Rolleiflex NiCd Akku erneuern Temperatursensor

OP #7869502

Hallo,

ich habe eine Rolleiflex 6008 Integral, welches ein ziemlich geiles Teil ist wenn man mit Mittelformat Fotografiert.

Beide Akkus sind nun hinüber (und haben nur noch 300mAh) Kapazität (ich lade die mit einem Prozessorgesteuerten Ladegerät auf).

Ich würde mir jetzt einfach einen neuen fertigen NiCd Akkupack kaufen und einlöten. Jetzt haben die alten einen Temperatursensor zur überwachung der Temperatur der zwischen den Zellen eingeklebt ist. Ich würde den einfach an die gleiche stelle bei dem neuen Akkupack einsetzen.

Die frage ist jetzt was für einen Kleber/Paste man an dieser stelle nimmt?

Ich suche schon seit einiger Zeit im Netz, die Rolleilösung scheint aber wohl sehr speziell zu sein (zumindest finde ich keine infos).

Viele Grüße

Alex

Alexander G. schrieb:

Die frage ist jetzt was für einen Kleber/Paste man an dieser stelle nimmt?

Chinesen verwenden Heißkleber.

Klingt nicht ideal an Stellen die Gefahr laufen warm zu werden, zudem löst sich Heisskleber nach Jahr(zehnt)en ab.

Wie Rollei das geklebt hat wissen wir natürlich nicht weil du trotz Kamerabesitz kein Bild gemacht hast.

Vielleicht ein ordentliches Klebeband, nicht Tesa oder Gaffertape die wieder abfallen, sondern vielleicht Kapton oder Butyl.

Du wirst nehmen müssen was du als Bestes da hast, (Isolierband ?) denn wegen 3cm kauft man keine Klebebandrolle.

Gast

Matthias S. schrieb:

H. H. schrieb:

Dann wirst du doch den NTC gar nicht verwenden?

Könnte sein, das die Kamera ihn abfragt.

Schon, aber wenn nicht mit der Ladeelektronik der Kamera geladen wird, dann muss der nicht besonders guten Wärmekontakt zu den Zellen haben.

Geht es darum, möglichst den Originalzustand beizubehalten?

Sonst würde ich 40 Jahre Fortschritt in der Akkutechnik nicht ignorieren, und sehen, daß ich statt NiCd oder NiMh einen LiIon-Akku einsetze. Dazu muss natürlich bekannt sein, welche Spannung das Akkupaket an die Kamera liefern soll, d.h. letztlich, wie die alten Zellen im Akkupaket verschaltet sind.

Dann kann man eine moderne LiIon-Ladeschaltung verwenden und muss nicht die alten Riten des "Papa lädt NiCd-Akkus" durchführen.

ignorieren, und sehen, daß ich statt NiCd oder NiMh einen LiIon-Akku einsetze.

So wuerde ich tendenziell auch verfahren. Aber meinst du das jemand der hier solche Fragen wegen dem Temperatursensor stellt sowas machen sollte? Ausserdem ist das Problem das die Spannungslage von 8x1.2V nur schlecht mit 2x4.2 abzudecken ist. Das wird wohl technisch gehen, aber die Ladezustandsanzeige waere vermutlich daneben.

Ich wuerde Eneloop NimH reinmachen. Und zwar deshalb weil die auch eine relativ geringe Selbstentladung haben. Ich gehe naemlich davon aus das so eine 6x6 auch in den Haenden eines Liebhabers nicht sooo viel laufen wird.

Vanye

p.s: Der Temperatursensor ist deshalb im Akku weil die Kamera damit mit dem Originalladegeraet vermutlich das Ladeende festgestellt hat. Solange laden bis es warm wird. Sony hat das frueher auch mal so gemacht. In der Kamera wird der ziemlich egal sein. Soviel strom zieht die nicht.

Gast

Eneloop gibt in passender Baugröße nicht. Wenn die NiCd in der Kamera geladen werden können, dann muss die Kamera 12,8V vertragen, man könnte also 3S LiPo einbauen, mit Schutzelektronik pro Zelle.

Thomas R. schrieb:

Eigentlich müßten die dich fragen wofür du diese Zellen benötigst...

Eigentlich müsste ein EU Beauftragter nachkontollieren kommen wofür er die Zellen tatsächlich einsetzt.

Aber es geht vor allem um die Produzenten, damit die nicht in Millionenstückzahlen Giftmüll produzieren.

Bei den Altlasten macht dann die private Reparatur auch den Kihl nicht mehr fett.

OP

Vielleicht mal vorweg, ich mach das aus hobbygründen, die Kamera benutze ich ab und an um auf der Arbeit mal bilder zu machen, aber ja die meiste Zeit ist sie auch in der Vitrine oder steht auf der Arbeit in einem Schrank.

NiMh kann ich auch verwenden (vom Hersteller freigegeben), aber ich weis auch wie "kurz" die leben. NiCd ist da einfacher in der Anwendung und langlebiger. Der Temperatursensor ist für das externe Ladegerät (ein Kamerainternes gibt es nicht). Wenn eine Zelle zu warm wird, wird der Ladvorgang unterbrochen, oder bei dem zweiten Ladegerät was ich hab, immer mehr verlangsamt (oder so ähnlich).

LSD von Eneloop wäre geil, gibts aber wie schon mal geschrieben nicht passend.

Lithium, ginge zwar auch, ist aber nicht freigegeben und ich hab von einigen Seiten auch schon von Problemen gelesen (naja Foren sind immer mit etwas skepsis zu betrachten 😅).

Angehängte Dateien:

Alexander G. schrieb:

NiMh kann ich auch verwenden (vom Hersteller freigegeben), aber ich weis auch wie "kurz" die leben.

Wenn man ein vernünftiges Ladegerät nimmt und nicht eine ganze Latte in Reihe schaltet, dann halten auch NiMh-Zellen lang genug. Die Steinzeit-Ladetechnik, mit der man damals, kurz nach Erfindung von fließend Wasser, die NiCd-Zellen gekocht hat, die ist halt leicht überholt.

Alexander G. schrieb:

Lithium, ginge zwar auch, ist aber nicht freigegeben

"Freigegeben"? Was soll da "freigegeben" werden? Den Hersteller gibts nicht mehr (was sich jetzt "Rollei" nennt, hat mit Rollei im Sinne von Franke & Heidecke nix zu tun).

Das Akkupaket liefert eine durch die Zellanzahl und -Verschaltung definierte Spannung, hier sind das wohl acht in Reihe geschaltete Zellen, die daher 9.6 V liefern.

Das hier https://www.akkuline.de/ersatz-akku-pack-rolleiflex-slx-15910 abgebildete Akkupack hat eine Kapazität von 700 mAh, also knapp 7 Wh.

Zum Vergleich: Ein typischer LiIon-Akku modernere Kameras wie der En-EL15 von Nikon hat eine Kapazität von 17 Wh, also mehr als das Doppelte.

Ein direkter Ersatz ist er allerdings nicht, da der nur etwa 7 V liefert.

Andererseits: Bis herab zu welcher Akkuspannung funktioniert die 6008, bevor sie das Handtuch wirft? Ein LiIon-Akku liefert sicher höhere Ströme als die NiCd-Zellen es könnten ...

Oh, und es sind auch schon andere auf die Idee gekommen:

https://de.ifixit.com/Anleitung/Rollei+6000-6008+LiFePO4+Batterie+tauschen/77648

Was mir dort missfällt, ist die beschriebene Technik zur Verbindung der einzelnen Akkuzellen, /das/ ist eher Murks, aber auch hier im Forum gibt es Berichte über dafür besser geeeignete Punktschweißgeräte. Andererseits, vielleicht kann man ja auch Zellen mit Lötfahnen kaufen ...

Rolf schrieb:

Ok, aber was ist konkret mit dem Vertriebsverbot?

Das Zauberwort heißt "Ausnahme"

  1. Als Hersteller darfst Du kein neues Gerät auf den Markt bringen, welches mit NiCd-Akkus betrieben wird, es sei denn Du kannst nachweisen, dass Du das brauchst. Also z.B. im Ex-geschützen Bereich, wo die fröhliche Selbstentzündung von Akkus evtl. zu einer Katastrophe führt.

  2. Als Hersteller darfst Du weiterhin NiCd-Ersatzakkus für Deine Geräte anbieten, wenn Du erklären kannst, dass eine andere Technologie nicht einsetzbar ist. (z.B. NiMh nicht leistungsfähig genug, LiIon kann aufgrund der Spannungsverhältnisse/Ladetechnologie nicht eingesetzt werden)

  3. Du bist Privatperson. Dann kannst Du für Dein neues Projekt auch einzelne Zellen (mit Fahnen) bei Reichelt bestellen und mit Deinem verbleiten Zinn verlöten.

https://www.reichelt.de/de/de/shop/kategorie/industriezellen-4084?filter=2%23~%23%2A%23~%23NiCd%20%23~%23NiCd%23~%230

Gruß Jobst

Alexander G. schrieb:

Ich würde mir jetzt einfach einen neuen fertigen NiCd Akkupack kaufen ...

Damit fängt das Problem an: Das Inverkehrbringen von Batterien mit mehr als 0,002 Gewichtsprozenten Cadmium ist seit dem Inkrafttreten des Batteriegesetz (BattG) am 1. Dezember 2009 weitgehend verboten (§ 3 Abs. 2 BattG). https://www.gesetze-im-internet.de/battg/__3.html

Michael B. schrieb:

Vielleicht ein ordentliches Klebeband, nicht Tesa oder Gaffertape die wieder abfallen, sondern vielleicht Kapton oder Butyl.

Typisch Laberkopp: Es geht nicht nur darum, den Sensor irgendwie ungefähr an der Position zu halten, sondern für eine vernünftige thermische Ankopplung muss der Luftspalt zwischen Akku und Sensor überbrückt werden. Dafür ist Heißkleber ziemlich gut geeignet (zusätzlich zur mechanischen Befestigung). Gerade ein Warmwerden des Heißklebers würde überhaupt nicht schaden, weil er wegen seiner Viskosität trotzdem im Spalt verbleibt.

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