Ausschalten des Lötkolbens lässt Monitor kurz schwarz werden

OP #6988806
Lesenswert?

Hi zusammen,

ich benutze eine alten Magnastat Lötstation. Wenn ich diese ausschalten 
kommt es öfter vor, dass der Monitor meines PCs kurzzeitig Schwarz wird.
Wie kann man das erklären? Sind das Spannungsspitzen, die ins Stromnetz 
zurückschlagen?

Danke und Gruß,
Jürgen
Gast #6989385
Lesenswert?

Tuck I. schrieb:
> Sind das Spannungsspitzen, die ins Stromnetz zurückschlagen?

Üblicherweise schlagen Spannungsspitzen aus dem Stromnetz: heraus .


a) kann der Schalter einen Defekt haben.
Aber wenn sonst nix schwarz wird...
b) Schaltnetzteile sind oft recht empfindlich. Solche mysteriösen 
"Ereignisse" passieren auch bei mir ab und an.
c) Da alles an der gleichen Leitung (Phase, Steckdose) hängt, kann sich 
das halt gegenseitig beeinflussen.
d) Kann es auch eine Funkstörung sein. Und wenn der Monitor auch schon 
alt ist, solltest vielleicht mal im Innneren nach dem Rechten sehen. 
Wenn sonst keine Geräte davon betroffen sind . Effekt kann ja auch vom 
PC kommen.
Ich sollte bei meinem auch mal die Kondensatoren tauschen, nach über 10 
Jahren, vor zwei Jahren hab ich ihn endlich mal aufbekommen, dummerweise 
alles beim Alten gelassen. Zitter, Zitter ...
Gast #6989420
Lesenswert?

Hallo
Bitte nicht wieder diesen potentiell interessanten Thread kaputt machen 
- nicht schon wieder.
Wenn auch keine Fall bezogene 100%ige Erklärung kommen kann so doch 
vielleicht mal detaillierte und gut erklärte Erklärungen was genau bei 
anderen ähnlichen Fällen die Ursache war, was für Physikalisch 
technische Effekte dahinter steckten, wie sie Messtechnisch belegt 
(Fehlersuche, gezieltes herbeiführen...) wurden und wie letztendlich 
(Bauteile, Werte, Messtechnische Bestätigung, theoretische Erklärung 
warum es dann funktioniert usw.).
Das Thema (der Fall) hat sehr viel Potential das zwar schon dutzend fach 
im Netz und Fachbüchern erklärte Themen mal endlich gut verständlich aus 
der Praxis heraus erklärt werden.

Also nochmal:
Bitte nicht kaputt machen und hoffen das sich das Thema gut und 
unterhaltsam lehrreich entwickelt.
Gast #6989423
Lesenswert?

Ja, dacor. Bin wirklich am rätseln, irgenwelche Ursachen muss es doch 
haben.
Ist das physikalisch? Oder ein Virus? Oder Zufall? (dafür passiert das 
aber eigentlih zu oft - ca. 80 % beim einschalten).
#6989433
Lesenswert?

Jemand schrieb:
> Wenn auch keine Fall bezogene 100%ige Erklärung kommen kann so doch
> vielleicht mal detaillierte und gut erklärte Erklärungen was genau bei
> anderen ähnlichen Fällen die Ursache war

Kabelbruch in der Monitorsteuerleitung, floatender Eingang.
OK, da hats auch gereicht, ein paar cm in der nähe herum zu fuchteln.

@Rudi
Ja das könnten die Kondensatoren im NT sein. Natürlich kämen auch die 
auf dem MB in Frage. Aber seit gut 10J sehe ich da mehr (nur Privat) 
Zwischenkreis-Elkos mit (leicht) erhöhtem ESR.
Gast #6989771
Lesenswert?

Rudi Rastlos schrieb:
> Ach Gott, so einen neumodischen Kram habe ich nicht, alles VGA

Gerade VGA ist da extrem gefährlich.
Da kannst sogar den Monitor updaten über die VGA-Leitungen.
Dazu braucht man aber gute (extrem) abgeschirmte Kabel, sonst kann zu
DATENFEHLERN im künstlichen Gehirn kommen.

PS.: fallen Dir keine anderen Namen mehr ein?
Gast #6989924
Lesenswert?

Tuck I. schrieb:
> Sind das Spannungsspitzen, die ins Stromnetz
> zurückschlagen?

Selbes Problem bei mir, aber da ist es nicht das was ins Stromnetz geht.
Ich habe an meinem PC zwei Monitore, die hatten beide nie das Problem.
Der rechte ging dann nach einigen Jahren kaputt und wurde durch einen 
neuen und ganz anderen ersetzt, nun hat eben nur dieser rechte auch kurz 
Blackscreeen wenn man irgendwas in der Nähe aus/einschaltet. Oder sogar 
auch wenn man schnell aufsteht vom Bürostuhl. Also sozusagen eine 
ESD-Ladung aufbaut, ohne das man selbst irgendwo was merkt 
(Ladungsblitz).
Der neue Monitor reagiert darauf nun, ist also sicherlich 
elektromagnetisch viel empfindlicher. Das kommt vermutlich über das 
Signalkabel oder auch über die interne Elekronik wo das "empfängt" und 
ausser Tritt gerät.
Gast #6989935
Lesenswert?

> Wie kann man das erklären? Sind das Spannungsspitzen, die ins Stromnetz
> zurückschlagen?

Das ist normal die alten Wellerkisten haben beim ein/abschalten immer 
einen tierischen EMV-Impuls abgesonderd, selbst wenn der WTCP selber 
schaltet haengt sie schonmal eine schlechte Schaltung auf.
Deshalb sind Wellerbesitzer auch die bessere Entwickler als JBC Nutzer 
weil deren Schaltungen gleich auf Anhieb durch den EMV-Test kommen. :-D

Mein RTB2004 triggert auch auf allen Kanaelen wenn ich daneben die 
Loetstation ausschalte.

Allerdings ist dein Monitor vermutlich besonders schlecht. Vermutlich 
wuerde der im EMV-Labor auch nicht durch den Magnetfeldtest kommen.

Olaf
Gast #6989977
Lesenswert?

GeGe schrieb:
> Oder sogar
> auch wenn man schnell aufsteht vom Bürostuhl.

Würde mal sagen, du hast einen Wackelkontakt.
Das kommt von diesem neuemodernen HDMI-Glump. Bei VGA gibts 
grundsätzlich keine Wackelkontakte. Dicke Stromkabel im Inneren und 
doppelt verschraubte Stecker.
Gegebenenfalls aber können, wenn man am VGA-Kabel häufig zieht, die
Pins der Grafikkarte im PC-Slot etwas außerhalb der 
Kontakt-Möglichkeiten geraten.

Beim Raspi hab ich das Problem.
OP #6990047
Lesenswert?

Danke für den Input.

Es waren schon zwei verschiedene Monitore, immer mit Displayport. Beim 
ersten muss ich zugeben, dass er einen Wackler hatte, da hats ein 
spratzelndes Geräusch gegeben, wenn man ans Stromkabel gekommen war. 
Sonst hatte er aber funktioniert :-)

Um die Verschwörungstheorien zu befeuern:

Mir ist jetzt aber zum zweiten mal seit 2020 die CPU verreckt. Lt 
Händler beides mal das gleiche Problem. Keine Info welches. Ich konnte 
nur die CPU-Fehlerleuchte auf dem Board sehen. Könnte aber auch das 
Board schuld sein, das Netzteil… Ich drifte ab…
Gast #6990085
Lesenswert?

Nachdem die Superzar-Putin-Bombe bald alles auslöschen soll , nur kurz:

a) Wenns spratzelt, dann spratzelts wie die Katzenpfote auch auf fremden 
Kontakten herum. Nicht auszuschließen.
Und HDMI hat (noch) irre viele -tote- Leitungen, die bekanntermassen 
VIELE Störungen verursachen. Und Mit viel Glück gar nicht funktionieren. 
Jedes Jahr eine neue Leitung zusätzlich. Hält den Kabelverkauf auf Trab.

b) Wenn dir CPU verreckt, ich schreibe auf einem P4 aus dem Jahre 2002, 
dan hast ein Temperaturproblem. Denn werks-schadhafte CPU kommen selten 
auf dem Markt. Ich regle grundsätzlich (da) mit Niedertemperatur, bei 
50°C Drosselung. Was im Sommer zwar die Leistung mindert, was mich aber 
nicht stört. Am Besten wäre man mit einer überstarken underclockten CPU 
dran.
Messen solltest mit einem billigen Multimeter-Fühler im Kühlkörper 
steckend.Weil die Boardtemperaturen und Softwaretemperaturen so gut wie 
gar nicht stimmen. Zeigen (meist) viel zu wenig an.

Nähere Details:
Beitrag "Re: AMD-FX- Underclocking"
8°C auf niedrigster Lüfterstufe. arschkalt schrieb einer . und folgende 
Seiten
#6990672
Lesenswert?

Tuck I. schrieb:
> Wie kann man das erklären?

Beim Ausschalten kann es zu einem winzigen Funken zwischen den Kontakten 
des Schalters kommen, der dann aber verlöscht.
Dieser Funke ist allerdings eine Quelle elektromagnetischer Strahlung, 
die als Störung in leitfähiges Material einkoppeln kann und dort eine 
Potentialverschiebung (Differenzspannung) hervorrufen kann.
Gibt auch die leitungsgebundene Übertragung von Störungen, kann auch 
gemischt vorkommen.

Auf jeden Fall scheint es so zu sein, dass der Monitor kurz die 
Snychronisation verliert.
Das dürfte weniger ein Problem des Netzteils, sondern viel mehr des 
empfindlichen Signaleingangs und vor allem des verwendeten Kabels sein.

Hab einen Fernseher an der Wand mit Lichtschalter eines anderen Raums 
auf der anderen Seite der Wand, etwas versetzt zur von unten kommenden 
HDMI-Leitung. Manchmal setzt das Bild über HDMI kurz aus, wenn  man den 
Lichtschalter ausschaltet (Last ist eine Halogenlampe, ca. 40W).
Seit ich einen Klappferrit um das HDMI-Kabel (am TV-Ende) gemacht habe, 
passiert es seltener. Denke daher, dass es sich um eingekoppelte 
Gleichtaktstörungen auf dem eher schlecht geschirmten HDMI-Kabel 
handelt.
Gast #6990752
Lesenswert?

Sam W. schrieb:
> HDMI-Leitung.
> Seit ich einen Klappferrit um das HDMI-Kabel (am TV-Ende) gemacht habe,
Das ist einmal eine techn. fundierte Erklärung. Und erstklassige Idee.
Wo gabs früher ein VGA/DVI-Kabel ohne Ferrit ?

Bei mir (wars auch nur bei HDMI (v.a. beim Testen zweier Mini-Boards) 
wenn das SNT zum 12V-Verstärker geschaltet wurde. Ich habs immer auf das 
SNT geschoben, bülliches Glump .. nachdem das Festhalten des HDMI-Kabels 
auch nichts gebracht hat.
Zum Glüch hängen PC und TV an DVI und VGA !
OP #6990935
Lesenswert?

Also die CPU ist eine Intel 10400F. Nix übermässig hochgezüchtetes mit 
einem fetten Alpenföhn Brocken zur Kühlung.
Wenn die CPU hier ankommt, dann schaue ich mal ob ich an Infos komme.

Für das Überschriftsproblem werde ich das Kabel (sofern es das ist mit 
einem Klappferrit knechten und testen.
Gast #6993059
Lesenswert?

Rudi Ratlos schrieb:
> GeGe schrieb:
>> Oder sogar
>> auch wenn man schnell aufsteht vom Bürostuhl.
>
> Würde mal sagen, du hast einen Wackelkontakt.

Nein, definitiv nicht.
Am Kabel wackeln oder am Monitor störte überhaupt nicht.
Das DVI>HDMI Kabel habe ich vor ein paar Tagen ausgetauscht gegen ein 
anderes, es ist auch ein klein wenig kürzer. Seither gibt es keine 
Probleme mehr.
Das alte hatte vom Metalkragen DVI zum Metalkragen HDMI einen Widerstand 
von 1,8 Ohm, also nicht besonders gut. Auch ein Wackeln am Kabel 
gleichbleibender Widerstand.
Nun hatte mich diese Schirmung und die "Qualität" des Kabels mal 
interessiert, also beide Stecker abgeschnitten und nachgeschaut. Vier 
verdrillte Leitungspaare, jeweils separat mit Alufolie geschirmt. Dazu 5 
einzelne ganz dünne Leitungen (Kupfer 0,3mm Durchmesser), diese aber 
ungeschirmt.
Eine gemeinsame Außenschirmung hat dieses Kabel keine.

Das neue ist also wohl etwas anders aufgebaut, zerschneiden möchte ich 
es nicht um nachzusehen ;)
Gast #6993633
Lesenswert?

GeGe schrieb:
> Seither gibt es keine Probleme mehr.
> Auch ein Wackeln am Kabel gleichbleibender Widerstand.

Dann solltest mal die einzelnen Pins durchmessen .

Ich finde HDMI zum Kotzen. Das ist ein Kabelformat, das automatisch nach 
kurzer Zeit zu Problemen führen muß . Ein armdickes steifes Kabel an 
einer Miniaturbuchse. Interessanterweise (ama-Rezis) gibts laufend nur 
Probleme damit, von "Pin-belegungen" bis hin zu Störungen. Und sobald 
die Leute ein neues Kabel kaufen - schwupp-di-wupp, funktionierts.
Meist nicht lange.

Für jedes Gerät ein neues Kabel.

A wire a day - keeps the doctor away.
OP #7024257
Lesenswert?

Unfähig geht die Welt zugrunde. Nachdem meine Bemühungen zu nichts 
geführt hatten, wurde vor ein paar Tagen eine USB Platte (mitten im 
Kopiervorgang) beim Ausschalten der Lötstation mal kurz entfernt.
Daraufhin hatte ich mir bei Welectron die analoge JBC (Weidinger 
Edition) bestellt…
Seither keine ernsthaften Beschwerden…
Mich stört nur die Form der mitgelieferten Spitze :-)
#7024381
Lesenswert?

Naja ...
Wenn wir früher eine Störungsquelle benötigt haben, gab es 3 
Möglichkeiten:

1.) Bei Schaffner eine kaufen.
2.) 2 x 24V Schrack Relais als Oszillator verschalten.
3.) Ein Weller Magnostat betreiben.

Der Weller wenn er läuft, versaut dir jede Messung, deshalb wundert es 
mich nicht. Ich habe welche und weiß wovon ich rede;-)

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren