Spule mit 4 Anschlüssen

Gast #7217927
Lesenswert?

Hallo,

ich suche eine Spule mit etwa 1-10 mH und einem Sättigungsstrom von 
mindestens 15A. Ich finde 2 verschiedene Arten von Spulen. 4 Anschlüsse 
und 2 Anschlüsse. Wie sich die mit 2 Anschlüssen in meinen Stromkreis 
integrieren lassen ist logisch, aber wie ist das mit den 4 Anschlüssen? 
Habe ich dann quasi eine Parallelschaltung von 2 Spulen? Ich kann mir 
das gerade nicht erklären bin nicht so bewandert darin
Gast #7218063
Lesenswert?

#7218083
Lesenswert?

M.Tyson schrieb:
> Ich will sie in einem DCDC Wandler verwenden

Man kann eine Gleichtaktdrossel auch als Trafo verwenden, mache ich 
auch.
Ich nehme allerdings eine mit 8 Anschlüssen.
Das macht die Gegentaktansteuerung einfacher und die Gleichrichtung kann 
aktiv erfolgen (TEA1795T). Sie arbeitet ungeregelt, quasi als DC-Trafo 
1:1.
Gegentakt ist nötig, da kein Gleichstrom fließen darf.
Der Vorteil ist die geringe kapazitive Kopplung und der hohe 
Isolationsabstand. Ich habe sie bis 8kV getestet.

https://www.mouser.de/ProductDetail/Vacuumschmelze/T60405-R6166-X018?qs=LqwxS8kK3Aue%252BqgPUYtnbA%3D%3D
Gast #7218095
Lesenswert?

warum sind meine zwei Vorschläge als Speicherdrossel ungeeignet? Welche 
Parameter sind denn dafür entscheidend? Ich habe nur auf die Inuktivität 
und den Sättigungsstrom geachtet. Und was hat die Frequenz denn mit der 
Induktivität zu tun, also macht es einen Unterschied ob ich mit 1kHz 
oder 10kHz takte für meine Spule?
#7218108
Lesenswert?

M.Tyson schrieb:

> warum sind meine zwei Vorschläge als Speicherdrossel ungeeignet? Welche
> Parameter sind denn dafür entscheidend? Ich habe nur auf die Inuktivität
> und den Sättigungsstrom geachtet. Und was hat die Frequenz denn mit der
> Induktivität zu tun, also macht es einen Unterschied ob ich mit 1kHz
> oder 10kHz takte für meine Spule?

Vielleicht solltest Du dich als erstes Mal mit den nötigen Grundlagen
beschäftigen. Ein Einstieg wären da die DSE-FAQ:
http://www.dse-faq.elektronik-kompendium.de/dse-faq.htm#F.24
und die dort zu findenden, weiterführenden Links.
Gast #7218135
Lesenswert?

M.Tyson schrieb:
> Und was hat die Frequenz denn mit der
> Induktivität zu tun, also macht es einen Unterschied ob ich mit 1kHz
> oder 10kHz takte für meine Spule?

Die Wirbelstromverluste steigen mit zunehmender Frequenz.
Aber eine Spule die für 10kHz geeignet ist, kannst du auch
für 1kHz benutzen. Ferritmaterialien wie zum Beispiel
in Zeilentrafos alter Fernsehgeräte kannst du ohne Probleme
bis 100kHz benutzen. Ferritkerne und Eisenkerne die du für
Speicherdrosseln benutzt, müssen einen Luftspalt besitzen,
daß ist wichtig. Eisenkerne aus Trafobleche sind nur bis
einige 100Hz geeignet.
Gast #7218194
Lesenswert?

Peter D. schrieb:
> M.Tyson schrieb:
>
>> Ich versteh das noch nicht ganz. Wie hast du
>> denn deine Spule angeschlossen? Ich wüsste nicht was ich mit 8
>> Anschlüssen anstellen soll
>
> Na eben Gegentakt auf beiden Seiten. Anbei das Prinzip. Die Drossel
> läuft mit 40kHz, damit es nicht pfiept.
> Der Wirkungsgrad ist sehr hoch, alles bleibt kalt.

Wenn ich dich richtig verstehe, dann nutzt du Gleichtaktdrosseln für 
Flusswandler. Ob Gegentakt oder Full-Bridge oder mit Sinus angefahren 
dürfte demnach egal sein, oder?
#7218243
Lesenswert?

WF88 schrieb:
> Wenn ich dich richtig verstehe, dann nutzt du Gleichtaktdrosseln für
> Flusswandler. Ob Gegentakt oder Full-Bridge oder mit Sinus angefahren
> dürfte demnach egal sein, oder?

Nein.
Eintaktwandler (Fluß- oder Sperrwandler) erzeugen ein Gleichfeld und 
benötigen deshalb einen Luftspalt, um nicht zu sättigen.
Nur beim Gegentaktwandler heben sich die Gleichanteile auf. Daher kann 
eine Gleichtaktdrossel verwendet werden.

Der Pferdefuß bei den VAC-Drosseln mit 2 Wicklungen je Seite ist aber, 
daß der Wicklungsanschluß nicht definiert ist, da ja Parallelschaltung 
vorgesehen ist. Für die Reihenschaltung muß man die Wicklungen deshalb 
auspiepen.
Gast #7218326
Lesenswert?

Stefan S. schrieb:
> Stimmt, hast natürlich Recht. Das kommt davon, wenn man erst schreibt
> und dann denkt.

Das kommt darauf an, wie gewickelt wurde. D.h. Gleichttakt- oder 
Gegentaktrichtung, beide Wicklungen im Uhrzeigersinn (nicht bifilar) 
oder in Gegenrichtung.

Bei sowas wie dieser Drossel:
https://www.digikey.ch/de/product-highlight/e/epcos/compact-current-compensated-ring-core-double-chokes
Gast #7218494
Lesenswert?

Ich habe schon viele Drosseln des Marktes geprüft und gefunden, dass es 
2 Gruppen gibt: Drosseln mit hohen Verlusten bei Frequenzen über einige 
kHz und solche mit geringen Verlusten. In den Datenblättern werden 
diesbezüglich meist keine Informationen gegeben. Da hilft nur messen.

Für die Anwendung als Filterdrossel sind Verluste weniger von Bedeutung, 
wenn nur die Induktivität groß genug ist. Bei Speicherdrosseln aber 
verschlechtern die Verluste naturgemäß den Wandler-Wirkungsgrad.


PS: Welcher nägelkauende Bürokrat hat die grässliche Bezeichnung 
"Hoch-,Tief-setzsteller" erfunden? Wir übernehmen doch sonst alles aus 
dem englischen Sprachraum, also Auf-, Abwärtswandler.
Gast #7218539
Lesenswert?

eric schrieb:
> ir übernehmen doch sonst alles aus
> dem englischen Sprachraum, also Auf-, Abwärtswandler.

Der deutssprachige Multi-Kulti-Experte muss hier einhaken. Grund ist 
eine Nebenbedeutung des Wortes in einigen Gebieten in einer gewissen 
gesellschaftlichen Bildungsschicht. Das Wort Aufwärtswandler bezeichnet 
dort eine Person, die sich auf höhere Posten hochschleimt oder 
hochschläft.
Gast #7218572
Lesenswert?

eric schrieb:
> PS: Welcher nägelkauende Bürokrat hat die grässliche Bezeichnung
> "Hoch-,Tief-setzsteller" erfunden? Wir übernehmen doch sonst alles aus
> dem englischen Sprachraum, also Auf-, Abwärtswandler.

Das hatten wir hier schon mal.
Ist wohl ein  österreichischer oder schweizer Professor.
#7218589
Lesenswert?

M.Tyson schrieb:
> kann man diese analog verwenden??

Nein. Die zweite ist eine Gleichtaktdrossel.

Daher kommen wundersam hohe Induktivitätswerte trotz kleiner Bauform.

Nur sind die nicht real nutzbar.

M.Tyson schrieb:
> Ich will sie in einem DCDC Wandler verwenden

Dann brauchst du eine mit 2 Anschlüssen (und passender Induktivität und 
Strom, bei hohen Frequenzen passendem Kernmaterial).

M.Tyson schrieb:
> wie gesagt will ich ja einen Tiefsetzsteller bauen.

Echt, ungeregelt ? Die meisten DCDC Wandler regeln die Ausgangsspannung 
und sind alles, aber sicher keine Steller.

Steller ist nur der Teil ohne die Regelschaltung, also Transistor, 
Spule, Diode.

M.Tyson schrieb:
> Ich verstehe nicht was dort mein
> Gegentakt und was mein Gleichtakt ist.

Weil es da auch nicht hingehört.

Gleichtaktdrosseln braucht man da nur zur Filterung am 
Netzspannungs-Eingang (oder Ausgang).

Ist doch einfach: Dein Schaltplan zeigt eine Spule mit nur 2 
Anschlüssen, also nimmst du auch eine Spule mit nur 2 Anschlüssen.
Gast #7218727
Lesenswert?

Oke, also brauche ich eine mit 2 Anschlüssen.


https://www.mouser.de/ProductDetail/Schurter/DENO-25-0001?qs=A5k8bsa1loDfpdVSyZOXZg%3D%3D&mgh=1&vip=1&gclid=EAIaIQobChMIstPuvvPX-gIVQ_53Ch0EBQNhEAQYDSABEgK0SPD_BwE

nochmal zu dieser. Ich finde im Datenblatt keine Angaben zum Material 
des Kerns. Es steht "maximaler DC current 16A", wie kommt H. H. darauf, 
dass der Kern bei weniger als 100mA in Sättigung ist?
#7218773
Lesenswert?

Das ist eine Schutzleiterdrossel.
Für Buck-Regler nimmt man eine Speicherdrossel und auch nicht im 
mH-Bereich, sondern einige µH.

Für viele Regler-ICs bieten die Hersteller Simulationsprogramme an, die 
dann auch einen Bauteilvorschlag machen.
Anbei mal für den MAX15046.
Die vorgeschlagene Coilcraft XGL6060123MEC habe ich durch die 
MSS1278H-123MED ersetzt, da die bei Mouser gelistet ist.
Angehängte Dateien:
Moderator (Firma: Titel) Persönliche Seite #7218778
Lesenswert?

M.Tyson schrieb:
> Es steht "maximaler DC current 16A"
Ist ja auch ein dicker Draht draufgewickelt.

> wie kommt H. H. darauf, dass der Kern bei weniger als 100mA in Sättigung
> ist?
Er kennt sich mit sowas halt einfach aus. Aber auch andere, die sich mit 
sowas auskennen, sehen das am Anwendungsgebiet der Spule und an dem 
winzigen Kern. Allein wegen seiner Größe kann der nicht viel Energie 
speichern.

Denn das ist der Witz bei solchen Auf- und Ab- und Hin- und Herwandlern: 
der Spulenkörper muss die Energie aufnehmen, speichern und wieder 
abgeben können. Und da gilt: je mehr Energie, desto größer die Spule. 
Man kann dann noch in einer kleine Spule ganz, ganz oft wenig Energie 
von Eingang nach Ausgang transportieren, dazu muss die Schaltung drumrum 
aber schnell sein.

Wenn du da mit schnarchlahmen 10kHz herumschlurchen willst, dann 
brauchst du (räumlich betrachtet) ganz, ganz große Spulen.

M.Tyson schrieb:
> Und was hat die Frequenz denn mit der Induktivität zu tun, also macht es
> einen Unterschied ob ich mit 1kHz oder 10kHz takte für meine Spule?
Du musst unbedingt ein Grundlagenbuch ansehen.

Dazu könntest du dich auch mit dem TO von dort zusammen tun:
Beitrag "wie lange, bis strom bei spule Endwert erreicht"
#7218800
Lesenswert?

M.Tyson schrieb:
> Es steht "maximaler DC current 16A"

Die Werte des Distributors sind mit Vorsicht zu genießen und müssen 
nicht stimmen. Im Datenblatt ist z.B. nichts mehr von DC zu lesen.
Da es eine Schutzleiterdrossel sein soll, würde ich vermuten, die 16A 
wurden bei 50Hz gemessen, also nicht bei DC. Aber das glaube ich auch 
nicht, dazu ist sie zu klein. Z.B. PFC-Drosseln 4mH sind deutlich 
größer.
Auch die 2kV Isolation im Datenblatt glaube ich nicht, das ist ja nur 
ungeschützter Lackdraht.
Das Datenblatt wirkt allgemein recht windig, nirgendwo sind die 
Meßbedingungen angegeben.
Gast #7218893
Lesenswert?

Danke Leute, ihr habt mir tatsächlich geholfen. Ich finde keine 
Speicherdrossel die über ein paar uH hinaus geht. Beziehungsweise wenn 
sie mehr hat ist der Sättigungsstrom gering. Es ist unrealistisch, wird 
wohl kein Zufall sein, dass solche fertigen Spannungswandler sehr große 
Abmessungen haben und teuer sind.

Ich glaube nicht, dass der Schaltplan hier irgendwas bringt. es ist 
einfach ein Tiefsetzsteller der 6KW übertragen soll bei den genannten 
Spannungen (Ausgang 300V und 20A).
#7218910
Lesenswert?

M.Tyson schrieb:
> es ist
> einfach ein Tiefsetzsteller der 6KW übertragen soll bei den genannten
> Spannungen (Ausgang 300V und 20A).

Solche extrem wichtigen Informationen gehören sich aber ganz an den 
Anfang. Damit hätten sich dann fast alle Antworten erledigt.

Das kritzelt man nicht eben mal so in der Frühstückspause hin. Da sitzen 
Firmen Mannjahre dran, die den ganzen Tag lang nur Netzteile entwickeln.
#7219076
Lesenswert?

M.Tyson schrieb:

> Danke Leute, ihr habt mir tatsächlich geholfen. Ich finde keine
> Speicherdrossel die über ein paar uH hinaus geht. Beziehungsweise wenn
> sie mehr hat ist der Sättigungsstrom gering.

Ja, das ist nun mal physikalisch bedingt.

> Es ist unrealistisch, wird
> wohl kein Zufall sein, dass solche fertigen Spannungswandler sehr große
> Abmessungen haben und teuer sind.

Nun, wenn man die Frequenz erhöht, reichen auch kleinere Drosseln.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren