Wie surfen Ermittlungsbeamte der Polizei auf der Suche nach illegalen Inhalten im Internet

OP #8088276
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Wenn man als "Normalbürger" im Internet surft, kommt es öfters vor, dass Seiten wegen Zertifikatsfehlers nicht angezeigt werden und es ist nicht ausgeschlossen, dass man sich gewisse Arten von Viren einfängt. Nun surfen auch Ermittlungsbeamte auf der Suche nach illegalen Inhalten im Internet und da sollte doch der Inhalt jeder Seite angezeigt werden und es sollte auch kein Virus eingefangen werden.

Wie wird das erreicht? Kann ich das mit meinem PC und üblichen Browsern auch? Wie müßte ich die Einstellungen wählen?

#8088287
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Zertifikatsfehler kannst du in jedem gängigen Browser ignorieren. Der Dialog mit der Fehlermeldung enthält den Link dazu.

Wie müßte ich die Einstellungen wählen?

Kommt auf den Browser und auch dessen Version an. Wenn du das nicht selbst herausfinden kannst, bist du solche Aktionen nicht qualifziert. Sei dankbar für die "Kindersicherung".

und es sollte auch kein Virus eingefangen werden.

Viel Glück. Dazu gibt es keine einfache Lösung.

Persönliche Seite #8088341
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Hallo Thomas.

Thomas S. schrieb:

Wenn man als "Normalbürger" im Internet surft, kommt es öfters vor, dass Seiten wegen Zertifikatsfehlers nicht angezeigt werden und es ist nicht ausgeschlossen, dass man sich gewisse Arten von Viren einfängt.

Naja, man sollte sich immer zweimal überlegen, was man da anklickt. Und nach Möglichkeit nichts automatisch laufen lassen. Und nie als Root ins Internet.

Nun surfen auch Ermittlungsbeamte auf der Suche nach illegalen Inhalten im Internet und da sollte doch der Inhalt jeder Seite angezeigt werden und es sollte auch kein Virus eingefangen werden.

Die Medung vom Browser kann ich wegklicken. Gegen Viren hilft, nichts automatisch starten lassen. Bei E-Mails ist es hilfreich, die HTML Darstellung abzuschalten und reine Text darstellung zu verwenden. Dann sieht man besser was man da anklickt. Oder man verwendet gleich einen speziell dafür gemachten E-Mail Client wie z.B. "Claws".

Ausserdem gibt es noch reine Text Internetbrowser wie "Lynx" die das Problem auch minimieren.

Und vermutlich verwendet die Polizei für so Härtefälle auch ein gehärtetes Windows oder auch ein Betriebssystem, was sich leichter härten lässt als nun gerade Windows.

Wie wird das erreicht? Kann ich das mit meinem PC und üblichen Browsern auch?

Ja.

Wie müßte ich die Einstellungen wählen?

Beim Firefox unter Debian langen dafür die Default Einstellungen.

Mit freundlichem Gruß:

Bernd Wiebus alias dl1eic

http://www.dl0dg.de

: Bearbeitet durch User
#8088342
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Wenn Du wirklich gefährliche Seiten aufrufen willst, dann macht man das normal aus einer virtuellen Maschine heraus. Der Browser läuft nur in der virtuellen Maschine und eine Firewall sorgt dafür dass die VM nur ins Internet, nicht aber in Dein LAN oder sonstewo wichtiges hin zugreifen kann.

Und natürlich keinerlei relevante Passwörter etc. in die VM übertragen oder im dortigen Browser eingeben.

Keinerlei Grafikbeschleunigung für die VM aktivieren, keine virtuelle Soundkarte an die VM freigeben etc. Das sind alles Schnittstellen die komplex und nicht sonderlich gut isoliert sind.

: Bearbeitet durch User
#8088702
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Gerd E. schrieb:

Wenn Du wirklich gefährliche Seiten aufrufen willst, dann macht man das normal aus einer virtuellen Maschine heraus. Der Browser läuft nur in der virtuellen Maschine und eine Firewall sorgt dafür dass die VM nur ins Internet, nicht aber in Dein LAN oder sonstewo wichtiges hin zugreifen kann.

Du hast von mir ein "lesenswert" erhalten, weil eine isolierte Umgebung wie in Deinem Vorschlag eine brauchbare Lösung bietet. Allerdings hast Du damit nur eine Ebene der Verteidigung.

Ich würde dabei zusätzlich noch weitere Verteidigungsebenen hinzufügen, nämlich Systeme auf einem Readonly-Medium, Container mit Sicherheits-Profilen, sowie einem Forward Proxy als MITM zur Beweissicherung.

Im Detail: meine erste Schicht wäre ein ReadOnly-System, das nur auf definierte Pfade schreiben darf. Prominente Beispiele wären Knoppix oder Puppy Linux, aber die meisten modernen Linux-Distributionen können heute von einer nicht beschreibbaren DVD booten.

Meine nächste Schicht wäre, wie Du sehr richtig vorschlägst, eine VM, die Images gern von einer nicht beschreibbaren Quelle aus dem Netzwerk ziehen darf. Alles was sie mountet darf zwar beschreibbar sein, auch im Netzwerk, aber natürlich nur mit noexec-Flag und mit einem versionierten und / oder auditierten Dateisystem.

In meiner VM würden Docker oder Podman laufen und den Browser als Container starten, mit einem read-only gemounteten Root-Dateisystem. Jeder beschreibbare Mountpoint würde als Backend etwas Ähnliches wie zuvor benutzen (auditiert und / oder versioniert).

Außerdem würden mindestens ein Seccomp-Profil zur Beschränkung des Containers auf die minimal benötigten Systembefehle, sowie ein AppArmor-Profil mindestens zum Logging der Aktivitäten des containerisierten Software laufen.

Zuletzt würde mein System einerseits einen Forward Proxy benutzen, um den Datenverkehr zu loggen. Der ermöglicht es mir, TLS zu brechen und den Traffic zu entschlüsseln, bevor der irgendwo hin geloggt wird.

Die Veranstaltung läßt sich allerdings noch prima erweitern, etwa durch das Linux Audit Framework im Kernel (auditd), Process accounting (acct), den System Activity Reporter (sar) und einen Integritätschecker (AIDE).

Letzten Endes geht es bei der Aufgabe von Ermittlungsbehörden ja um zwei Dinge: erstens um einen Selbstschutz, selbstverständlich auch für die verwendeten Systeme, aber auch um die Sicherung von Beweisen. Es muß dabei gerichtsfest nachvollziehbar sein, wer, wann, was und wie auf einem System gemacht hat.

Mario M. schrieb:

Thomas S. schrieb:

Wie müßte ich die Einstellungen wählen?

Hier am Beispiel des Firefox:

Entschuldige, aber wir sollten unsere Benutzer nicht dazu erziehen, Zertifikatsfehler zu ignorieren.

Rolf R. schrieb:

Tor-Browser unter Windows oder Linux.

Oder besser noch die Linux-Distribution Tails benutzen.

Meine Güte... Das würde Ermittlungsbehörden überhaupt gar nicht helfen.

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