Stromerzeuger Honda EM650 Überspannung

#7994659
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Hallo zusammen, nach dem Thread Beitrag "Stromerzeuger ohne Erregerspannung Honda EM650" gehe ich davon aus, dass sich hier einige Forenteilnehmer sehr gut mit Generatoren auskennen. Ich habe hier auch so einen Honda EM650 zur Reparatur. Das Gerät macht heftig Überspannung, ich messe im Leerlauf ohne Last zwischen 300V und 320 V. Der Besitzer hat das bemerkt, als ihm der Stromerzeuger einen Akkulader zerstört hat. Im Gegensatz zum "Shop Manual" sind an der Kompensations(?)-Wicklung zwei Kondensatoren verbaut, laut Aufdruck 10µF und 1,5µF. Die hatte ich zunächst im Verdacht. Ich habe sie ausgebaut und gemessen, die Kapazität scheint aber zu stimmen. Der Vollständigkeit halber: In dem Gerät ist auch als Gleichrichter eine Grätz-Brücke verbaut. Auch diese habe ich ausgebaut und gemessen, aber auch hier sind alle 4 Dioden in Ordnung.

Alle zielführenden Tipps, wie/wo ich suchen oder testen sollte, sind sehr willkommen!

#7994702
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H. H. schrieb:

Die Drehzahl wirst du ja schon geprüft haben.

Vielen Dank für die Tipps. Die Drehzahl habe ich schon geprüft, ist ok. Im Werkstatthandbuch stehen auch die Wicklungswiderstände. Werde heute abend das Teil nochmal zerlegen und die Wicklungswiderstände messen. Wenn Wicklungs- oder Rotorschaden, kann man das noch vernünftig instand setzen oder ist das dann ein Totalschaden?

#7994755
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Torsten B. schrieb:

Service-Manual in Englisch, Deutsch, Französisch. Wie steht der Frequenzwahlschalter FCSw? (siehe Seite 21) Laut Diagramm sollte die Spannung im Leerlauf nicht höher sein.

Danke für die Handbücher. Das erste hatte ich schon. Der Frequenzschalter fühlt sich etwas schwammig an, eher wie ein schwergängiges Poti; er steht aber auf "50Hz".

Mit einer 60W-Glühlampe als Last messe ich 308 V; im Leerlauf ca. 340V

#7994768
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Diese alten Hondas waren eher für die Ewigkeit gebaut, das Teil wiegt leer 22, betankt 24 kg. Das Shop-Manual ist vorbildlich. Bei jedem kritischen Bauteil ist die Verschleißgrenze angegeben, wenn die Zylinderbohrung 50µm zu groß ist, soll man aufbohren und den nächstgrößeren Kolben einbauen... Damals (1980) dachte man noch nachhaltig. Er hat auch einen Batterielade-Ausgang 12V 8,3A 100W.

Bei Kleinanzeigen sind momentan 4 Stück zwischen 200 und 440 Euro drin, alle funktionsfähig und in gutem Zustand. Wahre Schätze. Verbrauch bei Nennlast (nur 450W, 650W kann er nur kurzzeitig bei 60 Hz) 0,43 Liter/h. Eine Tankfüllung 2,8 Liter reicht für 6,5 Stunden.

Wenn Wicklungs- oder Rotorschaden, kann man das noch vernünftig instand setzen oder ist das dann ein Totalschaden?

Leider eher letzteres. Außer man bekommt einen mit Motorschaden, bei dem der Generator noch in Ordnung ist. Aber ich denke, es ist nicht die Wicklung, weil dann typischerweise die Spannung zu gering ist. Was hoch ist die Spannung bei Nennlast (450 oder 550W)? Stimmt die Drehzahl wirklich (viele Multimeter können auch die Frequenz messen)? Im Handbuch kommt nämlich der Fall Überspannung nicht vor.

Welche Version hast Du (G oder GV (220V), oder etwa U oder B (240V))?

In meinem Handbuch finde ich keine Angabe zur Kapazität der Kondensatoren, man soll nur den Widerstand prüfen (Seite 93).

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#7994796
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Torsten B. schrieb:

Stimmt die Drehzahl wirklich (viele Multimeter können auch die Frequenz messen)? Im Handbuch kommt nämlich der Fall Überspannung nicht vor.

Habe gerade gemessen: Mein Multimeter zeigt 300Hz an (ist leider sowohl 650Hz als auch 560Hz) :-(. Das kann natürlich an der Kurvenform der Ausgangsspannung liegen, aber eigentlich sollte die doch halbwegs ordentlich sinusförmig sein, oder?? Bei dem Zungenfrequenzmesser zuckt leider keine Zunge!

Muss ich jetzt tatsächlich noch den Oszi in die Garage schleppen???

Welche Version hast Du (G oder GV (220V), oder etwa U oder B (240V))?

Ich habe die GV-Version.

In meinem Handbuch finde ich keine Angabe zur Kapazität der Kondensatoren, man soll nur den Widerstand prüfen (Seite 93).

Ich hatte die beiden Kondensatoren schon mal zum Messen ausgebaut. Auf dem großen steht "10µF", auf dem kleinen (unteren) "1,5µF". Das hat auch mein Multimeter (innerhalb der Toleranzen) angezeigt.

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#7994814
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300 Hz? Kein Wunder, dass er dann über 300V ausgibt. ;-)

Oh nein, die Kurvenform bei diesen Kondensator-Modellen schaut ulkig aus. Belaste ihm mal ordentlich. Ich tippe eher auf 5*60Hz, d.h. der Motor läuft zu schnell.

Die Ersatzteilliste gibt es noch zu bestellen für USD 16,00: EG650 EM650 EX650 Generator Parts Catalog https://publications.powerequipment.honda.com/details/14ZA80E1P

Hier findet man sie, aber momentan nicht erreichbar: https://mkp.gem.gov.in/uploaded_documents/51/16/877/OrderItem/BoqDocument/2023/12/23/comn_2023-12-23-19-17-26_d2057bb3bfa0b4ae7b67954f7a343fa5.pdf Auch nicht im Web-Archive.

#7997202
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Hallo, danke erst mal für die Tipps. Leider bin ich in den letzten Tagen nicht dazu gekommen, mich um das Gerät zu kümmern. Jetzt habe ich nochmal ausführlich gemessen, aber alles erscheint so, wie es sein sollte (bis auf die viel zu hohe Ausgangsspannung).

Ich habe auf den beiden angehängten Seiten aus dem Handbuch mal meine Messergebnisse eingetragen - nichts auffälliges. Auch der 50Hz/60Hz-Schalter macht, was er soll. Den Kabelbaum habe ich auch durchgemessen, aber auch hier waren alle vorgesehenen Verbindungen da, Kurzschlüsse habe ich keine gefunden.

Wie/Wo ich den Widerstand der Ankerwicklung messen kann, habe ich noch nicht herausgefunden.

Hat noch jemand konstruktive(!) Vorschläge? Dafür schon mal vielen Dank im Voraus!

Angehängte Dateien:
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#7997413
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Gustav schrieb:

Weiter verstehe ich diese 300Hz nicht.. meinst Du vielleicht 3000 Umdrehungen pro Minute?..bei 50Hz

Der Generator hat ein eingebautes Zungen-Frequenzmeter, wobei die Frequenz lt. TE wohl ausserhalb der range ist. Aber bei einer 300 Hz Spannung müsste der Motor mit 18000 rpm laufen, wobei es den wohl schnellstens zerreissen dürfte.

#7997447
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Torsten B. schrieb:

Diese alten Hondas waren eher für die Ewigkeit gebaut, das Teil wiegt leer 22, betankt 24 kg. Das Shop-Manual ist vorbildlich.

Ich hab auch so ein von mir überholtes Gerät das tatsächlich noch funktioniert. Leider unzuverlässig, denn manchmal rennt es ne Stunde und manchmal geht es einfach nach paar Minuten aus :-( Für die Ewigkeit ist glaub ich nur ein vollmechanischer Diesel.

(Firma: Funkenflug Industries) #7997600
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Auch der rennt nur zuverlässig wenn er regelmäßig seinen Ölwechsel bekommt, vor Feuchtigkeit geschützt wird (oder regelmäßig läuft) und der Kraftstoff sauber ist. Viele vernachlässigen Notfalltechnik leider bis zu dem Moment, an dem sie sie brauchen und stellen dann fest, daß nichts funktioniert oder gar nicht so angeschlossen werden kann wie gedacht.

#8002100
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ich hab das Teil wegen der Diskussionen wieder vom Speicher geholt in Inbetrieb genommen. Lief nach zwei Jahren wieder auf den dritten Zug an, mit uraltem Sprit! Grundsätzlich ist das ein rein mechanisches Gebilde das nicht besonders gut regeln kann, es reicht aber für Kleinkram allemal. Warum die Spannung immer wieder ausging, Motor lief weiter, hab ich herausgefunden. Überspannung! Die Mechanische Regelung war so verstellt das der Ausgang immer so bei 280V war und sobald die noch höher steigt, Motor wird wärmer, läuft bissi schneller, ist der Ausgang fast spannungslos, bei einem Rest von 50V ohne Last. Diese Erfahrung hat mich drei 100W Glühbirnen gekostet:-)

Man muß die Regelmechanik (siehe Bild) mit etwas Gefühl so einstellen das sie bei einer Last von, bei mir jetzt 150W, 220V erreicht. Beim Umstellen des Hebels von Schildkröte zu Hase wird 235V ausgespuckt.

Mein Fehler war: Alles zerlegt, gesäubert, nach Markierung zusammengebaut, aber NICHT eingestellt, die Drehzahleinstellung ist recht empfindlich! Da geht es wohl um Teile von Grad und markieren allein ist zu wenig.

Mit einem 10 Schlüssel das rot markierte Klemmdings lockern so das man mit dem Kombizangerl die Welle (grün) verdrehen kann. Das alles im Betrieb mit Last bis 220V messbar sind. (Doppelstecker zum Messen nutzen)

Angehängte Dateien:
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#8002411
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Christian M. schrieb:

Man muß die Regelmechanik (siehe Bild) mit etwas Gefühl so einstellen das sie bei einer Last von, bei mir jetzt 150W, 220V erreicht. Beim Umstellen des Hebels von Schildkröte zu Hase wird 235V ausgespuckt.

Danke!!!! Das war der entscheidende Tipp.

Mein Fehler war: Alles zerlegt, gesäubert, nach Markierung zusammengebaut, aber NICHT eingestellt, die Drehzahleinstellung ist recht empfindlich! Da geht es wohl um Teile von Grad und markieren allein ist zu wenig.

Mit einem 10 Schlüssel das rot markierte Klemmdings lockern so das man mit dem Kombizangerl die Welle (grün) verdrehen kann. Das alles im Betrieb mit Last bis 220V messbar sind. (Doppelstecker zum Messen nutzen)

Die Welle ist recht widerspenstig bzgl. Drehung, auch wenn die Klemme ganz geöffnet ist. Ich habe die Feder zum Schalter mal ausgehängt und den Hebel per Hand verstellt, aber wie du schon richtig bemerkt hast, ist das ganze seeeeehr empfindlich. Die Feder-Mimik dient m.E. nur zum Umstellen der Drehzahl für 60Hz. Also werde ich versuchen, erst mal den Hebel für 50Hz einzustellen, danach mit der Kreuzschlitzschrube ganz rechts für 60Hz.

Vielen Dank nochmal an alle, die gute Hinweise gegeben haben, nicht nur von mir, sondern auch vom Eigentümer des Geräts.

Ich werde berichten, wie es weitergeht; allen ein schönes Wochenende!

Gast #8003785
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Rainer D. schrieb:

Thomas R. schrieb:

Auch deshalb hat man bei den kleinen NEAs die Invertertechnik eingeführt. Da kann der Motor rennen wie er will die Ausgangsspannung und Frequenz ist stabil.

Ach, deshalb standen bei meinem 277V Leerlauf- und 263V Lastspannung an. Muss einem ja auch gesagt werden.

Modell Ruskin?

#8004425
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Tatsächlich scheinen die Dinger in der Leistungsklasse untereinander fast baugleich zu sein. Ich hatte einen als "Scheppach" getarnten 1200Watt der vom Aufbau gleich aussah. Der Inverter hat nicht lange gehalten, gerade über die Garantiezeit. Das Ersatzteil war aber völlig anders aufgebaut (der Luftkanal im NEA mußte angepaßt werden etc.) und hält bis heute.

Eine nachträglich eingebaute Netzüberwachung hat mit dem neuen Inverter immer stabile Spannungen und Frequenz angezeigt. Kann davor natürlich anders gewesen sein....

#8005805
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Juhu, er läuft wieder wie er soll!!! Vielen Dank von mir und vom Eigentümer des Geräts an alle, die mit guten Tipps weiter geholfen haben.

Letztendlich hatte Christian M. (likeme) den entscheidenden Hinweis gegeben. Die Generatorseite war vollständig in Ordnung. Bei der Messung von Spannung und Frequenz haben mich dann zunächst meine Digitalmultimeter in die Irre geführt - wahrscheinlich haben die wegen der "strubbeligen" Kurvenform der Ausgangsspannung irgendwelche Phantasie-Größen angezeigt. Also für die Spannungsmessung ein "antikes" Dreheiseninstrument herausgeholt, für die Frequenzmessung das Multimeter auf die Sekundärseite eines Trafos geklemmt. Dann stellte sich heraus, dass die Frequenz sich nicht unter 64Hz bringen ließ. Der Endanschlag für die "Drehzahl-Einstellschraube" war völlig verstellt! Und auch die Leerlaufschraube stand völlig anders als sie es laut Handbuch sollte. Nach sauberer Neueinstellung gemäß dem "Shop Manual" funktioniert jetzt alles wieder wie bei einem Neugerät.

Vermutung: Der Flohmarkt-Verkäufer hat vielleicht an den beiden Schrauben so lange herumgedreht, bis der Motor einen schönen Sound abgegeben hat. Aber das war wohl nicht hilfreich.

Besten Dank nochmal und einen schönen Abend! Hermann

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