Ich habe diesen Schaltplan aus dem www gefischt. Zwei rudimentäre
OP-Verstärker arbeiten gegeneinander/miteinander : Der erste OP besteht
aus Q1, Q4 und Q10. Der zweite OP besteht aus Q2, Q3 und Q9.
Das sieht einigermaßen elegant aus, diese totale Symmetrie mag dem
unbedarften Auge wohl gefallen. Aber wie wird der Ruhestrom durch Q9 und
Q10 stabilisiert oder festgelegt? Hier ist ein Freiheitsgrad zuviel in
der Schaltung, hier würde ich mir "mehr Kontrolle" wünschen. Dies ist
eine Aufgabe für die Besten!
Bertram Bügler schrieb:> Aber wie wird der Ruhestrom durch Q9 und Q10 stabilisiert oder> festgelegt?
Wenn man unbedingt den Ruhestrom verändern möchte, dann kann man R24
durch einen 2k5 Trimmer ersetzen.
Und Q15 muss man durch einen TIP3055 (NPN) o.ä. austauschen!
Bertram Bügler schrieb:> Das sieht einigermaßen elegant aus
Sieht aber eben nur so aus. Die Schaltung hat schwerwiegende Nachteile,
z.B. daß sich der Arbeitpunkt nicht definiert einstellt.
Eine doppelte Differenzstufe macht man daher nicht ohne Not, z.B. bei
OPVs mit Rail to Rail Eingang. Da hat man jedoch den entscheidenden
Vorteil, daß alle Transistoren im selben Fertigungsprozeß entstehen und
auch die gleiche Temperatur haben.
Diskret aufgebaut ist sie aber einfach nur Bäh. Vorzugsweise hört aber
keiner, daß sie schlechter ist, messen kann man es jedoch schon.
Hochwertige OPVs sind daher immer mit einfacher Differenzstufe, einen
Rail to Rail Eingang braucht man ja nur selten.
R13 bekommt 0.7V also 7mA durch Q1+Q4, davon 3.5mA durch R11 macht 7.7V
und nach Q10 noch 7V an R22 führen zu 32mA. Justieren muss man da
nichts. Dasselbe in der negativen Schiene.
Ruhestrom von 1.5mA gibt es durch Q12 und Q13, der wird durch Q11
eingestellt, ist aber nicht kritisch, daher Festwiderstände. Es folgt
eine Edwin-Endstufe, die aber erst beginnt zu leiten wenn die Spannung
an R37+R38 über 0.7V geht, also mehr als
6mA durch Q15 fliessen.
Hier kommt mir was falsch vor, wenn man seine Polarität dreht, passt es
besser, benötigt aber 11.6mA durch R31. Das schafft Q13, aber der
Einsatz der Edwin-Transistoren erfolgt spät, das gibt Verzerrungen.
Na ja, er sill wohl nur laut sein.
R24 oder R25 sollten ein PTC oder NTC sein (weiss eben nicht, wie
herum), der mit dem Kühlkörper der Endtransistoren in therm. Kontakt
ist, damit der Ruhestrom auch thermisch stabil ist.
Thomas R. schrieb:> R24 oder R25 sollten ein PTC oder NTC sein (weiss eben nicht, wie> herum), der mit dem Kühlkörper der Endtransistoren in therm. Kontakt> ist, damit der Ruhestrom auch thermisch stabil ist.
Hi,
das macht man auch billiger schon seit ca. 1970 mit Montage des
Transistors Q11 am selben Kühlkörper wie die Enddtransistoren.
ciao
gustav
MaWin schrieb:> Das schafft Q13, aber der Einsatz der Edwin-Transistoren erfolgt spät,> das gibt Verzerrungen.
Was sind "Edwin-Transistoren"?
Es gab mal um 1970 eine "Edwin-Endstufe" bei Elektor.
Aber der Name "Edwin" ist mir sonst noch nicht untergekommen...
Bertram Bügler schrieb:> Es gab mal um 1970 eine "Edwin-Endstufe" bei Elektor
Genau das Prinzip.
Die ruhestromlose Leistungsstufe leitet erst, wenn die Vorstufe schon
deutlich Strom in den Ausgang leitet.
Da der Einsatz dann mit der Exponentialkurve der Diodenkennlinie
erfolgt, verzerrt das, was durch Gegenkopplung bekämpft wird, aber nie
so gut wird wie mit einer linear reagierenden Endstufe.
Bertram Bügler schrieb:> Es gab mal um 1970 eine "Edwin-Endstufe" bei Elektor.
Anbei eine ganz einfache Edwin-Endstufe von Uher. Denke da ist das
Prinzip der Rückkopplung besser zu erkennen.
Peter D. schrieb:> Eine doppelte Differenzstufe macht man daher nicht ohne Not
Ja, z.B. wenn man wie hier unsinnigerweise am Netzteil spart. In solchen
Leistungsklassen gehört der Spannungsverstärker mit einer eigenen, ggü.
dem Stromverstärker höheren, Spannung versorgt.
Onkel Hotte schrieb:> In solchen Leistungsklassen gehört der Spannungsverstärker mit einer> eigenen, ggü. dem Stromverstärker höheren, Spannung versorgt.
Oder, man "zaubert" sich mit den Treiber- und End-Transistoren und einer
Gegenkopplung mit einem Spannungsteiler, noch ein wenig
Spannungsverstärkung herbei, siehe Bild im Anhang