ich wollte mal in Fotos zeigen, wie man die üblen Wackelkontakte an einem Lautsprecher-Ausgangsrelais beseitigen kann, wenn man leicht dran kommt, ohne Löten.
Das Gehäuse des Relais hat oben eine Deckel, der nur eingerastet ist. Mittels feinem Schraubendreher lassen sich die Schnapper entriegeln und der Deckel danach abnehmen. Sodann ist der Machanismus von oben zugänglich. Nur ist dieser Kunststoff-Hebel noch im Weg, um an die Kontakte zu kommen. Dort wo die Wippe sich befindet, läßt er sich aushängen und nach oben klappen. Danach kann man ihn in Richtung Spule aus den Ösen der beiden Kontakte heraus ziehen. Zum Wiedereinbau dann entsprechend einsetzten und wieder einrasten.
Wenn die Kontake zugänglich sind, lassen sie sich mit einem schmal ausgeschnittenen Stück Karton und vielen Reibe-Bewegungen reinigen und von Staub und Oxyd befreien.
Das Gerät spielte in den letzten zwei Jahren nur unwillig auf beiden Kanälen, laut stellen war nötig, manchmal mußte man öfters einschalten, um Kontakt zu bekommen. Zuletzt kam gar nichts mehr. Zumindest beim ersten Test nach der Reinigung spielt es ohne Wackelkontakte einwandfrei.
Zum Glück funktionieren die mickrigen Schaler für A und B an der Front noch gut.
In diesem Fall handelt es sich um einen Onkyo TX-7720-Receiver mit STK-Modul als Stereo-Endstufe. Die Fernbedienbarkeit auch des motorisch angetriebenen Lautstärke-Stellers sowie passender über RI angeschlossener Geräte fasziniert mich immer wieder.
Es gibt andere Bauformen der Relais, bei denen die Schnapper unten sind und man kaum dran kommt, um den Deckel abnehmen zu können, wenn man nicht auslöten möchte. Bei anderen Konstruktionen kommt man auch bei abgenommenem Deckel nicht an die Kontakte. Dann ist neuer Ersatz fällig.
Der Beitrag ist als Anregung für "Selbermacher" gedacht.
Wenn die Kontake zugänglich sind, lassen sie sich mit einem schmal
ausgeschnittenen Stück Karton und vielen Reibe-Bewegungen reinigen und
von Staub und Oxyd befreien.
Feinkörniges Schleifpapier, oder Schleifleinen reduziert die Anzehl der Reibebewegungen drastisch ;-)
Feinkörniges Schleifpapier, oder Schleifleinen reduziert die Anzehl der
Reibebewegungen drastisch ;-)
Da hätte es vom Lehrmeister aber eins hinter die Ohren gegeben. Die hauchdünnen Veredelungen sind dann weg.
Vorzugsweise schneidet man Fensterleder in dünne Streifen und zieht diese durch den angedrückten Kontakt.
Heutzutage nimmt man aber besser niederohmige MOSFETs und Voltaik Optokoppler.
Feinkörniges Schleifpapier, oder Schleifleinen reduziert die Anzehl der
Reibebewegungen drastisch ;-)
Da hätte es vom Lehrmeister aber eins hinter die Ohren gegeben. Die
hauchdünnen Veredelungen sind dann weg.
Bei massiven Kontaktnieten, wie sie bei Hochstromkontakten verwendet werden, geht das durchaus. Ich glaube kaum, das bei einer Leistungsendstufe galvanisch veredelte Kontakte zum Einsatz kommen. Sowas findet man eher in Messgeräten oder DA-Wandlern.
Vorzugsweise schneidet man Fensterleder in dünne Streifen und zieht
diese durch den angedrückten Kontakt.
Ja, Leder. Auf dem Bild die wichtigsten Werkzeuge für die Wartung von Siemens Telefonanlagen noch in den 80ern.
(Erbstücke von einem leider verstorbenen Freund und Kollegen)
Wennn das mit Sandpapier für die Ewigkeit funktioniert hätte, hätten meine alten Kollegen nicht eimerweise Relais weggeworfen. 90% waren Kontaktprobleme, der Rest abgerissene Drähte, mechanische Probleme...
Vor fast 2 Jahren habe ich sowas schon beim Sony TA-F470 praktiziert. Im täglichen Betrieb ist der Relaiskontakt immer intakt unabhängig vom Takt der Musik.
Das Problem ist so alt, wie die Relaiszuschaltungen in PA-Anlagen. Ich kann ein Lied davon singen! Das passiert natürlich immer erst, wenn die PA komplett im Raum steht und meistens NACH dem ersten Soundcheck (Murphy!)
Blöderweise hat man fast nirgends solche Relais mit abnehmbarem Deckel, sondern eben verklebte Relais (von Schraak z.B.). Ich schabe dann "in Windeseile" oben am Deckel mit einem Cuttermesser an allen vier Seiten lang, bis die Kanten fast durch sind. Dann den Deckel irgendwie ab, steife Pappe in Streifen, etwas Tunerspray drauf (niemals Kontakt 60!) und damit zwischen den Kontakten rubbeln. Die Pappe hat eine leichte Polierwirkung und das Spray löst Oxyde. Wenn man hat, danach noch mit anderer Pappe und etwas Spiritus nachwischen. So habe ich leider schon ein paarmal einen Gig retten müssen. Meist hält die Reinigung dann für Jahre vor. Den abgefuddelten Relaisdeckel kann man mit etwas TESA wieder aufpappen. Spätere Reinigung ist dann ein Kinderspiel ;-)
Eigentlich sollte man solche Relais wechseln, doch wer hat "im Feld" die Dinger schon zur Hand?
Vor fast 2 Jahren habe ich sowas schon beim Sony TA-F470 praktiziert. Im
täglichen Betrieb ist der Relaiskontakt immer intakt unabhängig vom Takt
der Musik.
Mal hat man Glück, meistens nicht. Austauschen und gut.
Eigentlich sollte man solche Relais wechseln, doch wer hat "im Feld" die
Dinger schon zur Hand?
Im Feld ist nochmal was ganz anderes. Ich habe zur Gig-Rettung auch schon Relais einfach überbrückt, weil nichts mehr geholfen hat. Aber wehe, man hält sich dann nicht an die dann nötige Schalt- und Steckersequenz ;)
Die, denen ich mal bei einem Besuch beim Hebdrehwählerreinigen über die
Schulter geschaut habe, hatten Holzstäbchen, die mit Leder besetzt
waren.
Ja, die Wähler waren in der Regel Edelmetallkontakt-Motor-Drehwähler, die mit Sandpapier waren für Relaiskontakte nicht für Edelmetalle.
Für Flipperreparaturen bekommt man die heute noch: https://flipperteile.com/de/Werkzeug-Reinigung/kontaktfeilen-1-set-4-stueck.html
Wenn ich mir die Preise so ansehe sollte ich meine Restbestände vergolden.
Ich habe mir mal einen Wolf gesucht, warum in meiner Endstufe so ein Relais manchmal spontan aus schaltet, obwohl alle Voraussetzungen für das "an bleiben" erfüllt waren. Dafür hatte ich einige Debug LEDs aus dem Kasten heraus hängen lassen.
Am Ende stellte sich heraus, dass der Spulendraht innerhalb des Relais-Gehäuses vom Lötstift abgebrochen war und dort ein Wackelkontakt bestand.
Zum Thread: In der Ausbildung bei der Bundespost hatten wir gelernt, die Kontakte der Vermittlungsstellen regelmäßig zu reinigen. Allerdings hatte ich den Eindruck, dass man das in der Praxis nur noch im Fall von Störungen machte, da die mechanischen Anlagen bereits nach und nach Halbleiter ersetzt wurden. Die Klappertechnik sah schon ziemlich verstaubt aus, nicht so schön wie in der Vitrine unserer Berufsschule.
Teslanol hat eine ähnlich umfangreiche Produktpalette. Die reicht vom Druckkopfreiniger über Kältespray bis hin zum Molybdän-Fett. Das Zeug, was auf die Kontakte kommt, heist T6 Oszillin, EAN 4040849260261
Bei Elektrolube, Kontakt Chemie und Caramba sieht es ähnlich aus.
Wenn not am Mann ist: Verklebtes Gehäuse - vorsichtig - anbohren mit 3mm
Bohrer und dann Oszillin oder WD40 rein sprühen.
Anbohren ist Kacke, aber ein glühender Nagel (oder Nadel, Büroklammer...) wirkt Wunder.
Das normale WD40 (hat in Europa andere Rezeptur!) geht schon gelegentlich, auf Dauer würde ich das nicht drin lassen.
WD40 stellt mindestens 20 verschiedene
Produkte her, unter anderem auch ein Reinigungsmittel für Kontakte:
Unter WD40 versteht man üblicherweise das Multifunktionsspray, diese stinkende Pampe mit der man allenfalls zur Not sein Fahrrad putzen kann wenn Atlantic Radglanz grade alle ist.
Das Zeug entwickelt sich zu einem klebrigen Film wenn die Lösemittel verdunstet sind.
Da wir viel mit Baumaschinen zu tun haben weiß ich was "die Leute" treiben wenn sie angebliche Kontaktprobleme "heilen" wollen. :-(
Die "Specialist" - Produkte sind in DE eher nicht so handelsüblich, habe ich in freier Wildbahn noch nicht gesehen und kann Qualität und Wirksamkeit nicht beurteilen.
Die Bilder zeigen doch ein Relais mit einfachen Hochstromkontakten wie sie auch im 12Volt Kfz Bereich vorkommen. Keine edlen "Knöpfe" mit Beschichtungen. Diese Art Kontaktmaterial ist zwar für hohe Ströme gut, aber ein Abbrand führt unweigerlich zu einem erhöhten Widerstand bis hin zur Bildung von Kratern/Hügeln die einen flächigen Kontakt völlig unterbinden.
Daher sehe ich die Beseitigung der Ablagerungen/Hügel/Krater als legitimes Mittel zur Wiederherstellung der Funktion. Auch wenn das nicht ewig halten wird, meist überlebt es dann aber die jetzt noch vorhersehbare Nutzungszeit.
Unter WD40 versteht man üblicherweise das Multifunktionsspray, diese
stinkende Pampe mit der man allenfalls zur Not sein Fahrrad putzen kann
wenn Atlantic Radglanz grade alle ist.
Richtig! Ich nutze es hauptsächlich um völlig verkeimte Metallbearbeitungsmaschinen (sehr alte!) zu reinigen. Das löst auch den Dreck der letzten 70 Jahre! Aber auch verdreckte Mopedmotoren bekommt man prima sauber.
Und dafür (Reinigung, auch von Kontakten) ist es ja auch erfunden worden!
Das Zeug entwickelt sich zu einem klebrigen Film wenn die Lösemittel
verdunstet sind.
Nö, nur wenn man den gelösten Dreck einfach drauf lässt. Üblicherweise nimmt man das aufgeweichte Zeugs aber mit Putztüchern ab.
Ja, Du auch, vor allem wenn der Lack weg ist und sich Aluminiumteile
auflösen.
Ich habe schon des öfteren Metallbearbeitungsmaschinen mit Backofenreiniger (Marke gut und günstig) gereinigt. Da geht kein Lack ab, Metalle werden nicht (sichtbar) angegriffen. Auch Alu nicht. Man braucht das nicht lange einwirken zu lassen, der hartnäckigste Schmodder geht fix ab.
Vor kurzem habe ich noch einen total verpeekten Eisele Sägeautomaten so gereinigt. Er hat sich noch nicht aufgelöst.
Sie möllern erstmal alles mit diesen ekeligen WD40, Caramba, MO & CO
"Multifunktions"-Sprays zu.
Das sind völlig verschiedene Produkte.
Sie (die Multifunktionssprays dieser Marken) versprechen alle das gleiche. Genommen wird was im Regal steht.
Na - mit dem Backofenreiniger muss ich Wiedersprechen. Alu greift der teils merklich an. Hab ich mal bei der dicken Guß Ölwanne meiner alten englischen Dame ausprobiert. Eine kleine Restpfütze sorgte über einen Nachmittag schon für gefühlten Abtrag von 50..100um.
Na - mit dem Backofenreiniger muss ich Wiedersprechen. Alu greift der
teils merklich an. Hab ich mal bei der dicken Guß Ölwanne meiner alten
englischen Dame ausprobiert. Eine kleine Restpfütze sorgte über einen
Nachmittag schon für gefühlten Abtrag von 50..100um.
Vermutlich sind die Reiniger auch unterschiedlich formuliert. Ich hatte mal ein Fläschchen aus der Profiküche, das war wirklich ein Teufelszeug.
Wie geschrieben, ich lasse das nur kurz einwirken, wische das ab und sprühe das Objekt dann mit Öl ein.
Meine beiden schönen Italienerinnen würde ich damit allerdings auch nicht behandeln.
Diese modernen Motorradreiniger scheinen übrigens ähnlich wie der Backofenreiniger zu funktionieren. Nix gut, greifen z.B. verzinkte Teile an.
Na - mit dem Backofenreiniger muss ich Wiedersprechen. Alu greift der
teils merklich an. Hab ich mal bei der dicken Guß Ölwanne meiner alten
englischen Dame ausprobiert. Eine kleine Restpfütze sorgte über einen
Nachmittag schon für gefühlten Abtrag von 50..100um.
Ja, das ist leider auch meine Erfahrung! Ich hatte vor Jahren mal eine Benzin-Kettensäge damit gereinigt (war komplett zerlegt) und der Zylinder hatte wieder piekfeines Alu... Bis ich bemerkte, dass die Schrauben vom Auspuff ins Leere griffen, das Gewinde im Zylinder war deutlich weggeätzt.
Falls mein TX-8050 mal rumzuckt, werde ich mir sowas basteln (Material ~20€).
Bisher läuft er aber. Ich lasse auch regelmäßig die Woofer etwas arbeiten.