Ich arbeite nun seit fast einem Jahr in einem IGM-Betrieb und das erste "richtige", jährliche Mitarbeitergespräch steht an.
Ich bin mit EG9 Grundstufe im Tarif Hamburg/Unterweser eingestiegen und bin eigentlich mehr als zufrieden, aber ich würde gerne trotzdem von euch wissen wollen, wie man an Gehaltsverhandlungen rangeht als Berufsanfänger im IGM-Betrieben.
Von Kollegen hat es sich angehört, dass die Stufen automatisch mit der Zeit steigen und Gruppen je nach Verantwortung auch. Aber andererseits denke ich mir von nichts kommt auch eigentlich nichts. Ich will aber auch nicht nach einem Jahr mit der Tür ins Haus fallen und direkt mehr Gehalt fordern, nur weil die Einarbeitungsphase sozusagen fertig ist.
Wie ist da das beste Vorgehen als Berufsanfänger ohne ganz naiv zu handeln?
Nach nicht einmal einem Jahr schon gleich mehr Gehalt wollen?
Hast du denn in diesem Jahr unglaublich geile Ergebnisse geliefert und stichst aus dem Team deutlich hervor?
Ansonsten ist das ein Prozess über mehrere Jahre. Nach einem Jahr kommst du ja erst einmal von EG10A in die EG10B.
Die Anforderungen an die jeweiligen Entgeltgruppen sind durch die IGM rechtgenau definiert und wenn du nicht die Anforderungen an EG11 erfüllst, dann wirst du noch ein Weilchen in EG10 bleiben. Du kannst dich natürlich intern auf Stellen mit EG11 bewerben, aber mit dem Gehalt kommen halt auch die Aufgaben und Verantwortungen.
Du kannst auch ewig in EG10 bleiben und durch besondere Leistungen und Aufgaben entsprechende Zusatzzahlungen vereinbaren. Die Möglichkeiten wird dir dein Chef sicherlich in deinem Gespräch erklären können. Dann könnt ihr gemeinsam Ziele definieren und langfristig deine berufliche Weiterentwicklung planen.
"Ich bin ein Jahr hier, ich will mehr Geld bei gleicher Leistung" ist in der IGM-Welt schwierig. Gibt halt die tariflichen Erhöhungen und ggf. tarifliches Zusatzgeld.
VollzeitDiet hingegen hat sich mit seinen siebzehntausenddreihunderteinunddreissig Beiträgen seine sofortige Gehaltserhöhung verdient. In jedem Thread präsent, Hauptsache etwas abgesondert, so viel Einsatz für die Allgemeinheit muss honoriert werden!
Nach nicht einmal einem Jahr schon gleich mehr Gehalt wollen?
Hast du denn in diesem Jahr unglaublich geile Ergebnisse geliefert und
stichst aus dem Team deutlich hervor?
Deshalb frage ich ja. Natürlich ist es mir in den Sinn gekommen, dass nach einem Jahr nach mehr Gehalt zu fragen vorschnell ist. Aber als Berufsanfänger hab ich natürlich keine Ahnung und wollte fragen was da so der Standard ist.
Um auf deine Frage zu antzuworten, nein. Planmäßig eingearbeitet und Dienst nach Vorschrift.
Wie ist da das beste Vorgehen als Berufsanfänger ohne ganz naiv zu
handeln?
Man unterscheidet Eigenbild, Fremdbild und vermutetes Fremdbild.
Da du null Komma nichts in dieser Richtung erwähnt hast, muss man annehmen, dass du über dieses Thema ("Was hält mein Chef von mir?") überhaupt noch nicht nachgedacht hast. Am besten das nachholen, bevor du mehr Geld forderst.
sind zwei verschiedene Dinge. In deinem Gespräch geht es erstmal um
Ziele für das Jahr, die Einschätzung von deinem Chef und dir.
Kann man auch zusammen machen, ist hier in der Konzerntochter (ohne Gewerkschaft) so. Für die paar Minuten einen extra Termin machen ist ja auch eher ineffizient.
Wie ist da das beste Vorgehen als Berufsanfänger ohne ganz naiv zu
handeln?
Man unterscheidet Eigenbild, Fremdbild und vermutetes Fremdbild.
Da du null Komma nichts in dieser Richtung erwähnt hast, muss man
annehmen, dass du über dieses Thema ("Was hält mein Chef von mir?")
überhaupt noch nicht nachgedacht hast. Am besten das nachholen, bevor du
mehr Geld forderst.
Mein Chef ist eher administrativ tätig und hat eher weniger Ahnung von dem was ich mache. Er kriegt nur Rückmeldung von meinen Vorgesetzten(WPM's) ob ich meine Arbeit mache. Da meine Vorgesetzten mit mir zufrieden sind, denke ich, ich mache meine Sache soweit gut.
Ansonsten ist das ein Prozess über mehrere Jahre. Nach einem Jahr kommst
du ja erst einmal von EG10A in die EG10B.
Das ist ja schon sowas, wo ich nicht weiß, ob man sowas anspricht oder das standardmäßig einfach kommt. Ich persönlich würde gerne gar nicht das Thema ansprechen und einfach mein Ding machen aber will auch nicht mögliche Gehaltserhöhungen verpassen, weil ich mein Maul nicht aufreiße.
Klar, dachte nur das man nach der Einarbeitung aus der Grundstufe
rauskommt, aber ja vielleicht eine naive Ansicht.
Das entscheiden nicht wir, das entscheidet dein Chef. Sprich es an und
er wird es in die Wege leiten. Oder auch nicht, wenn du nur DnV machst.
Ja nur hier dann die Frage:
Ist das nach einem Jahr schon überhaupt angemessen oder lieber erstmal die Füße still halten. Und erst nach zwei-drei Jahren sollte man sich rantrauen wenn man auch was geleistet hat. Gehe nämlich gerne auf Nummer sicher normalerweise.
Weiß manchmal nicht was genau hier erwartet wird von einem AN. Machen hier alle im Forum ihr Arbeit hervorragend und werden über alle Himmel gelobt????
Gut arbeiten ist einfach eine neutrale Bezeichnung aber wird hier negativ gewertet.
Ist das nach einem Jahr schon überhaupt angemessen oder lieber erstmal
die Füße still halten.
Hast du keine Kollegen, die du fragen kannst?
Wenn ich die hätte würde ich ja hier nicht fragen :).
Meine Arbeits"kollegen" haben nebenbei nur erwähnt, dass man Stufen automatisch aufsteigt aber wollte da lieber eine zweite Meinung einholen.
Ich bin mit EG9 Grundstufe im Tarif Hamburg/Unterweser eingestiegen und
bin eigentlich mehr als zufrieden, aber ich würde gerne trotzdem von
euch wissen wollen, wie man an Gehaltsverhandlungen rangeht als
Berufsanfänger im IGM-Betrieben.
Tarif im IGM-Betrieb ist u.a. Sache der Gewerkschaft als Arbeitnehmervertretung. Frag also Deinen Gewerkschaftler resp. den Betriebsrat. Du kannst das Thema auch direkt in der Betriebsversammlung ansprechen.
Ist das nach einem Jahr schon überhaupt angemessen oder lieber erstmal
die Füße still halten.
Es ist ziemlich egal. Hier ist wie das läuft:
Dein Chef hat ein Budget. Das hat er über konzerninterne Prozesse bekommen. In manchen Firmen wird ihm das Budget einfach nach einem Schlüssel zugeteilt (diktiert) und er hat gar nichts zu melden. In anderen kann er nach Vorgaben mehr beantragen. Was er begründen muss. Was viele nur sehr zurückhaltende machen, weil derjenige besser aus sieht der Geld spart statt es auszugeben.
Wenn er sein Budget beantragen muss: Wird sich dein Chef irgend eine besondere Mühe gegeben habe für dich vorauseilend nach überproportional mehr Budget zu fragen? Ich glaube du kennst die Antwort. Eher nicht. Er wird nach den Vorgaben der Firma gerechnet haben, die unter anderem den Tarifvertrag abbilden.
Was passiert mit dem Budget dass er bekommen hat? Wenn er darf verteilt er es nach konzerninternen Vorgaben auf seine Leute. Ansonsten wird ihm die Verteilung vorgegeben. Egal welche Variante es ist, wenn er mit dir redet ist die Verteilung bereits vorgenommen, die Budgetplanung abgeschlossen.
So, und jetzt kommst du und sagst "Chef, ich will mehr Kohle". Was macht er? Wenn er dir sowieso mehr geben will oder muss (Tarifvertrag), wird er sagen ja klar, nimm das. Ansonsten nimmt er deinen Wunsch zur Kenntnis und sagt "schaun wir mal im nächsten Jahr". Ob er ihn bei der nächsten Runde berücksichtigt?
Das ist keine Gehaltsverhandlung. Du bekommst dein zukünftiges Gehalt zugeteilt. Ich weiß nicht wer Berufsanfängern immer diesen Floh ins Ohr setzt. Nicht mal bei deiner Bewerbung als Berufsanfänger war es eine echte Verhandlung. Die Firma hat sich überlegt wie viel sie dir an Gehalt zuweisen möchte und kann.
Man kann auch einen Betriebsrat als dritte Partei in das Mitarbeitergespräch mit einbeziehen (§ 82 Abs. 2 S. 2 BetrVG)
"(2) 1 Der Arbeitnehmer kann verlangen, dass ihm die Berechnung und Zusammensetzung seines Arbeitsentgelts erläutert und dass mit ihm die Beurteilung seiner Leistungen sowie die Möglichkeiten seiner beruflichen Entwicklung im Betrieb erörtert werden. 2Er kann ein Mitglied des Betriebsrats hinzuziehen. ..."
Man kann auch einen Betriebsrat als dritte Partei in das
Mitarbeitergespräch mit einbeziehen (§ 82 Abs. 2 S. 2 BetrVG)
"(2) 1 Der Arbeitnehmer kann verlangen, dass ihm die Berechnung und
Zusammensetzung seines Arbeitsentgelts erläutert und dass mit ihm die
Beurteilung seiner Leistungen sowie die Möglichkeiten seiner beruflichen
Entwicklung im Betrieb erörtert werden. 2Er kann ein Mitglied des
Betriebsrats hinzuziehen. ..."
Das hört sich interessant an aber will eigentlich keine große Welle machen :)
Wie ist da das beste Vorgehen als Berufsanfänger ohne ganz naiv zu
handeln?
Hast du ein besseres Angebot von einer anderen Firma? Nein, dann gibts
auch nix zu verhandeln.
Also wenn plötzlich aus dem nichts neue Verantwortungen dazu kommen, wie z.B. Projekt Veranwortung, die nicht der ursprünglichen Stellenbeschreibung entspricht, dann gibt es nichts zu verhandeln??
Mittlerweile habe ich zwei Jobewerbungen gesehen, die genau darauf im Plakat anspielen. Die Person sieht genau so aus und der Gesichtsausdruck ist gleich einer der einprägsamen Szenen. Eine Werbung war von z.B. einem Verkehrsunternehmen.
Projektverantwortung gehört übrigens zu dieser Stufe, da ab Stufe 9 dies bereits vorausgesetzt wird (z.B. Industriemeister). Nur wird das im ersten Jahr im Betrieb noch nicht gefordert.
Stellenbeschreibung entspricht, dann gibt es nichts zu verhandeln??
Du wirst abgewimmelt, hast du nen Trumpf in der Hand? Nein, also bekommst du nicht mehr. Nur durch Wechsel steigt das Gehalt ordentlich, ansonsten gibt nur das Standardprogramm (Tarif,tröpfchenweise Steigerungen), zu verhandeln gibts da nix schon gar nicht als Frischling.
Stellenbeschreibung entspricht, dann gibt es nichts zu verhandeln??
Du wirst abgewimmelt, hast du nen Trumpf in der Hand? Nein, also
bekommst du nicht mehr. Nur durch Wechsel steigt das Gehalt ordentlich,
ansonsten gibt nur das Standardprogramm (Tarif,tröpfchenweise
Steigerungen), zu verhandeln gibts da nix schon gar nicht als
Frischling.
Ja gut dann hab ich meine Frage auch möglicherweiße falsch formuliert. Ich dachte, dass schon "tröpfchenweise" Steigerungen eine Aktion erfordern. Gehaltsverhandlung ist dann natürlich in dem Konetxt vielleicht sehr stark ausgedrückt.
Projektverantwortung gehört übrigens zu dieser Stufe, da ab Stufe 9 dies
bereits vorausgesetzt wird (z.B. Industriemeister). Nur wird das im
ersten Jahr im Betrieb noch nicht gefordert.
Laut Bewerbugnsgespräch und Stellenbeschreibung nicht wirklich. Bei uns ist man als Projektveranwortlicher eigentlich schon ein "Work project manager" und vollführt Aufgaben die grundsätzlich unterschiedlich sind teilweise zusätzlich.
Denke ich hab aber jetzt genug gehört. Also zusammengefasst, ich hab gar nichts zu melden, weil eigentlich alles schon vorher geregelt ist und falls ich die Erhöhung/Nicht-Erhöhung nicht gut finde, muss ich etwas in der Hand haben oder was Außerordentliches geleistet haben um eine Diskussionsgrundlage zu haben. Plus man sollte kein Frischling mehr sein. Gut.
Da steht was von Grundentgeld und Leistungszulagen. Bei dem Gespräch wird es im Schwerpunkt um die Ziele festzulegen gehen, wenn das nicht bereits nach dem halben Jahr Probezeit gemacht wurde.
"(2) 1 Der Arbeitnehmer kann verlangen, dass ihm die Berechnung und
Zusammensetzung seines Arbeitsentgelts erläutert ... werden
Das hört sich interessant an aber will eigentlich keine große Welle
machen :)
Es ist für dich völlig uninteressant, es sei denn du wirst massiv beschissen oder die Software der Firma ist absolut zu blöd Dinge wie Steuern und Sozialabgaben richtig zu berechnen.
Da steht "erläutert". Jemand wird genervt mit Tabellen etc. kommen, da und dort drauf zeigen und sagen daher ist das so. Schön dass wir drüber geredet haben. Niemand wird kommen und sagen dann lassen Sie uns mal über eine Gehaltserhöhung reden.
das erste "richtige", jährliche Mitarbeitergespräch steht an.
Wie ist da das beste Vorgehen als Berufsanfänger ohne ganz naiv zu
handeln?
Du gehst einfach dort rein und hörst dir da mal an, was dein Gegenüber da so sagt und antwortest darauf, was er so fragt. Oder machst du auch sonst aus jeder Mücke einen Elefanten?
Also wenn plötzlich aus dem nichts neue Verantwortungen dazu kommen, wie
z.B. Projekt Veranwortung, die nicht der ursprünglichen
Stellenbeschreibung entspricht, dann gibt es nichts zu verhandeln?
Doch, aber das passiert schlauerweise genau dann oder mit zeitlich engstem Bezug und nicht irgendwann beim nächsten Mitarbeitergespräch.
Da steht absolut sicher nichts von einem "Entgeld". Wer dieses Wort
verwendet, bekommt genauso sicher zu viel Entgelt.
In dem geposteten Link steht:
"Die oben genannten Zahlen sind das Grundentgelt in den Betrieben mit ERA. Dazu kommt eine Leistungszulage von bis zu 28 Prozent."
Das Wort ist sogar extra fett gedruckt in dem verlinkten Text.
Wäre jetzt aber etwas unfair adequat zurückzuschießen, weil der Moderator hat heute nur schon zu viele Posts gelesen und ist nun auch müde. Wir sind alle nur Menschen, leider oder Gott sei Dank noch nicht durch "unfehlbare" unermüdliche KI ersetzt.
Da steht "erläutert". Jemand wird genervt mit Tabellen etc. kommen, da
und dort drauf zeigen und sagen daher ist das so. Schön dass wir drüber
geredet haben. Niemand wird kommen und sagen dann lassen Sie uns mal
über eine Gehaltserhöhung reden.
Naja, wer kein Gehalt aus der Tabelle will sondern ein frei verhandeltes, darf halt nicht bei einer IGM-Bude anfangen.
Ob frei verhandelt besser ist als Tarif wäre nochabzuklären. Und wenn so in die Nachrichten schaut, braucht es immer mal wieder ne Streikwelle damit der Tarif steigt.
Ich dachte, dass schon "tröpfchenweise" Steigerungen eine Aktion
erfordern.
Sieh es doch mal aus der anderen Richtung.
Verhandelt dein Arbeitgeber über deine Arbeitsleistung?
Nein, der hat eine Anspruchshaltung. Und wird diese Anforderungen mit der Zeit steigern. Dir neue anspruchsvollere Aufgaben und mehr Verantwortung geben.
Wenn der das also ohne Verhandlung machen kann, dann kannst auch du eine entsprechende Erwartungshaltung an die Gehaltssteigerung haben.
Wenn das dann quasi einseitig vom Arbeitgeber nicht erfüllt wird (anspruchsvollere Arbeit aber nicht mehr Lohn) dann kannst du wie ein Bittsteller um mehr Lohn betteln oder vielleicht besser einfach gleich gehen. Niemand sollte um Lohn für gute Arbeit betteln müssen.
Das bedeutet im realen Leben: nur das Allernötigste getan, um nicht negativ aufzufallen. Kann sein, dass er es nicht so gemeint hat, aber dann ist die Wortwahl unglücklich.
Das bedeutet im realen Leben: nur das Allernötigste getan, um nicht
negativ aufzufallen.
So? Das bedeutet nach meinem Verständnis etwas ganz anderes.
Man weiß ganz genau, dass man negativ auffällt, einem aber keine Sanktionen drohen, weil man ja die Vorschrift buchstabengenau befolgt. Das nutzt man entweder als gezielte Provokation bzw. Drohung oder – IMO seltener – aus Faulheit.
Zum Beispiel: Der Kontrolleur bei X soll sich bei Zweifeln zusätzlich zum Bild auf dem Handy den Personalausweis zeigen lassen. Nun will er seinem ungeliebten Vorgesetzten, der ihn gestern angesch***** hat, mal zeigen, wie wichtig er selbst ist. Also macht er diese erweiterte Kontrolle grundsätzlich bei allen Personen, es entsteht Unruhe, es bilden sich Riesenschlangen und der Beginn der Veranstaltung muss verschoben werden. Kann man nichts gegen sagen, er hat halt viele Zweifel ...
Auf Deutsch: "Wenn wir nicht X bekommen, dann machen wir ab morgen nur noch Dienst nach Vorschrift. Wo Sie dann die benötigten Arbeitsergebnisse herkriegen, ist uns egal!"
Man weiß ganz genau, dass man negativ auffällt, einem aber keine
Sanktionen drohen, weil man ja die Vorschrift buchstabengenau befolgt.
Das macht die Sache dann auch nicht besser. Auf jeden Fall ist "Dienst nach Vorschrift" in keinster Weise positiv konnotiert. Oder andersrum: wenn einer "Dienst nach Vorschrift" macht, dann ist das kein vorrangiger Beförderungskandidat.
Das macht die Sache dann auch nicht besser. Auf jeden Fall ist "Dienst
nach Vorschrift" in keinster Weise positiv konnotiert.
Wer Dienst nach Vorschrift macht, hat es in der Regel aufgegeben sich einzusetzen, weil es nicht honoriert oder nicht gesehen wird, oder -noch schlimmer- die Vorgesetzten sein Einsatz dazu nutzen um selbst besser dazustehen.
Das ist alles andere als positiv, aber meiner beruflichen Erfahrung nach (und das sind schon mehr als 30 Jahre) in den wenigsten Fällen auf Faulheit zurückzuführen.
Also häufiger Fehler, der einem leicht unterläuft und nicht ein ganz dummer Fehler, wie endgelt.
Das ist ein häufiger Fehler, weil der Ursprung liegt im althochdeutschen Verb „geltan“, welches aus dem Nordischen kommt. Im Norden als t ausgesprochen, im Süden weicher, auch als d ausgesprochen. Das betrifft aber nur das t am Ende.
Andere schtoßen sich auch am schpitzen Schtein.
Wenn man allerdings nach einem Jahr als Berufsanfänger schon Dienst nach Vorschrift macht ist entweder massiv etwas fehlgelaufen oder man hat Probleme sich selbst reell einzuschätzen.
Das ist alles andere als positiv, aber meiner beruflichen Erfahrung nach
(und das sind schon mehr als 30 Jahre) in den wenigsten Fällen auf
Faulheit zurückzuführen.
Genau so etwas entstand durch eine Änderung bei den Staatsbediensteten in den 80er Jahren. Wenn sich ein guter Mitarbeiter wegbewarb und ein Chef diesen haben wollte, dann konnte der Mitarbeiter wechseln,
Das führte dazu, dass schlechte Chefs immer wieder schnell ohne Mitarbeiter dastanden. Um das zu ändern wurde dies geändert. Der Mitarbeiter soll nur mit Zustimmung des Vorgesetzten wechseln. Wäre die Person auf einer A10 Stelle und die andere eine A11 Stelle, dann kann der Vorgesetzte diese Versetzung normalerweise nicht verhindern. Damit das nicht passieren kann, bekommt der Staatsbedienstete bei den Beurteilungen nur eine durchschnittliche Beurteilung. Gekniffen ist da nur derjenige, der schön brav seine Arbeit macht. Wer das nicht macht, wird weggelobt. So entsteht eine Kultur des Weglobens.
Das bedeutet im realen Leben: nur das Allernötigste getan, um nicht
negativ aufzufallen. Kann sein, dass er es nicht so gemeint hat, aber
dann ist die Wortwahl unglücklich.
Dann hab ich das wirklich unglücklich ausgedrückt. Ich meinte damit eher, dass ich die mir aufgetragen Arbeit ausführe und meine Vorgesetzten nichts auszusetzen haben. Klar, ich könnte massig Überstunden sammeln und mein Arsch abreißen um "positiver" aufzufallen. Aber mein direkter Vorgesetzter SAGT, er wäre zufrieden mit mir, mach so weiter und somit arbeite ich halt nur nach "Vorschrift" meine 35 Std ab und mehr nicht, wenn es nicht unbedingt nötig ist.
Also ja Dienst nach Vorschrift war sehr doof gewählt in dem Kontext.
Ich hatte nicht umsonst extra und ganz ausdrücklich darauf hingewiesen.
So mancher findet schneller eine Ausrede als eine Maus ein Loch.
Das ist ein häufiger Fehler
Man kann aber ruhig auch mal dazulernen, denn du warst vor einem viertel Jahr durchaus prominent mit im Thread, als es u.a. genau um dieses Thema ging:
Wenn man allerdings nach einem Jahr als Berufsanfänger schon Dienst nach
Vorschrift macht ist entweder massiv etwas fehlgelaufen oder man hat
Probleme sich selbst reell einzuschätzen.
Und man fragt dann sicher nicht nach einer Gehaltserhöhung, sondern sieht sich intern oder extern nach Alternativen um. Insofern vermute ich hier eher einen "false friend", den der TO irrtümlich verwendet hat.
Ja also Gespräch war heute und lief relativ unspektakulär.
Sollte nur aufzählen was ich so letztes Jahr gemacht und dazugelernt habe und wie ich mich dieses Jahr weiterentwickeln will. Ausserdem, wie stelle ich mir meine zukünftliche Entwicklung im Unternehmen vor. Eine Wertung meiner Arbeit fand nicht statt, weil er jetzt eigentlich zum ersten Mal voll detailliert meine Aufgaben gehört hat.
Ansonsten ist das ein Prozess über mehrere Jahre. Nach einem Jahr kommst
du ja erst einmal von EG10A in die EG10B.
Findet wohl nicht statt, hab aber auch nicht gefragt. Hat sich nur in vielen anderen Forumsbeiträgen so angehört, dass man in der Einarbeitung mit der Grund Stufe startet und nach einem Jahr in die Haupstufe rutscht, da vollständige und selbstständige Arbeit dann stattfindet. Aber scheint wohl, dass es nicht stimmt.
Ja also Gespräch war heute und lief relativ unspektakulär.
Sollte nur aufzählen was ich so letztes Jahr gemacht und dazugelernt
habe und wie ich mich dieses Jahr weiterentwickeln will. Ausserdem, wie
stelle ich mir meine zukünftliche Entwicklung im Unternehmen vor.
Sollte nur aufzählen was ich so letztes Jahr gemacht und dazugelernt
habe und wie ich mich dieses Jahr weiterentwickeln will. Ausserdem, wie
stelle ich mir meine zukünftliche Entwicklung im Unternehmen vor.
Also die üblichen Bullshitbingo Fragen. Dein Chef hat als Weiterbildung zu Thema Personalführung wohl das Fachbuch "Führen für Dummies" gelesen.
Das hast du jetzt versemmelt. Auf die Bullshitbingo Frage wie du dir dein Weiterkommen vorstellt hätte sofort die Gegenfrage gelautet:
"Welche Möglichkeiten sehen sie für mich / habe ich im Unternehmen?" Und wenn er darauf irgendeine sinnvolle Antwort gehabt hätte die nächste Frage: "Wie würde in dem Fall die Lohnentwicklung aussehen."
Keine Rückfragen signalisieren ihm jetzt: Der will nur arbeiten, hat keine besondere Ambitionen.
Man kann aber ruhig auch mal dazulernen, denn du warst vor einem viertel
Jahr durchaus prominent mit im Thread, als es u.a. genau um dieses Thema
ging:
Nach der Durchsicht war ich nicht derjenige, der die falschen Schreibweisen dem TO ankreidete, weil wir hier nicht das Forum für Germanistik wäre.
So ist das, wenn man meint man habe das Wort genau so wie im Link geschrieben und es war dann doch nicht so. An dem Tag war ich auch geschafft (#8010300) und machte auch Fehler.
Übrigens, wenn der häufiger Fehler gut bekannt wäre, dann wäre das nicht ein häufiger Fehler. Da beißt sich die Maus in den eigenen Schwanz.
Nachdem wir nicht in der Abteilung sind, kann das schwer beurteilt werden. Normalerweise gibt es so ein Gespräch nach einem halben Jahr und wir wissen nicht inwieweit der Chef hier im Verzug ist.
Wenn der Chef bei dem Gespräch Ziele festlegen wollte für die Leistungsanteile, dann wäre dem Chef sein Kartenhaus zusammengefallen, weil er anscheinend nicht im Bilde war, was er mache.
Stelle Dich, Mark, mal darauf ein, dass bald ein weiterer Termin kommen könne, wo es um die Zielvereinbarungen gehen wird.
Machen
hier alle im Forum ihr Arbeit hervorragend und werden über alle Himmel
gelobt????
Gut arbeiten ist einfach eine neutrale Bezeichnung aber wird hier
negativ gewertet.
Sorry, es war eigentlich mit einem Augenzwinkern gemeint!
Ich fand das "soweit" lustig. Da bleibt doch gewisser Interpretationsraum.
"Soweit" klingt wie "im Großen und Ganzen" ;-)
Zum Thema: ich persönlich würde das Thema Gehaltserhöhung nicht bereits im ersten Personalgespräch ansprechen. Aber wenn sich dann im nächsten Jahr nix tut, dann auf jeden Fall! Denn zu bescheiden darf man auch nicht sein! Das wird recht schnell gnadenlos ausgenützt.
Machen
hier alle im Forum ihr Arbeit hervorragend und werden über alle Himmel
gelobt????
Gut arbeiten ist einfach eine neutrale Bezeichnung aber wird hier
negativ gewertet.
Sorry, es war eigentlich mit einem Augenzwinkern gemeint!
Ich fand das "soweit" lustig. Da bleibt doch gewisser
Interpretationsraum.
"Soweit" klingt wie "im Großen und Ganzen" ;-)
Ja, rückblickend ist das schon ziemlich wischi waschi ausgedrückt.
Zum Thema: ich persönlich würde das Thema Gehaltserhöhung nicht
bereits im ersten Personalgespräch ansprechen. Aber wenn sich dann im
nächsten Jahr nix tut, dann auf jeden Fall! Denn zu bescheiden darf man
auch nicht sein! Das wird recht schnell gnadenlos ausgenützt.
Ja deine Antwort war auch eigl der ganze Sinn hinter dem Beitrag. Mir war schon bewusst, dass im ersten Jahr bzw. beim erstem Gespräch, wo man noch "grün" hinter den Ohren ist, direkt nach mehr Geld zu Fragen kontraproduktiv oder eher weltfremd ist. Andererseits war ich mir aber nicht zu 100% sicher und wollte lieber mal hier nachfragen, bevor ich möglicherweise eine Chance verpasse. Aber hatte wohl ein gutes Bauchgefühl was das angeht.
Du hast jetzt die Chance, deine Leistung bis zum nächsten Gespräch über "soweit gut" (das ist der Durchschnitt) hinaus so zu steigern, dass du ein, zwei Argumente für "mehr Leistungspunkte" oder sogar für eine "höhere Eentgeltstufe" bringen kannst. Denn das sind tariflich die einzigen Schrauben, an denen du drehen kannst. Wenn dir das nicht reicht, dann musst du einen AT-Vertrag anpeilen und nimmst damit anstelle der Gewerkschaft die Gehaltsverhandlungen selbst in die Hand.
Bedenke aber, dass die Gewerkschaft es mit der Gleichstellung sehr genau nimmt. Wenn ihr 20 seid und zwei davon sind Frauen, dann können nur zwei von 18 gleich viel verdienen.
Man weiß ganz genau, dass man negativ auffällt, einem aber keine
Sanktionen drohen, weil man ja die Vorschrift buchstabengenau befolgt.
Das macht die Sache dann auch nicht besser. Auf jeden Fall ist "Dienst
nach Vorschrift" in keinster Weise positiv konnotiert.
Naja, der aktuelle Job macht den Unterschied zwischen einem Beamten bei dem "Dienst nach Vorschrift" die einzig legale Möglichkeit zum Streik ist und einem effizienten Mitarbeiter der eher 'un-creative' Aufgabe effizient abspult.
Man denke da nur an Prüf-/Test-Vorschriften, die man bspw. als Entwickler der externen Fertigung/Qualitätssicherung mitgibt. Und falls dann trotz Test defekte Stücke durch schlüpfen, dann kann das nicht nur an dem Tester sondern auch an der Vorschrift resp. deren Verfasser liegen.
Oder "der Schlendrian hat sich eingeschlichen" und die Vorschrift wurde bestenfalls "kursiv überflogen". Also "fleißige Arbeitsbienen" die lediglich Arbeitsaufträge nach (durchdachter) Vorschrift wegarbeiten und nicht die Produktivität durch (wichtigtuerisches) "Querdenken" torpedieren, haben auch ihren berechtigten Platz in der Wertschöpfungskette.