Lescha Zak 2000 - Kondensator und Geräteschalter

OP #6404140
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Guten abend,

von meinem guten alten Lescha Zak 2000 ist der Phasenschieber 
explodiert. Ich hätte nie gedacht, dass das so laut sein kann.

Jetzt stehe ich vor zwei Problemen:

1) das Gehäuse ist geschweißt und lässt sich nicht demontieren, sodass 
ich nicht lesen kann, was auf dem Kondensator steht. Die einzige 
Möglichkeit dran zu kommen, ist, die Schwungscheibe abzunehmen. Aber 
daran bin ich schonmal kläglich gescheitert (keine Ahnung, wie das 
gemacht wird. lt. Aufbauzeichnung ist es nur geschraubt, aber es bewegt 
sich keinen µm). Ich hab nur die paar lausigen Infos, die im Anhang 
sind. Der Kondensator hat ungefähr d=50mm, l=120-150mm. Alles schwimmt 
im Elektrolyt. Keine Ahnung, wie hochgiftig das Zeug ist, daher möchte 
ich meine Berührpunkte damit so gering wie möglich halten.

2) Der Geräteschalter ist hinüber. Die Thermosicherung löst zu schnell 
aus, was dazu führt, dass man den Motor hochpumpen muss. Wenn ich jetzt 
schon dran bin, möchte ich auch das ändern. Type ist: Weber Unimat WT 
22-555. Original gibt's wohl nicht mehr, Austausch kostet über 30 Euro. 
Ist das ok? 
https://www.elektro-kahlhorn.de/eta-schalter-3120-f554-g7t1-w04d::1702.html

Wer Tipps hat, welcher Kondensator verbaut ist, wer weiß, wie ich die 
Schwungmasse abbekomme und wer vielleicht noch nen Unimat WT 22-555 
herumliegen hat, bekommt einen Orden :-)

Schönen Abend,

Grüße M.S.
Angehängte Dateien:
#6404300
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Martin S. schrieb:
> Wer Tipps hat, welcher Kondensator verbaut ist, wer weiß, wie ich die
> Schwungmasse abbekomme und wer vielleicht noch nen Unimat WT 22-555
> herumliegen hat, bekommt einen Orden :-)

Die Bilder sind für vieles unzureichend.
Aber auf Bild 1 ist deutlich ein Seegering zu erkennen, der eine dicke 
Achse sichert.
Handelt es sich bei Deinem Lescha Zak um einen Walzen- oder 
Schneidmessergerät?
Ich habe einen einen ggf. nur etwas jüngeren Zak mit Schneidmessern 
stehen, da ist der Kondensator aussen und sofort ablesbar, wenn die 
Beschriftung noch zu lesen ist.
Lescha hat an sich vieles leicht austauschbar gestaltet und oft 
vergleichbare Bauelemente benutzt.
Wegen dem Kondensator und Leistungsaufnahme schaue ich morgen mal nach.
Nach einer alten, aber ebenfalls unverwüstlichen Lescha-Mischmaschine 
und deren Werten schau ich auch mal, stehen physisch nicht weit 
auseinander.. :-)
OP #6404456
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Der ZAK 2000 ist ein Messerhäcksler.

Der Kondensator ist hinten dummerweise mit einer Rohrschelle befestigt. 
Und die Schraube hat natürlich keinen Außensechskant, sondern nur 
Schlitz und zeigt nach unten...

Ich könnte allerdings von unten ins Gehäuse ein Loch bohren, dann mit 
dem Schraubendreher von außen dran gehen.

hinz schrieb:
> 30µF sind plausibel.

Für einen Anlaufkondensator? Ist das nicht extrem viel?
Gast #6404510
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Martin S. schrieb:

> hinz schrieb:
>> 30µF sind plausibel.
>
> Für einen Anlaufkondensator? Ist das nicht extrem viel?

Ein Anlaufkondensator wäre noch wesentlich größer. Es handelt sich hier 
um einen Betriebskondensator, und da sind die 30µF für einen Motor mit 
1,1kW Wellenleistung (und 1,5kW Nennaufnahme) völlig üblich.
OP #6404624
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Ok danke für die Info.

Leider wurde elektrische Antriebssysteme bei uns im Studium gestrichen, 
und der EA zugeschrieben.

Habe mich mit Deinem Einwand quer gelesen. Man lernt nie aus.

Dann dürfte die Kapazität aber eigentlich egal sein, oder? Solange ein 
Mindestmaß erfüllt ist.

Sehe ich dass dann auch richtig, dass je kleiner der Kondensator, umso 
niedriger ist die erlaubte Phasenlage zwischen Drehfeld und Rotor, bevor 
der Motor ins Kippmoment kommt?
#6408153
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Der alte Kondensator muß doch sowieso raus.

Der Logik nach baut man ihn also jetzt aus und bestellt dann das 
Ersatzteil nach den aufgedruckten Werten. Nicht nach tagelanger 
Diskussion um des Kaisers Bart irgendeinen anderen bestellen und dann 
nach dem Ausbau des alten feststellen daß er nicht paßt.

Was spricht dagegen, mit einem beherzten Zangenzugriff auf den 
freiliegenden Gewindeteil der Schellenschraube diese zu lösen? Selbst 
wenn das Gewinde dabei verhunzt würde, es kommt ja nie in eine Mutter.

Wahrscheinlich hat diese 40 Jahre alte Schraube eine so gute Qualität, 
daß man sie heute noch mit einem passenden kleinen Stück Blech im 
Schlitz von Hand gelöst bekommt. Besonders, wenn man die Schelle mit 
einer Zange zusammendrückt und die Schraubverbindung dadurch entlastet.

Die Fotos geben es nicht so ganz her: Ist am oberen Ende des 
Kondensators nochmal ein Halteband, das durch diese beiden Klemmscheiben 
gehalten wird? In dem Fall: Scheiben weg, Band weg, Kondensator durch 
Wackeln und Rütteln aus dem unteren Band herausziehen.

Alternativ den Kondensator mit Säge/Schraubzwinge/rauchender 
Schwefelsäure (bei Alu ist vielleicht kochende Natronlauge 
erfolgversprechender, dennoch ein kleiner Scherz) komprimieren, bis sich 
durch die Umfangsreduktion das Schellenband über den Wulst ziehen läßt 
und man alles in der Hand hat.

Martin S. schrieb:
>
> Ich könnte allerdings von unten ins Gehäuse ein Loch bohren, dann mit
> dem Schraubendreher von außen dran gehen.

Herr im Himmel! :)
Warum nicht das Loch ins Knie bohren und Milch reingießen? 8-D

Selbst in dem Fall würde ich noch eher die Schraube der Schelle 
durchsägen.  Die gibts nämlich neu zu kaufen, sogar mit Sechskant.
OP #6408184
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Es wird auf den Bildern nicht so recht deutlich, aber das Gehäuse ist 
recht tief, und sau eng.

Mit wäre am liebsten gewesen, ich hätte den Kondensator einfach drin 
gelassen und jemand hier hätte was gewusst.

Da ich aber mittlerweile einiges quergelesen habe, und eindringlich 
davor gewarnt wird, Pi*Daumen die Kapazität zu schätzen, gehe ich davon 
aus, dass es am Ende natürlich am sinnvollsten ist, das Teil da 
irgendwie heraus zu bekommen.
Gast #6411212
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Armin X. schrieb:
> hinz schrieb:
>> Achte auf die Haltbarkeitsklasse.
>
> Wenn die Angaben im normalen Betrieb nur annähernd zutreffend wären
> würde wohl nie ein Betriebskondensator verrecken.
> Das sind nur Laborwerte unter irgendwelchen Idealbedingungen.

Sie zeigen aber die Richtung.
OP #6411841
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hinz schrieb:
> Sie zeigen aber die Richtung.

Ich denke, wenn man einen anständigen Markenkondensator kauft, und dann 
halt 10 oder 15 statt 5 Euro dafür auf Amazon oder Ebay hinlegt, dann 
hat man eigentlich schon was brauchbares.

Morgen kommen die Teile, mal sehen, ob der Motor dann anläuft, oder ob 
er Schaden genommen hat.

Wenn's knallt, dann versucht Laie es ja noch fünfmal, ob's nicht doch 
geht. Zumindest der geflogene RCD sollte schlimmeres verhindert haben.
OP #6423993
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Bin jetzt endlich mal dazu gekommen, die Teile einzubauen.

Motor läuft jetzt wieder an. Aber das Licht in der Garrage wird dabei 
schon sehr dunkel. Auch der neue 10A Geräteschalter macht die Grätsche 
und schaltet ab, bevor der Motor angelaufen ist.

Mir kommt die Stromaufnahme im Anlaufmoment schon sehr groß vor. Gut, es 
müssen mehrere Kilo Schwungmasse auf 3000 U/min beschleunigt werden. 
Pi*Daumen so um die 3000 Joule, die da reingesteckt werden müssen. bei 
3kW Leistungsaufnahme im Anlaufmoment also 1 Sekunde. Bei 20% 
Wirkungsgrad 5 Sekunden. Das kommt aber real so hin.

Mir kommt der Motor jetzt auch laufruhiger und leiser vor. Kann das 
sein? Eigentlich nicht?!
#6425712
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Hm, die über den Kondensator bestromten Wicklungen sollten jetzt besser 
in der einst vom Erfinder geplanten Phase liegen als vorher, so 
jedenfalls meine Vorstellung von einem Phasenschieberkondenstor. Und 
damit dürfte auch die ausgeübte Kraft näher am Optimalzeitpunkt liegen, 
was sich mindestens "anders" als vorher anhört, wenn nicht gar besser.

Gegenbeispiel ist der Betrieb z.B. einer Bohrmaschine an einem Inverter 
mit "modifiziertem Sinus" oder gar plumper Rechteckspannung. Das klingt 
grausam und man meint zu hören, wie die Stromspitzen den Motor zerlegen.
Gast #6437684
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Habe jetzt nicht alles gelesen, aber warum fragste nicht den
Hersteller mal, welchen Kondensator du da brauchst, oder wie du
die Schwungscheibe ab bekommst?
Wird bestimmt ein spezieller Abzieher sein den man sich als
geschickter Handwerker evtl. selbst anfertigen kann. Rostlöser
hilft dabei.
Oder...
Wenn das Gehäuse stört, würde ich mal die beiden Muttern an der
Rückwand lösen. Vielleicht passt der Motor durch die Öffnung
hinten durch und das Gehäuse lässt sich entfernen.

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