ich plane, eine Distanz von 150 Metern mit PowerLine zu überbrücken. Mein Ziel ist es, unser Tor in unser SmartHome-System zu integrieren, und zu diesem Zweck habe ich eine neue Steuerung entwickelt. Zwischen dem Haus und dem Tor liegt ein fünfadriges Kabel, allerdings fehlt eine Ader auf einer Seite. Ich vermute, dass diese Ader zur ursprünglichen Verlegung des Kabels zum ziehen benutzt wurde und nun irgendwo entlang des Weges endet. Aufgrund der Entfernung ist das Verlegen eines neuen Kabels problematisch und das möchte ich vermeiden.
Da die Distanz für PowerLine recht weit ist, habe ich die Überträger in den Adaptern ausgelötet, um eine stabilere und weniger störanfällige Verbindung zu erzielen. Ich habe zwei Kabel direkt an den Kleinspannungsteil der PowerLine Adapter gelötet und führe diese Kabel aus dem Gehäuse. L/N der Adapter sind somit komplett getrennt. Ein Test über zwei unbenutzte Kabel (für den Test habe ich den Schutzleiter nicht verbunden) hat hervorragend funktioniert. Die Datenrate ist zwar niedrig, aber für den geplanten Anwendungsfall ausreichend.
Nun möchte ich diese Konfiguration fest installieren. Das Problem besteht darin, dass ich nur vier verwendbare Kabel habe. Ist es möglich, zwei für L/N zu verwenden und den Schutzleiter zusammen mit dem unbenutzten Kabel zur Datenübertragung zu nutzen? Ich bin mir unsicher und befürchte, dass ich möglicherweise etwas übersehen habe.
Führt das Kabel Strom?
Dann ist es schlichtweg verboten auf die freien Leitungen des Kabels ein Fremd oder Kleinsignal zu schalten. Der Schutzleiter darf in keinem Fall entfremdet werden.
Ev kannst du eine Steckdose installieren und den Adapter dort anstecken.
habe ich die Überträger in
den Adaptern ausgelötet, um eine stabilere und weniger störanfällige
Verbindung zu erzielen.
Und damit hast du die Zulassung deiner Powerline-Adapter verwirkt! Deine 150m Kabel geben nämlich eine schön abstrahlende Antenne auf allen Frequenzen. Nimm halt ein zugelassenes Funksystem (Bluetooth, WLAN oder 868MHz).
Und damit hast du die Zulassung deiner Powerline-Adapter verwirkt! Deine
150m Kabel geben nämlich eine schön abstrahlende Antenne auf allen
Frequenzen.
Naja, die 150m werden wohl vergraben sein, da strahlt das gleich viel weniger ab.
150 Meter Kabel??? Was hängt denn da am Ende dran? Eine 40Watt Glühlampe? Das muß doch ein enormer Spannungsabfall sein wenn da ein größerer Verbraucher dran hängt. Oder ist das 5x10mm² ?
Falls du Funk nicht traust (kann ich gut verstehen: "Wer Funk kennt nimmt Draht") dann bleibt bei dieser Leitungskonstellation noch das LCN Bussystem oder DigitalStrom.
habe ich die Überträger in
den Adaptern ausgelötet, um eine stabilere und weniger störanfällige
Verbindung zu erzielen.
Und damit hast du die Zulassung deiner Powerline-Adapter verwirkt! Deine
150m Kabel geben nämlich eine schön abstrahlende Antenne auf allen
Frequenzen.
Ich hätte da keine Skrupel. Zulässig, nun, die DIN VDE ist vielleicht
eine Norm, aber kein Gesetz!
Das schlägt doch dem Fass den Boden aus!
Du hast also keinerlei Skrupel durch das Aufheben der Schutzfunktion des Schutzleiters andere in Lebensgefahr zu bringen. Stell dir vor, durch einen Fehlerfall stehen Metallteile des Zauns plötzlich unter Strom und jemand der da ahnungslos hin langt kriegt einen tödlichen Stromschlag. Der Gutachter findet garantiert raus woran das lag und dann möcht ich net in der Haut des Verursachers stecken.
Die Diskussion ist von meiner Seite beendet, glaub da gibts nix mehr hinzu zu fügen.
PS. Ist der Powerline-Rückleiter bereits "Betriebsstrom"?
Wenn es denn so sein soll, setze ich die Powerline-Adapter jeweils in ein Metallgehäuse. Dann kopple ich den Powerline-Rückleiter HF-Mäßig jeweils an das Metallgehäuse.
Der Schutzleiter soll ja weiterhin als Schutzleiter verwendet werden.
Normalerweise wird ja L/N für Powerline verwendet die ja Strom führen.
Würde es einen Unterschied machen wenn ich Schutzleiter / unbelegtes Kabel über einen Übertrager ans Powerline anschließe? Da hätte ich ja auch zusätzlich eine galvanische Trennung. Habe im Moment keinen überträger vorgesehen da der ursprüngliche Plan war, 2 unbelegte Kabel zu nehmen. Da ich die 5. Ader am anderen Ende der Leitung nicht finden konnte, ist aus dem Plan nix geworden.
Teilweise wird ja bei Powerline auch der Schutzleiter verwendet. Nur in dieser Konstellation bin ich mir unsicher ob es eventuell zu Problemen führen kann.
Funk würde ich gerne vermeiden. Die Verwaltung übers Netzwerk wäre mir am liebsten.
Würde es einen Unterschied machen wenn ich Schutzleiter / unbelegtes
Kabel über einen Übertrager ans Powerline anschließe?
Da ist bereits ein Übertrager drin. Und der muss drin bleiben, sonst funktioniert es nicht. Hat aus dem Powerline-Umbaufaden bereits jemand unfreiwillig ausprobiert.
da der ursprüngliche Plan war, 2 unbelegte Kabel zu nehmen.
Was ist wenn die Powerline-Adapter ohne Umbau einen eigenen L aber mit Torantrieb/Licht/WasWeißIch gemeinsamen N bekommen?
Das ganze Kabel darf dann nur so abgesichert sein, dass dir der N und der PE im Fehlerfall noch den Strom über die L tragen können.
Andererseits würde ich dem verlegten Kabel ungefähr garnicht trauen, wenn da plötzlich eine Ader flöten geht. Wo ist die Flickstelle? Wo ist was kaputt?
Würde es einen Unterschied machen wenn ich Schutzleiter / unbelegtes
Da ist bereits ein Übertrager drin. Und der muss drin bleiben, sonst
funktioniert es nicht. Hat aus dem Powerline-Umbaufaden bereits jemand
unfreiwillig ausprobiert.
Rolf Z. schrieb:
da der ursprüngliche Plan war, 2 unbelegte Kabel zu nehmen.
Hab den überträger ausgelötet und funktioniert wunderbar über diese Länge (natürlich nur an stromlosen Kabel getestet). Die Logik des Powerline Adapters ist ja galvanisch getrennt.
Was ist wenn die Powerline-Adapter ohne Umbau einen eigenen L aber mit
Torantrieb/Licht/WasWeißIch gemeinsamen N bekommen?
Das ganze Kabel darf dann nur so abgesichert sein, dass dir der N und
der PE im Fehlerfall noch den Strom über die L tragen können.
Das versteh ich nicht ganz? Was macht das für einen Unterschied wenn die Geräte am gleichen Stromkreis anliegen? Ich möchte ja absichtlich nicht über Stromführende Kabel gehen, weil die Störungen zu groß sind und ich damit keine stabile Verbindung hinbekomme.
Andererseits würde ich dem verlegten Kabel ungefähr garnicht trauen,
wenn da plötzlich eine Ader flöten geht. Wo ist die Flickstelle? Wo ist
was kaputt?
mfg mf
Ich schätze die eine Litze wurde zum ziehen des Kabels verwendet und dadurch einfach ein wenig aus dem Kabel gezogen und der Überstand auf der einen Seite einfach abgeschnitten. Anders kann ich es mir nicht erklären.
Du schreibst, N und PE sind vom Kabel vorhanden. Der unbenutzte Draht, sag jetzt mal ohne es gesehen zu haben ist grau, der kann über die Sicherung mit L verbunden werden und dann kann fachgerecht eine Steckdose montiert werden. Vorausgesetzt der Auslösestrom ist hoch genug, dass im Fehlerfall die Sicherung fliegt. Und dann brauchst net an den Powerline Adaptern rum basteln. Alles andere ist schlichtweg verboten. Sollte was passieren, zahlt dir die Versicherung keinen Cent oder du sitzt schlimmstenfalls im Knast.
Du schreibst, N und PE sind vom Kabel vorhanden. Der unbenutzte
Draht, sag jetzt mal ohne es gesehen zu haben ist grau, der kann über
die Sicherung mit L verbunden werden und dann kann fachgerecht eine
Steckdose montiert werden. Vorausgesetzt der Auslösestrom ist hoch
genug, dass im Fehlerfall die Sicherung fliegt. Und dann brauchst net an
den Powerline Adaptern rum basteln. Alles andere ist schlichtweg
verboten. Sollte was passieren, zahlt dir die Versicherung keinen Cent
oder du sitzt schlimmstenfalls im Knast.
Wenn ich die Funktion des Schutzleiters erhalten lasse, und diesen über einen Übertrager ans Powerline anschließe, inwiefern störe ich da den Schutzleiter an seiner Funktion und wo steht in der Norm/VDI das so etwas nicht erlaubt ist?
Bei Gigabit Powerline wird ja standardmäßig der Schutzleiter zusätzlich zu L/N zur Übertragung genutzt, also gibt es scheinbar die Möglichkeit dazu und ist auch legal.
Wenn ich die Funktion des Schutzleiters erhalten lasse, und diesen über
einen Übertrager ans Powerline anschließe, inwiefern störe ich da den
Schutzleiter an seiner Funktion und wo steht in der Norm/VDI das so
etwas nicht erlaubt ist?
Mach was du willst...; die Begründung steht ein paar Komentare weiter oben und das net nur von meiner Seite.
Bei Gigabit Powerline wird ja standardmäßig der Schutzleiter zusätzlich
zu L/N zur Übertragung genutzt, also gibt es scheinbar die Möglichkeit
dazu und ist auch legal.
Zweifellos ist das so in Ordnung, aber nicht so wie der TE das vorhat. Er hat ja den Trafo zur Netztrennung entfernt, und dann darf man eben keine der Adern in der Niederspannungsleitung mehr verwenden. Selbst eine im selben Rohr verlegte Telefonleitung dürfte nur verwendet werden, wenn auch sie mindestens für 250V Nennspannung (Ader<->Umfeld) spezifiziert wäre.
Hab den überträger ausgelötet und funktioniert wunderbar über diese
Länge
Wie hast du die RX- und die TX-Wicklung (die beim Powerline-Adapter auf der Niederspannungsseite des Übertragers sind) auf deine Test-Doppelader gelegt?
Hab den überträger ausgelötet und funktioniert wunderbar
Na dann, ist ja Spitze, wie man so merkbefreit jegliche Einwände ignorieren kann.
Ich weiss zwar nicht, wie man so ohne Übertrager überhaupt ein Signal übertragen kann, schliesslich trennte der Übertrager Receiver von Leitung, aber das wissen die Götter, ach mein, das weiss Rolf, der Allwissende.
ich denke mal, dass die ganze Powerline-ohne-Übertrager Sache beim ersten Gewitter im Umkreis von 10 km eh abraucht.
Wie dick ist denn das Kabel und wie hoch ist es abgesichert?
Falls das schon nicht zusammen passt, braucht man sich über die Sicherheit der Installation schon keine Gedanken mehr zu machen. Ist ja keine Sicherheit vorhanden :-)
Ich würde das ganze auf WLAN umbauen, kleinen ESP mit Richtantenne zum Haus. Du kannst weiterhin über Netzwerk / IP Protokoll deine Stuerung erreichen und brauchst keine illegalen Basteleien zu machen.
Ich hätte da keine Skrupel. Zulässig, nun, die DIN VDE ist vielleicht
eine Norm, aber kein Gesetz!
Und auch wenn es immer keiner glaubt. Spätestens durch den Verweis auf die VDE in §49EnWG als allgemein anerkannter Regeln der Technik, bekommt das ganze nun eben einen gewissen Charakter, der letztlich Richter dazu nötigt diese als eben gesetzt anzusehen.
Natürlich kannst du davon abweichen. In dem Fall musst DU aber beweisen das deine Lösung das gleiche Schutzniveau erfüllt wie wenn das ganze nach VDE gebaut wäre.
Punkt. Mehr muss man nicht darüber diskutieren.
Wer im Außenbereich mit 230V hantiert und dann darüber nachdenkt das einzige Schutzorgan auszuhebeln, der hat nicht mehr alle Nadeln an der Tanne...
Ich würde das ganze auf WLAN umbauen, kleinen ESP mit Richtantenne zum
Haus. Du kannst weiterhin über Netzwerk / IP Protokoll deine Stuerung
erreichen und brauchst keine illegalen Basteleien zu machen.
. In dem Fall musst DU aber beweisen das deine Lösung das gleiche
Schutzniveau erfüllt wie wenn das ganze nach VDE gebaut wäre.
Ich wiederhole gerne, dass ich nicht vorhatte, den PE abzuklemmen.
Stattdessen willst du die MIMO-Powerline-Geräte verbieten, gegen ESD-Matten-Erdung per gelbem Stecker einschreiten, Ionenstrom-basierte Flammenerkennung von (Gas-)Heizungen verteufeln, usw...
Ich wiederhole gerne, such dir was raus.
Alternativ können teure Universal-Powerlineadapter mit werksseitig herausgeführten Übertrageranschlüssen hergenommen werden. Eine Klemme an die Ader für's Signal, die andere Klemme an ein geeignetes Gegengewicht. [wieder gelöscht, es hilft ja nix]
Was ist wenn die Powerline-Adapter ohne Umbau einen eigenen L aber mit
Torantrieb/Licht/WasWeißIch gemeinsamen N bekommen?
Das ganze Kabel darf dann nur so abgesichert sein, dass dir der N und
der PE im Fehlerfall noch den Strom über die L tragen können.
Du schreibst, N und PE sind vom Kabel vorhanden. Der unbenutzte Draht,
sag jetzt mal ohne es gesehen zu haben ist grau, der kann über die
Sicherung mit L verbunden werden und dann kann fachgerecht eine
Steckdose montiert werden.
Hausseitig muss freilich auch eine Dose mit grauem L beschaltet werden. Damit ist der Powerline-Rückleiter zwar der N und nicht der PE, aber immerhin "fachgerecht".
Zusätzlich wird im Haus die Phase an der der graue hängt, mit Powerline mit befeuert. Durch kapazitive Kopplung wahrscheinlich auch auf den anderen L in dem Kabel. Die Lösung bringt's also nur, wenn man die HF aus dem Haus hält, z.B. mit Drosseln oder guten Netzfiltern. Die gibt es sicher auch auf Hutschiene.