Guten Tag,
wir überlegen uns, eine PV Anlage anzuschaffen.
Ist es so, wie ich vermute, dass WR, Batterie und Verbraucher aller Art nur mit propietärer Software miteinander kommunizieren?
Kann eine an das EW angeschlossene Anlage auch auf Inselbetrieb umschalten?
Habe schon viel im Forum gelesen, aber ich bin leider noch nicht viel weiter gekommen.
Gruss Jan
Ist es so, wie ich vermute, dass WR, Batterie und Verbraucher aller Art
nur mit propietärer Software miteinander kommunizieren?
Man muss sehr aufpassen fass die verwendeten Geräte auch zusammen arbeiten. Einfach ist das bei dauerhaft einspeisender PV und rein netzverbundenem Akku. Schwieriger bei Inselbetrieb. Super, wenndu ein System von einem Hersteller kaufst der das zusammen anbietet.
Kann eine an das EW angeschlossene Anlage auch auf Inselbetrieb
umschalten?
Nur speziell dafür geeignete (teurere) Anlagen, es gibt noch die Einspeiseanlage mit extra Notstromanschluss geringer Leistung für den Kühlschrank, Ölheizung und Router.
Die haben den Vorteil, dass bei Stromausfall nicht Herd und Durchlauferhitzer mit 20-30kW versorgt werden und alles überlasten - denn dann ist gleich wieder Not am Strom. Aber man muss dafür 2 passend verteilte Stromnetze im Haus aufbauen und kann nicht einfach umplanen.
Eine PV mit automatischer unterbrechungsfreier Notstromumschaltung für ein 3-phasen Haus und sinnvoller Einspeiseregelung und Lastabwurf und Elektroautolademoglichkeit evenuell mit Elektroautoruckspeisung ist hohe Kunst, alles muss zusammen passen, und verboten teuer, es lohnt nie.
lles muss zusammen passen, und verboten teuer, es lohnt nie.
Stimmt nicht. Schau Dir mal die Solax an: https://de.solaxpower.com/our-products/x3-hybrid-g4.html
Da kannst auch mehrere parallel schalten, wenn die Konfiguration gleich (Akkukapazität und Wechselrichtertyp) ist. Funktioniert problemlos. Da hast Du einen EPS Stromkreis, der bei Netzausfall automatisch vom Netz getrennt wird und Strom bis zum WR Limit liefert, solange der Akku nicht leer ist. Sonst hängt er am Netz. Damit brauchst Du nur die Sicherungen auf EPS klemmen, die bei Stromausfall versorgt werden sollen. Den Durchlauferhitzer würde ich nicht ans EPS hängen.
Ich kann immer nur auf unsere PV mit Deye Hybrid WR verweisen die das nun seit 3 Jahren klaglos macht. 12kW 3-phasig immer und überall im Haus ohne Umklemmen solange der 24kWh Akku das hergibt. Grundsätzlich kann man beliebige Akkus verwenden aber wir haben die passenden Deye dazu genommen, ist einfacher zu parametrieren.
Inselbetrieb? Automatisch wenn das Netz weg sein sollte und gerne als Vorführeffekt für Interessenten: SLS ausschalten. Es flackert nicht mal das Licht 🤗
Eine PV mit automatischer unterbrechungsfreier Notstromumschaltung für
ein 3-phasen Haus und sinnvoller Einspeiseregelung und Lastabwurf und
Elektroautolademoglichkeit evenuell mit Elektroautoruckspeisung ist hohe
Kunst, alles muss zusammen passen, und verboten teuer, es lohnt nie.
Was ist "verboten teuer", und wie definierst du "lohnt sich"? Wir haben einen SMA Sunny Boy SE (1-phasig) mit 1-phasiger Ersatzstrom-Aufschaltung (SMA Backup 1P). Da hängt die Heizung dran, der Kühlschrank und Licht in einigen Räumen. Es gibt auch eine 3-phasige Backup-Lösung für die größeren WR.
Mit den Fronius-Dingern klappt das auch stressfrei.
Man kann es entweder als automatischen Backup aufbauen (dann braucht man Schütze, die das Haus vierpolig vom Netz trennen, davon 2 Stück in Reihe wegen Redundanz) oder manuellen Backup, dann benötigt man einen vierpoligen Umschalter.
Ich verstehe den Aufratz mit Schützen und/oder Umschaltern nicht? Das
macht der Deye alles automatisch und intern.
D.h. der Deye hat getrennte Netz- Ein- und Ausgänge? Und wenn er einen Defekt hat und ausgewechselt werden muss, stehe ich solange ohne Strom da, bis ein Elektriker die fehlende Verbindung zwischen Netz und Verbraucher wieder hergestellt hat?
Ich verstehe den Aufratz mit Schützen und/oder Umschaltern nicht? Das
macht der Deye alles automatisch und intern.
Wenn er der VDE AR-N-4105 entsprechen soll (und auf den beziehen sich alle mir bekannten TAB der VNB) wird er um eine sichere (=redundante) Netztrennung im Inselbetrieb nicht umhinkommen. Also wird wohl auch im DEYE mindestens ein Schütz sein (um der Redundanzforderung zu entsprechen müßten es eigentlich zwei Schütze sein, aber DEYE hat die ja schon mal bei Mikrowechselrichtern "vergessen" und mußte dann eine externe Lösung nachlegnen)
Im in Deutschland in den meisten Gegenden anzutreffenden TN-Netz muß auch die Verbindung VNB-PEN zum Anlagen-N getrennt werden und der Anlagen-N separat geerdet werden. Das ist zwar Quark (an der PAS treffen sich beide ja wieder) aber gefordert.
Wird der Anlagen-N auch durch die DEYE-WR geführt?
Leider sind uns da die Chinesen um Jahre voraus :-(
In Sachen "Konformität bescheinigen aber nicht einhalten" schon :)
Und wenn er einen
Defekt hat und ausgewechselt werden muss, stehe ich solange ohne Strom
da, bis ein Elektriker die fehlende Verbindung zwischen Netz und
Verbraucher wieder hergestellt hat?
Deswegen baut der verantwortungsvolle Elektriker dann doch wieder einen Umschalter ein.
Der Heimwerker läßt die ankommenden und abgehenden Adern so lang daß er sie zusammenrödeln kann...
Ist wie bei einer USV: In professionellen Anwedungen wird immer ein externer Umschalter eingeplant.
Dann muß man zwar einmal über Schwarz aber dann ist alles wieder gut.
Auch HUAWEI als chinesischer Anbieter empfiehlt das.
Ich würde im privaten Bereich auf die automatische Umschaltung verzichten und einen manuellen Umschalter einbauen. Es mag Sonderfälle geben in denen sich der Aufriss mit den Schützen und der dauerhafte Stromverbrauch gerechtfertigt ist, zum Beispiel empfindliche Aquarien oder längere Abwesenheit ohne Aufsicht. Dann muß man aber über eine Fernalarmierung und bei Bedarf aktivierbareres Vor-Ort-Personal nachdenken. Bringt ja nichts wenn die Anlage noch einen Tag durchhält bis der Akku alle ist und die PV nicht genug Energie zum Nachladen liefert.
Deswegen baut der verantwortungsvolle Elektriker dann doch wieder einen
Umschalter ein.
Und im Auto einen zusätzlichen Federmotor, der Hauptmotor könnte ausfallen...
In AT gibt es eine Datenbank über zugelassene Wechselrichter: https://www.wechselrichterliste.at/tor-sea-typ-a
Wenn es für den WR eine Zulassung gibt, gehe ich davon aus, dass er konform aufgebaut ist.
Eine automatische Umschaltung ist wichtig. Damit ist sichergestellt, dass nichts auftaut, die Beleuchtung funktioniert... ohne Benutzereingriff.
Es gibt auch Modes wo Spitzenströme begrenzt werden. Ist halt eine Auslegungssache des Akku.
Und wenn er einen
Defekt hat und ausgewechselt werden muss, stehe ich solange ohne Strom
da, bis ein Elektriker die fehlende Verbindung zwischen Netz und
Verbraucher wieder hergestellt hat?
Deswegen baut der verantwortungsvolle Elektriker dann doch wieder einen
Umschalter ein.
Nicht nur der verantwortungsvolle Elektriker, auch der Heimwerker.
Deswegen baut der verantwortungsvolle Elektriker dann doch wieder einen
Umschalter ein.
Nicht nur der verantwortungsvolle Elektriker, auch der Heimwerker.
Wo ist das Problem?Ich habe kein Problem damit sondern würde es immer so bauen. Ich bezog mich auf Thomas R. der meinte das wäre doch alles in seinem DEYE verbaut.
Eine automatische Umschaltung ist wichtig. Damit ist sichergestellt,
dass nichts auftaut, die Beleuchtung funktioniert... ohne
Benutzereingriff.
Ist eine Frage des Einsatzzweckes: Habe ich derart kritische Einrichtungen im Haus die einen Stromverlust bis zu meiner Heimkehr nicht verkraften? Dann könnte eine automatische Umschaltung Sinn machen.
Es gibt aber sogar Aussagen daß ausfallende USVen mehr Ausfälle verursachen als ausfallende Netze.
Im Normalfall bzw. in normalen Haushalten erzeugen USV-Anlagen wirklich mehr Stromausfälle, als sie verhindern. Vor allem weil man den Stromkreis abschalten muss, um sie ein- oder auszubauen oder weil man 15 Jahre nicht dran gedacht hat, den Zustand der Akkus zu kontrollieren bzw. die Akkus zu erneuern und die Anlage dadurch beim echten Stromausfall binnen Sekunden versagt.
Bei irgendwelchen Bastlern, die alle paar Tage ihre Sicherung wegpusten weil mal wieder irgendwas auf dem Basteltisch explodiert, mag eine USV mehr Sinn machen.
Die letzten Stromausfälle bei mir zuhause gabs vor 3..4 Jahren, als sie angefangen haben, Teile des Mittelspannungsnetzes umzubauen, einschließlich des Ortstransformators für unseren Straßenzug. Da hatte man recht oft Stromausfälle von einer Sekunde wenn sie irgendwelche Netze umgeschaltet haben und als der Straßenzug auf den neuen Trafo umgeklemmt wurde, war der Strom für ein paar Stunden weg. Das hätte eine normale USV auch nicht mehr abgefangen, die sekundenlangen Stromausfälle aber sehr wohl.
Die normalen Stromausfälle von 1..3 Stunden übersteht man ohne USV eigentlich ganz gut. Auch wenn an Tiefkühlware und ein Aquarium hat. Längere Stromausfallen werden auch nicht mehr von USVs abgefangen, dann braucht man wirklich einen größeren Stromspeicher. Die aktuell 8kWh meiner Insel-PV wären genug, damit ich damit 2 Tage hinkomme, vielleicht auch 3, bei genug Sonne auch deutlich länger. Bei höherer PV-Leistung als meinen läppischen 1,1kWp wäre das absolut kein Problem, da bringe ich die Kühlschränke und Aquarien meiner (freundlich gesonnenen) Nachbarn auch noch mit durch.
Nach dem Vorfall mit dem fehlenden Relais im Deye Balkonwechselrichter schauen die schon genau hin. Für die Ösis gibt es sogar eine spezielle SW für diese Hybrid WR um auch ja alles abgedeckt zu haben, Stichwort „TOR Zulassung“.
Der Deye handhabt auch die N-PE Brückenschaltung und selbstverständlich sind da jede Menge Schütze/Relais drin verbaut.
Und wer Angst vor dem Ausfall hat kann sich ja einen Umschalter einbauen (lassen) der den WR umgeht. Aber Gürtel und Hosenträger??
Ich kann immer nur auf unsere PV mit Deye Hybrid WR verweisen die das
nun seit 3 Jahren klaglos macht. 12kW 3-phasig immer und überall im Haus
Wie hoch ist die Ruheenergieaufnahme? Z.B bei 100W ins Haus, was wird
aus dem Akku genommen (Nachts, also ohne PV)?
Ständiges Thema in den Foren: original hat der bis zu 100 Watt Eigenverbrauch (bei bis zu 12kW kein schlechter Wert) aber es gibt „Tuning“, sowohl vom Hersteller (SW) als auch durch Anwender (z.B. durch Abschaltung per ModBus).
Mir ist das völlig wumpe weil das den 24kWh Akku kaum interessiert und per PV tagsüber umsonst wieder reinkommt.
Ist mal keine PV da, kann man auch per Generator nachladen oder parallel betreiben.
Und JA, natürlich habe auch ich einen manuellen Umschalter verbaut: schon für den Service ist das sinnvoll. Während bzw nach einem SW Update macht der einen Neustart und da will man „kontrollierte Verhältnisse“.
Der Schalter nimmt aber den WR aus dem Kreis und ist NICHT der Netzumschalter für den Notstrombetrieb. DAS macht der WR ganz alleine: 5x10qmm vom 35A SLS rein, 5x10qmm zur UV wieder raus, fertig.
Ich bin grad dabei eine Niedervolt Anlage zu bauen. PV 27kW peak, 48V Batterien. 60 Panels geschaltet als 10 strings mit je 6 panels, bringen 210V.
Jeweils 2 String bringen 30A auf einen Victron MPP mit bis 5.5kW.
Jeder der 5 MPP bringt bis 100A auf die 8 Batterien mit je 12kWh.
Dazu kommen 3 Inverter, einer pro phase mit je 10kVA. Das System kann per Umschalter umgangen werden, dh das Netz geht auf das Haus, oder alternativ das Netz geht durch die Inverter. Dann schaltet das System auf Inselbetrieb bis das Netz wieder da ist.
Das System laeuft noch nicht. Der Vorteil einer Niedervolt Anlage mit 48V Batterien ... ich darf's auch ohne Gewerbeschein zusammenschrauben.
Das System laeuft noch nicht. Der Vorteil einer Niedervolt Anlage mit
48V Batterien ... ich darf's auch ohne Gewerbeschein zusammenschrauben.
Und was ist mit den Schalter zum Umschalten der Zuleitung zur Wohnung/Haus?
Da darfst Du nicht ran, und der Elektriker muß Deine Anlage prüfen, bevor er sie anklemmt ...
Das ist richtig. Die Anlage muss abgenommen werden. Weil am Netz. Aber an den Schalter darf ich ran, der ist benutzerzugaenglich.
Der Netz Teil ist einfach, 3 Kabel zu den Invertern. Der 48V Teil ist umfangreicher, die Batterien, eine Stromschiene, die MPP und der Anschluss der Inverter an die 48V.
Hm. Prinzipiell dürftest Du meiner Kenntnis nach jede Anlage privat ohne Gewerbeschein zusammenschrauben. Auch wenn sie 3kV Akkuspannung verwenden würde. Wenn Du dabei zu Asche zerfällst, ist das natürlich Dein Problem und wenn die Anlage am Netz laufen soll, muss sie von einem Elektriker abgenommen bzw. abgesegnet werden bevor sie in Betrieb gehen darf. Wenn nicht, who cares? Sicher sollte die natürlich trotzdem sein, wenn irgendjemand außer Dir zu Asche zerfällt weil er irgendwo an ungeschützte Teile drangepackt hat, wird das auch zu Deinem Problem.
Ansonsten wirds ziemlich schwer, den Menschen das Basteln zu verbieten. Ich kenne zumindest keine Vorschriften, die mir den Umgang mit 230V verbieten, schon gar nicht wenn sie selbst erzeugt sind. Hier kommt keine Polizei und erschießt mich standrechtlich, sobald sich ein Kondensator auf meinem Basteltisch über 48/60V auflädt. Solange das meine private Spielerei bleibt, irgendwelche Netzteile, Endstufen, Speicher, Antriebe oder weiß ich nicht was zu bauen und ich niemand anderen damit über die Maßen gefährde, bleibt das meine Privatsache und außer mir hat auch niemand zu meinem Basteltisch Zugang. Hier gibts nicht mal mehr eine Katze (die im biblischen Alter von fast 22 Jahren nicht an einem Stromschlag gestorben ist).
Irgendwie haben sich da auch die Zeiten geändert... als ich vor fast 20 Jahren einen kleinen Einspeisewechselrichter zusammengeschraubt habe, hat man mir den hier im Forum als "Elektrikertoaster" verspottet, der mit seinem unglaublichen Kilowatt brachialer Power alle Elektriker röstet, die mal irgendwo das Versorgungsnetz freischalten und daran arbeiten könnten - obwohl der eine durchaus funktionierende ENS gegen ungewollte Inselnetzbildung und mehr Relais als mancher Deye-Wechselrichter besitzt. Heute würde man mich ausschließlich mit Hinweisen auf die Normen und Gesetze erschlagen wenn ich das Ding in Betrieb nehmen wollen würde.