die Kontakte zu erreichen.
Die Stirnseiten des Schalters kann man sehr wahrscheinlich einfach
wegbiegen, die sind unten nicht tragend. Fluten geht dann sogar noch
einfacher, wenn man eine Seite zu läßt.
Ich würde ja den Niet der Achse aufbohren, rausziehen und dann den
ganzen Schiebeteil entfernen. :) Nur um zu vermeiden, den Schalter
auszulöten. Wahrscheinlich ist es sogar einfacher, ein Alurohr zu biegen
und die Schalter von hinten mit Heißluft auszulöten, als sämtliche
Mundspülungslösungen mit Zahnarztausrüstung, die hier diskutiert werden.
Die Schalter sind übrigens von Alps. Die offenen Drehschalterplatinen
habe ich bei Ebay entdeckt, die Kippschalter nicht.
Nick M. schrieb:> Es wird leider oft ignoriert, dass man danach gründlich mit> Kontakt-Chemie WL spülen muss.
Diese Info findet sich sehr oft im Netz, seltsamerweise steht davon
nichts im technischen Datenblatt des Herstellers.
Wollvieh W. schrieb:> Die Stirnseiten des Schalters kann man sehr wahrscheinlich einfach> wegbiegen, die sind unten nicht tragend.
Das habe ich mir auch schon überlegt. Das Gehäuse ist allerdings nicht
aus Alu, da an den Ecken der Seitenteile mit der Leiterplatte verlötet.
Die Leiterplatte aus gepresstem Papier hinterlässt zudem nicht den aller
stabilsten Eindruck.
Otto F. schrieb:> Diese Info findet sich sehr oft im Netz, seltsamerweise steht davon> nichts im technischen Datenblatt des Herstellers.
Steht sogar auf der Dose:
Kontakt 60
Höchste Schmutz - und Oxidlösekraft .... einige Minuten einwirken
lassen. Angelösten Schmutz aufnehmen oder mit KONTAKT WL abspülen.
Brauchst du ein Beweisphoto? ;-)
michael_ schrieb:> Das nimmt man doch nicht für Fein-Elektronik!
Ein Schalter ist Feinelektronik?
Steht sogar auf der Dose, nur für Dich:
"KONTAKT 60
Der starke oxidlösende Kontakt-Reiniger"
Hallo zusammen,
dass Kontakt60 nicht der Weisheit letzter Schluss, ist wohl klar. Das
Nachspülen ist das Mass der Dinge. Man braucht nicht unbedingt die
Angebote der Industrie. Dazu reicht bei ein bisschen Sorgfalt auch
I-Prop. Diesen in eine Spritze, ob mit oder ohne Kanüle, und eine
reichliche Menge auf die entspr. Stellen. Damit es nicht rumsabbert,
reicht ein Knubbel Tuch, Küchenpapier oder ein dicker Wattebausch. Oben
rein und unten raus, das Meiste wird aufgesaugt und sabbelt sich nicht
durch das Gerät.
Otto F.
> Vaseline soll hier um einiges verträglicher sein. Und das gibt es eben> nicht flüssig.
Dann nimm dünnflüssiges Paraffin (Apotheke), das ist chemisch genau so
neutral wie Vaseline.
73
Wilhelm