Rätzel: was ist das für eine Kappe, aufgeschraubt auf Gravierstift, mit vier Zacken?

OP (Firma: schlechthin) #7124387
Wofür könnte das sein? Man muss auf diese Kappe drücken um den 
doppelseitigen Wolframcarbid Stift vorne umzudrehen oder zu wechseln, 
aber man kann auch mit nem Zahnstocher reindrücken. Auf dem Bild ist er 
herausgeschraubt. Wofür  sind diese vier Zacken? Man kann die Spitze 
auch rausschrauben, dann sieht es aus wie ein Kugelschreibermechanismus. 
Die Zacken haben im Stift selbst keinerlei Funktion.
Angehängte Dateien:
Gast #7124396
Das ist kein "Gravierstift", das ist ein Fallminenbleistift. Und damit 
erklärt sich der Anspitzer.

Jemand hat das Ding missbraucht/umgenutzt und einen Hartmetallstift 
statt der Bleistiftmine eingesetzt.
Beitrag #7124401 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #7124770 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #7124869 wurde von einem Moderator gelöscht.
Gast #7124975
Zwanghaft Ehrlich schrieb im Beitrag #7124770:
> Ansonsten könnte man spekulieren, das Fallbleistifte eher Ossi bekannt
> sind, weil die 1940 erfundenen Fallminenbleistifte im westlich
> technisierten Teil der Welt durch den Feinminenstift mit seiner
> Polymermine ersetzt wurde. Die mussten dann nicht mehr gespitzt werden.

Kamn von der Tschechischen Fa. Koh-i-Noor.
Einem alten Österreichischen Konzern.

https://de.wikipedia.org/wiki/Koh-i-Noor_Hardtmuth
#7125115
Zwanghaft Ehrlich schrieb im Beitrag #7124770:
> Ansonsten könnte man spekulieren, das Fallbleistifte eher Ossi bekannt
> sind,

Klar, nur wenige kennen die Weltniveu-Erzeugnisse von Staedtler und 
Faber aus dem Arbeiter- und Bauernparadies.
Beitrag #7125285 wurde von einem Moderator gelöscht.
#7125848
Hallo,

Der G. schrieb:
> Es ist nicht zum Anspitzen und es ist ein Gravurstift durch und durch.
> Nur dieses komische Ding irritiert mich, ich komme nicht drauf wofür das
> ist.

na dann ist doch alles in Ordnung...
Falls Du mal eine Bleistiftmine reinmachst mutiert es zum Fallbleistift 
und Du kannst Anspitzen.

Gruß aus Berlin
Michael
Gast #7125884
Der G. schrieb:
> Es ist nicht zum Anspitzen und es ist ein Gravurstift durch und durch.

Eher zum Gravurstift 'missbraucht' indem man die Bleistiftmine durch 
eine (Pseudo-)Gravurnadel ersetzt hat. 'Richtige Gravurstifte haben 
jedenfall nicht so einen 'Minen-hobel'. 
https://www.google.com/search?q=engraving+pen&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=2ahUKEwil5KuVkPb4AhWQgf0HHR8rCsEQ_AUoAnoECAMQBA&biw=2560&bih=1489

Im Osten waren solchen Missbrauch-Improsivationen nicht ungewöhnlich, da 
wurde schon mal eine Creme-dose zum Tauchsieder 'umgewidmet'. Oder ein 
Röhrenfernseher zum Scope 'aufgebohrt'.
Beitrag #7125991 wurde von einem Moderator gelöscht.
Gast #7126398
Spitzer Winkel-Advokat schrieb im Beitrag #7125991:
> Percy N. schrieb:

> ...dafür kennen viele hier Deine täglichen Ironie-Versuche, mit denen Du
> Dich zwanghaft im Gespräch zu halten möchtest.
>
> Klappt nur nicht -weil: Anderen auf dem Sack herumtreten schafft keine
> Freunde!

Vorschlag:  ... penetrier hier nicht mit deinen moralischen Vorhaltungen 
aus niedrigen Blockwartbeweggründen. Sucht Dir ein anderes Ventil für 
Deine Langeweile.
#7126423
Dazu passt aber auch der Bleistiftspitzer der "Raumpatrouille" mit 
Raumschiff Orion
https://de.wikipedia.org/wiki/Raumpatrouille_%E2%80%93_Die_phantastischen_Abenteuer_des_Raumschiffes_Orion#Dekoration
"In die Kommandostation der Orion wurden insgesamt 22 Minenspitzer vom 
Typ 322 der Firma Dahle als Bedienelemente eingebaut.

https://www.faber-castell.de/produkte/TK9500FallminenstiftOH%C3%982mm/139520
so einen habe ich hier. Da ist aber kein Anspitzer im Druckknopf 
eingebaut.
https://www.faber-castell.de/search-result-page?q=TK+9071
die "Fallminen" dazu, klingt irgendwie explosiv.
Gast #7126597
Diese Stifte kennt jeder, der eine technische Qualifikation der Richtung 
Maschinenbau, Architektur, Bauingenieurwesen oder Elektrotechnik oder 
ähnlichem vorzuweisen hat. Das hat nichts mit DDR zu tun, wie hier 
einige meinen.
#7126607
Lukas schrieb:
> Diese Stifte kennt jeder, der eine technische Qualifikation der
> Richtung Maschinenbau, Architektur, Bauingenieurwesen oder
> Elektrotechnik oder ähnlichem vorzuweisen hat. Das hat nichts mit DDR zu
> tun, wie hier einige meinen.

So etwas hatte auch mein Vater (Kaufmann) und einer meiner Ausbilder 
(Rechtsanwalt).

Es braucht also auch keinen technischen Bezug.
Gast #7126609
Lukas schrieb:
> Diese Stifte kennt jeder, der eine technische Qualifikation der Richtung
> Maschinenbau, Architektur, Bauingenieurwesen oder Elektrotechnik oder
> ähnlichem vorzuweisen hat.

Nö. Man muss auch alt genug sein; in den letzten 30 Jahren wurde mit so 
etwas praktisch nicht mehr gearbeitet. Jetzt findet sich so etwas eher 
bei Künstlern, die gerne Skizzen mit Graphitstiften anfertigen.

https://www.modulor.de/stifte-schreibwaren/bleistifte/fallminenstifte/
#7126701
Tusche auf Transparentpapier war üblicher, die konnte man lichtpausen. 
Zum Radieren ein Glasfaserpinsel, die gibt es noch.

Meine Baupläne hier von 1962 sind noch mit Bleistift gezeichnet. Die 
wurden auch kopiert, z.B. zur Genehmigung vom Bauamt. Ein kleiner Umbau 
von 1973 ist schon mit Tusche gezeichnet.
Gast #7126765
DerEgon schrieb:
> Lukas schrieb:
>> Diese Stifte kennt jeder, der eine technische Qualifikation der Richtung
>> Maschinenbau, Architektur, Bauingenieurwesen oder Elektrotechnik oder
>> ähnlichem vorzuweisen hat.
>
> Nö. Man muss auch alt genug sein; in den letzten 30 Jahren wurde mit so
> etwas praktisch nicht mehr gearbeitet.

Denk ich auch, insbesonders die mit dem 'dicken' Minen wie hier gezeigt. 
Die waren (wo verfügbar) längst von den mit dünnen Mienen, die nicht 
gespitzt werden mussten, abgelöst. Mit denen konnte man dann auch 
exakten Strichstärken wie für Technische Zeichnungen gefordert konstant 
zeichnen.
https://www.maschinenbau-wissen.de/skript3/konstrkution-entwicklung/technisches-zeichnen/189-linienstaerke?tmpl=component

Noch besser mit Tuschezeichner (bspw rotring). Und diese Tuschezeichner 
konnte man auch für Platinen benutzen um den Ätzabdecklack aufzubringen 
(um mal wieder bei Thema des forums vorbeizuschauen).

Die gezeigte "Anspitzer" sind IMHO auch reichlich untauglich zum 
tatsächlichen Anspitzen, die vier Klingen, die praktisch nie exakt 
ausgerichtet sind, raspeln die Mine ziemlich unrund. Da war man besser 
mit einem kleinen Schleifkästchen mit feinen Schmiergelpapier dran. Ich 
weiss garnicht ob es diese Schleifkästchen kommerziell gibt, so ein 
Bleistiftanschleifkästchen hat man sich in Werkstatt schnell 
zusammengezimmert.

> Jetzt findet sich so etwas eher
> bei Künstlern, die gerne Skizzen mit Graphitstiften anfertigen.
Und die Schulbuben benutzen diese Stifte gerne als Blaserohr (wenn man 
die 'Inneren' entfernt hat) für Papierkugeln. Und wurde nicht in dem 
künstlerisch wertvollen Film "Der Krieger und die Kaiserin" eine 
Tracheotomie durch eine Stifteinlage zum Erfolg gebracht ?
Beitrag #7126769 wurde von einem Moderator gelöscht.
#7126777
Zwanghaft Ehrlich schrieb:
> Die gezeigte "Anspitzer" sind IMHO auch reichlich untauglich zum
> tatsächlichen Anspitzen, die vier Klingen, die praktisch nie exakt
> ausgerichtet sind, raspeln die Mine ziemlich unrund.

Die Anspitter in Drücker von Staedtler haben nur eine Klinge und 
erzeugen dadurch einen irdentlichen Konus.

Zwanghaft Ehrlich schrieb:
> Da war man besser mit einem kleinen Schleifkästchen mit feinen
> Schmiergelpapier dran. Ich weiss garnicht ob es diese Schleifkästchen
> kommerziell gibt, so ein Bleistiftanschleifkästchen hat man sich in
> Werkstatt schnell zusammengezimmert.

Oder man hat sich für 0,50 DM einen separaten Anspitzer gekauft; ein 
simplrs Stück Plastik mit einer 2 mm-Bohrung und einer schräg 
eingesetzten Klinge, entsprechend wie Spitzer für gewöhnliche 
Bleistifte.
#7126797
Gibt es auch Anspitzer für Zimmermannsbleistifte? Ich habe mir ein 
ganzes Bündel gekauft, aber da ist man ja ständig am Schnitzen.
Dummerweise haben die einen ovalen Querschnitt. Am saubersten ist noch 
Abflexen. Am besten gleich beide Enden.

(Marx-Brothers-Witz: "man kann eine Kerze nicht an beiden Enden 
anzünden" - und schon holt der Stumme eine zweifach brennende Kerze aus 
der Hosentasche)
Gast #7126870
Zwanghaft Ehrlich schrieb:
> Denk ich auch, insbesonders die mit dem 'dicken' Minen wie hier gezeigt.
> Die waren (wo verfügbar) längst von den mit dünnen Mienen, die nicht
> gespitzt werden mussten, abgelöst. Mit denen konnte man dann auch
> exakten Strichstärken wie für Technische Zeichnungen gefordert konstant
> zeichnen.

Die hatten aber beim schreiben keine Spitze.
Sondern es entstand eine schräge Fläche.
Etwas gedreht, und man schnitt mit der Kante ins Papier.

Übrigens, es gab auch Drehbleistifte.
Mit 0,8mm (?) Mine.
Da war der Effekt mit der Fläche noch sichtbarer.
Gast #7126872
michael_ schrieb:
> Die hatten aber beim schreiben keine Spitze.
> Sondern es entstand eine schräge Fläche.
> Etwas gedreht, und man schnitt mit der Kante ins Papier.

Für technische Zeichnungen sollte man die Dinger deswegen auch möglichst 
senkrecht halten. Nur so liefern sie wirklich die Soll-Strichstärke.
OP (Firma: schlechthin) #7128229
Tatsächlich, dass soll ein Fallminenspitzer sein. Und der Gravurstift 
hat sich einfach eines Fallminenstiftes bedient. Aber wirklich tauglich 
sieht das nicht aus, zum Anspitzen, aber das wurde ja schon hier 
bestätigt.

https://filz-papeterie.de/fallminenstift-fallmine-minenhalter-meachnischer-bleistift-bleistifte-grahite-graphitstift.html

Zimmermannsstifte sind denke ich einfach fürs Grobe, sollen nicht 
wegrollen und man kann grob das holz wegschnitzen und den dann 
"misshandeln". Man kann ne breitere und schmalere Linie ziehen.
Gast #7128263
X2 schrieb:
> DerEgon schrieb:
>> Gibt es eigentlich einen Grund, warum die Dinger so geformt sind?
>
> Ich würde darauf tippen: "Damit die nicht immer vom Dach rollen"

Das.
Und man soll sie mit dem Messer spitzen. Man lässt einen Holzspan neben 
der Mine stehen (entweder die breite oder die schmale Seite, je nach 
Einsatzart), damit diese nicht brechen kann (was durch die Form ohnehin 
schon schwer ist).
Der Span reibt sich sich (in gewissem Rahmen) zusammen mit der Mine ab - 
bei Zeichnungen auf Holz eher weniger, bei Mauerwerk problemlos. Ein 
Spitzer, der die Mine allseitig freilegt ist kontraproduktiv.
#7128415
Wenn ich mal bei Obi vorbeikomme, werde ich vielleicht den Spitzer 
kaufen. Das mit dem Span zur Verstärkung hatte ich mir auch so gedacht, 
aber egal wie, Zimmermannsbleistifte sind eine Fehlkonstruktion.

Und dann war da noch Charlie Brown, der in Gedanken an seine rothaarige 
Klassenkameradin vertieft seinen Kugelschreiber anspitzte. Rats! Da er 
auf dem Weg zum Bleistiftspitzer an ihrem Platz im Klassenzimmer 
vorbeikommt, muss er natürlich sehr oft nachspitzen. Viel blieb vom 
Bleistift nach der Schulstunde nicht mehr übrig.
Gast #7128640
Christoph db1uq K. schrieb:
> aber egal wie, Zimmermannsbleistifte sind eine Fehlkonstruktion.

Über 100 Jahre unveränderte Bauform[0] und mehrere Jahrhunderte 
Geschichte sprechen dagegen[1][2].

Aber ja: Die rechteckigen mit abgerundeten Ecken sind besser. Der ovale 
Kram ist vermutlich eine Kostensparmaßnahme durch industrielle 
produktion oder so etwas.


[0]
https://en.wikipedia.org/wiki/File:Artwork_with_carpenter%27s_pencil,_1921.jpg

[1]
https://web.archive.org/web/20080430183938/http://www.faber-castell.com.au/docs/default-news.asp?id=19463&domid=1010&sp=E&addlastid=&m1=14248&m2=16959&m3=19364&m4=19463

[2]
Ja, Tradition ist selten Ideal weil auch die Toten mitbestimmen dürfen 
aber im Handwerk sind gerade die alten Werkzeuge mittlerweile so 
optimiert, das es nicht viel besser geht.

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