Ich habe gerade einen alten Kassettenrekorder geschlachtet, insbesondere interessierte mich, wie die Drehzahl des Motors geregelt wird. Dafür scheint ein dreibeiniges IC namens KA2404 zuständig zu sein. Dazu findet sich sogar ein Datenblatt. Allerdings ist die Funktion dort nicht erklärt. Es scheint wohl den Motorstrom konstant zu halten (Diagramm rechts oben), aber die Drehzahl wird doch durch die Spannung nicht durch den Strom bestimmt. Einen Drehzahlsensor gibt es nicht. Wie funktioniert die Regelung? https://www.ulutaselektronik.com/urun/ka2404-to-92l-speed-controller-ic?srsltid=AfmBOooXWZXBA4XyplS7LQ8_t7YLTW9fYulkyahDEfWG1S6TfLudV4Lv
Fritz G. schrieb: > Es scheint wohl den Motorstrom konstant zu halten Nein. Er erhöht bei steigendem Motorstrom auch die Motorspannung. Damit wird der Spannungsabfall an der Wicklung bei höherem Strom ausgeglichen, nicht zu 100%, dann würde es instabil schwingen, sondern zu 98%. Der Motor wird also unter Belastung doch etwas langsamer.
Michael B. schrieb: > Er erhöht bei steigendem Motorstrom auch die Motorspannung. Man könnte auch sagen, die Schaltung erzeugt in einem gewissen Strom-/Spannungsbereich einen negativen differentiellen Widerstand. Für den TO was zum lesen zu dem Thema: Beitrag "DC Motor Stabilisator - wie früher bei den Kassettenrecordern"
Michael B. schrieb: > Nein. > > Er erhöht bei steigendem Motorstrom auch die Motorspannung. > > Damit wird der Spannungsabfall an der Wicklung bei höherem Strom > ausgeglichen, nicht zu 100%, dann würde es instabil schwingen, sondern > zu 98%. > > Der Motor wird also unter Belastung doch etwas langsamer. Danke für die Erläuterung. Also hat der Regler einen negativen differenziellen Widerstand, der den Wicklungswiderstand (fast) kompensiert?
Fritz G. schrieb: > Also hat der Regler einen negativen differenziellen Widerstand, der den > Wicklungswiderstand (fast) kompensiert? Ja.
Es gab da mal den TCA900/910 von SGS. Im Datenblatt steht das zumindest in Formeln.
In DDR Kassetten-Geräten war das eine kleine Extra-Platine mit 2 Transistoren. Wenn Interesse besteht, kann ich das mal raussuchen.
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Bearbeitet durch User
Matthias S. schrieb: > In DDR Kassetten-Geräten war das eine kleine Extra-Platine mit 2 > Transistoren. Oder mit ordentlichem Differenzverstärker und daher 3 Transistoren.
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Bearbeitet durch User
Moin, es gibt eine elegantere Technik. Permaneterregten DC-Motor mit PWM betreiben. in der PWM-Pause die Spannung am (Motor-) Kollektor abtasten. Die Spannung ist direkt proportional zur Drehzahl. Diese als Istwert für einen Regler verwenden, der dann die PWM-Pulsweite steuert. Gruß, W.
Hier eine Erklaerung der Funktionsweise und eine diskrete (mit OPV) Schaltung die das ausnutzt und sich an die Motordaten anpassen laesst: https://www.ednasia.com/precision-dc-motor-speed-control-via-pot-or-dac/ Funktioniert wirklich sehr gut. Vanye
Vanye R. schrieb: > Funktioniert wirklich sehr gut. Mit der genannten Einschränkung: Michael B. schrieb: > Damit wird der Spannungsabfall an der Wicklung bei höherem Strom > ausgeglichen, nicht zu 100%, dann würde es instabil schwingen, sondern > zu 98%.
> Mit der genannten Einschränkung:
Das ist richtig, man dreht am Trimmer bis es schwingt und dann ein
Stueck zurueck und alles ist super.
Vanye
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