Hallo Kay Uwe
Kay-Uwe R. schrieb:
mein Beitrag hatte keinen Bezug auf QO-100, auch wenn das das Thema hier
ist. Es ging um die Aussage, dass -1 dB der Grenzwert für CW sein sollte
und für SSB gar noch besser.
für mich hat das irgendwie anders geklungen, denn du hattest folgendes als Antwort zu Georg S, geschrieben.
Kay-Uwe R. schrieb:
Georg S. schrieb:
Auf S.4 oberste Zeile steht P-1dB: 25W
Ungefähr so weit kann man gehen wenn man CW macht. Für SSB sollte man
für höhere Linearität mit der Leistung runter gehen.
Das ist Unfug. Für CW kannst du aufdrehen, bis nichts mehr geht. Für SSB
sind auch 5 dB Sättigung auf den Bändern ab 23 cm sehr gut machbar. Hat
man gleich den Speech Processor alias RF-Clipper mit eingebaut.
Für DVB & Co. muss es deutlich besser sein.
Das erinnert mich an einen mittlerweilen verstorbenen Funkfreund, der folgende Ansicht hatte.
Mein ausgesendetes Signal auf Kurzwelle muss splattern, damit mir die Stationen links und rechts von meiner Frequenz nicht so dicht auf die Pelle rücken.
Dem musste ich genau so energisch widersprechen wie deiner Aussage.
Kay-Uwe R. schrieb:
Gravierender ist oder war SSB mit Endstufen
im oder nahe C-Betrieb (B oder noch darunter, Ruhestrom nicht
nachweisbar). Da sind mir so einige verschnupfte Gegenstationen noch gut
in Erinnerung.
Das erinnert mich sehr an die CB Zeiten, wo gerne sogenannte Brenner eingesetzt wurden. Das waren Endstufen mit nur einen Transistor, welche auch voll im C-Betrieb liefen. Bei der damaligen AM-Modulation wurde dadurch die Modulation fast bis zur Unkenntlichkeit verzerrt. Hinzu kam die Unsitte Vorverstärkermikrophone zu verwenden, ( welche übrigens damals verboten war ) welches aus dem AM Signal mehr eine Pulsdauermodulation machte mit daraus resultierende Bandbreiten von mitunter 50 KHz.
Ich kenne heute außer in reinen FM Geräten keine in TRX Verbauten
HF Endstufe welche im C Betrieb läuft.
Bei AM-Modulierten Sendern ( CB-Funk) geht das nur wenn die AM Modulation als Variation der Betriebsspannung des Endstufentransistors erfolgt ( Collektormodulation ).
Kay-Uwe R. schrieb:
Als ich Ende der 70er mit SSB/CW auf den Bändern ab 23 cm aufwärts
anfing, war die Signalqualität tatsächlich nebensächlich. Da gab es mehr
Probleme, Antennenrichtung UND Frequenz zu treffen. Schnell war man 20
oder 30 kHz daneben und dann begann die mehrdimensionale Suche.
Damals waren die höheren Bänder gegenüber heute ja auch kaum belegt.
Da sind Splatter durch IM Störungen kaum aufgefallen.
Aber ich kann mich noch an die UKW Konteste erinnern, wo Stationen, welche mit 750 Watt und einer Gruppenantenne mit bis zu 16db Gewinn von einen exponierten Berg aus das ganze band zusplatterte, wobei sicherlich ein Teil des Problemes auch die nicht großsignalfesten Receiver waren, welche bei vorhanden sein mehrere starke Signale selbst IM Produkte erzeugten.
Die Receiver sind heute Gott sei Dank besser geworden, die Sender leider nur bedingt.
Kay-Uwe R. schrieb:
Intermodulationsprodukte? Ja, kannte man - aber das war´s auch. Man ist
mehr pragmatisch angegangen als heutzutage.
Der Funkamateur hatte damals ja auch nicht die Messmöglichkeiten zur Verfügung, wie er sie heute hat. Spektrumanalyzer waren damals unerschwinglich teuer selbst gebraucht. Finanziell erschwingliche Spektrumanalyzer kamen erst sehr viel später auf den Markt, als Rigol und Konsorten auf die Bühne traten. Noch später kamen die Möglichkeiten mit Hilfe des DVB-T Sticks, welche zwar keine Messgerätequalitäten hatten, aber immerhin eine Ahnung von dem vermittelten, was man wirklich abstrahlte.
Das war mitunter sehr ernüchternd.
Fazit.
Gerade weil heute dem Funkamateur erschwingliche Messtechnik zur Verfügung steht, und weil die Belegung der Bänder teilweise massiv zugenommen hat, sollte man auf die Qualität der ausgestrahlten Signale achten, ansonsten sind die Bänder irgendwann so zugemüllt, dass es keinen Spass mehr macht überhaupt Funkbetrieb zu machen.
Also nichts für Ungut und weiterhin Spass bei dem gemeinsamen Hobby
73 Ralph Berres DF6WU