Hallo in die Runde,
erster Hinweis: dies ist kein Hilferuf, sondern eher ein Erfahrungsbericht mit möglichen Lösungen. Ich weiss auch nicht, ob dies Thema hier überhaupt noch für Jemanden relevant ist, im Zweifelsfalle einfach ignorieren!
Vor über 10 Jahren, hatte ich mir 2 AVRDOPER gebaut und lange Zeit als primäre Programmieradapter genutzt (damals noch als CDC mit AVR-Studio unter Windows). Für "normalen" Kram nutze ich inzwischen aber nur noch selbstgebaute USBASPs, die Doper werden nur noch alle paar Jahre rausgekramt, wenn es um was 8-beiniges mit wegprogrammiertem Reset geht (HVSP), zuletzt hier: Beitrag "Re: Gerät bauen, welches Rauschen produziert (kein Scherz)" Dies war jetzt kein Problem, die Käfer habe ich mit SPI programmiert und den Reset am Schluss deaktiviert. Aber zu diesem Anlass hab ich den Doper mal wieder rausgekramt und festgestellt, dass es inzwischen ein Kommunikationsproblem gibt. Dann hab ich es auf einem etwas älteren Reserverechner, ebenfalls Debian11/64 getestet, hier funktioniert es (Ist der 1. Workaround). Da ich gerade einen Banana-Pi mit aktuellem Bücherwurm im Test habe, der eigentlich für einen anderen Zweck vorgesehen ist, ebenfalls getestet: funktioniert auch. RasPi 1A und 1B, mit Buster oder Bullseye funktionieren nicht.
Also verträgt ich der USB-HID Tunnel zwischen Doper und Avrdude irgendwie nicht mit meinem Brot und Butterrechner. Im BIOS finde ich auch keine Konfigurationsoptionen für die USB-Hardware.
Da inzwischen regelkonforme USB-UARTs sowohl als Käfer, als auch als Module gut und preisgünstig verfügbar sind, und die UART-Schnittstelle auf den SPI-Steckverbinder geführt ist, habe ich mich entschlossen, den gesamten USB-Stack aus dem Doper zu entfernen und die Kommunikation über die UART herauszuführen. Zum Glück passt der 12MHz-Quarz zu den 115200Baud, so dass hier kein Wechsel erforderlich ist.
Folgende Änderungen waren dazu erforderlich: entfernen von usbdrv und serial(debug) aus dem makefile. Der wesentliche Umbau betrifft die main.c Die hardware.h sieht bei mir etwas anders aus, als original, da ich die Schaltung etwas angepasst habe. Wer die original HW benutzt, sollte hier auch die Originaldatei verwenden. Meine Hardware ist im "circuit"-Ordner (target und pdf).
Damit wird der Doper jetzt wie ein STK500 behandelt und über /dev/ttyUSB# (oder com# unter Windows) angesprochen und würde wohl sogar mit dem AVR-Studio funktionieren.
Für mich hat die Lösung den Vorteil, dass ich mit meinem "Lieblingsrechner", ohne zusätzlichen Platz auf dem Tisch auskomme.
Falls Jemand vor dem gleichen Problem stehen sollte, gibt es zummindestens ein paar Lösungsansätze.
