Hallo,
für Oszilloskope gibt es Strommesszangen bis 100MHz (5/30A). Ich frage
mich ob es etwas vergleichbares auch als "Bauelement" gibt um in
Schaltungen zu verwenden.
https://www.keysight.com/de/de/product/N2783B/ac-dc-current-probe-100-mhz-30-arms.html
Man kann natürlich eine Strommesszange über BNC + Netzteil an eine
beliebige Schaltunge auch ohne Oszi anklemmen, das braucht aber sehr
viel Platz.
Kennt ihr solche Bauelemente (100MHz, 5/30A)?
Grüße,
Klaus
Das ist ein anderes Sensorprinzip und nur bis <1MHz geeignet.
Was ich suche ist im Prinzip etwas mit dem selben Messprinzip (bis zu
100MHz) wie eine Strommesszange, aber eben nicht als Handgerät sondern
als "Bauelement" oder kompakte Baugruppe.
Klaus schrieb:> Was ich suche ist im Prinzip etwas mit dem selben Messprinzip (bis zu> 100MHz) wie eine Strommesszange, aber eben nicht als Handgerät sondern> als "Bauelement" oder kompakte Baugruppe.
Ein 100MHz Stromwandler ist schon ne saftige Herausforderung. Welche
untere Grenzfrequenz brauchst du? Bei 0Hz wird es nochmal deutlich
aufwändiger. Je höher die untere Grenzfrequenz, umso einfacher kann man
einen passenden HF-Trafo nutzen. Aber auch der ist nicht trivial.
Es gibt ein paper das beschreibt, wie man in einem pcb aus leiterbahnen
eine rogowskispule um ein via herum baut, zum messen des drainstromes an
GAN mosfets, bis in den GHz frequenzbereich.
Grundsätzlich wäre auch interessant zu wissen, was du damit vor hast.
Dann kann man rausfinden, ob du wirklich die gleiche Messmethode wie bei
einer Stromzange benötigst und welche alternativtechnologien möglich
sind.
Bei Oszi-Stromzangen werden meist teure, auf die Zange zugeschnittene,
Schaltungen genutzt, standard ICS (isolated current sensor) von LEM oder
Vakuumschmelze können da meistens nicht mithalten, da diese für
Spannungswandler oder Motortreiber ausgelegt sind und entsprechend
niedrige Grenzfrequenzen (100kHz) haben.
Man könnte natürlich auch eine Stromzange nachbauen, aber im PCB
formfaktor. Also einen geteilten Kern, ein Halleffektsensor oder eine
Sense-Spule im PCB und passende Außenbeschaltung.
Leon L. schrieb:> Man könnte natürlich auch eine Stromzange nachbauen, aber im PCB> formfaktor. Also einen geteilten Kern, ein Halleffektsensor oder eine> Sense-Spule im PCB und passende Außenbeschaltung.
Genau,
ich möchte quasi eine Strommesszange die bisher als Sensor für eine
Regelschleife verwendet wird durch ein komapkteres Element ersetzen.
Die Anforderungen sind nicht weniger als bei einer Strommesszange (also
DC-100MHz, bis 5/30A). Die Strommesszange ist im Vergleich zu allem
anderen in der Regelschleife eben aktuell das größte und teuerste
(allein ein Netzteil für solche Zangen ist bereits rießig).
Da es diese Strommesszangen von vielen Herstellern gibt (ca 3000€)
dachte ich dass es das selbe doch vielleicht auch als kompaktes
Sensormodul anstelle eines Handgerätes geben müsste. Allerdings konnte
ich keinen Hersteller für sowas finden. Preislich kann es natürlich das
selbe kosten wie eine Zange, nur viel kompakter sollte es sein.
Klaus schrieb:> Genau,>> ich möchte quasi eine Strommesszange die bisher als Sensor für eine> Regelschleife verwendet wird durch ein komapkteres Element ersetzen.> Die Anforderungen sind nicht weniger als bei einer Strommesszange (also> DC-100MHz, bis 5/30A).
Und du brauchst WIRKLICH 100MHz? Was für eine Super-Duper Schaltung ist
das?
Falk B. schrieb:> Und du brauchst WIRKLICH 100MHz? Was für eine Super-Duper Schaltung ist> das?> DC-100MHz, bis 5/30A).
Sendemast? Induktion's-Ofen? :-D
Patrick L. schrieb:> Sendemast? Induktion's-Ofen? :-D
Beide brauchen kein DC, da reicht ein HF-Trafo. Der ist deutlich
einfacher, kleiner und billiger.
Klaus schrieb:> Leon L. schrieb:>> Man könnte natürlich auch eine Stromzange nachbauen, aber im PCB>> formfaktor. Also einen geteilten Kern, ein Halleffektsensor oder eine>> Sense-Spule im PCB und passende Außenbeschaltung.>> Genau,>> ich möchte quasi eine Strommesszange die bisher als Sensor für eine> Regelschleife verwendet wird durch ein komapkteres Element ersetzen.> Die Anforderungen sind nicht weniger als bei einer Strommesszange (also> DC-100MHz, bis 5/30A). Die Strommesszange ist im Vergleich zu allem> anderen in der Regelschleife eben aktuell das größte und teuerste> (allein ein Netzteil für solche Zangen ist bereits rießig).>> Da es diese Strommesszangen von vielen Herstellern gibt (ca 3000€)> dachte ich dass es das selbe doch vielleicht auch als kompaktes> Sensormodul anstelle eines Handgerätes geben müsste. Allerdings konnte> ich keinen Hersteller für sowas finden. Preislich kann es natürlich das> selbe kosten wie eine Zange, nur viel kompakter sollte es sein.
Das Schlüsselelement ist ein Ringkern mit entsprechendem µr, allerdings
so wenig Einfügedämpfung wie nur möglich. Mit einer Rogowski-Spule
bleibt dass, wegen µr=1, zu verstärkende Signal, viel u klein.
Sekundärseitig bist du dann nach erfolgter I-U Integration in einem 50
Ohm System.
Schau auch mal bei Fischer Communication nach.
Wäre an so einem diskreten Bauteil, welches ich von der Stange kaufen
kann, auch schwer interessiert. Und die paar Drähte samt
Kalibrierschaltung (ohne die geht es eh nicht) wären dann dass kleinere
Übel.
Klaus schrieb:> Da es diese Strommesszangen von vielen Herstellern gibt (ca 3000€)
Ich mag diese Stromzangen ja wirklich sehr. Das witzige daran ist, es
gibt nur einen Hersteller. Das Teil ist von Hioki. Alle "Hersteller"
(Keysight, LeCroy, Rohde&Schwarz, ..." haben das bloß umgelabelt.
Das Netzteil ist riesig und unverschämt teuer. Wir haben das nachgebaut.
Die Zange selbst benötigt nur +-15V bei um die 100mA. Die Pinbelegung
steht in einem Datenblatt, ich glaube bei Keysight.
Wenn Du das unbedingt als Messung integriert haben willst, wird das
vermutlich am einfachsten sein einen Widerstand zu verwenden. Die
Potentialtrennung ist dann immer noch ein Problem, aber mit 3000€ Budget
sollte da was machbar sein.
Bentschie schrieb:> Das witzige daran ist, es> gibt nur einen Hersteller. Das Teil ist von Hioki. Alle "Hersteller"> (Keysight, LeCroy, Rohde&Schwarz, ..." haben das bloß umgelabelt.
Wobei ich glaube, dass ursprünglich zumindest auch Tektronix derartige
hergestellt hat. Ob das heute noch so ist, weiß ich allerdings nicht.
Bentschie schrieb:> aber mit 3000€ Budget> sollte da was machbar sein.
Bei 0-100MHz und 5/30A? Als NEUENTWICKLUNG? Dream on! Wenn es was zu
kaufen gibt, was deine Anforderungen erfüllt, ist das in 99% der Fälle
deutlich billiger als eine Neuentwicklung, erst recht bei einem
Einzelstück!
Falk B. schrieb:> Bentschie schrieb:>> aber mit 3000€ Budget>> sollte da was machbar sein.
Klar doch wen kein Zertifikat notwendig ist, machen wir das.
Mit Zertifikat, musst noch eine "2" vor das "3" stellen dann ist es etwa
möglich.