Hintergrund:
Nach etwas längerer Entwicklungszeit für Hard- und Software , den Bau von 2 Prototypen und ausführlichen Tests bin ich nun für die Produktion meiner nächsten Kleinserie bereit.
JLCPCB bietet die Option " Filled & Capped" für Vias an. Bei Multi-circuit-board, wo ich sonst immer bestellt habe, steigt bei dieser Option die Produktionszeit auf stattliche 29 Arbeitstage an.
Bei Platinen aus chinesischer Produktion fehlt mir leider noch etwas das Vertrauen und die Erfahrung.
Pro Platine kommen bei über 400 Bauteilen etwa 270-300EUR Material und Produktionskosten zusammen. Da sollte wirklich nichts schiefgehen.
Es ist keine Frage: im Hoppybereich oder Prototypenbau sind die Platinen von JLCPCB unschagbar.
Wer hat nun von euch Erfahrung im professionelle Bereich mit Qualität und Zuverlässigkeit der JLCPCB-Platinen?
*Verwindungen und Verwölbungen nach dem Reflow-Prozess
*Beschichtungsstärke der ENG-Beschichtung (Wie lange sind diese noch Lötbar bei längerer Lagerung)
*Kupferhaftung (Besteht da Gefahr das sich dieses bei Reparaturlötungen leichter ablösen als wie bei
Multi-CB-Platinen?)
*Zuverlässlichkeit? Bei Multi-CB hatte ich in den letzten 8 Jahren nur eine Platine mit einer defekten Durchkonaktierung oder Leiterbahn unter einen IC. Der Fehler trat nur bei starken Temperaturwechsel zu tage.
*Nutzenerstellung (Multi-CB genügten nur die Umrisse. Fräskontur und Brücken wurden von denen erstellt.)
Ich kann nur sagen, dass ich auch schon Kleinserien mit ähnlicher Bauteileanzahl und auch finanziellen Werten bei JLCPCB beauftragt habe, PCBs waren 6-Lagen 4mil und 0.25mm Bohrungen. Bisher hat alles zur vollsten Zufriedenheit funktioniert, keine Probleme. Man muss halt genau wissen was man tut und sehr gewissenhaft kontrollieren (Lagen, Platzierung usw.), das stellen die rechtzeitig vor der Fertigung zur Verfügung.
Genau wie bei jedem Fertiger kann man denen auch spezielle Hinweise geben, wenn das nötig ist. Ich hatte mal einen Baustein, der eine widersprüchliche PIN 1 Markierung hatte. Habe ich denen dokumentiert, es gab sinnvolle Rückfragen und dann hat das auch geklappt. Die haben auch direkt nach dem Placing VOR(!) dem Reflow Bilder gemacht und auf meine Freigabe gewartet.
Eigentlich verhalten die sich wie ein „normaler“ Fertiger, es wird nicht „blind“ agiert. Mit der Zeit wird man immer mutiger. Allerdings muss man auch wissen, dass Rücksendungen aufgrund Zoll, Einfuhrumsatzsteuer und Shipping (alles in beide Richtungen) quasi unmöglich sind. Wenn man ängstlich ist, kann man auch noch Photo-Confirmation beauftragen, dann kann man vor Versand nochmal alles kontrollieren. Man kann dann auch nach weiteren Detailfotos fragen.
Zu Deinen Fragen:
*Verwindungen und Verwölbungen:
Nein, alles perfekt
*Vias Plugging Epoxy + Überkontaktierung ( Filled & Capped)
Filled & Capped habe ich gemacht, nichts zu beanstanden. Alles sauber gearbeitet
*Beschichtungsstärke der ENG-Beschichtung (Wie lange sind diese noch
Lötbar bei längerer Lagerung)
Die, die ich bisher bestellt habe, haben auch nach längerer Lagerung keine Probleme beim Löten bereitet.
*Kupferhaftung (Besteht da Gefahr das sich dieses bei Reparaturlötungen
leichter ablösen als wie bei
Multi-CB-Platinen?)
Habe keinen Vergleich zu CB, aber gute Anhaftung (PCBs waren TG155), Rework war nie ein Problem.
*Zuverlässlichkeit? Bei Multi-CB hatte ich in den letzten 8 Jahren nur
eine Platine mit einer defekten Durchkonaktierung oder Leiterbahn unter
einen IC.
Bisher keine Probleme, es gibt bei den High Precision PCBs auch noch diverse Prüfoptionen, die man wählen kann.
*Nutzenerstellung (Multi-CB genügten nur die Umrisse. Fräskontur und
Brücken wurden von denen erstellt.)
Ja, machen die auch, bei Bestückung von denen sowieso passend zur deren Infrastruktur.
Wir haben in der Firma mehrere kleinere Serien bei denen machen lassen, etwa 1000 einzelne Platinen in 5er-Nutzen insg. Eher einfachere Platinen mit < 50 Bauteilen.
Die Platinen waren sauber gefertigt. Mit Zuverlässigkeit, Kuperanhaftung, Verwindung gabs keine Probleme.
Nutzenerstellung können die machen, ist aber nen festes Schema mit Ritzen am Rand. Passt bei uns nicht, daher haben wir das selbst gemacht, ist mit KiKit schön bequem.
Was die Fertigung angeht ist das billig und bequem. Aber man bekommt halt auch wofür man bezahlt. Bei uns konkret gab es am Anfang Probleme mit hohen Ausfallraten bei einem Bauteil. Genauere Untersuchung ergab als Ursache Popcorning beim Löten. Nachfrage ergab dass die die Bauteile nicht backen solange man das nicht extra beauftragt.
Wir haben dann von denen nen Gutschein von 25 EUR bekommen und durften das Testen und Rework selbst machen. Nicht so toll.
Bei unserem früheren Fertiger in D hätte der die Kosten dafür sehr wahrscheinlich voll übernommen. Dafür verlangte der aber das 3-4 fache pro Platine wie JLC.
Seit ich das weiß bestellen wir natürlich immer mit Bauteile backen und seit dem keine Probleme mehr. Aber ich weiß auch dass wenn es ein Problem gibt, ich nicht mit Übernahme der Kosten durch JLC rechnen kann. Das rechnen wir von vorneherein so mit rein, keine zu großen Losgrößen und damit bleibt das ganze überschau- und kalkulierbar.
Wir bestellen als Firma auch öfter mal Platinen bei JLCPCB (bestückt und unbestückt), weil der Preis natürlich unschlagbar ist und meist alles passt.
Aber wir hatten auch schon Fälle in denen die Fräskontur verhunzt wurde, die Lötstellen miserabel waren und sich in der Nutzfläche der Platinen Bohrungen befanden, die nicht in den Daten waren (vermutlich Tooling-Holes für JLCPCB). Dazu kommt dann noch der gelegentliche Ärger, wenn die Platinen in Leipzig im Zoll hängen bleiben.
Ganz ehrlich: Wenn nichts schief gehen darf, würde ich nicht bei JLCPCB bestellen. Aber im Grunde kann ich auch nur unsere Erfahrungen weitergeben. Entscheiden musst du selbst ;)
Das schreiben die sogar, dass das für das Tooling nötig ist. Man kann mit denen aber sprechen, wenn das nicht sein darf, da gibt es Möglichkeiten.
Dazu kommt dann noch der gelegentliche Ärger,
wenn die Platinen in Leipzig im Zoll hängen bleiben.
DHL Leipzig nehme ich an? Ein Garant für zusätzliche Wartezeiten. Habe auch gerade etwas Unwichtiges als Europacket, liegt da jetzt fast ne Woche rum. Seit ich nur noch bei anderen Projekten UPS/Fedex nehme überhaupt keine Verzögerungen, die haben den Import-Vorgang im Griff. Dazu noch günstiger.
Ganz ehrlich: Wenn nichts schief gehen darf, würde ich nicht bei JLCPCB
bestellen.
Dann am besten gar nicht bestellen.
Bei jedem Fertiger kann was schief gehen. Ich hatte schon defekte Leiterplatten von M-CB. Ich hatte schon Fehler bei den Lötstellen von JLC. Und die Fertiger aus DE bestellen auch nur in China, nehmen den 10 fachen Preis und sind dann noch unpünktlich.
Irgendwas ist halt immer. Und damit muss man auch Grundsätzlich rechnen. Besonders bei der 1. Bestellung
Aber auch aus meiner Erfahrung ist JLC nicht schlechter oder besser als M-CB.
Ganz ehrlich: Wenn nichts schief gehen darf, würde ich nicht bei JLCPCB
bestellen.
Sehe ich aehnlich wenn es fuer den normalen Produktionrun ist. Das ist was anderes wie Prototypen!
*Beschichtungsstärke der ENG-Beschichtung (Wie lange sind diese noch
Lötbar bei längerer Lagerung)
Ich kann garantieren das ein Prototypendesign das auf dem Schreibtisch lag damit nach 4Wochen Weihnachtsurlaub echt beschissen von Hand zu loeten war. In Produktion: No way! Aber da werden die Platinen wohl auch in Stickstoff gelagert. :-D
Und die Fertiger aus DE bestellen auch nur in China
So pauschal ist das Unfug, und die, die das machen, muss man sich ja nun nicht gerade aussuchen.
Bei jedem Fertiger kann was schief gehen.
Das war ja nicht das Thema, sondern die Art und Weise der Behandlung von Reklamationen. Dafür ist es halt ein Unterschied, ob der Kram einmal um die halbe Welt schippern muss (selbst, wenn er nicht durch die Straße von Hormuz muss :-/).
So pauschal ist das Unfug, und die, die das machen, muss man sich ja nun
nicht gerade aussuchen.
Das stimmt. Pauschal ist die Aussage falsch.
Bin nur einmal (eigentlich 2 mal) schwer enttäuscht worden und daher sehr vorsichtig.
Wenn eine Firma groß wirbt mit "Leiterplatten aus Berlin" dann wundert es mich halt, dass Berlin irgendwo bei Shenzen ist.
Oder wenn mit 24 Std Service geworben wird und die Leiterplatte erst 5 Tage nach Bestellung eintrifft.
Wenn eine Firma groß wirbt mit "Leiterplatten aus Berlin" dann wundert
es mich halt, dass Berlin irgendwo bei Shenzen ist.
Das verstehe ich durchaus.
Aber wenn man geschäftlich sowas aufbaut, ist natürlich auch eine Frage der Stückzahlen insgesamt, eine Leiterplattenfirma und einen Bestücker habe ich mir jedenfalls schon hier vor Ort angesehen. Ist nicht so, dass es die nicht gäbe. Aber ist natürlich für Bastler völlig uninteressant, die PCB-Firma macht kein Pooling und hat kein simples Web-Interface.
Eurocircuits fertigt teils im Raum Aachen, Bestückung läuft in Ungarn. Aisler garantiert Produktion in der EU, ohne die Details garantieren zu wollen.
Vor ewigen Jahren hat Contag in Berlin (gibt es die noch?) mit einem 4-Stunden-Servie geworben. Die 4h bezogen sich aber auf das Werkstor. Man musste es dann schon selber abholen.
Ganz ehrlich: Wenn nichts schief gehen darf, würde ich nicht bei JLCPCB
bestellen.
Dann am besten gar nicht bestellen.
Bei jedem Fertiger kann was schief gehen.
Alles eine Frage von Wahrscheinlichkeiten. Unserer Erfahrung nach geht bei JLCPCB um Größenordnungen mehr schief als z. B. bei einem deutschen EMS. Deswegen ist die Preis-Leistung von JLCPCB dennoch sehr gut. Man muss halt wissen für was man sie verwendet (bei uns nur für intern verwendete Platinen, also Prototypen etc.).
Und natürlich bestellt ein deutscher Fertiger oder EMS oft auch "nur in China" seine Leiterplatten. Das sagt erstmal überhaupt nichts aus, weil man in China eben alles bekommt, z. B. auch Class 3 (reale Class 3, nicht nur auf der Rechnung).
Für die Bestückung kommt für mich nur eine deutsche Firma in Frage. (kurze Kommunikationswege und das Material(25TEur ) muss nicht um den halben Globus hin und zurück geschickt werden.
Die 50 Nutzen der einfacheren Platine(2 lagig) beim meinen Projekt habe ich schon bei JLCPCB fertigen lassen.
Hatte denen die Gerberdatein mit den Umrissen (Platine+Nutzenumrandung) zugeschickt. 2 Wochen Verzögerung ehe das in Produktion ging. Immer wieder Rückfragen. Die Fräskontur mit Brücken habe ich dann noch lieber selber erstellt. War mit Ealge etwas mühselig wegen runder Außenkontur der Platine. Meine Erfahrung ist, das bei JLCPCB alles korrekt vorbereit sein muß, so das alles maschinell eingelesen und verarbeiten werden kann.
Bei einzelnen Protypenplatinen lief bisher alles reibungslos.
Für 2 lagige Platine:
Vollständigen E-Test muss implizit auswählen. (machen nur Stichproben)
Habe auch doppplte Beschichtungsstärke bei ENG-Öberfläche ausgewählt. Standard bei JLCPCB ist, glaube ich, nur die halbe Stärke wie bei MC-B.
Verpackung: damit die Platienen nicht aneinander schubern, wenn diese um den halben Globus unterwegs sind, kann man extra das Einlegen von Seidenpapier buchen.
Vias Plugging: Sind am Anfang 100,0% plan , man sieht auf der Platine nicht mehr wo sich diese befinden. Aber nach dem Lötenprozess (nur 230°C) wölbt sich der Lötstoplack oder Eng-Pad an diesen Stellen geringfügig.
Ist das normal?
Meine Vorgehendweise wäre: die 6lagigen Platinen dort fertigen zu lassen und eine dann sicherheitshaber noch mal von hand probezubestücken.
Um 100% sicher zu gehen das da nichts vermurxt wurde.
Fedex
Lieferung und Zollabfertig sind sehr schnell.
Was nervig war: Ich jetzt 1,5 Wochen gebraucht b is die mir endlich eine
ordnungsgemäße Rechnung für Zollgebüren und ihre "Aufwendungspauschale" zuschicken haben. Ansonsten bekommt man nur einen Tag vor Paketzustellung einen Link auf eine Webseite zugeschickt wo ein paar Zahlung stehen und wo man dann per Paypal Geld hinschicken soll.
Meine Vorgehendweise wäre: die 6lagigen Platinen dort fertigen zu lassen
und eine dann sicherheitshaber noch mal von hand probezubestücken.
Um 100% sicher zu gehen das da nichts vermurxt wurde.
Wenn du eh hier bestücken lassen willst und es sich um eine größere Serie handelt, frage ich mich allerdings, ob das wirklich noch so nennenswert Geld (und Zeit/Nerven) spart, statt es gleich irgendwo hier machen zu lassen.
Bei besagtem lokalen Fertiger haben wir bei meinem früheren Job dann einmal eine größere Serie bestellt. Die haben zwar recht hohe Fixkosten gehabt (dafür aber selbst Ungereimtheiten im Layout entdeckt, die nicht durch den DRC gefallen sind), aber die reinen Stückkosten für die Produktion waren dann gar nicht mehr so hoch und billiger als bei den hiesigen Pool-Services. Ist aber jetzt auch schon paar Jahre her.
Die 4h bezogen sich aber auf das Werkstor.
Man musste es dann schon selber abholen.
Das hätten wir gerne angenommen. Wär kein Problem gewesen.
Leider hatten wir nicht Contag ausgewählt.
Die andere Firma hat das nichtmal angeboten. Selbst auf nachfrage das wir die Leiterplatten dringend brauchen wurde uns mitgeteilt das es nur per Post/Versand geht.
Wir haben kürzlich den PCBA Service ausprobiert und werden es zukünftig wohl nur noch so machen. Hat 70% weniger gekostet als in D, man muss dafür aber auch BOM, Lagerverwaltung, Platzierung und Ausrichtung der Bauteile selbst machen, was einem sonst teilweise abgenommen wird.
Etwas umständlich war, dass wir erst alle Teile kaufen und auf die Lieferung in unser "Privatlager" warten mussten, bis wir dann mit der Platzierung der Bauteile und der Bestellung anfangen konnten. Wenn man kurze Wege zur Buchhaltung hat und die Bezahlung schnell geregelt werden kann, ist das aber OK.
kurzer Zwischenberericht:
Für Prototypen und kleine Hoppyprojekt ist JLCPCB super!
Preiswert, einigermaßen schnelle Lieferzeiten.(1.5-2 Wochen)
Aber benötigt man eine größer Anzahl von Platinen ( >50) geht das Theater schon los: Wegen jeden Fliegenschiss oder wenn etwas etas nicht ganz gerade im Gerber-File ist wird Rücksprache gehalten. Durch die 6h Zeitverschiebung D zu CH ist min. 1 Tag futsch. Bis alles geklärt ist, geht dann im Schnitt eine Woche ins Land bis die Produktion startet. Bei geringer Platinen-Stückzahl(5) wird das einfach gerade gerückt und in die Produktion gegeben. Bei der aktuellen Bestellung sind das rekordverdächtige 3 Wochen!
Ich bin am verzweifeln!
Wenn man die Geberdatein nach Änderung neu hochlädt, geht der ganze Fragenkatalog über Tage wieder von vorn los!
Impedanzkontrolle:
Da bekommt man einen Screenshoot von den eingegebenen Werten in ein Berechnungsprogramm (Polar) und man soll diese absegnen das die Platine so produziert werden soll. (nix messung!)
Chat-/Emailkomunikation:
ich hab den Eindruck, dass das nur durch KI abgedeckt wird.
Auf Fragen bzw. Fachfragen wird in keinster Weise eingegangen!
Aber benötigt man eine größer Anzahl von Platinen ( >50) geht das
Theater schon los: Wegen jeden Fliegenschiss oder wenn etwas etas nicht
ganz gerade im Gerber-File ist wird Rücksprache gehalten.
Ja gut, was sollen die denn machen? In der Elektronikfertigung müssen die Daten 100% in Ordnung sein, 99% reichen nicht.
Da das hier ja ein allgemeines Forum ist, wo viele Leute lesen, möchte ich gerne ein Gegenbeispiel einbringen: 50 Stück 6-Lagen PCB ca. 100x100mm mit je über 500 SMD-Teilen von 0402-größere Elkos, doppelseitig bestückt, war in 8 Tagen nach Bestellung auf dem Tisch. Ohne eine einzige Nachfrage, nur DFM-Bestätigung eingeholt.
Qualitätsabweichung: eine einzige Diode SOD123 hatte ein abgehobenes Beinchen, war beim QC nicht aufgefallen. Vermutlich schon im Gurt nicht okay. AOI schwierig für diesen Fall.
Aber benötigt man eine größer Anzahl von Platinen ( >50) geht das
Theater schon los:
Nö.
Wegen jeden Fliegenschiss oder wenn etwas etas nicht
ganz gerade im Gerber-File ist wird Rücksprache gehalten.
Sollen die etwa mit der Fertigung beginnen, wenn die Daten nicht eindeutig sind, egal ob ein oder hundert Stück?
Ich kenne es von JLCPCB nur, dass Großaufträge abgelehnt werden, wenn es zuvor keine Musterfertigung mit kleiner Stückzahl gab. Aber da reden wir nicht über 50 Stück, sondern über 10.000 und mehr.
Durch die 6h Zeitverschiebung D zu CH ist min. 1 Tag futsch. Bis alles
geklärt ist, geht dann im Schnitt eine Woche ins Land bis die
Produktion startet.
Dann musst Du eben früher aufstehen. Wenn ich zeitkritische Fertigungsaufträge bei asiatischen Fertigern am laufen habe, stehe ich eben schon und drei Uhr auf bzw. arbeite einfach durch. Dann schafft man etliche Kommunikationsrunden an einem Tag.
Bei geringer Platinen-Stückzahl(5) wird das einfach gerade gerückt
und in die Produktion gegeben. Bei der aktuellen Bestellung sind das
rekordverdächtige 3 Wochen!
Solch eine lange Bearbeitungszeit hatte ich bei JLCPCB nur ein einziges Mal erlebt. Das lag daran, dass ich meinen Auftrag (~240 Baugruppen) zwar noch hektisch, aber fristgerecht noch vor deren Betriebsferien (chinesisches Weihnachtsfest) erteilt hatte, aber deren Werkstatt den Bestückungsrahmen für die doppeltige THT-Montage aber nicht mehr rechtzeitig anfertigte. Dadurch kam deren Terminberechnungssystem ziemlich durcheinander. Das lag aber nicht an fehlenden oder falschen Fertigungsdaten.
Ich bin am verzweifeln!
Dann heul doch. Bei deutschen Auftragsfertigern hättest Du nach drei Wochen vielleicht das Angebot vorliegen, aber noch keine bestückten Leiterplatten.
Wenn man die Geberdatein nach Änderung neu hochlädt, geht der ganze
Fragenkatalog über Tage wieder von vorn los!
Das sind aus Herstellersicht keine geänderten Fertigungsdaten, sondern ein komplett neuer Auftrag. Und so wird er eben auch behandelt.
Impedanzkontrolle:
Da bekommt man einen Screenshoot von den eingegebenen Werten in ein
Berechnungsprogramm (Polar) und man soll diese absegnen das die Platine
so produziert werden soll.
Genau so ist es ja auch richtig. Polar ist dabei DAS Standardprogramm für solche Zwecke und weltweit für diese Zwecke anerkannt. Nur nicht von Torsten R..
(nix messung!)
Glaubst Du allen Ernstes, die würde eine Probefertigung Deiner Leiterplatte machen, diese elektrisch vermessen und erst dann Deine Zustimmung einholen? Wenn es sich wirklich um den angeblichen Großauftrag handeln sollte, dann hätten sie einfach gesagt: "Nix 10.000 Stück. Du bestellt 5 Stück, vermisst die selbst. Und nur dann, wenn keinerlei Änderungen erforderlich sind, nehmen wir den Großauftrag an."
Chat-/Emailkomunikation:
ich hab den Eindruck, dass das nur durch KI abgedeckt wird.
Auf Fragen bzw. Fachfragen wird in keinster Weise eingegangen!
Ich habe sehr unterschiedliche Erfahrungen mit dem Support gemacht. Einige der Leute verstehen und schreiben englisch ganz ausgezeichnet. Andere raten drauflos und kopieren dann nur Textbausteine. Es hat sich bewährt, ein paar Stunden später einen neuen Chat zu eröffnen und dann bei jemand anderem zu landen.
Oder Deine Fragen sind so absurd bzw. auf solch einem Anfängerniveau, dass sie die einfach nicht verstehen oder keine Lust haben, Dir die Grundlagen zu erklären.
In der Firma und auch privat bestelle ich für in-house Entwicklungsmuster und Hobby meist von JLCPCB oder PCBWAY. Produktion der Baugruppen (Bestückung) und LP Fertigung allerdings erfolgt schon seit Jahrzehnten in Canada. Auch die LP werden in Vancouver, Canada hergestellt. Da gab es noch nie Beanstandungen.
Qualitativ machten wir mit JLCPCB bisher nur gute Erfahrungen. Zwecks besserer Lagerfähigkeit bestimmen wir HASL. Bisher funktionierten alle LP.
Kleine LP für den Hobbygebrauch werden für CDN$2.11 geliefert. Fünf Stück 100x100mm zweilagig kosten beim ersten Mal $2.85 oder um $4.71 bei umfangreicheren Bestellungen. Allerdings dauert die Lieferung dann typisch zwei Wochen. Aber wenn es billig sein soll...
Durch die 6h Zeitverschiebung D zu CH ist min. 1 Tag futsch.
Die 6h sind "Peking Zeit" und auch wenn das breitgekloppte China amtlich nur eine Zeitzone hat, sind es real mindestens zwei, da man sich im West-China sich nach Xinjiang-Zeit richtet. Und dann kommen noch gern Spielchen mit Sommer-/Winterzeit auf den Tisch.
Wegen jeden Fliegenschiss oder wenn etwas etas nicht
ganz gerade im Gerber-File ist wird Rücksprache gehalten.
Und dafür bin ich denen außerordentlich dankbar. Bei anderen Herstellern, vor allem früher, gab es das niemals. Da wurde alles stur so gemacht wie im Design.
*Verwindungen und Verwölbungen nach dem Reflow-Prozess
Das Problem ist VOR dem Reflow-Prozess beim Bestücken "krummer" Platinen mit mehr als 2 Lagen.
Es liegt zum Großteil am Design (geteilte Kupferflächen), ob sich eine Platine beim Laminieren oder später nach dem Löten verzieht. Aber auch bei den Herstellern gibt es Unterschiede. Mein Bestücker hatte mit Platinen von Eurocircuits und Multi-PCB Probleme. Die waren stark verbogen und es gab Probleme mit dem Bestückungsautomat.
Ich hatte dann die kritischen PCBs für viel Geld bei Q-Print machen lassen. Da waren die Boards top eben. Ob das heute noch so ist, kann ich nicht sagen. Bei Q-Print hätte ich aber auf jeden Fall einen deutschen Ansprechpartner, wenn was schiefläuft.
Bei JLCPCB ist die Ebenheit der Platinen auch nicht so berauschend.
*Beschichtungsstärke der ENG-Beschichtung (Wie lange sind diese noch
Lötbar bei längerer Lagerung)
Mein Erfahrung: Entweder ist die Vergoldung von Beginn an schlecht (nimmt das Lot extrem schlecht an) oder es hält sich ewig. Ich habe PCBs mit ENIG hier seit 5 Jahren liegen, die lassen sich noch perfekt löten. Also dass sich ein Board frisch aus der Packung super löten lässt und nach ein paar Wochen nicht mehr, ist mir noch nicht passiert.
*Zuverlässlichkeit? Bei Multi-CB hatte ich in den letzten 8 Jahren nur
eine Platine mit einer defekten Durchkonaktierung oder Leiterbahn unter
einen IC. Der Fehler trat nur bei starken Temperaturwechsel zu tage.
Mein Erfahrung: Entweder ist die Vergoldung von Beginn an schlecht
(nimmt das Lot extrem schlecht an) oder es hält sich ewig.
Meine Erfahrung mit JLCPCB, vor Weihnachten Verpackung aufgemacht, Platine liess sich wunderbar von Hand loeten. Dann drei Wochen Weihnachtsurlaub, danach liess sich die Platine extrem schlecht löten. Es ging noch von Hand, aber automatisch im Reflow wär die Schrott gewesen.
Aber klar, lag auch nur bei mir auf dem Schreibtisch rum und nicht in Stickstoff. War aber vergoldet!