Royaler Oszillator - Was ist das?

Gast #6852801
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Einen schönen guten Abend.

Ich stehe gerade etwas auf dem Schlauch und erhoffe mir etwas Hilfe von 
euch. Ich habe mal etwas von sogenannten selbst oszillierenden 
Schaltungen gehört und bin auf der Suche danach über den sogenannte 
Royer-Oszillator gestolpert.

Ich kann mir aber darauf kein Reim machen. Ist das das Gleiche oder ist 
das etwas Unterschiedliches?

https://elektronik-klub.de/induktionsheizer-1kw/

Danke für die Hilfe.
#6852810
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T999 schrieb:
> Einen schönen guten Abend.
>
> Ich stehe gerade etwas auf dem Schlauch und erhoffe mir etwas Hilfe von
> euch. Ich habe mal etwas von sogenannten selbst oszillierenden
> Schaltungen gehört und bin auf der Suche danach über den sogenannte
> Royer-Oszillator gestolpert.
>
> Ich kann mir aber darauf kein Reim machen. Ist das das Gleiche oder ist
> das etwas Unterschiedliches?

Siehe Royer Converter.
Gast #6852834
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Falk B. schrieb:
> T999 schrieb:
>> Wie kann er erkennen, ob die Schaltung in Resonanz ist und in welche
>> Richtung er regeln muss?
>
> Er steuert sich selber über die direkte Rückkopplung aus dem
> Schwingkreis. D.h. der Schwingkreis gibt das Steuersignal für die
> Transistoren vor.

Ich kann das noch nicht genau nachvollziehen. Mit der Zeit und der 
Erwärmung von Kondensator und Spule verändert sich auf die Frequenz um 
in Resonanz zu sein.

Woher weis der Oszilator denn wann er in Resonanz ist? Es ist ja ein 
dynamischer Prozess. Wie wird die Information aufbereitet, in welche 
Richtung er die Frequenz anpassen muss?
Gast #6852865
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Der Zahn der Zeit (🦷⏳) schrieb:
> T999 schrieb:
>> Sehe ich das falsch?
> Zweifellos. Mit Steuern und Regeln hat Oszillieren rein gar nichts zu
> tun. Ich habe, ganz ehrlich, den Eindruck, dass du nicht weißt, was ein
> Oszillator ist - und was nicht.

So ist es, daher hier auch die Frage zu dem Thema. Aber wenn es nur 
Steuern oder Regeln gibt und er nicht Regelt, kann er doch nur Steuern.
Gast #6852870
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EAF schrieb:
> T999 schrieb:
>> Dann ist es aber nur eine Steuerung und keine Regelung.
> Eine Steuerung hat keine Rückkopplung.
> Eins solcher Oszillator "lebt" über die Rückkopplung

Also ist es so wie vermutet, er regelt die Frequenz. Daher meine Frage, 
wie wird bestimmt, in welcher Richtung er regeln muss? Da sich die 
Bauteile verändern, kann es ja kein Festsollwert sein. Er muss ja 
entweder die Frequenz erhöhen oder verringern.
Gast #6852873
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Der Zahn der Zeit (🦷⏳) schrieb:
> EAF schrieb:
>> T999 schrieb:
>>> Dann ist es aber nur eine Steuerung und keine Regelung.
>> Eine Steuerung hat keine Rückkopplung.
>> Eins solcher Oszillator "lebt" über die Rückkopplung
> Und ein Oszillator hat auch keinen Eingang (Sollwert), nur einen
> Ausgang.

Wenn er nur einen Ausgang hat, wie erhält er dann die Information ob die 
Schaltung gerade in der Resonanz ist?
#6852878
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T999 schrieb:
> Also ist es so wie vermutet, er regelt die Frequenz. Daher meine Frage,
> wie wird bestimmt, in welcher Richtung er regeln muss?

Indem er das Ausgangssignal auf den Eingang rückkoppelt.

> Da sich die
> Bauteile verändern, kann es ja kein Festsollwert sein.

Nö.

> Er muss ja
> entweder die Frequenz erhöhen oder verringern.

Das macht der Schwingkreis selber, eben durch die Temperaturveränderung. 
Der Verstärker macht nur, was ihm der Schwingkreis an Frequenz und Phase 
vorgibt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Oszillatorschaltung#R%C3%BCckgekoppelter_Verst%C3%A4rker
Gast #6852902
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T999 schrieb:
> Wenn er nur einen Ausgang hat, wie erhält er dann die Information ob die
> Schaltung gerade in der Resonanz ist?
Wie erhalte ich die Information, ob du uns gerade verkohlen willst?

Ein Oszillator muss nicht in Resonanz sein. R/C-Oszillatoren (zumindest 
die Kippschwinger) kennen keine Resonanz. Es muss nur die 
Schwingbedingung erfüllt sein: K*V > 1 und Phasenverschiebung = 0°. 
Insbesondere die korrekte Phasenverschiebung wird durch den 
Resonanzkreis definiert.

Wer hat dir bloß den Floh ins Ohr gesetzt, dass alles gesteuert oder 
geregelt ist und es nicht Anderes gibt?
(Firma: مهندس) #6852907
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Bei einem LC-Oszillator bestimmen L und C die Resonanzfrequenz. Der 
Oszillator kann nur auf dieser Frequenz schwingen (Rückkopplung).

Allerdings spielen die parasitären Elemente (z.B. Kapazität des 
Transistors) für das Gesamt-LC eine Rolle und sind u.U. auch 
temperaturabhängig.

Wenn man einen Oszillator simuliert, dann sieht man sehr schön wie der 
Sinus langsam aus dem Rauschen entsteht. Der Oszillator schwingt also 
nicht sofort sondern die Schwingung entwickelt sich erst.
#6852915
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T999 schrieb:
> Ich kann mir aber darauf kein Reim machen. Ist das das Gleiche oder ist
> das etwas Unterschiedliches?

Was willst du denn nun wissen? Willst du wissen, ob ein Royaler 
Oszillator eine laxe Verhonepipelung von " Royer Converter" ist oder 
willst du wissen, wie ein "Royer" funktioniert?? Obwohl schon alles 
Wesentliche im Wiki und auch in der verlinkten Applikation steht, 
stellst du trotzdem hartnäckig die falschen Fragen. Dort wo der 
Converter/Oszillator in Anwendung kommt, ist es ziemlich egal, auf 
welcher Frequenz er genau schwingt und klar, die ändert sich auch im 
Betrieb. Wenn du also einen Oszillator suchst, der "richtig" Frequenz- 
und Amplitudenstabil ist, dann ist das jedenfalls die schlechteste 
Schaltung...
Gruß Rainer
Gast #6852933
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T999 schrieb:
> Wenn er nur einen Ausgang hat, wie erhält er dann die Information ob die
> Schaltung gerade in der Resonanz ist?
Ich habe jetzt den Verdacht, dass du den Begriff Oszillator mit so etwas 
wie PLL, Frequenzsynchronisation o. Ä. verwechselst. Also ein Teil, dass 
auf einer bestimmten, von außen vorgegeben/vorgebbaren Frequenz (und 
wohl möglich auch Phase) schwingen soll.

Nein, ein Oszillator schwingt nur mehr oder weniger genau auf der 
Frequenz, für die er konstruiert wurde bzw. auf die er bei der 
Produktion justiert wurde. Nix von Außen, jedenfalls nicht im regulären 
Betrieb, und wenn doch, dann manuell (z. B. Blockflöte).

Definiere bitte "Steuerung" und "Regelung". Nebenbei, Steuer- und 
Regelungstechnik war der Schwerpunkt meines Studiums. Ich kenne sehr 
genau den Unterschied, und ich sage dir dann, welche Begriffe aus der 
Definition von Steuerung oder Regelung bei einem Oszillator gar nicht 
erst vorkommen.
#6853018
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T999 schrieb:
> kann er doch nur Steuern.

macht er doch, er steuert die Frequenz. Verändert man Frequenz 
bestimmende Daten ändert sich die Frequenz. Was passiert den bei 
Temperaturänderung?
Eine Länge wird sich ändern (wenn keine Temperaturkompensation eingebaut 
ist), ein Abstand und was passiert dann?

Wenn also nicht regelnd eingegriffen wird ist es eine Steuerung.
So schwer ist das wirklich nicht wie du es hier darstellen willst.

Mein Trolldetektor ist schon im overload wann immer ich den T999 Nick 
sehe.
Gast #6853029
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T999 schrieb:
>Daher meine Frage, wie wird bestimmt, in welcher
>Richtung er regeln muss? Da sich die
>Bauteile verändern, kann es ja kein Festsollwert sein. Er muss ja
>entweder die Frequenz erhöhen oder verringern.

Ein Resonator, egal ob mechanisch oder elektrisch hat
eine Eigenresonanz auf die er schwingt wenn er dazu
angeregt wird. Wenn er nicht dauernd angeschubst wird,
klingt die Schwingung ab und kommt zum Stillstand.
Bei aufrechterhalten der Schwingung ist es ein
Oszillator. Eine Uhr mit einem Uhrpendel ist ein
mechanischer Oszillator. Woher weiß ein Uhrpendel
der einen Sekundentakt liefert, daß er mit 1Hz
schwingen soll, es wird da nichts geregelt.
Er macht es einfach, weil die Länge es ihm so
vorgibt. Ändert sich die Länge, schwingt er nicht mehr
mit 1Hz. Bei einem elektrischen Schwingkreis bestimmen
Kondensator und Spule die Frequenz. Und es gibt dafür
eine Formel, die Thomsonsche Schwingungsformel.

https://de.wikipedia.org/wiki/Thomsonsche_Schwingungsgleichung
#6853046
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T999 schrieb:
> Woher weis der Oszilator denn wann er in Resonanz ist? Es ist ja ein
> dynamischer Prozess. Wie wird die Information aufbereitet, in welche
> Richtung er die Frequenz anpassen muss?

Der große alles überragende Oszillator hat kein Bewußtsein, sondern 
facht als elektronische Schaltung die Schwingung aufgrund der implizit 
in die Schaltung eingebauten Mitkopplung immer im passenden Moment mit 
neuer Energie an. Somit ergibt sich automatisch eine sich ständig 
"ernährende" Schwingung, die von Begrenzungseffekten in der Schaltung so 
in Grenzen gehalten wird, daß dabei keine Bauteile zerstört werden. Das 
geht mit Gasen, Fluiden, optisch in Kristallen, Relais, Transistoren und 
Röhren.


mfG
Gast #6853103
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Christian S. schrieb:
> überragende

Christian S. schrieb:
> sondern facht als elektronische Schaltung die Schwingung aufgrund der
> implizit in die Schaltung eingebauten Mitkopplung immer im passenden
> Moment mit neuer Energie an.

Uff, Zauberei.

Eher ist ein Oszillator zunächst mal ein Verstärker.

Der verstärkt alles was reinkommt (in einem weiten Frequenzbereich) und 
am Anfang kommt Rauschen rein.

Und weil sein Ausgang auf seinen Eingang zurück geführt wird, verstärkt 
er sein eigenes Signal.

Also quasi eine Potenzierung, er verstärkt sich selbst und verstärkt und 
verstärkt und verstärkt..

Jedoch klappt das nur, wenn das Signal genau zum richtigen Zeitpunkt am 
Eingang ankommt, um nach dem Durchlauf durch den Verstärker das 
bisherige Signal zu ergänzen, die Phasendrehung muss passen. Und die 
passt nur für eine bestimmte Durchlaufzeit, sagen wir z. Damit passt das 
nur für eine Frequenz 1/z. Andere Frequenzen des Rauschens werden zwar 
vom Verstärker auch verstärkt, aber nicht mehrmals nacheinander 
zeitrichtig und damit potenziert.

Durch Auswahl der passenden Ruckkopplung als Frequenzfilter bekommt man 
aus einem Verstärker der sich selbst verstärkt also einen Oszillator der 
aus dem Rauschen sm Anfang nur 1 bestimmte Frequenz verstärkt und 
verstärkt und verstärkt und verstärkt..
#6853190
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Joachim B. schrieb:
> Wenn also nicht regelnd eingegriffen wird ist es eine Steuerung.
> So schwer ist das wirklich nicht wie du es hier darstellen willst.
>
> Mein Trolldetektor ist schon im overload wann immer ich den T999 Nick
> sehe.

Nicht nur deiner läuft brüllend am Anschlag!

Liebe Moderatoren, ich denke, dieser Thread könnte etwas Steuerung
gemäß der geltenden Regelungen vertragen ...
... oder einen regelnden Eingriff zur Steuerung? ;-)
Gast #6853271
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Mohandes H. schrieb:
> Oder anders gesagt: ohne Verstärkung funktioniert kein Oszillator.

Man kann das auch noch anders sagen: Ohne Energiezufuhr funktioniert 
kein Oszillator.
Schließlich hat so ein Ding ja keinen Signaleingang (allenfalls einen 
Eingang zum Verstellen von Amplitude oder Frequenz), sondern ist 
eigentlich ein Generator, also ein Ding, das etwas erzeugt.

W.S.

p.s. der "königliche Vibrator" war eine nette Idee für diesen Thread.
Gast #6853401
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W.S. schrieb:
> Man kann das auch noch anders sagen: Ohne Energiezufuhr funktioniert
> kein Oszillator.

Hmm.....
"Energiezufuhr" ?
Witzige Betrachtungsrichtung...

Ein Oszillator erzeugt ein geordnetes Ausgangssignal.
Einen Zustand niedriger Entropie.

Da der allgemeine/natürliche Trend immer nur Richtung höherer Entropie 
geht, ist dafür eine "Energiezufuhr" zwingend erforderlich.

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