Hallo,
kennt jemand einen Grund, warum die Netzspannung heute gegen 15 Uhr auf
fast 245V gestiegen ist ? (Raum Hannover / Braunschweig, Netzbetreiber
hier vor Ort = EON).
Mehrere Wechselrichter haben das heute bei mir erfasst.
Herbert K. schrieb:> kennt jemand einen Grund, warum die Netzspannung heute gegen 15 Uhr auf> fast 245V gestiegen ist ? (Raum Hannover / Braunschweig, Netzbetreiber> hier vor Ort = EON).> Mehrere Wechselrichter haben das heute bei mir erfasst.
Meinst Du nicht dass der Netzbetreiber der richtige Ansprechpartner
wäre?
Abgesehen davon kann die Netzspannung bis 253V erreichen, 230V +10%.
Das ist doch vollkommen unproblematisch, die Netzspannung darf +-10%
abweichen, also zwischen 207 - 253 V. Lastabwurf (warum auch immer) bei
einem Großverbraucher?
Herbert K. schrieb:> Hallo,> kennt jemand einen Grund, warum die Netzspannung heute gegen 15 Uhr auf> fast 245V gestiegen ist ? (Raum Hannover / Braunschweig, Netzbetreiber> hier vor Ort = EON).> Mehrere Wechselrichter haben das heute bei mir erfasst.
Wie lange?
Jörg
Die tatsächliche Netzspannung ist gar nicht so wichtig! Als Maß für die
Belastung des europäischen Verbundnetzes wird immer die aktuelle
Netzfrequenz verwendet.
Diese liegt zum Zeitpunkt dieser Antwort bei 50,011Hz fallend. Und
rückwärts/summierend geht die Netzzeit um 0,52 s VOR.
Wen es interessiert: die Swissgrid.ch veröffentlich diese Daten (fast)
in Echtzeit.
Das ist die schöne neue Windkraftwelt der Grünen. Einmal gibt es viel
Strom, dann wieder wenig. Oder gar nix. Dann springen die
Kohlekraftwerke in Polen an.
Hier sinds 240V... total normal.
Ansonsten könnte man daraus höchstens auf eine hohe regionale oder
lokale Erzeugung regenerativer Energie schließen. Wenn Du mir den Ort
nennst kann ich schauen, an welchen Leitungen der dranhängt und ob die
irgendwelche stärkeren Erzeuger erneuerbarer Energie tragen müssen.
Die Spannung ist ansonsten keine Größe für besonders hohe
Gesamterzeugung oder Gesamtlast im Netz, sondern man kann daraus
höchstens lokale und eng regionale Verschiebungen schließen. Für solche
Daten benötigt man wirklich die Daten der einzelnen Erzeuger bzw.
Netzbetreiber sehen es an der Auslastung ihrer Leitungen. Die kann man
aber zuhause an der eigenen Steckdose nicht messen.
Die Spannung wird auf der Mittelspannungsebene geregelt und ist daher
von regionalen oder gar überregionalen Einflüssen unabhängig. Da die
meisten Ortsnetztrafos noch ungeregelt sind, dürfte die
Spannungsanhebung wahrscheinlich durch höhere Einspeisung (Solar, Wind
speist in die MS-Ebene) oder den Wegfall eines großen Teils der Last in
Deinem NS-Netz verursacht sein.
Jörg
Halbrichtig. Die meisten Ortsnetztrafos (MS->400V) können schon in
bestimmten Grenzen geschaltet werden, meistens MS-seitig Nennspannung
+-500 oder +-1kV, aber dafür muß jemand zum Trafo fahren. Also diese
Stufenschalter werden einmal auf die Netzgegebenheiten eingestellt und
sollten dann dauerhaft passen.
Die 110kV->10/20kV MS Trafos haben alle Stufenschalter drin, die in sehr
weiten Grenzen arbeiten (die DDR 40MVA-Trafos hatten oberspannungsseitig
ganze 9 Stufen +-1920V, also einen Spannungsbereich von 92,6..127,3kV in
19 Stufen) und automatisch bzw. ferngesteuert umgeschaltet werden
können.
Schwachlastzeit (15:00) und viel Sonne, also PV welche einspeist.
Wobei ich Ben da eher zustimme, die Netzfrequenz sagt mehr aus als die
Spannung. Wer Synchonuhren hat, wie in meinem Fall, der merkt das eher:
Energie zu knapp= Uhr geht paar Sekunden nach, Energie im Überfluss= Uhr
geht paar Sekunden vor. Im Vergleich zur Funkuhr mit Batteriebetrieb.
Die Stufenschalter bzw. Anzapfungen (bei Trockentrafos) in den
Ortsnetztrafos können aber nur im spannungslosen Zustand geschaltet
werden. Die werden im Allgemeinen nach der Inbetriebnahme nicht mehr
verstellt und sollten daher eher kein Grund für kurzzeitige
Spannungserhöhung sein.
Der Trend geht aber angeblich zu regelbaren Ortsnetztrafos, um das
Problem der Spannungserhöhung bei Einspeisung in der NS-Ebene zu lösen.
Gesehen habe ich aber noch keinen.
Jörg
> die Netzfrequenz sagt mehr aus als die Spannung
Auch das stimmt leider nicht. Man kann die exakten 50Hz bei hoher als
auch bei niedriger Netzbelastung haben und die Netzzeit oder wie man das
nennen soll driftet halt frei um den exakten 50Hz-Sollzustand herum, je
nachdem, wie genau man mit der Regelung tatsächlich nachgefahren ist.
Für die Netzstabilität ist diese Netzzeit völlig egal, netzsynchrone
Uhren sind das einzige Equipment, was sich dafür interessiert.
Energiemangel oder Energie "im Überfluss" wird meiner Meinung künstlich
erzeugt, bzw. unabhängig vom Netz. Energiemangel heißt für mich, daß
nicht genug Kraftwerke Leistung bringen können und Verbraucher
abgeschaltet werden müssen. Zuviel Energie bedeutet, ich muß Erzeuger
abschalten, die schon gerne Strom bereitstellen würden, der aber nicht
abgenommen werden kann. Das sind aber hochdynamische Prozesse und dazu
noch mit wirtschaftlichen Faktoren durchsetzt. Beispielsweise können
Solaranlagenbetreiber bei hohem Angebot sagen nö, unter 10 Cent oder was
auch immer bekommt ihr meine kWh nicht und schalten ihre Anlagen ab
(künstliche Verknappung des Angebots, kennen wir vom Öl), sie können
aber auch sagen ist mir egal, die Sonne kostet nichts und lassen ihre
Anlagen trotz temporärer Unrentabilität durchlaufen.
> Die werden im Allgemeinen nach der Inbetriebnahme nicht mehr> verstellt und sollten daher eher kein Grund für kurzzeitige> Spannungserhöhung sein.
Stimmt. Allerdings kann bei manchen Trafos eine ungünstige Stufe gewählt
sein, die gelegentlich zu auffallend hoher oder niedriger Spannung
führt. Das hat keine Auswirkung auf die Versorgungssicherheit und könnte
bei Gelegenheit korrigiert werden.
Wenn man in einem weit ausgedehnten MS-Netz an einer Station hängt, in
deren Nähe eine leistungsstarke PV mit 20..30MWp einspeist, lässt sich
deren Tagesgang durchaus an der Spannung der eigenen Steckdose
verfolgen. Es kann aber sein, daß sich das bis zum 110kV Umspannwerk
schon wieder sehr gut verteilt und dieses von der lokal ziemlich hohen
Spannung gar nichts mitbekommt. Dieses erfährt die PV-Leistung als
Veränderung des Stromflusses, die Spannung in dessen Nähe kann aber
ziemlich konstant sein.
> Der Trend geht aber angeblich zu regelbaren Ortsnetztrafos,> um das Problem der Spannungserhöhung bei Einspeisung in der> NS-Ebene zu lösen. Gesehen habe ich aber noch keinen.
Man macht sich halt Gedanken, wie man die MS-Netze leistungsfähiger
bekommt, bzw. kostengünstig das Maximum aus dem Bestand herausholen
kann. wo das nicht mehr effektiv gelingt, wird z.B. von 10 auf 20kV
umgebaut.
Ich halte nicht so viel von weit ausgedehnten MS-Netzen. Im Zuge der
zunehmenden Elektromobilität oder Umstellung auf Wärmepumpen muss man
sowieso mehr Strom bereitstellen. Wärmepumpen und PV passt hierzulande
nämlich überhaupt nicht zueinander - das, was der PV im Winter fehlt,
kann die Wärmepumpe im Sommer gar nicht abnehmen. Oder wenn jeder wenn
er abends nach Hause kommt, erstmal sein Elektroauto läd, wird die
Verbrauchsspitze am Nachmittag und Abend um einiges stärker. Es ist
besser, schwache MS-Netze gleich aus dem Hochspannungsnetz zu stützen,
das senkt auch die Verluste beim Energietransport. Dafür wird leider das
110kV Netz weiter ausgebaut und ggf. seinerseits mehr durch das
Höchstspannungsnetz (380kV) gestützt werden müssen. Geht nunmal leider
nicht anders.
Ben B. schrieb:>> die Netzfrequenz sagt mehr aus als die Spannung> Auch das stimmt leider nicht. Man kann die exakten 50Hz bei hoher als> auch bei niedriger Netzbelastung haben und die Netzzeit oder wie man das> nennen soll driftet halt frei um den exakten 50Hz-Sollzustand herum, je> nachdem, wie genau man mit der Regelung tatsächlich nachgefahren ist.> Für die Netzstabilität ist diese Netzzeit völlig egal, netzsynchrone> Uhren sind das einzige Equipment, was sich dafür interessiert.
Sorry, mein Fehler. Danke für die Aufklärung. Ich dachte bisher immer,
dass bei Stromüberschuss die Netzfrequenz steigt und bei Mangel sinkt.
Im Jahresmittel sind die Uhren aber doch recht genau. Wahrscheinlich
greift man daher bis heute auf die 50Hz als Zeitbasis zurück, ich meine
ein Uhrenquarz wäre ja auch nicht teuer.
E34 L. schrieb:> Sorry, mein Fehler. Danke für die Aufklärung.
Ben B. schreibt wie üblich Unsinn.
Die Frequenz IST das Kriterium. Auf diversen Seiten kann man auch gut
nachlesen warum das so ist.
Auszug aus netzfrequenzmessung.de
"In jedem Augenblick muss von den Kraftwerken genau so viel Strom
erzeugt werden, wie von den Verbrauchern abgenommen wird. Liegt die
abgenommene Leistung über der den Generatoren zugeführten Leistung, dann
wird das Leistungsdefizit zwischen zugeführter und abgenommener Leistung
aus der Rotationsenergie der Generatoren gedeckt. Diese werden dadurch
langsamer, d.h. die Netzfrequenz sinkt."
Ralf S. schrieb:> Das ist die schöne neue Windkraftwelt der Grünen. Einmal gibt es viel> Strom, dann wieder wenig. Oder gar nix. Dann springen die> Kohlekraftwerke in Polen an.
Kasperl?
Ben B. schrieb:> Beispielsweise können> Solaranlagenbetreiber bei hohem Angebot sagen nö, unter 10 Cent oder was> auch immer bekommt ihr meine kWh nicht und schalten ihre Anlagen ab> (künstliche Verknappung des Angebots, kennen wir vom Öl),
Das glaube ich Dir so nicht, wer Solaranlagen hat, speist ein - ein
Kartell wie bei den Tankstellenabzockern wird es da noch nicht geben.
Das wird von den Netzbetreibern gesteuert, wenn zu viel da ist, regelt
man die Erneuerbaren runter.
Ich bin heute vormittag bei mäßigem Wind und strahlender Sonne etwa 45
km und zurück über die Dörfer gefahren, da sehe ich jede Menge
Windmühlen. Schon komisch, rechts der Straße drehen die vor sich hin,
links davon steht etwa die gleiche Menge still - das können nur
Regeleingriffe gewesen sein, weil sonst zu viel Strom eingespeist würde.
E34 L. schrieb:> Sorry, mein Fehler. Danke für die Aufklärung. Ich dachte bisher immer,> dass bei Stromüberschuss die Netzfrequenz steigt und bei Mangel sinkt.
Sorry, dass Du einen falschen Fehler zugeben willst! Die Netzfrequenz
ist der entscheidende Wert.
Wenn Du einem Motor mit konstanter Antriebsleistung die Last nimmst, zum
Beispiel im Auto einfach mal die Kupplung trittst, ohne den Fuß vom
Gaspedal zu nehmen ... Genauso ist das im Stromnetz, mit wenig Last geht
die Drehzahl, ähhhmmm Frequenz hoch bzw. bei höherer Last wieder runter.
Wenn Du nicht nachregelst (Gaspedal runter), wird das Auto den Berg hoch
langsamer.
Solarzellen haben bei Nennlast die höchste Lebensdauer, dagegen hat so
ein Luftquirl natürlich bei Stillstand den geringsten Verschleiß.
Und draufzahlen wollen die Einspeiser auch nicht. Also wird bei
negativen Preis abgeregelt.
Kann man schön an der Strombörse sehen.
Manches wurde richtig berichtet, vieles aber auch falsch.
Anfang 2018 sorgten gewisse politische Spannungen zwischen Serbien und
Kosovo dafür, dass dort Minderleistung eingespeist wurde und die
netzsynchronen Uhren im gesamten Netzverbund bis Portugal bis zu 6
Minuten nachgingen.
Das Frühjahr ist lange bekannt dafür, dass die PV in DE manche
Netzbereiche ordentlich in die Bredouille bringt, wobei 245VAC im
untersten Verteilernetz i.d.R. lange noch nicht dazu gehört.
Die zulässigen 253VAC wurden schon angeführt und prozentual gesteigerte
Spannung wird leistungsmässig im Quadrat an die übergeordnete
Spannungsebene übergeben, was die Spannungsanstiegskurve automatisch
abflachen lässt.
Und der VNB muss natürlich darauf achten, dass er bei Bedarf sein
Niederspannungsnetz passend aufrüstet, also u.a. mit entsprechenden
Trafostationen, die ggf. eine automatische oder ferngesteuerte
Umschaltung der Windungen beinhalteten, um die Spannung anzupassen.
Gerade die Niederspannungs-PV ist an sich netzfrequenzgesteuert und jagt
die Spannung nach oben, um die Leistung loszuwerden.
Um das etwas besser für die Niederspannungsmasche des TE beurteilen zu
können, müsste er viel mehr Daten preisgeben.
Aber der Netzbetreiber hat die eh und wird sich bemühen, einen
Schadenersatzfall zu vermeiden.
Teure Technik für die EE lässt sich in die Netzkosten integrieren,
Schadenersatz aufgrund Fehlplanung, etc. nicht.
> Die Netzfrequenz ist der entscheidende Wert.
Blödsinn. Die 50Hz sind lediglich der Sollwert und alles ist dafür
projektiert. Man könnte genau so gut sagen wir regeln auf 52Hz ein. Bei
48Hz werden die großen Trafos auch noch nicht direkt in die Sättigung
gehen.
Und eine Regelschwingung im Bereich 50Hz+-0.05Hz kann man bei 20%
Netzlast genau so sehen wie bei 90% Auslastung. Daher ist die Frequenz
keine Größe für die Netzlast, allerhöchstens ein Indiz im
Sekunden/Minuten-Bereich. Die Netzauslastung kann man daran auf keinen
Fall feststellen. Ansonsten dürft ihr mir sehr gerne erklären wir das
gehen soll.
> Wenn Du einem Motor mit konstanter Antriebsleistung die Last nimmst,> zum Beispiel im Auto einfach mal die Kupplung trittst, ohne den Fuß> vom Gaspedal zu nehmen ... Genauso ist das im Stromnetz, mit wenig> Last geht die Drehzahl, ähhhmmm Frequenz hoch bzw. bei höherer Last> wieder runter. Wenn Du nicht nachregelst (Gaspedal runter), wird> das Auto den Berg hoch langsamer.
Der Vergleich hinkt gewaltig, aber ich kann Dir an diesem Beispiel auch
erklären, wieso die Frequenz/Drehzahl kein Indiz für die Belastung oder
das Angebot ist.
Wenn ich einen steilen Berg mit Hänger hochfahre nehmen wir mal an, der
Motor macht das bei Vollast mit genau 2000 U/min. Wenn ich im Leerlauf
etwas Gas gebe, dreht der Motor auch genau 2000 U/min wenn ich mir mit
der Konstanthaltung etwas Mühe gebe. So, in beiden Fällen sinds 2000
U/min, ich kann allein aus Kenntnis der Drehzahl keine Rückschlüsse auf
die tatsächliche Leistung des Motors schließen. Dazu brauche ich noch
die Stellung des Gaspedals, die habe ich aber im Fall des Stromnetzes
nicht. Ich weiß folglich nicht wieviel Leistung die einzelnen Erzeuger
im Augenblick gerade einspeisen oder auch nicht. Ich weiß nicht wieviele
Kraftwerke ihre Leistung noch steigern könnten, auch nicht um wieviel.
> Scheinbar arbeitest Du bei einem EVU?
Nein. Nur Hobby und etwas investierte Zeit
in eine Google Earth Netzkarte.
Die Abregelungen erneuerbarer Energie sind in nahezu allen Fällen auf
eine zu hohe Auslastung der 110kV Netzebene zurückzuführen, teils auch
der Mittelspannungsnetze, bei kleineren Anlagen sogar die 400V Erdkabel.
Bevor die Leitungen überlastet werden, muß die Leistung von Wind- oder
Solarparks natürlich zurückgeregelt werden. Beide Anlagentypen eignen
sich gut dafür, da sie bei sinkender Auslastung des begrenzenden
Netzabschnitts auch schnell wieder in die Erzeugung gehen können. Es
darf keine erneuerbare Energie zugunsten eines konventionellen
Kraftwerks zurückgeregelt werden, erneuerbare Energie muss abgenommen
werden bevor z.B. Kohlekraftwerke überhaupt loslegen dürfen.
Anschauliches Beispiel wäre z.B. irgendwann wurden an einer Straße auf
dem Feld zwei große landwirtschaftliche Lagerhallen-Komplexe errichtet.
Sowas verbraucht kaum Strom, in der Vergangenheit und auch heute noch
fahren die Maschinen mit Diesel. Also hat man ein sagen wir
250A-Drehstromkabel in die Straße gebuddelt, bei 400V reicht das für
173kW. So, nun kommt die Energiewende, der etwas finanzstärkere Bauer
Jochen baut sich eine 160kWp Solaranlage auf seine Hallen. Soweit alles
gut, bei Sonnenschein fließt der Strom im Kabel nun in die andere
Richtung, mehr ändert sich nicht. Ein paar Jahre später ist Bauer
Schießmichtot zu Geld gekommen und baut sich ebenfalls so eine 160kWp-PV
auf den zweiten Hallenkomplex. Nun haben wir das Problem, daß plötzlich
bis zu 320kWp PV-Leistung durch das Kabel wollen, sind 462A bei 400V. Da
das mit dem 250A Kabel nicht funktioniert, muss die PV-Leistung zu
Spitzenzeiten gedrosselt werden. Entweder werden beide Anlagen erst auf
75%, dann auf 50% runtergeregelt, oder wechselseitig wird eine Anlage
komplett auf 0% zurückgefahren. Und damit die beiden Bauern nicht sauer
sind weil sie den erzeugten Strom nun nicht loswerden, gilt die Regel,
daß bei Abregelung der Anlage durch den Netzbetreiber genau so viel
gezahlt wird, als hätte die Anlage ungedrosselt einspeisen können. Sehr
zur Freude des Endkunden, der darf das nämlich bezahlen.
Um das Problem zu lösen bräuchte man entweder ein stärkeres oder
zweites Kabel, oder man stellt einen 10/20kV Mittelspannungstrafo neben
die Hallen und schließt den an das Mittelspannungsnetz an. Das
funktioniert dann solange, bis durch weiter steigenden Ausbau in den
höheren Spannungsebenen ebenfalls Probleme auftauchen können.
Ralf S. schrieb:> Das ist die schöne neue Windkraftwelt der Grünen. Einmal gibt es viel> Strom, dann wieder wenig. Oder gar nix. Dann springen die> Kohlekraftwerke in Polen an.>
Oha, mutig, mutig, das hier einfach so direkt zu schreiben ;) .... - Ich
dachte ja immer, das heißt "Vernunftkraft"-Werk.
Stefan H. schrieb:> Oha, mutig, mutig, das hier einfach so direkt zu schreiben ;) .... - Ich> dachte ja immer, das heißt "Vernunftkraft"-Werk
Definiere diesen Ausdruck!
Ben B. schrieb:>> Die Netzfrequenz ist der entscheidende Wert.> Blödsinn.
Aha. Interessant das die Energieerzeuger das anders sehen.
Ben B. schrieb:> Ansonsten dürft ihr mir sehr gerne erklären wir das> gehen soll.
Wenn Du lesen könntest, dann hättest Du längst die Unmengen an Texten
aus den Links incl. Erklärungen nachlesen können.
Herbert K. schrieb:> Hallo,> kennt jemand einen Grund, warum die Netzspannung heute gegen 15 Uhr auf> fast 245V gestiegen ist ?
Ich weiß im Moment nicht ganz genau, aber das kommt so ungefähr hin..
nähe Celle.
Bei uns haben sich nur 2 sma Umrichter von insgesamt 20 mit Überspannung
ausgeschaltet.. vielleicht ist das auch so eine Art Messtoleranz. Die
beiden musste ich einmal komplett 5 Minuten freischalten, danach
Normalbetrieb.
Das habe ich das erste mal erlebt.
Herbert K. schrieb:> kennt jemand einen Grund, warum die Netzspannung heute gegen 15 Uhr auf> fast 245V gestiegen ist ? (Raum Hannover / Braunschweig, Netzbetreiber> hier vor Ort = EON).
Hi,
kommt schon mal vor.
Höchste Spannung hier mal zufällig festgestellt: 253V
Sommer 2018 mittags.
[SCNR: Nicht umsonst priorisiere ich 310V Entstörkondensatoren. Ein
250V-er ist mir nämlich schon verreckt. An der Wama.]
ciao
gustav
Ben B. schrieb:
(von Ralf X., eingefügt, da Ben zum ordentlichen Zitieren zu blöd ist):
>> Die Netzfrequenz ist der entscheidende Wert.> Blödsinn. Die 50Hz sind lediglich der Sollwert und alles ist dafür> projektiert. Man könnte genau so gut sagen wir regeln auf 52Hz ein. Bei> 48Hz werden die großen Trafos auch noch nicht direkt in die Sättigung> gehen.
Selbstverständlich sind die 50Hz lediglich ein Wert, auf den man sich im
europäischen Verbundnetz geeinigt hat und dient also als Sollwert und
Führungsgrösse .
Wird der Antrieb eines mechanischen Generators mit weniger Leistung
gefüttert, als dem Generator elektrisch abverlangt wird, sinkt seine
Umdrehungszahl und damit bei einem Wechsel- oder Drehstromaggregat seine
Frequenz.
Im Verbundnetz bekommen das alle Erzeuger (und Verbraucher) zu spüren,
solange der Verbund aufrechterhalten wird.
> Und eine Regelschwingung im Bereich 50Hz+-0.05Hz kann man bei 20%> Netzlast genau so sehen wie bei 90% Auslastung.
Da habe ich auch nie etwas anderes behauptet.
> Daher ist die Frequenz> keine Größe für die Netzlast, allerhöchstens ein Indiz im> Sekunden/Minuten-Bereich. Die Netzauslastung kann man daran auf keinen> Fall feststellen. Ansonsten dürft ihr mir sehr gerne erklären wir das> gehen soll.
Nochmal, davon habe ich auch nicht gesprochen, sondern gerade in PV in
einer Niederspannungsmasche an sich das absolute Gegenteil, was Du aber
scheinbar nicht begriffen hast.
Keine Niederspannungsmasche ist jemals in der Lage, die Netzfrequenz zu
beeinflussen, hundertausende zusammen davon aber schon, aber darum ging
es hier nicht.
In der einzelnen Niederspannungsmasche sind die Wechselrichter an die
jeweilige Verbundnetzfrequenz in den Grenzen der VDE gebunden, gibt das
Netz eine Frequenz unterhalb oder oberhalb der Grenzwerte vor, hat der
WR abzuschalten.
In einer einzelnen Masche hinter einem oder mehreren Trafos und stabilen
Versorgung des Verbundnetzes entscheidet der Belastungsgrad der Masche,
welche Spannung sich dort einstellt.
Je höher die Last, desto niedriger stellt sich die Spannung ein, je
höher die Einspeisung durch z.B. PV, desto höher..
Einfachste physikalische Gesetze.
Philipp K. schrieb:> Herbert K. schrieb:>> Hallo,>> kennt jemand einen Grund, warum die Netzspannung heute gegen 15 Uhr auf>> fast 245V gestiegen ist ?>> Ich weiß im Moment nicht ganz genau, aber das kommt so ungefähr hin..> nähe Celle.>> Bei uns haben sich nur 2 sma Umrichter von insgesamt 20 mit Überspannung> ausgeschaltet.. vielleicht ist das auch so eine Art Messtoleranz. Die> beiden musste ich einmal komplett 5 Minuten freischalten, danach> Normalbetrieb.
253VAC ist die absolute Obergrenze, wo so ein WR aussteigen muss, i.d.R.
machen die das aber ein wenig früher.
Aber selbst wenn alle Deine 20 WR den absolut identischen Obergrenzwert
der Spannung zum Ausstieg hätten, stellen sich durch Leitungs- und
Klemmenwiderstände leicht unterschiedliche Spannungen ein.
> Das habe ich das erste mal erlebt.
Tja, je mehr PV, desto eher kann das passieren...