Hi
ich überlege nach ca 20 Jahren Erfahrung bei 3 verschiedenen
Arbeitgebern Freelancer zu werden.
Auf Gulp und Freelance.de gibt es ja so einiges.
Wie ist es mit Scheinselbstständigkeit? Ich werde ja zunächst keinen
2ten Auftraggeber haben.
Ist es möglich so ein Freelancer Auftrag auch als befristete
Vollanstellung anzunehmen damit ich kein Stress mit
Scheinselbstständigkeit habe?
Danke
> so ein Freelancer Auftrag auch als befristete Vollanstellung anzunehmen
Das hat ja nuex von "Freelancer" aka "Selbststaendiger".
Das nennt sich ANUe: Arbeitnehmerueberlassung.
Manche Vermittler versuchen einem so etwas mit "grosszuegigen"
Urlaubsregelungen schoen zu reden. Das ist natuerlich Quatsch.
Als Selbststaendiger kann ich meinen Urlaub planen wie ich will.
Achte einfach darauf, dass die Grundregeln fuer selbststaendige
Taetigkeit eingehalten werden.
- "Keine Weisungsbefugnis"
- "Keine Zeitabrechnung durch Hilfsmittel des Kunden"
- "Keine Arbeiten die Routine fest angestellter Kollegen sind"
- usw.usf.
Schreib das auch so in deine Angebote an Kunden.
Manche halten Selbststaendige nur fuer Ersatzhansel, um ihre
wegfluktuierte Mannschaft aufzustocken.
Allerdings sollte man auch etwas koennen. Sonst zuckt der
Kunde nur mit den Schultern und nimmt den naechsten.
Rainer schrieb:> ich überlege nach ca 20 Jahren Erfahrung bei 3 verschiedenen> Arbeitgebern Freelancer zu werden.
Warum?
> Auf Gulp und Freelance.de gibt es ja so einiges.
Und 10 mal mehr Bewerber. Das heißt nicht, dass es bei jeder 10ten
Bewerbung klappt, sondern dass Du mit 500 anderen konkurrierst, wenn
jeder sich 50 Projekte raussucht.
> Wie ist es mit Scheinselbstständigkeit? Ich werde ja zunächst keinen> 2ten Auftraggeber haben.
Hast Du mit dem Kram schon angefangen? Finanzamt? Steuernummer? Arge?
> Ist es möglich so ein Freelancer Auftrag auch als befristete> Vollanstellung anzunehmen damit ich kein Stress mit> Scheinselbstständigkeit habe?
Das wäre dann eine normale Stelle. In unserem Alter ist jede Stelle
befristet, wenn man nicht gerade als Experte von der Konkurrenz kommt.
https://cutt.ly/7jpXdcF
27 Jahre alt, verdient 10k netto als Freelancer. Ist das glaubwürdig?
Wenn ja, dann prahlen Senf D., ATler, Alter Hase und F.B. ja umsonst
hier.
Michael schrieb:> Wenn ja, dann prahlen Senf D., ATler, Alter Hase und F.B. ja umsonst> hier.
Ich glaube, dass deine erwähnten Leute nur Fake Persönlichkeiten sind,
die kein echtes Leben besitzen und hier sich ein Parallelleben aufgebaut
haben.
Niemand kann doch gar nicht bestätigen, wer diese Leute wirklich sind.
Hi
> Warum?
ich habe als fest angestellter Freelancer betreut die deutlich mehr als
ich verdient haben ;-) Und ich fand sie teilweise sehr schlecht. Und ich
will aktuell mein Horizont erweitern und paar neue Firmen von Innen
sehen.
Weiß jemand was typische Sätze für Embedded Freelancer sind?
Mein letzter Stand war BMW 2010: 68-75 Euro/h. Darüber nur bei
besonderer Spezialisierung.
yps schrieb:> Als Selbststaendiger kann ich meinen Urlaub planen wie ich will.
Naja, und der Auftrag gebende und Geld habende Kunde kann denjenigen
Auftragnehmer einkaufen den er will.
Also ganz so frei ist "man" daher auch nicht in deiner Urlaubsplanung.
Wenn "der Kunde" halt z.B. eine "nicht angestellte Unterstützung" als
Urlaubsvertretung für seine angestellten AN den ganzen Dezember über
braucht, dann kannst du halt grade NICHT deinen Urlaub vom 23.12.-01.01.
einplanen. Da unterscheidet "der Kunde" erst mal nicht, ob du
Selbstständiger bist, oder Angestellter eines Dienstleisters.
"Frei" bist du ntürlich als Selbstständiger, den Auftrag abzulehnen, wie
auch der Dienstleister den AUftrag ablehnen kann.
Als Angestellter AN des Dienstleisters hast du aber vermutlich mehr
Stress mit deinem "Chef", als wenn du dich nur mit dir selbst rumärgern
musst, das du den Auftrag abgelehnt hast.
Rainer schrieb:> Weiß jemand was typische Sätze für Embedded Freelancer sind?> Mein letzter Stand war BMW 2010: 68-75 Euro/h.
Für was?
Testing? Review Partner?, Tooling? QM? Hardware? Software? Software
Einführung? IT-Support?
IMHO ist ein gutes Zeichen, das man nicht für den freelance-Job geeignet
ist, wenn man es nicht eigenständig schafft, aktuelle Stundensätze zu
ermitteln.
Beitrag "Stundenlohn - selbstständiger Elektronikentwickler"
Der Unterschied zwischen einem Angestellten und einem Freelancer ist der
Stundensatz. Nur oberhalb 100 beginnen. Und auf der Spezialisierung
arbeiten. Nicht einfach irgendwas Programmieren, was ein Inder auch
kann.
Rainer schrieb:> Weiß jemand was typische Sätze für Embedded Freelancer sind?> Mein letzter Stand war BMW 2010: 68-75 Euro/h.
Wenn man noch bei Mami wohnt und irgendwelche Studentenlizenzen oder
Raubkopien benutzt. Dann vielleicht.
Ansonsten sind solche Angebote unseriös, wobei ich nicht behaupten will
daß es das bei BMW (oder jedem anderen Autobauer) nicht geben würde.
Anarchist schrieb:> Der Zeitpunkt für eine Existenzgründung ist denkbar ungünstig...
Zumindest im Bereich IT, Medien, ...
Als Handwerker sähe das etwas anders aus.
Michael schrieb:> 27 Jahre alt, verdient 10k netto als Freelancer. Ist das glaubwürdig?
Warum nicht? Wenn er etwas gefragtes kann. Vor ein paar Jahren z.b.
Webseiten.
10k netto heißen allerdings nicht immer 35h, Rente, Weiterbildung,
Lohnfortzahlung, Abfindung, ...
Wegstaben V. schrieb:> Also ganz so frei ist "man" daher auch nicht in deiner Urlaubsplanung.> Wenn "der Kunde" halt z.B. eine "nicht angestellte Unterstützung" als> Urlaubsvertretung für seine angestellten AN den ganzen Dezember über> braucht, dann kannst du halt grade NICHT deinen Urlaub vom
Naja, die Trennlinie verläuft schon in etwa da: bin ich vor Ort und
melde jeden einzelnen Tag Urlaub, oder habe ich gewisse Support- und
Abgabetermine und ansonsten keine Rechenschaft.
Michael schrieb:> https://cutt.ly/7jpXdcF>> 27 Jahre alt, verdient 10k netto als Freelancer. Ist das glaubwürdig?> Wenn ja, dann prahlen Senf D., ATler, Alter Hase und F.B. ja umsonst> hier.
Definitiv glaubwürdig. Wer sich das traut, kann es schaffen und so
jemand hat sich dann auch die Immobilie in München verdient.
Michael schrieb:> https://cutt.ly/7jpXdcF>> 27 Jahre alt, verdient 10k netto als Freelancer. Ist das glaubwürdig?
Nein. Jedenfalls nicht für die geschilderte Branche und Tätigkeit und
nicht aufs Jahr hochgerechnet. Und wenn, dann war es ein ausgesprochen
Gutes Jahr mit ca. 200k Umsatz.
Bei Görkan und Co als Versicherungsdealer in der Grauzone würde es schon
passen.
https://youtu.be/ppD4RqvGLlY?t=273
Aber für diese 'Freiberufler' beging Cheffe Steuerbetrug.
AVR schrieb im Beitrag #6536360:
> Michael schrieb:>> Wenn ja, dann prahlen Senf D., ATler, Alter Hase und F.B. ja umsonst>> hier.>> Ich glaube, dass deine erwähnten Leute nur Fake Persönlichkeiten sind,> die kein echtes Leben besitzen und hier sich ein Parallelleben aufgebaut> haben.
Diese Theorie ist zumindest für mich falsch (zu den anderen genannten
Personen kann ich nichts sagen).
Ich kann dir garantieren, dass ich ganz real existiere, und meine
Angaben in diesem Forum der Wirklichkeit entsprechen. Und im Übrigen
prahle ich nicht, ich bin im Gegenteil eher ein bescheidener Mensch mit
hoher Sparquote, der in seinem persönlichen Umfeld auf Understatement
setzt.
> Niemand kann doch gar nicht bestätigen, wer diese Leute wirklich sind.
Warum auch? Das ist ja gerade der Vorteil eines solchen Internetforums,
dass man sich hier halbwegs anonym austauschen kann, und dadurch auch
über etwas pikantere Themen wie das Einkommen frei von der Leber weg
schreiben kann, ohne dass man zum Beispiel direkt negative Reaktionen
wie Neid von Kollegen oder Nachbarn befürchten muss (Menschen sind
manchmal etwas komisch drauf).
Und zu den 10k € netto eines Selbstständigen:
Freilich gibt es die, und das Geld sei ihnen gegönnt. Ich habe da gar
kein Problem mit, sie arbeiten schließlich dafür, und jemand Anderem ist
es die Summe wert.
Senf D. schrieb:> Das ist ja gerade der Vorteil eines solchen Internetforums,> dass man sich hier halbwegs anonym austauschen kann, und dadurch auch> über etwas pikantere Themen wie das Einkommen frei von der Leber weg> schreiben kann, ohne dass man zum Beispiel direkt negative Reaktionen> wie Neid von Kollegen oder Nachbarn befürchten muss.
Das ist ein Nachteil, weil man so nur an nichtauthorisierte und damit
nicht nachprüfbare Informationen kommt.
Und wer Angaben zum eigenen Leistungsvermögen als 'pikant' bezeichnet
unterstreicht damit nicht gerade seine Glaubwürdigkeit, wer "Angst vor
Neid" hat, zeigt damit auch eine gewisse Angst vor fairen und offenen
Wettbewerb/Teamwork.
Rainer schrieb:> Hi> ich überlege nach ca 20 Jahren Erfahrung bei 3 verschiedenen> Arbeitgebern Freelancer zu werden.> Auf Gulp und Freelance.de gibt es ja so einiges.> Wie ist es mit Scheinselbstständigkeit? Ich werde ja zunächst keinen> 2ten Auftraggeber haben.
Umschiffen unsere deutschen Einpersonendienstleister aktuell mit
Dienstleistern wie Hays, oder haben Firmen in Holland oder anderswo in
der EU eingetragen. Die Unternehmen haben dann einfach "einen Vertrag
mit Hays" zahlen aber Dienstleisterraten. Merkt keine Sau beim Audit,
dass da einer 6 Monate oder 1 Jahr arbeitet.
Ich selbst habe erst einmal darauf geschissen; für die ersten 2,3 Jahre
dürfte sich wenig anderes ergeben, und langlaufende Projekte sind nun
einmal die, für die Senior-Level-Experten eingekauft werden. Bei einem
Turnover von 3 Projekten als hochqualifizierte technische und
entsprechend eingesetzte Fachkraft im Jahr ist man schon mental gut
ausgelastet! Wenn nicht gar überlastet, muss man ja schon für Downtime
zur Erholung planen usw usf.
> Ist es möglich so ein Freelancer Auftrag auch als befristete> Vollanstellung anzunehmen damit ich kein Stress mit> Scheinselbstständigkeit habe?
Wird mit dir kein Unternehmen mit Betriebsrat machen wollen. Es ist
schon ein Politikum, Leistungsträger mit zusätzlichen Zulagen
auszustatten, damit sie nicht schreiend sofort wegrennen sondern
vielleicht 2-3 Jahre bleiben.
Ich selbst bin aktuell festangestellt auf 60% und "nebenberuflich"
selbständig. Neben einem Rattenschwanz an Rückkehrerkunden verticke ich
meine Arbeitskraft mittlerweile auf upwork für $500/Stunde oder
$4000/Tag. Viel kommt da nicht rüber (Preis regelt Nachfrage), aber
schon etwas, und mit $100/Stunde konkurrierst du sonst mit Indern. Ich
hatte aus der SElbständigkeit im letzten Jahr knapp 100,000 EUR
zusätzlichen Umsatz, da kann jeder deutsche Arbeitgeber einpacken, der
mich von 60% auf 100% hochzustufen wollen würde.
Ich würde mich selbständig machen, falls du da einen Markt siehst, und
noch was geht abschöpfen. So langsam merkt auch mein KOnzern, dass
Nearshoring billiger ist als deutsche Freelancer und die Polen, Ungarn,
Tschechen, Estländer fachlich gerade im mathematisch-technischen Bereich
i.d.R. sehr gut ausgebildet sind -- da die ganz Alten im Konzern
endlich wegfallen sprechen auch mehr Leute fließend technisches &
Business-Englisch, sodass die KOmmunikation gut klappt.
Deppen-Entsorger schrieb:> Das ist ein Nachteil, weil man so nur an nichtauthorisierte und damit> nicht nachprüfbare Informationen kommt.
Was ist denn die Alternative? Wenn man hier nur Gehaltsangaben mit
Preisgabe der eigenen Identität machen dürfte, würde kaum jemand hier
beitragen. Im Übrigen könnten selbst diese Angaben ja unwahr bzw.
gefälscht sein.
> Und wer Angaben zum eigenen Leistungsvermögen als 'pikant' bezeichnet> unterstreicht damit nicht gerade seine Glaubwürdigkeit, wer "Angst vor> Neid" hat, zeigt damit auch eine gewisse Angst vor fairen und offenen> Wettbewerb/Teamwork.
Jetzt gib dich nicht so naiv, wir leben in Deutschland und nicht in
Schweden sind, wo jeder alles über seine Nachbarn wissen kann und darf.
Für mich gehört mein Einkommen zu den persönlichen, privaten Dingen, und
das erzähle ich ohne Anonymität nur sehr wenigen Menschen, die mir
wirklich nahe stehen - das bitte ich zu respektieren.
Zudem ist Einkommen keineswegs proportional zum eigenen
Leistungsvermögen, wie du in deiner Formulierung suggerierst, aber das
weißt du selbst.
>> wer "Angst vor>> Neid" hat, zeigt damit auch eine gewisse Angst vor fairen und offenen>> Wettbewerb/Teamwork.>> Jetzt gib dich nicht so naiv, wir leben in Deutschland und nicht in> Schweden sind, wo jeder alles über seine Nachbarn wissen kann und darf.> Für mich gehört mein Einkommen zu den persönlichen, privaten Dingen, und> das erzähle ich ohne Anonymität nur sehr wenigen Menschen, die mir> wirklich nahe stehen - das bitte ich zu respektieren.
Ja, ich respektiere das du Anzeichen von Angst vor fairen und offenen
Wettbewerb/Teamwork zeigst.
Deppen-Entsorger schrieb:> Ja, ich respektiere das du Anzeichen von Angst vor fairen und offenen> Wettbewerb/Teamwork zeigst.
Ich habe keine "Angst", aber die Nachteile überwiegen die Vorteile bei
Weitem. Ich selbst hab dadurch sogar genau genommen überhaupt keinen
Vorteil.
Zudem ist dein Argument eh sinnfrei, da irgendwelche Leute, die nicht
gerade meine direkten Kollegen oder meine Führungskraft sind, meine
Arbeitsleistung gar nicht kennen und beurteilen können, und somit auch
nicht in Relation zu meinem Einkommen setzen können.
Senf D. schrieb:> Zudem ist dein Argument eh sinnfrei, da irgendwelche Leute, die nicht> gerade meine direkten Kollegen oder meine Führungskraft sind, meine> Arbeitsleistung gar nicht kennen und beurteilen können, und somit auch> nicht in Relation zu meinem Einkommen setzen können.
Doch man kann an deinen Äußerungen hier auch als Nicht-Kollege und
Nicht-Vorgesetzter Dein Leistungsvermögen abschätzen, solange man den
gleichen Bildungshintergrund (MINT) teilt.
Deppen-Entsorger schrieb:> Doch man kann an deinen Äußerungen hier auch als Nicht-Kollege und> Nicht-Vorgesetzter Dein Leistungsvermögen abschätzen, solange man den> gleichen Bildungshintergrund (MINT) teilt.
Das bestreite ich, das ist unmöglich. Da tut sich ja bereits mein Chef
schwer und geht eher nach seinem persönlichen Eindruck für die
Leistungsbeurteilung als nach harten Fakten, die es exakt messbar
sowieso nicht gibt, da ich nicht am Fließband arbeite oder Umsatzzahlen
als Vertriebler generiere.
Es bleibt dabei: glaube meine Angaben oder lass es bleiben, es liegt bei
dir. Und die Diskussion, ob ein gewisses Gehalt für eine bestimmte
Arbeit gerecht oder angemessen ist, ist eh müßig.
Rainer schrieb:> ich überlege nach ca 20 Jahren Erfahrung bei 3 verschiedenen> Arbeitgebern Freelancer zu werden.
Willkommen, Kollege ;-)
> Auf Gulp und Freelance.de gibt es ja so einiges.> Wie ist es mit Scheinselbstständigkeit? Ich werde ja zunächst keinen> 2ten Auftraggeber haben.
Das muss grundsätzlich auch kein Problem sein. (Wenn Du den Zeitraum
klein genug wählst, wirst Du nie zwei Auftraggeber haben). Ggf. könntest
Du Rentenversicherungsspflichtig sein.
Wenn Du Dich wirklich selbstständig machen möchtest, dann solltest Du
darauf achten, auch als solcher aufzutreten. Das bedeutet, dass Du wenn
möglich von Deinem eigenen Büro aus arbeitest, mit Deinen eigenen
Werkzeugen. Dass Du keinen Urlaub beantragst, sondern Deinen Kunden
darüber informierst, dass Du zu gewissen Zeiten nicht zur Verfügung
stehst. Du suchst aktiv nach Kunden, Auftreten am Markt, usw.
> Ist es möglich so ein Freelancer Auftrag auch als befristete> Vollanstellung anzunehmen damit ich kein Stress mit> Scheinselbstständigkeit habe?
Würde ich einen großen Bogen drum machen. Das belegt im Wesentlichen,
dass Du nicht selbstständig bist. Ständiger Wechsel zwischen
Angestellten-Status und Selbstständigkeit dürfte auch sehr kompliziert
sein (Abschreibungen, Mieten, Versicherungen etc.). Typisch sind solche
Angebote von Kunden, die vor Allem Geld mit dem Einsatz externer Kräfte
sparen wollen. Solche Kunden möchtest Du nicht haben!
Man sollte nicht nur den Stundensatz im Auge behalten, aber auch die
Ausgaben für die SW-Lizenzen, die man für die Arbeit braucht. Viele
Programme sind frei nur für Nonprofit-Use, eingige existieren nur gegen
Bezahlung. Und was braucht man für Embedded - MSVC (freie Version ist
nicht für Business), Keil ARM MDK (3k€+), MATLAB/Simulink/Embedded
Code/HDLCoder... (10k€-50k€), MISRA-Checker, VIVADO Lizenz, Modelsim,
BeyondCompare, Inca/Canape .....
Keine Ahnung was noch dazu kommt, es hängt vom Projekt/Dienstleistungen
ab und zweitens, der Auftraggeber könnte noch einiges verlangen, wie
RTRT oder unbezahlbare Requiremens Tools. Und weil jedes Steuergerät
einige Normen erfüllen muss (61508/26262/50128/DO178c/...), kommen
verschiedene Qualification -Kits dazu, und die richtig Kosten - 10k ist
keine Seltenheit.
Eins ist klar, die Investition wird nicht klein, ich schätze, dass ich
auf dem Diesntnotebook Tools für 100k habe oder sogar mehr.
Rainer schrieb:> Ist es möglich so ein Freelancer Auftrag auch als befristete> Vollanstellung anzunehmen damit ich kein Stress mit> Scheinselbstständigkeit habe?
Wenn Du sicher gehen willst, dass Dir das Finanzamt die Bude einrennt,
ist das eine erstklassige Vorgehensweise. Als Angestellter kann man
nämlich den allergrößten Vorteil einer Selbstständigkeit nicht nutzen,
die eigenen beruflich bedingten Kosten aus Betriebsausgaben anzusetzen
und Vorsteuer zu ziehen. Versucht man nun, ein bisschen
Selbstständigkeit zu betreiben, aber eigentlich doch nicht, führt das
bestenfalls zu einer Einstufung als Liebhaberei. Mit Pech wird einem
ggf. Steuerhinterziehung vorgeworfen.
Aus Auftraggebersicht ist so etwas auch ziemlich ungünstig, denn damit
eröffnet man dem Auftragnehmer die Möglichkeit, sich auf eine
unbefristete Festanstellung hineinzuklagen.
Und die sozialversicherungsrechtlichen Auswirkungen sind, vorsichtig
ausgedrückt, "interessant".
Dein Konstrukt ist also DER Inbegriff der Scheinselbstständigkeit
überhaupt. Schlimmer geht es kaum.
>Doch man kann an deinen Äußerungen hier auch als Nicht-Kollege und
Nicht-Vorgesetzter Dein Leistungsvermögen abschätzen, solange man den
gleichen Bildungshintergrund (MINT) teilt.
Nein, natuerlich kann man das nicht beurteilen, denn nach dem Studium,
kommt das lebenslange Lernen.
Als Beispiel. 5 Ingenieure versuchen seit einer Woche etwas, zB eine
Lok, zuverlaessig zum Laufen zu bringen, scheitern aber an der EMV. Du
kommt, und hast nach einer Stunde die Loesung, weil du eben
eingearbeitet bist. Was darf das kosten ? 100 Euro ? Nauerlich ein
Stueck oberhalb 1000.
Ein Kassenrevisor kommt auch nicht unter 500 die Stunde, und ausser
Zusammenzaehlen ist da nicht viel.
Max schrieb:> Eins ist klar, die Investition wird nicht klein, ich schätze, dass ich> auf dem Diesntnotebook Tools für 100k habe oder sogar mehr.
Also ich kenn keinen freelancer der für 100k+ Softwarelizenzen auf dem
Notebook hat.
Wenn man für den Projektgeber was fertigt, will der ja auch ohne den
Freiberufler Änderungen vornehmen können, also besorgt er sich die
Lizenz selbst und lässt den Freiberufler damit arbeiten. Dann läuft das
auch über das Konto Investitionsgüter und nicht arbeitszeitgebundenen
Projektkosten.
Als Freiberufler arbeitet man sich über kostenlose Evals ein und
verhandelt mit dem Projektvertrag die Kosten für Lizenzen/Speziel
Arbeitsmittel. Solche Spezialsachen werden auch gerne beim
Projektabschluß dem Projektgeber mit ausgehändigt.
Und wo tatsächlich Lizenzen/Evalboards etc vom Freelancer gekauft sind,
bewegt sich der Preis böchstens im unteren fünf-stelligen Bereich, auch
in Summe. Das teuerste für einen Freiberufler ist immer noch der
Firmenwagen.