Hallo, nachdem meine durchaus ernstgemeinte Frage leider beim ersten Mal gelöscht wurde, versuche ich es noch mal:
Ich (33) arbeite als Entwickler in einem mittelständischen Unternehmen. Es ist sehr oft so, dass oft nur Gehör auf schnelle, sich gut anhörende Lösungsansätze gelegt wird, die irgendein Kollege bei durchaus komplexeren Fragestellungen in eine versammelte Runde wirft. Bei einem sehr jungen Kollegen geht das sogar so weit, dass er als der beste Lösungsfinder hingestellt wird und alle anderen einfach nur die Deppen sind.
Ich finde das hat sehr wenig mit Wissenschaft zu tun. Zu Fragestellungen ist eine angemessen gründliche Herangehensweise angemessen.
Ist das beschriebene Phänomen bei allen Ingenieurstellen so? Wie sind eure Erfahrungen?
Ist das beschriebene Phänomen bei allen Ingenieurstellen so?
Kommt vor, aber definitiv nicht überall. Manche Firmen ticken so dass Entscheidungen zwischen Tür und Angel "getroffen" (praktisch gewürfelt) werden, andere analysieren ewig herum ohne zum Ergebnis zu kommen...
Eine "mir egal solange ich das nicht implementieren muss"-Haltung kann helfen.
ich erwarte eigentlich nur ein Bild, wie es so allgemein aussieht. Ist das z.B ein Phänomen, was eher bei Mittelständlern auftritt? I
ch kann mir nicht vorstellen, dass in einem gut strukturiertem Konzern wirklich nur auf den Löwen gehört wird, der mal eben am lautesten brüllt
bei uns ist man in vielen Dingen auf sich alleine gestellt. Die älteren Kollegen sind eher demotiviert und beschäftigen sich lieber mit eigenen Dingen, um dem Vertrieb möglichst aus dem Weg zu gehen. Die Jungen sollen im Prinzip alles ausbaden
dass in einem gut strukturiertem Konzern
wirklich nur auf den Löwen gehört wird, der mal eben am lautesten brüllt
Eher auf den lautesten, auf den schnellsten eher weniger (aber schon auch). Welcher Konzern ist schon "gut strukturiert"? Gerade im Konzern ist es wichtig sich hochzuarbeiten und einen "Ruf" zu etablieren bevor man irgendwas machen darf. "Ideen einbringen" ist erst nach X Jahren im Konzern gestattet.
Ich bin jetzt kanpp 5 Jahre in dem Laden. Es gibt durchaus gute Momente, man kann sich alles recht frei einteilen und ich konnte viele Abläufe selbst automatisieren, wodurch ich als C++-Angänger durchs Studium nun auch gute Java-Kenntnisse selbsständig erlangen konnte. Aber solche Dinge sind einfach mega frustrierend und heute war weder so ein tag, an dem ich am liebsten direkt eine Kündigung rausgehauen hätte
Ich finde das hat sehr wenig mit Wissenschaft zu tun.
Hat es auch nicht. Die wollen und müssen Geld verdienen und das möglichst schnell.
Wenn du wissenschaftlich arbeiten willst, dann geh zurück an die Uni.
Selbst Fraunenhofer (hatte ich mal als Kunden) gucken auch schon auf's Geld.
Aber solche
Dinge sind einfach mega frustrierend und heute war weder so ein tag, an
dem ich am liebsten direkt eine Kündigung rausgehauen hätte
wenn es solche Tage nicht geben würde wäre es ja Vergnügen und keine Arbeit.
Ich denke das hatte jeder schon mal, darf bloß nicht überhand nehmen.
Wo gibt es immer und jeden Tag eitel Sonnenschein und stets Vergnügen?
Wo gibt es immer und jeden Tag eitel Sonnenschein und stets Vergnügen?
Das hat viel mit der eigenen Einstellung zu tun.
Ich bin eigentlich ziemlich krank und war dem Tode schon ein paar Male sehr nahe (jetzt auch wieder).
Man sieht mir das nicht an, weil ich doch eine ziemliche Kante bin. Ich trainiere auch dementsprechend.
Dadurch habe ich meine Einstellung zur Arbeit (und nicht nur zur Arbeit) komplett geändert.
Seit dem ist mein Job wie ein Hobby gewesen. Und was soll ich sagen? Das hat sich auf meine Kunden und Kollegen (die, mit denen ich öfter zusammen arbeite) übertragen.
Es hat mir, vor allem die letzten beiden Jahre, sehr viel Spaß gemacht.
Dennoch, dieses Mal werde ich wohl nicht wieder arbeiten gehen.
Vor zwei Jahren war ich fast tot. Keiner wollte mehr was machen und die Chemo war wohl eher als Beruhigungsmittel gedacht. Aber die zwei Jahre waren, trotzdem ich voll gearbeitet habe, so intensiv, dass sie mir wie mindestens fünf Jahre vorgekommen sind.
Ganz viel liegt in uns selbst. Leider erkennen wir das immer viel zu spät.
Wo gibt es immer und jeden Tag eitel Sonnenschein und stets Vergnügen?
Wo Licht ist ist auch Schatten.
Bingo.
Und dem TO sei gesagt, dass sich vieles auch so liest, als ob hier jemand postet, der in die Schublade Wokeness am besten passen wuerde.
Die Unzufriedenheit kann auch aus einer ganz anderen Ecke kommen. Es wird in fast allen Branchen mehr verlangt werden müssen, wegen der immer stärkeren und günstigeren Konkurrenz im Ausland.
Auch aus dieser Ecke gibt es laufende Injektionen, die das Betriebsklima vergiften:
https://www.mobinck.de/insights/mobility-blog/de/csrd-und-pendler-berichtspflichten-ihr-wegweiser-zu-effektiver-datensammlung
"Für viele deutsche Unternehmen ändern sich 2024 die Anforderungen zur Nachhaltigkeitsberichterstattung – sowohl im Umfang als auch in der Anzahl der betroffenen Firmen. Die neue EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung, CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) wird ab dem 1. Januar 2024 wirksam und schreibt vor, dass in den nächsten Jahren Unternehmen auskunftsfähig sind über die Nachhaltigkeitsaspekte ihrer Flotten, Geschäftsreisen und darüber, mit welchen Verkehrsmitteln ihre Mitarbeitenden zur Arbeit gelangen. Wie Sie Ihr Unternehmen bestmöglich auf diese neue Herausforderung vorbereiten können, zeigt Ihnen unsere Reihe "CSRD und betriebliche Mobilität". Dies ist Teil 1 zum Thema "Pendeln zum Arbeitsplatz".
Es ist sehr oft so, dass oft nur Gehör auf schnelle, sich gut anhörende
Lösungsansätze gelegt wird, die irgendein Kollege bei durchaus
komplexeren Fragestellungen in eine versammelte Runde wirft.
Ich finde das hat sehr wenig mit Wissenschaft zu tun. Zu Fragestellungen
ist eine angemessen gründliche Herangehensweise angemessen.
Wird hier "Frage" mit "Entscheidungs-findung" verwechselt?
Mit einer Replik sollte man schon latenzarm herausrücken, und sei es "Weiß ich grad nicht".
Und selbst auf eine Entscheidungsfindung ist man vorbereitet, da fängt man nicht erst an sich in das Thema einzuarbeiten. Beispielsweise in dem Aufwände/Risiken/Nutzen abgeschätzt hat und die Ergebnisse dieser "Voruntersuchung" verständlich präsentieren kann.
Bei einem
sehr jungen Kollegen geht das sogar so weit, dass er als der beste
Lösungsfinder hingestellt wird und alle anderen einfach nur die Deppen
sind.
Bei den jungen Kollegen sind halt die Erinnerungen an das Gelernte noch frisch, während "Alten Knochen" noch nie was von bspw. CI/CD gehört haben und sich dafür erst auf Schulungen eine Bart wachsen lassen müßten.
Aber solche
Dinge sind einfach mega frustrierend und heute war weder so ein tag, an
dem ich am liebsten direkt eine Kündigung rausgehauen hätte
Bitte sprich das zeitnah bei deinem Vorgesetzten an.
Ich finde das hat sehr wenig mit Wissenschaft zu tun.
Was dein Unternehmen und deine spezielle Stelle mit Wissenschaft zu tun haben, kannst nur du selber wissen.
In der Regel haben aber Ingenieurstellen wenig mit Wissenschaft zu tun.
die irgendein Kollege bei durchaus
komplexeren Fragestellungen in eine versammelte Runde wirft.
Geh mal davon aus, dass er das Problem durchdrungen hat, wenn er antwortet. Er will ja nicht mit einer nicht funktionierenden Lösung am Schluss als Depp dastehen.
Bei einem
sehr jungen Kollegen geht das sogar so weit, dass er als der beste
Lösungsfinder hingestellt wird und alle anderen einfach nur die Deppen
sind.
Scheinbar hat er oft genug recht und räumt die Probleme ab. Der Lösung ist das Problem egal!
Ich finde das hat sehr wenig mit Wissenschaft zu tun. Zu Fragestellungen
ist eine angemessen gründliche Herangehensweise angemessen.
Vielleicht haben die Kollegen einfach mehr Erfahrung oder sind kognitiv besser aufgestellt. Man kann doch nicht erstmal 5 Tage über ein Problem nachdenken, bevor man sich dazu äußern kann. Was soll an einer schnellen Problemlösung nicht wissenschaftlich sein? Schnell, effektiv, effizient, das sind die Maßstäbe.
Bauteiwerte
ermittelt man durch Kartenlegen und Spezifikationen werden astrologisch
hergeleitet?
oft durch Erfahrung und wenn die fehlt kommt bis zu 10-facher Angstzuschlag hinzu, siehe Brooklyn Bridge, da kannten sie noch keine finiten Elemente und hatten keine Computer und Berechnungsfunktionen.
Bei Kathedralen sind eine Menge eingestürzt woran die Baumeister lernten wie hoch sie bauen durften.
Wissenschaftler sind erst mal viel Papiererzeuger, denn das ist wichtiger für ihren Werdegang, als Problemlöser.
Dicke Dokumente beeindrucken Entscheider mehr als Praxiserfahrung ist komisch weil Entscheider weder Lust haben das alles zu lesen noch es verstehen würden, deswegen gewinnt ja die "billige" Technikgläubigkeit, es geht immer noch ein Tick billiger und dünner, wird schon halten, die Milionen Boni müssen ja erreicht werden.
Geh mal davon aus, dass er das Problem durchdrungen hat, wenn er
antwortet. Er will ja nicht mit einer nicht funktionierenden Lösung am
Schluss als Depp dastehen.
Das ist aber sehr optimistisch. Oft gibt es viele mögliche Lösungen, aber manche sind besser als andere. Da einfach die erstbeste zu wählen resultiert nicht unbedingt im bestmöglichen Ergebnis, auch wenn es funktioniert. Besonders ärgerlich ist es, wenn die erstbeste Lösung einen langen Rattenschwanz an Arbeit nach sich zieht, weil z.B. eine suboptimale Technologie genutzt wurde.
Man kann doch nicht erstmal 5 Tage über ein Problem
nachdenken, bevor man sich dazu äußern kann.
Selbstverständlich kann man, und sogar noch viel länger. z.B. bei der Auswahl von spezifischen Bauteilen, deren Performance man nicht am Datenblatt ablesen kann; durchaus möglich dass man hier erst einmal langwierige Testreihen machen muss.
Schnell, effektiv, effizient,
das sind die Maßstäbe.
Da gibt es noch eine Menge weitere Maßstäbe, welche stark von der Branche abhängig sind.
Für mich persönlich ist es bei Entscheidungen immer wichtig im Nachhinein zu wissen, warum man die Entscheidung getroffen hat. Sich lange mit einer suboptimalen Technologie/Konzept/Architektur herumzuplagen weil "hat sich so ergeben" ist total blöd.
komplexeren Fragestellungen in eine versammelte Runde wirft. Bei einem
sehr jungen Kollegen geht das sogar so weit, dass er als der beste
Lösungsfinder hingestellt wird und alle anderen einfach nur die Deppen
sind.
Deshalb einfach Klappe halten. Wer nix sagt, sagt nix falsches.
oft durch Erfahrung und wenn die fehlt kommt bis zu 10-facher
Angstzuschlag hinzu, siehe Brooklyn Bridge, da kannten sie noch keine
finiten Elemente und hatten keine Computer
Die hat August mit der Hand gerechnet, da braucht es keine FE. Der Ingenieur macht immer die Berechnung und Multipliziert höchstens mit "Erfahrungswerten"!
Wissenschaftler sind erst mal viel Papiererzeuger, denn das ist
wichtiger für ihren Werdegang, als Problemlöser.
Dicke Dokumente beeindrucken Entscheider mehr als Praxiserfahrung ist
komisch weil Entscheider weder Lust haben das alles zu lesen noch es
verstehen würden, deswegen gewinnt ja die "billige" Technikgläubigkeit,
es geht immer noch ein Tick billiger und dünner, wird schon halten, die
Milionen Boni müssen ja erreicht werden.
Bei einem
sehr jungen Kollegen geht das sogar so weit, dass er als der beste
Lösungsfinder hingestellt wird und alle anderen einfach nur die Deppen
sind.
Ok, also die Jungen sind schuld. Ach nein, halt, in einem weiteren Posting sind es die Alten:
bei uns ist man in vielen Dingen auf sich alleine gestellt. Die älteren
Kollegen sind eher demotiviert und beschäftigen sich lieber mit eigenen
Dingen, um dem Vertrieb möglichst aus dem Weg zu gehen. Die Jungen
sollen im Prinzip alles ausbaden
Merkst du selber, oder? Das riecht schon sehr nach Trollen. Alle sind schuld.
Trotzdem:
In deinem Alter (33) solltest du schon eine Persönlichkeit entwickelt haben mit der du in Meeting mindestens dezente Präsenz zeigen kannst. Das tunlichst mit Kompetenz kombiniert. Kompetent bist du doch, oder?
Hier ein keiner Tipp von einem alten Sack wie man Kompetenz zeigen kann:
Know your numbers
Zumindest entscheidende Zahlen. Von Technologien, von dem was der Kunden will (was muss das Boot abkönnen https://www.imdb.com/title/tt0082096/), vom existierenden System (was kann es), was könnt ihr leisten, wo liegt eure Durchlaufzeit für Änderungen, ... In Zahlen (quantifiziert), nicht wischiwaschi heiße Luft.
Die Zahlen müssen nicht 100% genau sein. Sind sie nie. Aber dazu noch etwas Kopfrechnen können und man steht in Meetings nicht als der Depp da. Das heißt nicht, dass die Vorschläge die du machst genommen werden. Wenn Entscheidungen nach Bauchi-Bauchi gefällt werden ist das aber nicht dein Problem.
Besonders ärgerlich ist es, wenn die erstbeste Lösung
einen langen Rattenschwanz an Arbeit nach sich zieht, weil z.B. eine
suboptimale Technologie genutzt wurde.
Naja, wenn der Lösungsvorschlag mit suboptimaler Technologie kommt, kann man das doch sofort Diskutieren, wenn man die Schwächen sieht. Somit hat man dann eine bessere Lösung. Aber was die Optimale Technologie ist, lässt sich ja auch nicht objektiv beurteilen. Hinterher zu kommen und zu meckern ist aber nicht förderlich. Und bei anderen, nicht umgesetzten Varianten weiß man nie, welche Rattenschwänze da noch gekommen wären. Da immer Rattenschwänze kommen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Alternativlösung auch einen hat.
Man kann doch nicht erstmal 5 Tage über ein Problem
nachdenken, bevor man sich dazu äußern kann.
Selbstverständlich kann man, und sogar noch viel länger. z.B. bei der
Auswahl von spezifischen Bauteilen, deren Performance man nicht am
Datenblatt ablesen kann; durchaus möglich dass man hier erst einmal
langwierige Testreihen machen muss.
Die Auswahl von spezifischen Bauteilen ist doch kein Problem dass man in einer großen Gruppe diskutieren muss. Und dein Lösungsweg ist ggf. auch nicht der beste. Die Befragung eines Kollegen mit Erfahrung ist ggf. schneller.
Für mich persönlich ist es bei Entscheidungen immer wichtig im
Nachhinein zu wissen, warum man die Entscheidung getroffen hat.
Du meintest sicher, dir ist wichtig hinterher noch zu wissen, warum du die Entscheidung getroffen hast. Wenn du erst im Nachhinein weißt, warum du eine Entscheidung triffst, war es keine Fundierte Entscheidung.
Ich finde das hat sehr wenig mit Wissenschaft zu tun.
Wissenschaft hat was mit "Forschen" zu tun. Gerne auch mit dem Ergebnis, dass das ganz Geld leider rausgeworfenes Geld war, weil da eben was völlig Neues zu erfoschen war und das nicht funktionieren kann. Sowas kann sich ein Mittelständler idR. nicht leisten. Da ist statt wissenschaftlicher Arbeit eher ingenieurmäßiges Vorgehen nötig: erprobte Techniken einsetzen und Risiken gering halten. Aber im Zweifel auch mal Risiken eingehen, wenn die Erfahrungswerte und Größenordnungen versprechen, dass das hinterher klappt.
Bei einem sehr jungen Kollegen geht das sogar so weit, dass er als der
beste Lösungsfinder hingestellt wird
Es kann übrigens gut sein, dass der "junge" Kollege schon viel, viel mehr Erfahrung hat als du, weil der schon im Kindergarten mit dem Programmieren von Vaters Fernbedienung angefangen hat, du aber erst im Studium herausgefunden hast, dass die Tastatur mehr als nur die Tasten Z, X und C hat.
Wissenschaft hat was mit "Forschen" zu tun. Gerne auch mit dem Ergebnis,
dass das ganz Geld leider rausgeworfenes Geld war, weil da eben was
völlig Neues zu erfoschen war und das nicht funktionieren kann.
Forschung ist ein Teil der Wissenschaft. Aber Wissenschaft ist doch nicht auf Forschung begrenzt. Aus Wikipedia:
"Das Wort Wissenschaft (mittelhochdeutsch wizzen[t]schaft beinhaltet Wissen, Vorwissen, Genehmigung; lateinisch scientia)[1] bezeichnet die Gesamtheit des menschlichen Wissens, der Erkenntnisse und der Erfahrungen einer Zeitepoche, welche systematisch erweitert, gesammelt, aufbewahrt, gelehrt und tradiert wird.[2]"
Jeder (vernünftige) Entwicklungsprozess beruht auf der Wissenschaft. Das eine ist Grundlagenforschung, das andere ingenieurmäßige Entwicklung. Aber beides ist keine Magie oder Esoterik.
Aber Wissenschaft ist doch nicht auf Forschung begrenzt.
Aber der Ingenieur hat das vorrangige Ziel, die von Forschern gewonnenen Erkenntnisse in real verfügbare und verwertbare Dinge umzusetzen. Und das mit angemessenem Aufwand. Da kann man dann nicht noch ewig herumanalysieren, bis man die "beste Lösung" gefunden hat, sondern es genügt in der Praxis eine für das Problem "ausreichend gute Lösung".
naja ich bin als relativer Anfänger aber auch eher in einer Position,
dass ich was reißen möchte
"Wollen" allein reicht da nicht. Hast du das Potential, gegen die Anderen (jungen oder alten) was zu reißen? Sind deine Ideen gleich gut oder besser als das, was der junge Kollege da kurz mal raustextet? Hätten sie der Firma Geld gespart oder gebracht? Wenn das so ist: warum bist du der einzige, der das weiß?
Es ist sehr oft so, dass oft nur Gehör auf schnelle, sich gut anhörende
Lösungsansätze gelegt wird, die irgendein Kollege bei durchaus
komplexeren Fragestellungen in eine versammelte Runde wirft. Bei einem
sehr jungen Kollegen geht das sogar so weit, dass er als der beste
Lösungsfinder hingestellt wird und alle anderen einfach nur die Deppen
sind.
Wessen Geld nutzen die denn bei Euch? Solange jemand bezahlen muss, kommt es weniger darauf an, was einer in die Runde wirft, sondern was er liefert.
Ich unterscheide dazu zwischen entscheiden und verantworten.
Entscheiden kann auch ein Würfel
Verantworten heißt, Antworten zu können auf Fragen, die sich aus den Entscheidungen ergeben.
Wenn jemand was in die Runde wirft und die Runde entscheidet, seit ihr verloren (wenn es nicht Eure Indianer rausreißen)
Wenn jemand was Verantwortet und dankbar ist für die Anregungen des jungen Kollegen: Ja dann Ehre, wem Ehre gebührt. Der Verantwortliche wird damit verantwortlich umgehen. Es prüfen, weiterentwickeln, hinterfragen, über'n Haufen werfen oder was auch immer. Und notfalls wird er ersetzt.
Ist das beschriebene Phänomen bei allen Ingenieurstellen so? Wie sind
eure Erfahrungen?
Ist ein wenig mehrdimensional, die Frage, wie auch die möglichen Antworten.
Grundsätzlich gibt es immer laute Laberköppe, und Besserwisser usw. und die bekommen auch eher Gehör, als andere.
Das ist wie bei Musikbands, wenn vor allem der Sänger zum Interview geladen wird.
Wissenschaft ist oft Theorie, Testen, viel Statistik. Das können sowieso die wenigsten und außerdem gibt es da Veröffentlichungszwang und oft auch nur Karrierepflege, im Grunde wenig "wissenschaftlich" im Sinne von forschen - aber man hat sein Programm - und kann veröffentlichen, Vorträge halten, dies und das usw.
Dann gibt es nicht ohne Grund den Hass auf die BWLer - die haben auch nicht immer Recht, finden ihre Ideen aber selber ganz toll..
Wie gut jetzt der Workflow auf der Arbeit so läuft, kann man zumindest gut beobachten und evaluieren. Man sollte aber auch berücksichtigen, das alle keine Engel sind, keine Einsteins usw.
Außerdem muss man sich auch riechen können..
-> versuche halt erstmal die Vorgänge so gut es geht zu erfassen, und zu evaluieren. Manchmal kann es sein, wie beim Schmerz. Es kann helfen, wenn man sich so gut es geht auf den Schmerz konzentriert.
Wissenschaft ist oft Theorie, Testen, viel Statistik.
und zu oft unnütz wie:
In Deutschland gibt es demnach 146 Genderprofessuren an Universitäten und 50 Genderprofessuren an Fachhochschulen. Das entspricht nahezu der Anzahl der Pharmazieprofessuren (191) und ist fast doppelt so hoch wie die Anzahl der Professuren in Altphilologie (113).
Mir fällt es gerade schwer an deren Nützlichkeit zu glauben.
Jeder Professor der da sein Einkommen hat mag das natürlich anders bewerten.
Mein Professor hatte auf der Schreibtischunterlage einen Zettel mit einem bekannten Zitat von 1917:
https://en.wikiquote.org/wiki/H._L._Mencken
"there is always a well-known solution to every human problem — neat, plausible, and wrong."
Ist das beschriebene Phänomen bei allen Ingenieurstellen so? Wie sind
eure Erfahrungen?
Willkommen im leider unfreundlichsten Forum, wo jemand eine Frage stellt und zunächst diskutiert wird, wie unreif, dumm oder unnütz diese doch sei – und überhaupt.
Ich denke, es gibt eine Tendenz, einfache Lösungen für komplexe Zusammenhänge anzubieten, sei es im technischen Bereich, in der Politik oder anderswo.
Ich denke, es gibt eine Tendenz, einfache Lösungen für komplexe
Zusammenhänge anzubieten
Ich erkenne eine Tendenz, dass von Laien einfach aussehende Lösungen den technisch korrekten und komplexeren Lösungen vorgezogen werden. Und zwar (mangels Wissen) ohne Prüfung auf Tauglichkeit.
wo jemand eine Frage stellt und zunächst diskutiert wird, wie unreif,
dumm oder unnütz diese doch sei – und überhaupt.
Und der Fragesteller dann sowieso seine eigene Nummer durchzieht wie
z.B. im Beitrag "Kleine Strombegrenzung"
Wobei in dem Thread zu erkennen wäre, dass der TO bei seinen Angaben ein wichtiges Detail vergessen hat, weshalb die Vorschläge nicht in diese Richtung laufen konnten.
Es sind eine Unkultur, es sind menschliche Schwächen. Sie haben natürlich recht, dass gründliches Nachdenken besser ist, als ständig locker flockig aus der Hüfte zu schießen.
Wir mussten mal ein Projekt übernehmen, was ein anderer Standort begann. Einem eilte der Ruf voraus, sehr schnell zu arbeiten und die Projektleiter waren begeistert, weil die Jiras so schnell abgearbeitet wurden. Tatsächlich hat er sehr viel gepfuscht und ich im Prinzip war es Projektneubeginn. Wir haben praktisch nichts von ihm und seinen Kollegen übernommen.
Eine andere Geschichte von vor neun Jahren: Der verantwortliche Architekt traf eine Entscheidung locker aus der Hüfte heraus, zwischen Tür und Angel. Ich merkte an: "Wollen wir uns das nicht mal gründlich überlegen? Ich sehe da dieses und jenes Problem." Antwort: "Nein. Das wird jetzt so gemacht." Ein anderer Entwickler setzte das um. Es passierte genau das, was ich befürchtete und die Telefondrähte liefen heiß. Das ging dann immer auf meinen Tisch, weil das in meinen Verantwortungsbereich viel, wenngleich ich genau diese Sache nicht implementiert habe. Ich war total genervt, der Kunde enorm unzufrieden. Ich habe es ohne mich noch einmal die mit Architekten abzusprechen, so umgebaut, wie ich es von Anfang an dachte, so müsste es sein. Und dann war das Problem behoben.
Ich bin ja jemand, der gerne die Ding gründlich durchdenkt. Und wer mit mir zusammenarbeit, der hat es eigentlich immer einfach, wenn er mich nur arbeiten lässt und auf keinen Fall die Basta-Nummer bringt. Ich habe einen Kollegen, der weiß genau, dass ich in Ruhe die Sachen durchdenken und bearbeiten muss. Er gab mir auch recht bei der Geschichte von vor 9 Jahren. Ich bin natürlich nicht frei von Fehlern, aber ich mache weniger, weil ich nicht einfach drauflos programmiere, sondern vorher erstmal gründlich durchdenke. Ich habe erst heute einem Kollegen gesagt, dass ich eigentlich immer die Sachen sofort abstrahiere und dass genau darin der Schlüssel zu meiner Produktivität liegt.
Da ist statt
wissenschaftlicher Arbeit eher ingenieurmäßiges Vorgehen nötig: erprobte
Techniken einsetzen und Risiken gering halten. Aber im Zweifel auch mal
Risiken eingehen, wenn die Erfahrungswerte und Größenordnungen
versprechen, dass das hinterher klappt.
Ich denke, weder "wissenschaftliches Vorgehen" ist eine treffende Bezeichung und das Problem, das er beschreibt, ist auch kein "ingenieurmäßiges Vorgehen", basierend auf Erfahrungswerten und Risikominimierung. Es geht darum, dass die schnell und laut sich durchsetzt und das ist weder das eine noch das andere, die übrigens keine Antagonismen sind. In beiden Fällen täte gründliches Überlegen gut, bevor man eine Entscheidung trifft.
Ich habe schon zwei Beispiele beschrieben.Und ich betrachte das als kulturelles Problem. Ich habe vor ein paar Jahren "Still: Die Kraft der Introvertierten" gelesen und wurde darin bestärkt, dass es ist voll in Ordnung ist, wie ich bin.
Denn seit der Grundschulzeit, seit über 30 Jahren bekomme ich zu hören: "Komm aus dir raus.", "Du bist so schüchtern." usw. Dass ich als Junge mich fokussiert einem Thema widmen und mich reinfuchsen konnte, das wurde weder gesehen noch goutiert? Dass mir Mathematik bereits in der Grundschule sehr lag, wurde nie positiv erwähnt. Dass ich als 12-jähriger bereits Basic programmierte, intessierte auch niemand. Stattdessen immer nur die Vorwürfe, was alles mit mir nicht in Ordnung sei.
Bauteiwerte
ermittelt man durch Kartenlegen und Spezifikationen werden astrologisch
hergeleitet?
oft durch Erfahrung und wenn die fehlt kommt bis zu 10-facher
Angstzuschlag hinzu,
Also sorry, aber so arbeitet kein Ingenieur, jedenfalls nicht in der Elektronik. Der Entwickler hat theoretisches Wissen, das er anwenden kann, und ist ist auch fähig, Datenblätter etc. zu lesen, zu verstehen und anzuwenden! Allerdings kenne ich im Softwareentwicklungsumfeld (Automatisierungstechnik) Kollegen, denen komplett die Grundlagen der Informatik fehlen und die eher trial and error programmieren. Mit entsprechenden Resultaten. Aber im Umfeld der Automatisierungstechnik trifft man noch immer "Quereinsteiger", die absolut keinen Plan, kein Talent und auch keine Ambitionen haben, vernünftige Software abzuliefern.
Oft gibt es viele mögliche Lösungen,
aber manche sind besser als andere. Da einfach die erstbeste zu wählen
resultiert nicht unbedingt im bestmöglichen Ergebnis
Full ACK. Und in meinem Umfeld kenne ich das auch nicht. Hier wird zumeist, wenn es sich um komplexere Themen handelt, durchaus in lockerer Runde diskutiert.
Typisches Managergeblubber. Kennst Du überhaupt die genaue Bedeutung der Wörter, in du da raushaust? Das passt vielleicht, wenn man die nächste Rendite oder Boni pushen will. Aber es klingt nicht nach solidem Management.
"Für viele deutsche Unternehmen ändern sich 2024 die Anforderungen zur
Nachhaltigkeitsberichterstattung – sowohl im Umfang als auch in der
Anzahl der betroffenen Firmen. Die neue EU-Richtlinie zur
Nachhaltigkeitsberichterstattung, CSRD (Corporate Sustainability
Reporting Directive) wird ab dem 1. Januar 2024 wirksam und schreibt
vor, dass in den nächsten Jahren Unternehmen auskunftsfähig sind
Ja genau, weiter so! So lange es noch einen Funken Hoffnung gibt, immer weiter so einen Schwachsinn einführen, bis auch der letzte Laden dichtmacht!
Wie kann man nur irrsinnige Pflichten einführen. Mindestens genauso irrsinnig wie die Pflicht zur Arbeitszeiterfassung. Kein Wunder, dass es hierzulande im Suaseschritt bergab geht. Sowas kotzt mich echt dermaßen an!
(Sorry, aber das musste jetzt mal raus)
Es kann übrigens gut sein, dass der "junge" Kollege schon viel, viel
mehr Erfahrung hat als du, weil der schon im Kindergarten mit dem
Programmieren von Vaters Fernbedienung angefangen hat, du aber erst im
Studium herausgefunden hast, dass die Tastatur mehr als nur die Tasten
Z, X und C hat.
Das ist allgemeiner zeitgenössischer Konsens in unserer Gesellschaft. Der muss jedoch nicht korrekt sein. Ich habe mir schon 100x von Eltern anhören müssen, wie toll die Kinder doch mit der Technik umgehen können, programmieren etc.
Meine Erfahrung: das ist praktisch in allen Fällen eine totale Überschätzung der Kinder durch die Eltern! Die Eltern haben auch heute, in 2024, oft keinen blassen Schimmer von Technik. Und haben deshalb auch keinerlei Einblick, was die Kinder eigentlich so machen. Und nein, auf dem Handy kann man nicht programmieren (jedenfalls nicht, ohne Masochist zu sein).
Ich habe meinen ersten Computer Anfang der 90er mit ca. 20 Jahren gekauft. Und ich sehe bis heute keine Defizite im Vergleich zu den "Früheinsteigern".
was mir zu dem Thema des TO noch einfällt: ich bin der Meinung, dass es im Entwicklerumfeld, unter MINT-Ingenieuren (andere Bereiche kenne ich nicht), schon einen relativ großen Anteil von total arroganten A********** gibt. Ich habe schon in großen Projekten mitgearbeitet, in denen dieser Arschlochanteil bei ca. 50% lag. Das war für mich, eher zurückhaltend und defensiv, der Horror. Damals habe ich mir geschworen, um solche Projekte in Zukunft einen großen Bogen zu machen, egal, wie viel Geld da geboten wird. In solchen Haifischbecken zu arbeiten ist mir einfach zu anstrengend.