Forum: FPGA, VHDL & Co. Linux läuft von HyperRAM


von Antti L. (trioflex)


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Wir haben kleine DIP40 Format PCB mit Lattice Certus-NX 40 und 32Mbyte 
HyperRAM, und es hat gerade Linux gebootet. LiteX ist manchmal echt 
cool. HyperRAM ist auch cool when man IP Core dafür hat.
Beitrag #8063450 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Martin (martin79)


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Antti L. schrieb:
> Wir haben kleine DIP40 Format PCB mit Lattice Certus-NX 40 und 32Mbyte
> HyperRAM, und es hat gerade Linux gebootet. LiteX ist manchmal echt
> cool. HyperRAM ist auch cool when man IP Core dafür hat.

Wenn du wenigstens Details nennen würdest wie du was gemacht hast, damit 
andere das nachmachen können aber das interessiert nun wirklich keinen.
von Antti L. (trioflex)


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> Wenn du wenigstens Details nennen würdest wie du was gemacht hast, damit
> andere das nachmachen können aber das interessiert nun wirklich keinen.

Ja mein fehler zu wenig infos, OK here:
- DIP 40 format (PCB size 18x55mm)
- 34 IO davon 8 als LVDS benutzbar
- Lattice Certus-NX 40
- 32MByte SPI Flash
- 32Mbyte HyperRAM
- 2 RPi MIPI stecker mit 22 pins
- FTDI FT2232 für JTAG und UART console/FIFO
- PCB 8 lagen ohne HDi
- schematic wird veröffentlicht bald

Ich habe sch+PCB gemacht, und ein kleines test mit Propel+Radiant wobei 
ich meine eigene open source HyperRAM IP getestet habe.

Dann habe ich eine PCB zu enjoy-digital nach Frankreich gesendet, und 
vor ein paar stunden kam das bild was ich angehängt habe zurück, Linux 
bootete mit LiteX, dh LiteX HyperRAM und LiteX SD Card IP cores laufen 
auch OK. Ich habe danach selber ausprobiert, und es bootet Linux auf 
meinen Tisch auch.

Die Lösung FPGA+HyperRAM ist platzmässig sehr klein und nimmt auch wenig 
strom. Und es kann schon Linux! Der FPGA ist 66% voll mit dem Basis SoC.
von Martin (martin79)


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Hast du vielleicht mal eine Quelle zu dem LiteX. Ich interessiere mich 
auch dafür.
von Martin (martin79)


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Und noch eine Frage: Geht das mit einem Mainline Kernel oder braucht man 
absurde Anpassungen, die dann nach einem Jahr sowieso niemand mehr 
wartet?
von Antti L. (trioflex)


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Martin schrieb:
> Hast du vielleicht mal eine Quelle zu dem LiteX. Ich interessiere mich
> auch dafür.

https://github.com/enjoy-digital/litex
https://github.com/litex-hub/linux-on-litex-vexriscv
von Antti L. (trioflex)


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Martin schrieb:
> Und noch eine Frage: Geht das mit einem Mainline Kernel oder braucht man
> absurde Anpassungen, die dann nach einem Jahr sowieso niemand mehr
> wartet?

https://github.com/litex-hub/linux-on-litex-vexriscv

das Linux-on-LiteX projekt hat 64 mitwirkende und ich glaube es ist 
relative mainstream Linux mit buildroot

Bei mir wird angezeigt: Linux version 6.9.0
von Nemopuk (nemopuk)


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Wofür ist das gut?
von Antti L. (trioflex)


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Nemopuk schrieb:
> Wofür ist das gut?

Deine Frage ist allgemein, was willst du wissen?

Wofür ist FPGA gut?
Wofür ist embedded Linux gut?
Wofür ist diese Platine gut?
Wofür ist FPGA+HyperRAM gut?

FPGA+HyperRAM ist gut weil:
- billig
- klein PCB fläche etwa 13*30 mm
- PCB Routing ist einfach
- wenig Stromverbrauch
- Linux fähig

Unsere Platine ist gut weil es ein Demo Platform ist für kleine Linux 
fähige Lösung.
von Lotta  . (mercedes)


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Ein Linux, was "bare metal" also ohne Emulation Windows - Exen
ausführen könnte, wäre der Tod von Microsoft. ;-O

mfg
von Nemopuk (nemopuk)


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Antti L. schrieb:
>> Wofür ist das gut?
> Deine Frage ist allgemein, was willst du wissen?

Wofür ist Linux auf diesem Board gut?
von Nemopuk (nemopuk)


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Lotta  . schrieb:
> Ein Linux, was "bare metal" also ohne Emulation Windows - Exen
> ausführen könnte, wäre der Tod von Microsoft.

Tut mir Leid, dich enttäuschen zu müssen, aber das kann der Linux Kern 
schon lange.

Nur wollen die meisten für Windows erstellten Programme auch auf 
Funktionen von Windows Bibliotheken zugreifen (ohne dll läuft bei 
Windows nicht viel). Diese muss mann dann doch irgendwie nachbauen. Das 
ist aber nicht die Aufgabe des Kernels, sondern an dem Punkt macht Wine 
weiter.
: Bearbeitet durch User
von Martin S. (strubi)


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Yet another linux booting...
Man vergebe mir die vernichtende Kritik, aber damit holt ihr heutzutage 
wirklich niemand hinterm Ofen mehr vor. Kommt 15 Jahre zu spät, der 
Markt ist gut gesättigt, und der Teufel steckt so im Detail, dass ich 
LiteX für nachhaltige Entwicklung eher nicht bewerben würde.
von Hmmm (hmmm)


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Antti L. schrieb:
> billig

Hast Du dazu eine ungefähre Zahl?

Wenn man in seiner Anwendung einen FPGA braucht, ist das natürlich in 
jedem Fall interessant, ansonsten ist die Alternative irgendein ARM-SoC.

Antti L. schrieb:
> wenig Stromverbrauch

Auch da wären Zahlen interessant. Und natürlich Performance-Benchmarks.
von Bradward B. (Firma: Starfleet) (ltjg_boimler)


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> Yet another linux booting...
...
> wirklich niemand hinterm Ofen mehr vor. Kommt 15 Jahre zu spät, der
> Markt ist gut gesättigt, und der Teufel steckt so im Detail,

Sehe ich etwas anders, die Zahl der im industriellen Einsatz von FPGA's 
benutzen Linuxe ist recht überschaubar und immer recht speziell auf die 
jeweilige Chip-Familie und tool-chain. Da kommt ne weitere Option weg 
von Xilinx Zynq mit PetaLinux gerade recht.

Unix auf Lattice hatte ich persönlich noch nicht evaluiert, könnte für 
einige Nischen interessant sein. Lattice hat ja den Ruf einige 
preiswerte FPGA-Familien mit praktischen Hard-IP-Cores am Start zu haben 
und eben "kein Chinese" zu sein.
Wenn allerdings die genannten 32 MB komplett fürs Linux benutzt werden, 
wäre das ein ziemlich dicker "footprint", Linux sollte ja schon 4 MB 
akzeptabel laufen.

Das Linux ist bei FPGA/SoC eh oft nur ne Dreingabe zur Erleichterung der 
Systementwicklung (siehe Red Pitaya). Spannend sind da oft Bootzeiten, 
FPGA, CPLD setzt man auch dorthin wo nach PowerUp nicht viel 
(BootUp-)Zeit ist.

https://www.latticesemi.com/en/Products/FPGAandCPLD/Certus-NX

Und wenn das Ganze klein bleibt, weil man keinen Kühlkörper braucht dann 
tun sich etliche Anwendungen auf für die die üblichen Verdächtigen zu 
gross sind. Es soll je Medizintechnik, wie beispielsweise 
Ultraschalldiagnostic geben, die man schlucken kann ... um mal ein 
Beispiel zu nennen:
https://www.houstonmethodist.org/blog/articles/2025/sep/capsule-endoscopy-how-the-pill-camera-works-why-you-might-need-it/
: Bearbeitet durch User
von Nemopuk (nemopuk)


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Ich verstehe noch nicht, warum ich einen Linux Rechner verschlucken 
sollte. Was kann der großartig besser, als andere Sensoren ohne Linux?
von Bradward B. (Firma: Starfleet) (ltjg_boimler)


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> Ich verstehe noch nicht, warum ich einen Linux Rechner verschlucken
> sollte. Was kann der großartig besser, als andere Sensoren ohne Linux?

Frag mal deine Kaffeemaschine, Waschmaschine, dein Auto, die smarten 
Öhrstöpseln oder irgendein anderes Alltagsgerät auf dem irgendein 
Projectmanager entschieden, da Linux drauf lauf zu lassen (weil man ja 
heute ein Betriebssystem (für die [wireless] Verbindung) braucht und 
nicht selbst das Rad nochmal erfinden möchte).
: Bearbeitet durch User
von Nemopuk (nemopuk)


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Bradward B. schrieb:
> weil man ja heute ein Betriebssystem (für die [wireless] Verbindung)
> braucht

Aber das Board dieses Threads hat doch gar keine Verbindungen dieser 
Art. Ich meine das Foto in 
Beitrag "Re: Linux läuft von HyperRAM"

Mit Ethernet, Wlan, Bluetooth macht Linux für mich Sinn. Allerdings 
kommen mir dann 32 MB RAM arg knapp vor. Für viel mehr als den Kernel 
wird es wohl nicht reichen. Also kein Java, Python, Go, Webserver, ...
: Bearbeitet durch User
von Jack V. (jackv)


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Nemopuk schrieb:
> Also kein Java, Python, Go, Webserver, ...

Entwickeln will man auf der Maschine wohl nicht, aber gegen z.B. Python 
in Form von Micropython oder die üblichen Webserver spricht da nun 
nichts. Siehe die kleinen MIPS-Dinger, die in vielen Routern sind, und 
von denen einige auch nicht mehr haben.

Ich verstehe von FPGA nun nicht soviel, aber als Projekt finde ich es 
gut. Soll ja kein Produkt werden, soweit ich das sehen kann, sodass 
viele Einwände hier für mich nicht ganz so nachvollziehbar sind.
von Nemopuk (nemopuk)


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Jack V. schrieb:
> Entwickeln will man auf der Maschine wohl nicht

Davon war auch keine Rede. 32 MB reichen nicht mal für die 
Laufzeit-Bibliotheken. Ein Go Programm könnte so gerade gehen, aber nur 
ein ganz kleines.

> aber gegen ... die üblichen Webserver spricht da nun nichts.

Es fällt mir schwer, mir einen Nginx oder Apache samt PHP, Weblogic oder 
JBoss auf 32 MB RAM vorzustellen. Nicht mal der "kleine" Jetty wird 
darauf laufen. Offenbar haben wir unterschiedliche Vorstellungen von 
"üblichen“ Webservern unter Linux.

> aber gegen z.B. Python in Form von Micropython

Micropython ist für Mikrocontroller ohne Linux. Gibt es überhaupt 
einen Fork für diesen FPGA?
: Bearbeitet durch User
von Jack V. (jackv)


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Nemopuk schrieb:
> Es fällt mir schwer, mir einen Nginx oder Apache samt PHP […]

Dann setz’ es halt mal selbst auf, und staune. Die Art Software leidet 
noch nicht an dem Bloat, der mit späteren Framework-Orgien in die 
Entwicklung Einzug gehalten hat. Freilich wird’s nicht zum Betrieb einer 
regulären Webseite geeignet sein, aber um zu zeigen, dass es geht, und 
für kleinere Anwendungen, wie Webinterfaces? Dafür sind 32MB fast schon 
üppig.

Alternativ frage dich, wie wohl das Webinterface erwähnter Router 
ausgeliefert wird.

Nemopuk schrieb:
> Micropython ist für Mikrocontroller ohne Linux.

Nicht unbedingt: „MicroPython runs on a wide range of microcontrollers, 
as well as on Unix-like (including Linux, BSD, macOS, WSL) and Windows 
systems.“

Ich verstehe, dass du das Projekt aus irgendeinem Grund nicht zu mögen 
scheinst. Aber das ist kein Grund, sich was zusammenzudichten, um es 
schlecht aussehen zu lassen.
: Bearbeitet durch User
von Nemopuk (nemopuk)


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Jack V. schrieb:
> Ich verstehe, dass du das Projekt aus irgendeinem Grund nicht zu mögen
> scheinst.

Das ist nicht der Punkt.

Der Punkt war, welchen Benefit Linux auf einem Rechner ohne Netzwerk 
bringt. Wir sind allerdings abgedriftet.
von Jack V. (jackv)


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Nemopuk schrieb:
> Der Punkt war, welchen Benefit Linux auf einem Rechner ohne Netzwerk
> bringt.

Der Punkt für mich ist an dieser Stelle, wozu das hier wichtig ist. Ich 
meine: Wenn ich meine Projekte so anschaue, bringt kaum eines einen 
„Benefit“ für jemanden, außer mir. Wenn nicht Gründe dem entgegenstehen 
würden, würde ich die hier auch zeigen, weil ich weiß, dass einige 
andere User hier die genauso cool finden würden, wie ich – ohne, dass 
sie objektiv irgendeinen Nutzen für die meisten Leute hätten. So what?
: Bearbeitet durch User
von Nemopuk (nemopuk)


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Jack V. schrieb:
> So what?

Du has Recht. Hobbies müssen nicht sinnvoll sein, wenn sie Spaß machen.
von Cartman E. (cartmaneric)


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Nemopuk schrieb:

> Mit Ethernet, Wlan, Bluetooth macht Linux für mich Sinn. Allerdings
> kommen mir dann 32 MB RAM arg knapp vor. Für viel mehr als den Kernel
> wird es wohl nicht reichen. Also kein Java, Python, Go, Webserver, ...

Viele FPGA-Projekte kommunizieren per SPI mit ihrer Aussenwelt.
Einige SPIs wird auch dieses Zwergerl recht leicht zustandebringen.

Die brauchen so generische Dinge wie Ethernet, WLAN, BT folglich nicht.
Und Java, Python, Go, Webserver natürlich auch nicht.

Den Wert eines UNIX als Betriebssystem schmälert das übrigens nicht.
von Bradward B. (Firma: Starfleet) (ltjg_boimler)


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> Mit Ethernet, Wlan, Bluetooth macht Linux für mich Sinn. Allerdings
> kommen mir dann 32 MB RAM arg knapp vor. Für viel mehr als den Kernel
> wird es wohl nicht reichen. Also kein Java, Python, Go, Webserver, ...

Also als Linux in den Neunzigern startete, lief es ohne X auf Maschinen 
mit 4 MB, mit XFree86 waren 8 MB das Minimum.
 Auch ein Webserver braucht nicht sonderlich viel RAM, bspw. der 
CERN-httpd läuft auf einer Maschine (Next Cube) mit 8 bis 32 MB. Die 
kleinste Linuxdistri war IMHO Knoppix, das kam auf zwei 1,44 Disketten 
daher. Kein Vergleich zu den heutigen Gigabyte-Fressern. Als Beispiel 
für ein "kleines Linux" ausserhalb des FPGA bereiches, sei auf diese 
Businesscard mit Linux verwiesen, Anbindung wohl über USB: 
https://www.golem.de/news/allwinner-soc-diese-visitenkarte-ist-ein-linux-mini-pc-1912-145734.html

Schon für die Einbindung eine filesystems macht ein betriebssystem Sinn, 
das will man nicht selbst programmieren, dazu ne kleine shell auf einem 
taskswitchenden Kernel -> fertig. Und für manche recht das Ganze zur 
bootzeit, also nimmt man "Das U-boot". Manche wollenen noch verschiedene 
Nutzer mit Rechteverwaltung und (RAM-) Speicherzugriffsschutz, auch das 
kann ein kleines Linux.

Aber ja micro-python ist IMHO eine ernsthafte Alternative um einer 
Software-Community den Zugriff auf embedded Hardware zu ermöglichen. Das 
wäre das, was man heute als "small footprint" solutions bezeichnet. auch 
da gibt es Arbeiten in Richtung Lattice, ein Einstiegspunkt für eine 
Recherche darüber ist IMHO:
* https://fupy.github.io/

Ein Stichwort für Python auf Xilinx FPGA/Zynq wäre PYNQ:
* 
https://www.digikey.de/de/articles/build-and-program-fpga-based-designs-quickly-python-jupyter-notebooks?srsltid=AfmBOor0btgg65Z1OU4xdrs_tqvgPOJNrPDZ_7tORBhDAYFXzpr9V8bQ
* http://www.pynq.io/

Problem der "community" mit solchen FPGA-komplexe Softeware-Projekte ist 
IMHO eher die Lernkurve und der Zeitaufwand, das ist nicht so niedrig 
wie bei solchen Schul-Lehr-Projekten wie RaspberryPico.
von Niklas G. (erlkoenig) Benutzerseite


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Bradward B. schrieb:
> Frag mal deine Kaffeemaschine, Waschmaschine, dein Auto, die smarten
> Öhrstöpseln oder irgendein anderes Alltagsgerät

Viele von solchen Geräten haben aber kein Linux, sondern ein RTOS. 
Beispielsweise die Infotainment-Systeme von Autos nutzen oft QNX. 
Android Auto ist natürlich Linux. Earbuds sind zu ressourcen-beschränkt, 
für BLE braucht's auch kein Linux. Manche smarte Waschmaschinen nutzen 
ESP32 und dementsprechend FreeRTOS. Waschmaschinen und Kaffemaschinen 
sind extrem kostenoptimiert, da tun ein paar MB RAM schon weh.

Interessantes Beispiel: Der Thermomix läuft unter Linux 😉

iA.: Grafikdisplay und/oder Internet-Anbindung: Wahrscheinlich Linux. 
Sonst eher RTOS.
von Bradward B. (Firma: Starfleet) (ltjg_boimler)


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> Viele von solchen Geräten haben aber kein Linux, sondern ein RTOS.

Hm könnte man nicht sagen, das Linux ein kleiner OS-Kernel mit 
Sonderlocken für jede (im Bürobereich gebräuchliche)Hardware ist ?!. 
Reduziert man diesen Sonderlockerei auf das im Embedded nötige und 
garantiert die Echtzeit die für das jeweilige Gerät gerade nötig ist hat 
man ein Linux (aka essentiell nötiges OS).

Da braucht man nicht viel, das meldet sich per UART an der 
debugschnittstelle und über eine Terminalemulation kann über die shell 
ein bißchen konfigurieren. oder als ausbauvariante per http Webseiten 
ausliefern lassen (für diejenigen, die mit derschnöden commandline schon 
überfordert sind).

> Beispielsweise die Infotainment-Systeme von Autos nutzen oft QNX.

Hintergrundinfo: ein großer deutscher Hersteller von Car-Infotainment 
war Becker Autoradio in Pforzheim, der seine Geräte auch als OEM zu BMW, 
Audi, Daimler und Porsche lieferte, die diese ab Werk einbauten. Dort 
arbeite man zuerst mit VxWorks und wechselte ca. 2002 zu QNX da dies 
besser im Speicherschutz galt. Mitte der Nuller kam durch Firmenaufkäufe 
sogar der QNX-Hersteller in die selben Hände wie der Hardwarehersteller, 
das hiess dann HarmanBecker International (o.ä.). So um 2010 hat man bei 
Harman mit Embedded Linux experiementiert, beispielsweise die bootzeit 
auf unter eine Sekunde gedrückt indem man bei dem Selbsttests etc. 
aufräumte.

Volkswagen hat wohl mit Cariad versucht, was eigenes aus dem Boden zu 
stampfen, man erinnert sich an das Getöse: 
Beitrag "Cariad SE Erfahrungen"

> Interessantes Beispiel: Der Thermomix läuft unter Linux

Wohl auch die vielen China-scopes etc.. Linux ist mir auch schon bei 
Rohde&Schwarz (Funk-Geräten) begegnet. Linux soll ja oft essentieller 
Bestandteil des BSP sein, mit dem dann das Gerät "fertig" entwickelt 
wird.

Aber manche nehmen allein wegen der geklärten Rechtslage lieber ein 
RTOS.
: Bearbeitet durch User
von Niklas G. (erlkoenig) Benutzerseite


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Bradward B. schrieb:
> Reduziert man diesen Sonderlockerei auf das im Embedded nötige

Dann ist es immer noch ein Linux Kernel mit seinen Vor- und Nachteilen.
von Martin S. (strubi)


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Obwohl die Diskussion abdriftet, etwas Senf:
- In 32 MB geht schon was rein, aber dann geht's in die Details der 
Code-Dichte. Die ist beim klassischen RISC-V (ohne 'c') suboptimal.
- Speicherverwaltung: Hier offenbart sich meist Fehler Nr. 1 in der 
Firmware-Entwicklung, Memory-Fragmentierung sorgt in Embedded für keine 
stabilen 24/7 Produkte. Sprich, man ist wieder bei no-mmu (ex. uClinux) 
und strikten Memory-Modellen. Nicht ohne Grund werden für die "stable 
legacy" immer noch modifizierte 2.6er Kernels verwendet, die kritische 
Bereiche trotz fehlender virtueller pages schützen können (Blackfin 
CPLB).

Das wären die interessanten Details gewesen, neben klassischer Angaben 
wie f_max, BogoMIPS, usw.

Dann typische Entwickler-Fragen:
- Debugging: Kernel-Debugging, oder debugbare Simulationsmodelle 
vorliegend? (wie Renode-Cosimulation)
- Board-Supply-Package: Support vom Hersteller?

Sprich, Linux auf dem FPGA macht für mich kaum Sinn mehr, spätestens bei 
dem BSP-Gefrickel aus der ZynQ-Schiene hat sich das nicht gerechnet.

Als proof of concept und clickbait geht natürlich alles. Aber vielleicht 
ist da ein Doom-Port mit Hardware-Bresenham der bessere Aufhänger für 
FPGA-Influtrenzer.
von Ob S. (Firma: 1984now) (observer)


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Nemopuk schrieb:

> Nur wollen die meisten für Windows erstellten Programme auch auf
> Funktionen von Windows Bibliotheken zugreifen (ohne dll läuft bei
> Windows nicht viel).

Richtig. Schon viele grundlegende Komponenten des Kernels sind in eine 
DLL ausgelagert und fast das gesamte Kernel-Interface zu Anwendungen in 
weitere.

Das ist halt ein echter Micro-Kernel. So wie Hurd. Nur Jahrzehnte früher 
fertig gewesen ;o)
von Andreas M. (amesser)


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Antti L. schrieb:
> Die Lösung FPGA+HyperRAM ist platzmässig sehr klein und nimmt auch wenig
> strom. Und es kann schon Linux! Der FPGA ist 66% voll mit dem Basis SoC.

66% von einem FPGA zu verballern und dann einen Softcore zu haben ... na 
gut kann man machen. Das Linux darauf bootet - gar keine Frage, warum 
sollte das auch nicht gehen, ist dem dem Linux egal auf was für einer 
Architektur es laufen soll. Gut schon mal, das es ein 32 Bit Core ist, 
bei nur 32MB kann der dann zumindest halbwegs effizient genutzt werden. 
Bei 64 Bit wird da viel verplempert, gerade wenn viele Pointer im Spiel 
sind.

Aber: Schon mal die Performance gemessen? Rein rechnerisch kommt 
Hyperram bei 8 Bit und 200MHz ja höchstens auf 400 MB/s brutto. Also 
etwa genauso viel wie ein 32Bit 100 MHz SDRAM, Technik von vor 30 
Jahren. Nur dummerweise erzeugen Read/Write Umschaltung und Random 
Access bei Hyperram viel mehr Overhead als beim klassischen SDRAM, da 
ich dort zumindest innerhalb einer Row direkt rumspringen kann. Und 
selbst beim SDRAM kostet das, weshalb man die Daten in Burst in Caches 
liest.

Ich weis das momentan überall das Thema Hyperram immer mehr aufpoppt, 
weil die Hardware viel einfacher beherrschbar ist als DDR RAM. Ob das 
aber wirklich für allgemeine Anwendungen taugt - fällt mir schwer das 
vorzustellen. Selbst die Hersteller der Hyperrams schreiben ja, das der 
Anwendungsfall eher so Streaming Sachen sind, also große Datenblöcke am 
Stück gelesen oder geschrieben werden sollen.
von Bradward B. (Firma: Starfleet) (ltjg_boimler)


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> 66% von einem FPGA zu verballern und dann einen Softcore zu haben ... na
> gut kann man machen. Das Linux darauf bootet - gar keine Frage, warum
> sollte das auch nicht gehen, ist dem dem Linux egal auf was für einer
> Architektur es laufen soll. Gut schon mal, das es ein 32 Bit Core ist,
> bei nur 32MB kann der dann zumindest halbwegs effizient genutzt werden.
> Bei 64 Bit wird da viel verplempert, gerade wenn viele Pointer im Spiel
> sind.

Man kann davon ausgehen, das das ein unspezifisches reference design 
ist, mit dem der Hersteller des Evalboards modulweise zeigen resp. 
testen will, das das (Eval-Board) an sich funktionsfähig ist.

Der Certus-NX ist auch kein besonders großer FPGA, er zählt heuzutage 
eher zu den Kleinen mit 39k Logikzellen (? 1xLC = 2x4erLUT + 2xFF ?). 
Als Anwendung wird bspw. Motorsteuerung genannt.

Für das finale Design wird man sich wohl eher mit einem simplen 
Kommando--Interpreter nach dem UART begnügen, der im wesentlichen paar 
selbsttest durchkloppt und config-register beschreibt.

Im Zusammenhang mit Diskussion wie "fett" Linux tätsächlich ist, finde 
ich es recht bezeichnend, das bspw. Xilinx schon von der Benutzung des 
printf() aus den standard libraries abrät und ein (völlig ausreichendes) 
abgespeckter xil_printf() (ca 1k groß)  mitliefert.
: Bearbeitet durch User
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