Schmierung Planetengetriebe

OP #7731183
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Hallo,

Habe in meiner Pelletsheizung einen Motor "Rotek SPM 65/60-6A 4,2" (34W, 4,2U/min, Lebensdauerschmierung), dessen Planetengetriebe ich frisches Schmierfett gönnen möchte (macht nach über 10 Jahren keinen frischen Eindruck mehr).

Offizielle Empfehlung gibt es keine. Hätte jetzt ein lithiumbasiertes Fett NLGI 0 oder 1 gewählt, oder ist das zu flüssig? Wäre etwas anderes besser geeignet?

Gast #7731236
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Wobei "Lebensdauerfüllung" oft falsch interpretiert wird. Selbstverständlich sollten Getriebe, Differential Öl etc gewechselt werden, aber eben erst bei 100.000 z.B. So in dem Dreh bis 150.000 ist die Lebensdauer definiert. Wer gebrauchte Autos fährt oder ewig lange, sollte das wechseln.

Welches Fett ideal für ein Planetengetriebe ist, kann ich leider nicht beantworten, hätte einfach MOs2 Fett auf Lithiumbasis genommen..aber nicht auf Verdacht, wenn es ein teures Gerät ist. Differential Öl z.B: hat eine um vielfach höhere Schmierbeständigkeit als Motoröl, das hat mich auch überrascht(vermutlich wegen der höheren Flächenpressung)

Bin mal gespannt wann der erste Vogel mit "ISt dein Google kaputt" kommt...

#7731394
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Frank O. schrieb:

In der Regel lithiumverseiftes Fett.

In der Regel sind Fette lithiumverseift. Wenn nicht, wird das als besondere Eigenschaft angegeben. Wenn ich mich recht erinnere, gibt es für erhöhte Stabilität Bariumseifenfette, z.B. bei Bewitterung.

Wenn es leichter laufen soll, noch ein kleinen Schluck 80er Getriebeöl dabei.

Am besten Öl nach Spezifikation GL-5, dessen Zusatzstoffe dann einfache Wellendichtringe aus NBR zum Aufquellen bringen.

#7731904
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Früher, als ich noch an meinen Autos rumgeschraubt habe ich gelernt, das man genau das vorgeschriebene Öl ein füllen muß, sonst werden die Zahnräder aufgelöst. Stand so in der Repaturanleitung meines damailgen BMW 2002. Füll mal Auto-Motor-Öl in ein Motorrad ein, statt Motorrad-Öl. Dem Motor macht es nicht, aber der Öl-Geschmierten Kupplung. Mann merkt es sofort beim Fahren. Gilt natürlich nicht für viele BMW-Motorräder, da diese Getriebe und Motor getrennt haben sowie eine Trocken-Kupplung.

Also lieber das Fett nicht welchsen als ein falsches. Gruß HolgerR

#7731992
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Holger R. schrieb:

Also lieber das Fett nicht welchsen als ein falsches.

So eine pauschale Aussage ist Unsinn: Eine Mechanik welche für Fettschmierung konstruiert wurde nun ohne ausreichende Schmierung zu betreiben führt in kurzer Zeit zur Zerstörung derselben. Lieber ein falsches Fett als gar keines.

Ich habe schon mal Salatöl auf Gleitlager gekippt weil nix anderes greifbar war. Hat funktioniert und ist immer besser als die Zerstörung des Lagers. Das ist dann aber keine Lebensdauer-Schmierung:-)

Moderator Persönliche Seite #7732013
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Thomas F. schrieb:

Holger R. schrieb:

Also lieber das Fett nicht welchsen als ein falsches.

So eine pauschale Aussage ist Unsinn: Eine Mechanik welche für Fettschmierung konstruiert wurde nun ohne ausreichende Schmierung zu betreiben führt in kurzer Zeit zur Zerstörung derselben. Lieber ein falsches Fett als gar keines.

Das ist hier sicher richtig, allerdings hat der OP ja offenbar noch das alte Fett im Getriebe. Er meint nur es wechseln zu müssen.

Ich habe schon mal Salatöl auf Gleitlager gekippt weil nix anderes greifbar war. Hat funktioniert und ist immer besser als die Zerstörung des Lagers.

Wobei es auch da darauf ankommt. Es gibt trocken laufende (Kunststoff-)Gleitlager, die man nicht schmieren DARF, weil sie sich sonst auflösen 8-)

Also wie fast immer: es kommt darauf an ;-)

meist ist es bei Getrieben so, dass noch mehr also genug sauberes Fett in den Taschen und Ecken sitzt und es sich an den wichtigen Stellen nur weggedrückt hat. Ich schmiere dann mit dem sauberen "Eckenfett" die wichtigen Stellen erneut, das hält dann meist bis zum Lebensdauerende. Gilt besonders für Winkelgtriebe bei Winkelschleifern. Da kann es sich lohnen, jährlich mal reinzugucken und nachzuschmieren.

#7732142
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Chris D. schrieb:

meist ist es bei Getrieben so, dass noch mehr also genug sauberes Fett in den Taschen und Ecken sitzt und es sich an den wichtigen Stellen nur weggedrückt hat.

Naja, konstruktionsbedingt quetscht sich das Fett ohnehin meist dorthin wo es faul herumlungern kann.

Frank O. schrieb:

[...]noch ein kleinen Schluck 80er Getriebeöl dabei. So eine Mischung nannte man früher "Fließfett".

So unrecht hat er nicht, es fließt dorthin wo es irgendein Rädchen wieder in den Umlauf bringt. Und es laufend durchmischt.

Früher™ gab es Schmiernippel, da hat man täglich / wöchentlich die Fettpresse angesetzt und frisches Fett ins Lager/Gehäuse gepumpt. Das alte ist dann seitlich oder durch eigene Bohrungen herausgeqollen. War ein sehr zuverlässiges System, aber heutiger Faulheit nach betrachtet eben auch arbeitsintensiv.

Nun, diese Nippel gibt es als Pfennigwaren auch heute noch zu kaufen, der TO müßte nur eine M6 Gewindebohrung setzen, den Nippel eindrehen, und sorge tragen dass altes Fett auch irgendwo austreten kann. Dann könnt er sogar stündlich abschmieren und beruhigt schlafen.

Auf dem Bild der Teilausschnitt eines Getriebes aus der Schwertindustrie, ist 90 Jahre (sic!) klaglos gelaufen, bis Nachlässigkeit beim Schmieren zu einem Lagerschaden geführt hat. Nach Einsatz eines neuen Lagers wird es nochmals 90 Jahre laufen - Regelmäßiges Schmieren vorausgesetzt. Das Ritzel im Vordergrund hat den Durchmesser eines Suppentellers, Material Bronze.

DerSchmied

Angehängte Dateien:
#7732185
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Walter T. schrieb:

Damit hast Du allerdings auch den Hauptzweck vom regelmäßigen Nachfetten genannt: Dreck/Abrieb herauspressen.

Nuja, man muss aber auch zugestehen, dass moderne Mechanik und Schmierstoffe sich enorm weiterentwickelt haben. Obiges Getriebe ist einst massiv überdimensioniert konstruiert worden, Zuverlässigkeit & ausreichend Reserven standen im Vordergrund. Die Welt dreht sich weiter, und ich mit ihr.

Man muss sich aber auch zugestehen, dass etliche Konstruktionen / Grundsätze unserer (Groß)Väter nicht der Weiterentwicklung zum Opfer gefallen sind, sondern schlicht dem Rotstift der BWL. Sehr zum Nachteil dessen, was heute mit dem Kunstwort "Nachhaltigkeit" wieder versucht wird einzufordern.

Over and out,

DerSchmied

#7732277
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C. D. schrieb:

So unrecht hat er nicht,

Heute ist es im Allgemeinen so, dass die Getriebe mit Getriebeöl laufen und langsam laufende Getriebe, wie dieses hier, nur mit Fett. Früher gab es richtiges, sogenanntes Fließfett. Damals waren die Qualität von Öl und Fette noch nicht so gut wie heute und im Winter extrem zäh. Weil man sowieso nie das passende Fliesßfett da hatte und die Getriebeöle aber insgesamt hochwertiger als normales Lagerfett waren, hatte man sich das zusammen gemischt. Dann lief es im Winter besser und Undichtigkeiten traten auch nicht auf. Heute ist es eher umgekehrt. Wenn man mal vergessen hat das zweite Zahnrad mit zu bestellen, gibt's meist Geräusche, die aber eigentlich nach ein paar Tagen verschwinden. Um das zu dämpfen schadet etwas Fett nicht.

(Firma: schlechthin) #7735476
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Ideal wäre ein Fett das stark anhaftet und lange Fäden zieht (hat jemand einen Produktvorschlag?), das vermischt man mit ptfe Pulver und gibt etwas davon auf die Stirnflächen der Zahnräder. Das würde bedeuten, dass sich das Fett immer wieder auf die Stirnflächen zurückbewegt anstatt wie normales Fett zur Seite gedrückt zu werden. Das PTFE würde die Schmierwirkung vervielfachen, ca. 0,2% genügen. Die Lager kann man mit normalem Lagerfett beglücken, wenn es hohe Drücke gibt dann mit High Pressure Additiven. Dieser Thread hat Verwandschaft: Beitrag "Fett in Kunststoff/Metall Getriebe zieht Fäden pappt und klebt, Bezeichnung?"

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