Schaltung mit 2 N-Kanal Mosfet

#7848076
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Christoph M. schrieb:

Wie könnte man den Querstrom und die Ausgangsspannung dieser Schaltung berechnen?

Der Querstrom wird von M2 nach seiner Eingangskennlinie Id=f(Ugs) bestimmt. Sobald Strom fließt, ist der Spannungsabfall über M1 genau so groß wie Ugs(M2), weil der Strom durch M1 gleich dem durch M2 sein muss und dazu die Ugs(M1) = Uds(M1) = Ugs(M2) sein muss.

#7848212
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Wie sich Uds verhält, hatte ich geschrieben:

Das war mir schon klar. Ich versuche ein Modell von typischen N-Kanal Transistoren zu finden, wie sie sich in den CMOS ICs der 40er oder 74er Reihe finden. Im Anhang mal eine Simulation der obigen Schaltung.

Ich habe ein wenig mit den Werten des Modells herumgespielt und die Stromwerte scheinen mir für dieses Modell einigermaßen zu passen:

1
.model CMOSN nmos (kp=20u vt0=0.786 lambda=20m l=10u w=200u)

Eine Kanalbreite von 200um, also 0.2 mm scheint mir extrem hoch und weiß nicht, ob das in sowas reinpasst:
https://zeptobars.com/en/read/CD4049-cmos-inverter-metal-gate
Die Strukturen sind dort glaube ich kleiner. Was mich auch wundert: Sucht man in der LtSpice Datenbank nach N-Kanal Fets, gibt es kaum welche mit einem so kleinen vth ( wie hier 0.786 ).

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#7848865
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Monolithic MOSFET:

Ich habe mal ein komplexeres Modell verwendet.
Aber wie erwartet:

Es ist keine Konstantstromquelle.

Eher in einem beschränkten Arbeitsbereich ein Widerstand.
Wer anderes behauptet, möge es anhand eines Modells mit beliebigem NMOS-Fet zeigen.

So ein Mist, jetzt funktionieren alle meine alten NMOS-Chips nicht mehr...

Die funktionieren aber trotzdem. Dank der Widerstände.

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#7849109
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Hier ein Erklärungsversuch, warum alle eine Stromquelle oberen Transistor sehen wollen.

Im angehängten Bild sieht man eine Inverter-Schaltung mit selbstleitendem Transistor im oberen Zweig. Diese Schaltung scheint bei N-Mos Schaltungen üblich zu sein, wie in diesen Slides zu sehen:

https://ece424.cankaya.edu.tr/uploads/files/Chap16-1-NMOS-Inverter.pdf

Der selbstleitende Transistor wirkt als Konstantstromquelle.

Die Fragestellung in diesem Thread bezieht sich allerdings auf die Schaltung im Eingangs-Post und dort ist mit voller Absicht ein selbstsperrenden Mosfet (enhancement Type) eingezeichnet. Und der stellt keine Konstantstromquelle dar.

#7849220
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H. H. (hhinz) 21.03.2025 09:23

Schau doch mal sein Kennlinienfeld an, Ids über Uds. Was stellen da wohl waagerechte Bereiche dar...

Ich denke, ID ist die fallende Gerade im angehängten Bild (genauer: die Schnittpunkte mit den Sättigunskennlinien)

Man sieht sie auch so ungefähr in der Simulation:
https://www.mikrocontroller.net/attachment/664453/NMos_als_Widerstand.png

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#7849228
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Christoph M. schrieb:

Es ist keine Konstantstromquelle.

Eher in einem beschränkten Arbeitsbereich ein Widerstand.

Ja, in etwa ein Widerstand mit einer Z-Diode in Reihe. Der High-Pegel liegt bei max 3,5V, also ähnlich TTL. Der Vorteil des NMOS gegenüber einem Widerstand ist der geringere Platzbedarf und die einfachere Herstellung.

So ein NMOS P8031 setzte 1W (0,2A [5V]) um und wurde recht heiß. Die Quarzfrequenz hatte kaum einen Einfluß. Als ich was mit dem 8031 programmierte, dachte ich erst, er sei defekt.

#7849416
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H. H. schrieb:

Peter D. schrieb:

Der Vorteil des NMOS gegenüber einem Widerstand ist der geringere Platzbedarf und die einfachere Herstellung.

Aua!

Naja, mit dem geringeren Platzbedarf von NMOS-Transistoren verglichen mit Widerständen auf Chips könnte er Recht haben. Die Widerstandwerte auf ASICs sind nicht so hoch, z.B.: NWELL 1000 Ohm / square ACTIVE (N+ oder P+) 100 Ohm / square Poly (mit Silicide) 10 Ohm / square

Siehe Seite 26: https://sus.ziti.uni-heidelberg.de/Lehre/WS_VLSI/VLSI_Fischer_06_ComponentsLayout.pdf

#7849491
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Bernhard K. (bkom) 21.03.2025 21:51

Siehe Seite 26: https://sus.ziti.uni-heidelberg.de/Lehre/WS_VLSI/VLSI_Fischer_06_ComponentsLayout.pdf

Danke für die sehr guten Folien. Das hilft sehr, die Die-Shots besser zu verstehen. Dass auf den Chips W>L ist hatte ich schon beim Betrachten des Die-Shots hier vermutet:
https://www.mikrocontroller.net/attachment/663456/cd4049_Silicon.png

Naja, mit dem geringeren Platzbedarf von NMOS-Transistoren verglichen mit Widerständen auf Chips könnte er Recht haben. Die Widerstandwerte auf ASICs sind nicht so hoch, z.B.:

Die Aussagen könnten sich vielleicht auf die Zeiten beziehen, in denen N-Mos noch aktuell war.

Hier die CPU des Intel4004:
https://alumni.media.mit.edu/~mcnerney/2009-4004/i4004-schematic.gif

Hier hatte einer den Intel4004 mit Transistoren nachgebaut:
https://vintagecomputerfestival.ch/exponat-intel-4004-de/

Das interessante an den Transistoren des Nachbaus ist: sie sind 4 polig, weil der Bulk-Anschluss zum exakten Nachbau des Originals notwendig war. Leider finde ich die exakte Bezeichnung der verwendeten Transistoren nicht, sonst würde ich mal damit experimentieren.

#7849628
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Christoph M. schrieb:

Das interessante an den Transistoren des Nachbaus ist: sie sind 4 polig, weil der Bulk-Anschluss zum exakten Nachbau des Originals notwendig war. Leider finde ich die exakte Bezeichnung der verwendeten Transistoren nicht, sonst würde ich mal damit experimentieren.

Gibt es praktisch nicht (mehr). Außer natürlich als (CD)4007. Früher hat a es wohl tatsächlich eine Handvoll Typen gegeben. Mittlerweile finde ich einen p-Kanal Typ, aber die meisten Distributoren haben den nicht.

https://www.google.com/search?q=mosfet+with+separate+bulk+pin

Gast #7849631
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Axel S. schrieb:

Christoph M. schrieb:

Das interessante an den Transistoren des Nachbaus ist: sie sind 4 polig, weil der Bulk-Anschluss zum exakten Nachbau des Originals notwendig war. Leider finde ich die exakte Bezeichnung der verwendeten Transistoren nicht, sonst würde ich mal damit experimentieren.

Gibt es praktisch nicht (mehr).

Gibt es schon noch.

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#7850371
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Christoph M. schrieb:

Doch, doch: es ist eine Sonder-Konstantstromquelle im Trump'schen Sinne. Beitrag "Re: Schaltung mit 2 N-Kanal Mosfet"

Man kann sich irgendeinen alten NMOS-IC nehmen, den Ausgang auf high setzen und mal die Ausgangskennlinie aufnehmen. Es kommt alles mögliche raus, nur keine Konstantstromquelle. Z-Diode + Widerstand kommt da schon am nächsten.

Und wenn man sich mal ohmsche Widerstände in ICs anschaut, dann sind das maximal nur wenige kΩ, da sie sonst zuviel Platz benötigen würden.

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