Hallo,
ich versuche gerade die Lüftersteuerung eines Ladegerätes zu reparieren.
Wenn ich das richtig interpretiert habe, ist die Schaltung aufgebaut wie im Bild. Der Mosfet ist ein fl024z den ich schon gewechselt habe.
Ich messe an den Anschlüssen für die 24V Lüfter auch 24V, aber die 24V Lüfter Laufen nicht an, sie zucken nur. Als µC ist ein PIC16F1939 verbaut.
Grund der Reparatur war das die alten Lüfter nicht mehr liefen, die neuen sind jetzt aber ein anderer Typ. Oder hat der Ausgang des µC vielleicht einen schaden? Aber es tut sich ja was. Leider habe ich nicht die alten Lüfter um zu schauen ob die Theoretisch noch Funktionieren um genauer zu schauen was passiert ist.
Ich würd ausserdem die 10k nach rechts zum Gate hin verschieben.
So hast du auch einen Spannungsteiler und hast 3.3V * (100/(100+10)) = 3V am Gate, also du verlierst 0.3V ohne Mehrwert.
und Georgs Post stimmt auch, du willst einen NMOS der bei 3.3V schon gut in der Sättigung ist. (logic level fet).
Also wenn schon eine Gate-Widerstand, der auch Sinn ergibt und nicht sowieso den Pin des µC mit der Gate-Kapazität des FET überlastet. Also irgendwas um 100 Ohm mindestens, nicht 10 Ohm. Die 10k nach Masse als Angstwiderstand interessieren nicht.
Edit: Mal die Spannung am Gate des FET gemessen wenn der einschalten soll?
Ich bin mir leider ziemlich sicher das die Schaltung so mit den alten
Lüftern Funktioniert hat.
MOSFETs haben Exemplarstreuungen.
Ausserdem könnte die Schaltung mit einem 5V uC gearbeitet haben, andere Welt.
Daher guckt man ins Datenblatt, wenn man wissen will, ob die Schaltung mit JEDEM Exemplar mit der Typennummer funktionieren wird. Deiner funktioniert nachweislich nicht, kein RDS(on) für unter 3V Ansteuerspannung wird genannt.
Werde ich später machen, aber es kann ja nicht sein das die Schaltung
nur "zufällig" mit den alten Lüftern funktioniert hat?
Wenn man es richtig macht, dann nicht.
Gesetzt den Fall, der FET steuert noch nicht richtig auf und der alte Lüfter hatte eine geringe Leistung dann ging es vielleich gerade so.
Der neue Lüfter hat einen größeren Luftmengendurchsatz und mehr Leistung - da bricht dann die Spannung weiter ein, so das es für den neuen Lüfter nicht reicht.
Löte mal den Gatewiderstand zum µC Ausgang runter und lege aufs Gate direkt 3,3V. Dann müßte der Lüfter laufen. Tut er das nicht, dann kommen nur der Lüfter oder er MOSFET in Frage.
es kann ja nicht sein das die Schaltung
nur "zufällig" mit den alten Lüftern funktioniert hat?
Doch, das kann sein. Und zwar weil:
Die Gate-Threshold Spannung des IRFL024Z liegt irgendwo zwischen 2 und 4 Volt (je nach Glück). Das ist die Schwelle, ab welcher der Transistor gerade ein kleines bisschen leitend wird.
Mit 3,3V Ansteuerung ist alles möglich, von "es fließt gar kein Strom" bis hin zu "es fließt genug Strom".
Damit MOSFET voll durch schalten brauchen sie typischerweise doppelt so viel Spannung am Gate, als ihre aktuelle Schwellenspannung. Das ist beim IRFL024Z im ungünstigsten Fall 8 Volt. Insofern macht es Sinn, dass der Hersteller den Transistor für 10 Volt spezifiziert hat. Damit ist man im sicheren Bereich. 3,3V ist sehr weit davon entfernt.
Vielleicht war die Schaltung von Anfang an mit einem ungeeigneten Transistor bestückt, aber das ist nicht aufgefallen, weil dieser zufällig (mit Glück) eine Gate-Threshold Spannung von 2 Volt hatte.
es kann ja nicht sein das die Schaltung
nur "zufällig" mit den alten Lüftern funktioniert hat?
Wenn der neue Lüfter nicht so viel Strom bekommt, wie er benötigt, dann läuft er nicht an. Der alte Lüfter konnte vielleicht mit weniger Strom anlaufen.
Du hast aber auch die Transistoren ausgewechselt!
Wenn der neue Transistor eine höhere Gate-Threshold Spannung hat (als der alte), dann lässt er weniger Strom durch den Lüfter fließen.
Du brauchst für deine 3,3 Volt einen MOSFET, dessen maximale Gate-Threshold Spannung unter 1,7 Volt liegt. Oder wo der Hersteller einen brauchbaren RDSon für weniger als 3,3 Volt spezifiziert.
Der IRLML6344 wäre so einer, bei dem trifft beides zu. Ebenso der bereits genannte Si2356DS. Der ZXMS6005DGTA ist kein "normaler" MOSFET, wird aber wohl auch geeignet sein.
Der IRLML6344 wäre so einer, bei dem trifft beides zu. Ebenso der
bereits genannte Si2356DS.
Beide kommen im SOT-23 Gehäuse und sind damit deutlich kleiner als der IRFL024Z und, wichtiger, bei beiden findet sich im Datenblatt kein Avalanche Rating. Ohne Freilaufdiode würde ich mit denen keinen Lüfter schalten wollen.
Beide kommen im SOT-23 Gehäuse und sind damit deutlich kleiner als der
IRFL024Z und, wichtiger, bei beiden findet sich im Datenblatt kein
Avalanche Rating. Ohne Freilaufdiode würde ich mit denen keinen Lüfter
schalten wollen.
Auf dem Foto ist aber ein MOSFET im SOT223 Gehäuse. Der von mir verlinkte Typ paßt nicht nur elektrisch, sondern auch mechanisch. Als kleines Schmankerl hat mein vorgeschlagener Ersatz auch noch diverse Schutzmechanismen, wie Strombegrenzung, thermische Abschaltung usw.
Es ist kein reiner MOSFET, sondern ein intelligenter Schalter.
Gut. Auch dafür ist der URFL024Z nur mit Glück geeignet, da er (mit etwas Pech) ab 4V gerade zu leiten beginnt und erst ungefähr ab 8V richtig durch schaltet.
Du brauchst einen MOSFET mit einer VGSth max <= 2,5V oder wo der RSSon für <= 5V spezifiziert ist.
Du brauchst einen MOSFET mit einer VGSth max <= 2,5V
Die wichtigste Empfehlung für Malte ist aber, vor dem Bestellen eines Mosfet Deiner Wahl hier den Typ posten, damit die Profis noch mal drüberschauen können, ob dieser wirklich passt.
Deiner Wahl hier den Typ posten, damit die Profis noch mal
drüberschauen können, ob dieser wirklich passt.
Hallo und danke,
bei dem ZXMS6005DGTA komme ich mit dem Vergleich des Datenblattes zum FL024Z nicht so klar. Bei Reichelt gibt es den IRLL014NTRPBF mit N-LogL Bezeichnung.
Der sollte dann, wenn ich das richtig verstehe auch funktionieren. Da der ZXMS6005DGTA aber ja auch noch mehr mitbringt, ist das IMHO ja keine schlechte alternative.
Da das Ladegerat B2B für ein LKW ist, ist die Spannung bis ~28V.
Die wichtigste Empfehlung für Malte ist aber, vor dem Bestellen eines
Mosfet Deiner Wahl hier den Typ posten,
Und, genauso wichtig, MOSFETs nicht bei Aliexpress oder ebay bestellen, da gibt es sehr viele Fälschungen. Eine der wenigen mir bekannten Ausnahmen bei ebay ist Kessler, der verkauft dort die gleichen Artikel wie im eigenen Shop zu etwas anderen Preisen. Kleinmengen werden im Brief und damit relativ günstig versendet.
Den IRLL024NTRPBF, so die vollständige Bezeichnung , gibt es auch bei Digikey, Mouser, TME, Reichelt und anderen. Eine Bestellung dort lohnt wegen der höheren Versandkosten nur wenn man auch andere Artikel von denen braucht oder sich einer Sammelbestellung anschließen kann.
Beide kommen im SOT-23 Gehäuse und sind damit deutlich kleiner als der
IRFL024Z und, wichtiger, bei beiden findet sich im Datenblatt kein
Avalanche Rating. Ohne Freilaufdiode würde ich mit denen keinen Lüfter
schalten wollen.
Es gibt manchmal über Distributoren vereinfachte Kurzdatenblätter, die nur einen Teil der Daten von der Homepage des Herstellers enthalten. Da fehlt häufiger der Avalanche-Wert.
Einige können das aber auch nur im schnellen Schaltbetrieb mit der entsprechenden Leistung. Die Mosfet mit DC-Linie im SOA-Diagramm verteilen diese Leistung bei langsamen Vorgängen gleichmäßiger über den Chip. Das käme zum Tragen, wenn während des Betriebs die 5V-Versorgung der ansteuernden µC abgeschaltet würde.
Naja, das wären dann wieder ein Fall für Murphy's Law.
Es gibt manchmal über Distributoren vereinfachte Kurzdatenblätter, die
nur einen Teil der Daten von der Homepage des Herstellers enthalten. Da
fehlt häufiger der Avalanche-Wert.
Ich bezweifele, dass Du weisst, was der Wert bedeutet und ob der für diese
paar Milliampere wichtig ist:
Unbekannt ist die Größe der Schleife für die Zuleitungen und ob vor den BLDC-Motorelektronik noch eine Drossel sitzt. Wobei sich die Avalanche-Energie-Festigkeit durch die Energie des linearen Schaltvorgang deutlich reduzieren kann aufgrund der Temperaturabhängigkeiten.