Hallo Miteinander, sollte man Kondensatoren - die noch gut ausschauen - vorsorglich austauschen? Die Schaltung selbst funktioniert noch ohne Probleme, ist aber ca. 70 Jahre alt. Die beiden linken Kondensatoren 400µF und 100µF werden zur Zeitsteuerung (0,1 bis 1,5 Sek.) geladen und über Widerstand wieder entladen. Der 4µF ist zur Glättung der Gleichspannung (ca. 30V). Der rechte Kondensator 0,2µF ist zur Funkenlöschung. Danke für Inputs Axel
Ist das ein Teil vom Sputnik? Also höchste Geheimhaltungsstufe?
Ich habe den Schaltplan (ohne jede Gewähr auf Richtigkeit) angehängt - ist kein Sputnik sondern eine analoge Punktschweissgerätsteuerung.
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Axel schrieb: > sollte man Kondensatoren - die noch gut ausschauen - vorsorglich > austauschen? Jein. Es gibt diverse Serien Teerpapierkondensatoren, die Feuchtigkeit ziehen und dann mit Leckstrom ausfallen. Das kann teure Folgeschäden verursachen. Die sollte man in der Tat vorsorglich austauschen. Den modernen Ersatz kann man in dem originalen Pappröhrchen verstecken, die sind ja heutzutage deutlich kleiner. Die gelben auf dem Foto sehen nach Polyesterfolie aus. Die werden auch weitere 70 Jahre halten. Elkos haben grundsätzlich eine begrenzte Lebensdauer. Teile aus den '50ern bis '80ern, die noch funktionieren, kann man weiterverwenden. Allerdings müssen die nach längerer Lagerung langsam an Spannung gewöhnt (formiert) werden. Dazu begrenzt man den Strom in geeigneter Weise auf 1-2 mA und dreht die Spannung bis auf Nennspannung hoch. Wenn der Strom <250 µA gefallen ist, hat sich die Oxidschicht regeneriert. Zur Strombegrenzung eignen sich Vorwiderstände, Elko-Formiergeräte, Stelltrafos oder Glühbirnen. Elkos ab den '90ern halten oft nur wenige Jahre. Da kann ein vorsorglicher Austausch durchaus sinnvoll sein. In Messgeräten ist oft bessere Qualität verbaut, in kostenoptimierter Consumerware eher weniger.
Never touch a running system! Wenn Du noch einen Kapazitaetstester haben solltest und die Kapazitaet noch im Rahmen liegen sollte, dann ist die Chance im Vergleich mit neuen Elkos in 10J frueher auszufallen gar nicht so schlecht.
Moin, Solange das Ding so funktioniert, wie ich's erwarte, wuerde ich da garnix machen, egal wie schoen oder haesslich irgendwelche Bauteile ausschauen. Gruss WK
Dergute W. schrieb: > Moin, > > Solange das Ding so funktioniert, wie ich's erwarte, wuerde ich da > garnix machen, egal wie schoen oder haesslich irgendwelche Bauteile > ausschauen. > > Gruss > WK Aber NEIN! Es muß überlegt werden was passiert wenn sie einen Defekt aufweisen. Was passiert dann? Brennt dann alles ab oder ist das Gerät dann ein Totalschaden?
Interessant ist ja, dass neue Bauteile evtl eher aufgeben als die alten, die es noch länger weiter normal tun würden.
.● Des|ntegrator ●. schrieb: > Interessant ist ja, dass neue Bauteile evtl > eher aufgeben als die alten, > die es noch länger weiter normal tun würden. Früher hat man die Elkos so gut gefertigt wie man konnte. Es war ausreichend Gewinnspanne da und man hatte die Qualität nicht so im Griff, also machte man alles so gut wie möglich mit ausreichend Sicherheit. Kapazität +20%, Spannungfestigkeit +70%, Lebensdauer ewig. Heute zerlegt das Controlling jeden einzelnen Produktionsschritt, und Gewinn macht man auch nicht mehr. Daher wird jede Komponente so ausgelegt, dass sie gerade eben die Spezifikation erfüllt. Kapazität -18%, Spannungsfestigkeit wie draufsteht, Lebensdauer 1000h @85°C. Ich habe mir mal den Spaß gemacht, eine Rolle 220 µF SMD-Elkos durchzumessen. Die waren alle ziemlich genau bei 190 µF. Jedes Mal zwei Millimeter Alufolie gespart, das macht pro Rolle auch einen Meter.
Axel schrieb: > sollte man Kondensatoren - die noch gut ausschauen - vorsorglich > austauschen? Man sollte generell nur Teile austauschen, die defekt sind oder die Spezifikationen nicht mehr einhalten. Nur wirst du das auch durch genauestes Hinschauen nicht feststellen können.
Zum Beispiel koenntest Du Dir den Forumstester holen und die Teile messen. Um Ausloeten zu vermeiden, gibt es noch den Trick fliegend einen Hilfskondensator in Reihe zu haengen.
Wenn die Timingelkos Kapazität verlieren, merkt man das ja an der Pulslänge. Beim Glättungskondensator sollte man vorbeugend den AC Ripple messen.
Rein optisch sieht der Metallbecher links oben (Schalter?, Poti?) am Schlimmsten aus. Wenn das rotbraune Zeugs aber nur oberflächlich ist, sollte man sich keine weiteren Gedanken drüber machen. Außer, man will es für 'nen Verkauf vorbereiten.
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