Strommesung verstehen

OP #7176329
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Moin,
ich verstehe mein Multimeter gerade nicht.

Wenn ich den Strom messe, den ein kleiner DC Motor bei 3V aus dem 
Neetzteil zieht, dreht der Motor nur noch langsam, laut Multimeter zieht 
der 300mA.
Betreibe ich den Motor aber ohne Multimeter, zieht er laut Netzteil 
weiterhin 300 mA und dreht schnell.
Das heißt ja, dass an meinem Multimeter signifikant Spannung abfällt ( 
leider habe ich kein zweites Multimeter zum Nachmessen).

Der Widerstand, den ich messe, wenn ich die Eingänge einfach verbinde, 
ist 0,8 Ohm.

Die Batterie des Multimeters ist neu, daran kann es nicht liegen.

Da ist doch bestimmt nur ein Denkfehler, oder ist das Ding kaputt?

Gruß Mr.Green
Gast #7176354
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Na dann mal kurz nachgerechnet:

Spannung : 3,0V
Strom:     300mA

Macht rechnerisch einen Widerstand von 10 Ohm

Nun kommt rund 1 Ohm durch das Multimeter dazu:

Statt 3,0V stehen am Motor nur noch 2,7V an und er läuft 
(verständlicherweise) langsamer.

Manchmal kann es eigentlich ganz einfach sein.

Läuft der Motor mit Multimeter und 3,3V eventuell wieder genauso schnell 
wie bei 3,0V und ohne Multimeter?
Beitrag #7176364 wurde von einem Moderator gelöscht.
Gast #7176370
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Helfer schrieb:
> Na dann mal kurz nachgerechnet:
>
> Spannung : 3,0V
> Strom:     300mA
>
> Macht rechnerisch einen Widerstand von 10 Ohm

Wobei diese 10Ω nirgendwo existieren, sondern vor allem der 
Gegenspannung des drehenden Motors geschuldet sind.

Mich wundert jedoch sehr, daß die Stromaufnahme mit Extrawiderstand in 
der Leitung gleich ist.

@TS: Da du anscheinend ein Labornetzteil hast: Welche Spannung muß denn 
dein Labornetzteil aufbringen, um 300mA durch das Multimeter zu treiben? 
(Und was zeigt das Multimeter dann an?)
#7176380
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Der Unterschied ist durch den Innenwiderstand des Multimeters bedingt. 
Versuchs einmal mit dem großen Strombereich des Multimetets oder mit 
einem niederohmigen kleinen externen Shunt und messe den Spannungsabfall 
mit dem Multimeter im mV Bereich.
OP #7176400
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Wühlhase schrieb:
> Helfer schrieb:
>> Na dann mal kurz nachgerechnet:
>>
>> Spannung : 3,0V
>> Strom:     300mA
>>
>> Macht rechnerisch einen Widerstand von 10 Ohm
>
> Wobei diese 10Ω nirgendwo existieren, sondern vor allem der
> Gegenspannung des drehenden Motors geschuldet sind.
>
> Mich wundert jedoch sehr, daß die Stromaufnahme mit Extrawiderstand in
> der Leitung gleich ist.
>
> @TS: Da du anscheinend ein Labornetzteil hast: Welche Spannung muß denn
> dein Labornetzteil aufbringen, um 300mA durch das Multimeter zu treiben?
> (Und was zeigt das Multimeter dann an?)

Bei 2,64V treibt es 300mA durch das Multimeter (direkt angeschlossen, 
ohne Motor usw.)

Messe ich den Motor im großen Bereich, dreht er wie erwartet schnell 
beim gleichen Strom.

Aber heißt das jetzt, dass es im kleinen Bereich einen (unerwartet) 
hohen Innenwiderstand hat?
Gast #7176404
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Chris R. schrieb:
> Bei 2,64V treibt es 300mA durch das Multimeter (direkt angeschlossen,
> ohne Motor)

Damit hast du einen Kurzschluss gemacht. Vermutlich ist dein Messgerät 
jetzt kaputt.

Normalerweise müsste eine Sicherung haben die dabei durchbrennt, aber 
dann würde der Motor gar nicht mehr laufen.
OP #7176416
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Stefan ⛄ F. schrieb:
> Chris R. schrieb:
>> Bei 2,64V treibt es 300mA durch das Multimeter (direkt angeschlossen,
>> ohne Motor)
>
> Damit hast du einen Kurzschluss gemacht. Vermutlich ist dein Messgerät
> jetzt kaputt.
>
> Normalerweise müsste eine Sicherung haben die dabei durchbrennt, aber
> dann würde der Motor gar nicht mehr laufen.

Nein, da ist nichts durchgebrannt.
Gast #7176422
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Chris R. schrieb:
> Nein, da ist nichts durchgebrannt.

Offenbar doch, sonst würde der Motor im "kleinen" Messbereich nicht viel 
langsamer drehen. Aber dass er dann trotzdem 300mA aufnimmt, kann wie 
gesagt nicht sein. Deine Zahlen passen nicht zusammen.

Ich frage nochmal: Was ist das für ein Netzteil, begrenzt das etwa den 
Strom auf 300mA?
OP #7176429
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Harald W. schrieb:
> Chris R. schrieb:
>
>> Aber heißt das jetzt, dass es im kleinen Bereich einen (unerwartet)
>> hohen Innenwiderstand hat?
>
> Hast Du denn inzwischen schon mal einen Blick in Deine Bedienungs-
> anleitung geworfen oder bist Du ein Kaltduscher, der grundsätzlich
> keine Bedienungsanleitungen braucht?

Das hatte ich. Es nennt den Eingangswiderstand bei Spannungsmessungen, 
aber keinen Innenwiderstand bei Strom.
OP #7176433
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Stefan ⛄ F. schrieb:
> Chris R. schrieb:
>> Nein, da ist nichts durchgebrannt.
>
> Offenbar doch, sonst würde der Motor im "kleinen" Messbereich nicht viel
> langsamer drehen. Aber dass er dann trotzdem 300mA aufnimmt, kann wie
> gesagt nicht sein. Deine Zahlen passen nicht zusammen.
>
> Ich frage nochmal: Was ist das für ein Netzteil, begrenzt das etwa den
> Strom auf 300mA?

Ein Hameg Labornetzteil, es ist nicht in der Strombegrenzung.
Gast #7176444
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Stefan ⛄ F. schrieb:
> Chris R. schrieb:
>> Bei 2,64V treibt es 300mA durch das Multimeter (direkt
>> angeschlossen, ohne Motor)
>
> Damit hast du einen Kurzschluss gemacht.

Seltsamer Kurzschluß - mit fast 9 Ohm.


> Vermutlich ist dein Messgerät jetzt kaputt.

Warum sollte das jetzt passiert sein? Wenn sein Messgerät die 300mA 
nicht abkönnte, dann wäre es schon seit seiner ersten Messung kaputt.


> Normalerweise müsste eine Sicherung haben die dabei
> durchbrennt,

Warum sollte da eine Sicherung duechbrennen, wenn der Meßbereich 
offenbar für 300mA geeignet ist?
Moderator #7176482
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Ich habe hier ein billiges Peaktech mit einem klassischen 200mV-DMM-Chip
ohne irgendwelche Verstärkerelektronik für Strommessungen. Im
200mA-Messbereich ist der Innenwiderstand ohne die Sicherung
erwartungsgemäß 1,0Ω, die Sicherung hat 3,5Ω (einzeln gemessen), macht
zusammen also 4,5Ω. Der Widerstand der Sicherung erscheint mir etwas
hoch, evtl. hat sie schon einen leichten Schuss.

Die 8,8Ω beim TE wären etwa doppelt so viel, was schon sehr grenzwertig,
aber auch nicht völlig unplausibel ist. Oftmals hat bei nicht ganz
fabrikneuen Geräten auch der Drehschalter einen nicht unerheblichen
Kontaktwiderstand und sollte deswegen von Zeit zu Zeit gereinigt werden.
Moderator #7176490
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Stefan ⛄ F. schrieb:
> Chris R. schrieb:
>> Sowohl mit als auch ohne Multimeter zieht er ca 300mA.
>
> Das kann nicht sein. Gleicher Strom ist nur bei gleicher Spannung, also
> auch gleicher Leistung möglich.

Ein Elektromotor ist kein ohmscher Widerstand.

Stefan ⛄ F. schrieb:
> Und nochmal: Was ist das für ein Netzteil, dass du verwendet hast?

Stefan ⛄ F. schrieb:
> Chris, hast du ein zweites Multimeter?

Hat er doch alles schon geschrieben:

Chris R. schrieb:
> Ein Hameg Labornetzteil, es ist nicht in der Strombegrenzung.

Chris R. schrieb:
> leider habe ich kein zweites Multimeter zum Nachmessen).
Gast #7176657
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Brüno schrieb:
> jedes reale Messgerät hat einen Innenwiderstand.

Nein. Ein Voltmeter und ein Amperemeter haben natürlich einen 
Widerstand, aber das ist kein Innenwiderstand wie er definiert ist.

Oder anders:
Nur weil irgendwo drinnen ein Widerstand eingebaut ist ist das noch 
lange kein Innenwiderstand.
#7176668
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Testuser schrieb:
> Brüno schrieb:
>
>> jedes reale Messgerät hat einen Innenwiderstand.
>
> Nein. Ein Voltmeter und ein Amperemeter haben natürlich einen
> Widerstand, aber das ist kein Innenwiderstand wie er definiert ist.
> Oder anders:
> Nur weil irgendwo drinnen ein Widerstand eingebaut ist ist das noch
> lange kein Innenwiderstand.

https://learnattack.de/schuelerlexikon/physik/innenwiderstand
#7176699
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Wühlhase schrieb:
> Deshalb haben ja andere vor uns schon definiert.

Komisch, Wiki spricht auch bei Messgeräten von einem Innenwiderstand:

>Zugleich besitzt es einen Innenwiderstand.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Strommessger%C3%A4t#Ger%C3%A4te_mit_Drehspulmesswerk

Noch komischer das auch jeder mir bekannte, fähige Elektrotechniker 
(völlig egal ob Azubi oder Prof) von Innenwiderständen redet, bei 
Quellen wie auch bei Messgeräten.
Gast #7176700
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Brüno schrieb:
> Noch komischer das auch jeder mir bekannte, fähige Elektrotechniker
> (völlig egal ob Azubi oder Prof) von Innenwiderständen redet, bei
> Quellen wie auch bei Messgeräten.

Genug dieser Leute reden auch von Phase, wenn sie eigentlich den 
Außenleiter meinen. Aber richtiger wird es dadurch auch nicht.
Moderator #7176727
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Wühlhase schrieb:
> Genug dieser Leute reden auch von Phase, wenn sie eigentlich den
> Außenleiter meinen.

Außenleiter? Das ist doch – wie der Name schon klar aussagt – der
Leiter, der außen um den Innenleiter herum geht:

  https://de.wikipedia.org/wiki/Koaxialkabel

Warum auch die drei Phasen(-leiter) beim Drehstrom als Außenleiter
bezeichnet werden, war mir schon immer ein Rätsel. Den Begriff hat
wahrscheinlich dasselbe Gremium eingeführt, das uns auch mit dem
"Spannungsfall" beglückt hat :)
Gast #7176752
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Einen Konstantstrom durch den Strommesser fließen lassen,
so daß er Vollausschlag (eingestellter Meßbereich) anzeigt.
Dann einen einstellbaren Widerstand dem Strommesser
parallel schalten. Wenn der Anzeigewert genau um die Hälfte
zurückgegangen ist, sind Innenwiderstand des Strommessers
und parallel geschalteter Widerstand gleich groß.
#7176760
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Yalu X. schrieb:
> Warum auch die drei Phasen(-leiter) beim Drehstrom als Außenleiter
> bezeichnet werden, war mir schon immer ein Rätsel. Den Begriff hat
> wahrscheinlich dasselbe Gremium eingeführt, das uns auch mit dem
> "Spannungsfall" beglückt hat :)

Außenleiter gibt es länger als den Spannungsfall (blöder Ausdruck
für Spannungsabfall)...


Und das liest man hier oft:

Wiederstand, der Poti, Amper und noch einige sonderliche Ausdrücke...

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