Ich habe den Kompressor im Bild an Drehstrom geklemmt
und er läuft.
Ich möchte mir damit evtl ein Entlötgerät bauen.
Aus dem dünnen Auslass bläst Luft. Aber hallo!
Läuft er so richtig herum?
Komischerweise lässt sich die Pumprichtung durch Phasentausch
nicht ändern. Warum ist das so und ist es egal wie man den
anklemmt?
VG Elias
Elias schrieb:> Läuft er so richtig herum?
Da hilft ein Drehfeldmessgerät.
> Komischerweise lässt sich die Pumprichtung durch Phasentausch> nicht ändern. Warum ist das so und ist es egal wie man den> anklemmt?
Es gibt Pumpen, denen die Drehrichtung egal ist.
Sind Kompressorpumpen nicht normalerweise Kolbenpumpen? Vergiß es, da
wird die Durchflußrichtung über Ventile gesteuert. Da ist es egal in
welcher Richtung der Motor läuft.
Außerdem sind Kompressorpumpen auf Druck ausgelegt...schlachte lieber
einen Ventilator aus, das ist sinnvoller.
Bild vom Gesamtgerät bitte! Das Typenschild deutet auf einen 4-6kW Motor
hin. Zum Entlöten zu viel Power außer du möchtest ein Industrielötbad
mit einigen m³ absaugen ;-)
Das ist ein Troll. Der will nicht allen Ernstes einen mehrere Kilowatt
starken hermetischen (und damit sauggasgekühlten) Kältemittelverdichter
als Löt-Absauggerät verwenden. Das Ding zieht die ganze Platine mit
durch.
Naja ... Freitags. An dem Mythos scheint was dran zu sein.
Die Leitungen unten sind die Ölsumpfheizung. Unter ungünstigen
Bedingungen (bei Normalkühlung oder Klimaanlagen z.B. Erwärmung der
Umgebung nach einer kalten Nacht) kann es passieren, daß der Verdichter
das kälteste Bauteil der Anlage ist. Dann kondensiert das Kältemittel
dort und sammelt sich im Öl. Beim Start der Anlage sinkt der Druck im
Verdichter, das Kältemittel verdampft und schäumt das Öl auf. Das setzt
die Schmierfähigkeit deutlich herab, schlimmstenfalls wird Öl angesaugt
und es gibt einen Flüssigkeitsschlag, dann sind bei solchen Verdichtern
meistens sofort die Ventile kaputt und der Verdichter ein Totalschaden.
Das Heizen des Öls sorgt dafür, daß sich dort kein Kältemittel in
größeren Mengen sammeln kann.
Ben B. schrieb:> Das Ding zieht die ganze Platine mit durch.
Manche mögen's hart, oder wie man da sagt? ("Elias de Sade", oder so.)
Elias schrieb:> Ja, ist ein potentes Teil.
Mag sein, aber anders als Du scheinbar denkst brauchst was das saugen
kann. (Mit blasen_können im technischen Umfeld NICHT identisch. ;-)
Danke für die Erklärungen Ben.
Da steht was von Thermisch abgesichert auf dem Typenschild.
Ist da ein Thermo-Schütz eingebaut oder wie ist das gemeint?
Wie stelle ich den Füllstand für Öl fest?
Ben B. schrieb:> Der will nicht allen Ernstes einen mehrere Kilowatt starken
Und für den man außerdem natürlich auch den 3 Phasen Anschluß braucht.
Nicht allein die ungewöhnlich hohe Leistung erscheint merkwürdig...
Szsg. industrielle Entlötung, aka Bauteil-Recycling, "im großen Stil"?
Oder was bitte sollte das werden? 3 Phasen Anschluß in der Kleinlöter-
(=Bastler-) Werkstatt ist schon halbwegs ungewöhnlich.
Fragen wirft das jedenfalls m. M. n. gleich mehrere_auf_einmal auf.
Elias schrieb:> Da steht was von...> Ist da ein...?>> Wie stelle ich...?
Du hast anscheinend nicht (richtig/aufmerksam) gelesen:
Man sagte Dir zu dem Teil so einiges, und fragte Dich auch mehreres.
Ignorierst Du vielleicht einfach, was Dir nicht zu passen scheint?
Sollte es so sein: Noch viel Erfolg bei Deinem Mondraketen-Blasrohr.
Nur um die Fragen noch zu beantworten und klarzumachen, warum sich so
eine Bombe leider nicht als Entlötpumpe eignet...
> Da steht was von Thermisch abgesichert auf dem Typenschild.> Ist da ein Thermo-Schütz eingebaut oder wie ist das gemeint?
Die Dinger haben einen sogenannten Klixon-Motorschutz. Also eine Art
Bimetall, was bei Überhitzung den Sternpunkt der Wicklungen öffnet und
den Motor dadurch abschaltet bevor er durchbrennt. Allerdings ist das
wirklich nur eine absolute Notmaßnahme und nicht für viele Schaltspiele
gedacht. Das Öl wird bereits vorher stark in Mitleidenschaft gezogen,
die Verdichtungsendtemperatur in den Zylindern und an den
Auslassventilen geht durch die Decke.
Die Kühlung funktioniert bei diesen Dingern über den
Kältemittelkreislauf, der Wärme vom Motor "mitnimmt" und über den
Verflüssiger abführt. Ohne funktionierenden Kältemittelkreislauf
funktioniert auch keine Kühlung.
Wie stelle ich den Füllstand für Öl fest?
Normalerweise gibt's dafür ein Schauglas, meistens sollte dieses bei
Stillstand (und gerade stehendem Verdichter) halb gefüllt sein. Bei
Verdichtern ohne Schauglas wirds schwerer, da kann man nur alles
auskippen (über den Saugleitungsanschluss), hoffen, daß wirklich alles
draußen ist und dann die werkseitig vorgeschriebene Menge neu einfüllen.
Ist immer etwas Glücksspiel, zumal sich bei einem geschlossenen
Kältemittelkreisauf auch die Frage stellt, wo das Öl hin ist wenn es im
Verdichter fehlt. Meistens sammelt es sich aufgrund schlechter
Anlagen-Auslegung oder Fehlern bei der Kältemittelfüllung im Verdampfer
und es fällt erst auf wenn der Verdichter an Ölmangel stirbt.
Übrigens - ein weiterer Punkt gegen den Betrieb als Luftkompressor, die
Dinger haben alle einen verdammt starken Ölwurf. In korrekt arbeitenden
hermetischen Kreisläufen kein Problem, wird durch das Kältemittel durch
die Anlage gefördert und kommt so zum Verdichter zurück. Als Luftpumpe
ohne Kreislauf betrieben fehlt es ziemlich schnell.
Ben B. schrieb:> Übrigens - ein weiterer Punkt gegen den Betrieb als Luftkompressor, die> Dinger haben alle einen verdammt starken Ölwurf. In korrekt arbeitenden> hermetischen Kreisläufen kein Problem, wird durch das Kältemittel durch> die Anlage gefördert und kommt so zum Verdichter zurück. Als Luftpumpe> ohne Kreislauf betrieben fehlt es ziemlich schnell.
Genau deshalb fragte ich danach.
Ich könnte das Öl über einen Abscheider dem Eingang zuführen.
Wofür ist den die Messingkappe oben?
https://www.mikrocontroller.net/attachment/547314/Kaelteverdichter.jpg
Besorg Dir einfach eine passende Entlötstation. Ja, ich weiß, mit genug
Leistung fliegt ein Scheunentor und ich bin selber Fan von Übertreibung
und möglichst viel Bumms... Aber so ein schöner gepflegter
Urlaubsinsel-Airliner ist dann doch die deutlich bequemere Art zu reisen
und man kommt mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit auch gesund wieder
zurück.
Wozu die Messingkappe ist, lässt sich auf dem Bild nicht erkennen. Sieht
aus ein einfacher saugseitiger Zugang, wenn sich die Kappe abschrauben
lässt könnte ein Schraderventil drunter sein, braucht man für
Druckmessungen und zum Füllen der Anlage. Könnte aber auch sein, jemand
hat diesen Zugang einfach durch Zulöten verschlossen, solche
Blindstopfen sind bei Kälteanlagen ziemlich normal.
the art of sucking schrieb:> Mag sein, aber anders als Du scheinbar denkst brauchst was das saugen> kann.
Geht auch, nur das Zusammenfegen der Bauteile ist laestig.