Was wäre wenn man bei einem Stirlingmotor anstelle eines Gases, Wasser
als Arbeitsmedium verwendet, und Kondensation und Verdunstung mit in den
Prozess einbezieht.
Es ist dann noch ein Stirlingmotor oder schon eine Dampfmaschine?
Warum macht man sowas nicht?
Weiß einer eventuell welche Vorteile und Nachteile das haben könnte?
Also ich meine einen ganz gewöhnlichen Stirlingmotor, mit Arbeits und
Verdrängerkolben.
Probier's doch einfach aus. Wasser im Zylinder macht sich aber nicht so
gut, weil nicht komprimierbar.
Oder mit anderen Gasen, evtl. schweren Gasen wie SF6... oder wenn man
das Gas unter Druck verwendet... vielleicht leichte Gase wie
Wasserstoff, der hat eine hohe Wärmekapazität, aber dafür den Nachteil,
daß er auf lange Sicht durch fast jeden Werkstoff hindurchdiffundiert.
Ben B. schrieb:> Probier's doch einfach aus. Wasser im Zylinder macht sich aber> nicht so gut, weil nicht komprimierbar.> Oder mit anderen Gasen, evtl. schweren Gasen wie SF6... oder wenn man> das Gas unter Druck verwendet... vielleicht leichte Gase wie> Wasserstoff, der hat eine hohe Wärmekapazität, aber dafür den Nachteil,> daß er auf lange Sicht durch fast jeden Werkstoff hindurchdiffundiert.
Also Standard ist ja Helium oder Druckluft, ich habe auf jeden Fall noch
mal drüber nachgedacht, und es kann kein gewöhnlicher Stirlingmotor
sein, der Verdränger muss ja im Grunde für Wasser und für Wasserdampf
gleichermaßen funktionieren. Am besten wäre es wenn im Betrieb ein Dampf
Wasser gemisch entsteht. Der Verdrängerkolben muss auf jeden Fall im
kalten Teil die Flächen vom Kondensat befreien, damit das ganze
funktionieren kann.
Ja das habe ich mir auch gedacht, man könnte es ja mal ausprobieren.
DANIEL D. schrieb:> Was wäre wenn man bei einem Stirlingmotor anstelle eines Gases, Wasser> als Arbeitsmedium verwendet, und Kondensation und Verdunstung mit in den> Prozess einbezieht.
Dann wäre man 250 Jahre in der Entwicklung zurückgeworfen und hätte
gerade eben den ersten atmosphärischen Vorläufer der Dampfmaschine
gebaut, damals wurde von NEWCOMEN der Wasserdampf im Zylinder
kondensiert.
Leider fehlen unseren Erfindergenies jegliche historischen Grundlagen in
dem Fachgebiet über das sie im Wirthaus nach 10 Bier schwadronieren.
Also ich müsste mich erst in die Thermodynamik des Stirlingmotors
einlesen, um dazu irgendwelche fundierten Aussagen machen zu können. Im
Grunde weiß ich im Moment nicht, warum das Ding überhaupt funktioniert.
Ich glaube, der Motor bezieht seine Energie aus einer möglichst hohen
Temperaturdifferenz zischen beiden Zylindern und ich habe mal was davon
gelesen, daß man seinen Wirkungsgrad mit einem Regenerator (als
Wärmespeicher) steigern kann. Das würde wohl heißen, daß man möglichst
heißes Gas in einem Zylinder braucht und möglichst kaltes Gas im
zweiten.
Wasserdampf auf der kalten Seite zu kondensieren würde dort viel Wärme
freisetzen, die irgendwie wieder weg muss. Ohne Wärme bräuchte ich auch
einen sehr hohen Unterdruck, um einmal dort kondensiertes Wasser erneut
zu verdampfen. Keine Ahnung, ob das überhaupt möglich ist. Extern
vielleicht, aber dann nähert sich der Prozess einer
Hochdruck-Dampfmaschine mit Kondensation an, bzw. dem normalen
Dampfkreislauf.
Der Wirkungsgrad eines Stirlings war früher (1850 - 1900) deutlich
schlechter, als der einer Dampfmaschine.
In Australien wurden sie zu der Zeit aber in größerem Stil
eingesetzt. Das hatte mehrere Gründe:
Kohle war extrem billig. Der Wartungsaufwand gering.
Ein Farmer konnte diesen Antrieb für seine Wasserpumpe usw.
unbeaufsichtigt laufen lassen, ohne eine Kesselexplosion
zu befürchten.
Als sich Elektrizität durchgesetzt hat, war Schluss.
Grüße Bernd
Na weiß nicht, man hat die Dinger auch in Solar-Stirlings eingesetzt, um
10..20kW Strom zu bekommen. Dabei ist der Wirkungsgrad gar nicht so
schlecht, allerdings hat man durch die bewegten Teile mehr
Wartungsprobleme als bei PV-Anlagen und durch die Kostenreduktion bei
der PV lohnt sich der Bau solcher Solar-Stirlings heute wohl nicht mehr.
Stirlingmotoren funktionieren nur mit Gas, das muß bei Kryopumpen sogar
mit Molsieb getrocknet werden.
Kommerzielle Geräte arbeiten mit Helium (weniger Diffusionsverluste) bei
einem Druck von 20-30 bar, das erhöht die Wärmekapazität. Höhere Drücke
erfordern teureres Material oder höhere Wandstärken, also läßt man das.