Modellbau Anemometer und Windrichtung

OP (Firma: LMU) #7739660
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Hallo, ich möchte für ein Modellsegelboot (Masthöhe ca 2 m) eine Steuerung bauen, die zusätzlich zur normalen Fernsteuerung auf Böen ragiert und evtl, auch das Boot auf dem richtigen Kurs hält. Mit GPS, Gyros, Accelerometern und Kompass hab ich schon viel gearbeitet. Meistens nehme ich 8-Bit Atmel Prozessoren, die reichen da aus. Nun wollte ich aber die Windgeschwindigkeit und -richtung an der Mastspitze messen und suche dafür 2 kleine Sensoren. Ich dachte, dass man ein Windrad auf einen kleinen Hallsensor-Inkrementgeber steckt (Windgeschwindigkeit) und die Richtung mit einer Windfahne mit 360-Grad-Poti misst. Aber diese Sensoren müssen natürlich total leichtgängig sein, was beim Poti vielleicht schwierig ist. Daher meine Frage: Hat jemand so etwas schon mal gmacht? Wie? habt ihr Ideen, welche Bauteile man verwenden könnte? Danke, Hamster

#7739682
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Kai B. schrieb:

ich möchte für ein Modellsegelboot

Bedeutet "ich möchte":

(1)"Ich würde die Idee nicht schlecht finden und denke gerade darüber nach"

(2)"Ich will unbedingt!"

Falls (1), vielleicht noch mal drüber nachdenken:

  • 'auf Böen reagieren' und 'Kurs halten': Anluven? Abfallen? Segel fieren?
  • 'Windstärke', 'Windrichtung': Ist natürlich nur der scheinbare Wind.
  • 'zusätzlich zur normalen Fernsteuerung auf Böen ragiert': Automatik 'im Kampf' gegen Handsteuerung würde ich problematisch sehen.

-> Wenn der Kahn sauber durchgetrimmt ist, sollte dieser automatisch auf einfallende Böen mit vorsichtigem Anluven reagieren. Einfach Pinne festhalten ;-)

Edit: Böen, Windrichtung, Wellen... Da wird dann jeder Furz ausgeregelt! -> Akku!!

(Firma: egal) #7739704
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Kai B. schrieb:

Aber diese Sensoren müssen natürlich total leichtgängig sein, was beim Poti vielleicht schwierig ist

Deshalb nimmt man da auch eher optische Inkrementalgeber. Z.B. bei den "Erwachsenen":

Ob das ganze bei einer beweglichen Befestigung überhaupt möglich ist was Sinnvolles zu messen?

#7739856
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Ralf G. schrieb:

-> Wenn der Kahn sauber durchgetrimmt ist, sollte dieser automatisch auf einfallende Böen mit vorsichtigem Anluven reagieren. Einfach Pinne festhalten ;-)

Genauso hab ich das ca. 30 Jahre bei meiner Modellsegeljacht gemacht: funktioniert tadellos ohne Anwesenheit von (störanfällig programmierter) Elektronik. Ein einwandfrei gebautes und getrimmt Boot ist natürlich die Voraussetzung dazu. Kurshalten ohne Elektronik geht übrigens auch mit einem 'Windruder', vor mehr als 70 Jahren wurde das schon erfunden.

Mein Rat: erst mal das Boot eigenstabil trimmen, dann kann der Rest immer noch per Elektronik aufgepeppt werden.

Schräglage, Winddruck, Geschwindigkeit erfassen und optimieren, automatisierte Wenden und Halsen mit vorgegebenen Zielrichtung machen, wären mir wichtiger als kleinste kurzzeitige Richtungsänderungen zu kompensieren.

Blackbird

#7739981
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Kai B. schrieb:

und die Richtung mit einer Windfahne mit 360-Grad-Poti misst.

Die Richtung kannst du besser mit einem kleinen Hallsensor-Drehposition messen (rotary position sensor, z.B.AS5147). Der EV-Kit enthält auch den passenden Magneten (AS5147-TS_EK_AB) https://ams-osram.com/products/sensors/position-sensors/ams-as5147-rotary-sensor

Ralf G. schrieb:

  • 'Windstärke', 'Windrichtung': Ist natürlich nur der scheinbare Wind.

Es ist der scheinbare Wind, der für den Vortrieb des Bootes genutzt wird - also alles gut.

Böen, Windrichtung, Wellen... Da wird dann jeder Furz ausgeregelt!

Nein, das Filter vor dem Regler entscheidet, was davon ausgeregelt wird, z.B. adaptive Filter, die abhängig vom Seegang die Steuerung unterschiedlich schnell auf Windrichtungsänderungen reagieren lassen. Das spannende ist, Ausbrechbewegungen möglichst frühzeitig zu erkennen, um das Boot mit kleinen Steuerbewegungen z.B. auf optimaler Höhe am Wind zu halten.

K. M. schrieb:

Mit einer auf 10cm reduzierten Ausführung (und damit geringeren Auflösung, aber darauf kommts bei dieser Anwandung ja nicht so an)

Ein Modellboot reagiert am Wind genauso empfindlich auf die Windrichtung wie ein großes. 5° können da schnell die Welt bedeuten. Und alles, was man nicht im Masttop haben möchte, ist Gewicht, das man durch ein Mehrfaches in Form von Ballast kompensieren muss.

#7740038
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Rainer W. schrieb:

Nein, das Filter vor dem Regler entscheidet, was davon ausgeregelt wird, z.B. adaptive Filter, die abhängig vom Seegang die Steuerung unterschiedlich schnell auf Windrichtungsänderungen reagieren lassen.

Und deswegen meine Frage am Anfang, ob genau durchdacht ...

Es gibt den Kurs zum Wind: Das macht der Kahn, ordentlich getrimmt, (fast) von alleine. Oder man bastelt ein Windruder dazu. Oder man meint den Kurs zum Ziel: Dann kann man mal über Elektronik nachdenken.

(Oder man will einfach mal was ausprobieren.)

#7740728
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Sönke P. schrieb:

Schau dir mal https://github.com/norbert-walter/Windsensor_Yachta und https://gitlab.com/norbertwalter67/Windsensor_WiFi_1000 an.

Die Teile haben sich zumindest auf "echten" Segelbooten bereits bewährt.

Ein großer Plus-Punkt ist die zukunftsorientierte 4-stellige Anzeige der Windrichtung in der App mit einer Auflösung von 1 Grad - man kann ja nie wissen ... s.c.n.r.

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