Warum geht ein Transistor kaputt, wenn man Emitter und Kollektor vertauscht

OP #8090426
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Bei bipolaren Transistoren folgt - beim npn-Transistor - auf eine n-dotierte Schicht eine p-dotierte Schicht und dann eine n-dotierte Schicht bzw. beim pnp-Transistor auf eine p-dotierte Schicht eine n-dotierte Schicht und dann eine p-dotierte Schicht. Da beim npn-Transistor die Basis mit der p-dotierten Schicht bzw. beim pnp-Transistor die Basis mit der n-dotierten Schicht verbunden ist, folgt in der Theorie ein symmetrischer Aufbau.

Trotzdem geht der Transistor kaputt, wenn man Emitter und Kollektor vertauscht. Wodurch und warum? Könnte man einen Bipolartransistor bauen, bei dem die Vertauschung von Emitter und Kollektor kein Problem ist, der also Wechselspannungen direkt schalten kann. Wenn nein, warum nicht?

(Firma: Starfleet) #8090440
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folgt in der Theorie ein symmetrischer Aufbau.

Naja, Marx ist die Theorie und Murks ist die Praxis .... und man sollte schon unterscheiden an welcher Achse gedreht wird und welches die Symmetrieachse ist ...

weil die (internen) pn Grenzschichten unterschiedlich dick sind, quasi "passend zu den beiden Spannungen U_BE und U_CB. Vertauscht man nun den Transistor, "passen" die extern angelegten Spannungen nicht mehr zu den Schichtdicken und die resultierenden Ströme sind für jeweilige schicht zu hoch.

Bild aus: https://www.ohi.at/topic/elektronik-einfuehrung/15-aufbau-transistor/

PS: Klingt nach 'ne Hausaufgabe aus dem Fach "Halbleiterphysik".

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#8090441
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Thomas S. schrieb:

Da beim npn-Transistor die Basis mit der p-dotierten Schicht bzw. beim pnp-Transistor die Basis mit der n-dotierten Schicht verbunden ist, folgt in der Theorie ein symmetrischer Aufbau

Neben der Dotierungsart wird das Verhalten auch durch die Stärke der Dotierung und durch die Geometrie bestimmt. Auch in der Theorie ist da nichts symmetrisch.

(Firma: Privat) #8090461
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Thomas S. schrieb:

Trotzdem geht der Transistor kaputt, wenn man Emitter und Kollektor vertauscht. Wodurch und warum?

Der Transistor geht dann kaputt wenn die "MAXIMUM RATINGS" überschritten werden.

Der Hersteller hat in sein Datenblatt eine Tabelle, die sich "MAXIMUM RATINGS" nennt. Wenn du unterhalb dieser Werte bleibst, dürfte der Transistor nicht kaputt gehen.

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#8090467
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Thomas S. schrieb:

Trotzdem geht der Transistor kaputt, wenn man Emitter und Kollektor vertauscht.

Nein. Reversebetrieb. Ist möglich, aber die Stromverstarkung ist deutlich geringer und die Spannungsfestigkeit von E nach B erreicht nicht die Spannungsfestigkeit von C nach B.

Wodurch und warum?

Die Strukturen E und C sind nicht nur unterschiedlich bezeichnet, sondern auch unterschiedlich gebaut. Eben damit er gut verstärkt und spannungsfest schalten kann.

Könnte man einen Bipolartransistor bauen, bei dem die Vertauschung von Emitter und Kollektor kein Problem ist, der also Wechselspannungen direkt schalten kann. Wenn nein, warum nicht?

Es gibt Transistoren die so verwendbar sind, aber nur für geringe Spannungen.

Die nennen sich Audio Muting Transistor, wie https://www.rohm.com/products/transistors/bipolar-transistors/standard-bipolar-transistors/2sd2707-product#productDetail

und die KI fasst zusammen:

muting transistors are specialized bipolar junction transistors (BJTs) designed with high emitter-base reverse voltage ((V_{EBO})) ratings and high DC current gain ((h_{FE})) to cleanly shunt AC audio signals to ground during muting operations.

Also genau das, Wechselspannung schalten.

Alte Bipolartransistor von 1960 konnten das übrigens von Haus aus.

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(Firma: Starfleet) #8090658
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"Dotierungsprofil" ist hier, wie oben genannt, das Stichwort. Anbei Ausschnitt dem Friedrich "Tabellenbuch Elektrotechnik". Dort ist ein Legierungstransistor, also der Vorfahr des Planartransistors das Beispiel.

In den Graphiken sieht man deutlich die untrerschiedlichen Dicken der pn-Übergänge (Kurve a in 2.49).

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#8093487
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Ob S. schrieb:

Nicht notwendigerweise. Kommt auf diverse Randbedingungen an. Einige spezielle Probleme werden sogar gezielt mit Schaltungen gelöst, bei denen absichtlich die Anschlüsse vertauscht werden.

https://www.rohm.de/electronics-basics/transistors/tr_what3

Die folgenden Eigenschaften gelten für in Rückwärtsrichtung geschaltete Transistoren.

Niedriger hFE-Wert (ca. 10 % des Werts in Vorwärtsrichtung) Niedriger Spannungswiderstand (ca. 7–8 V, in etwa gleich zu VEBO) Die Spannung kann bei manchen Standard-Transistoren sogar geringer sein (unter 5 V) (Es ist zu beachten, dass ein zu geringer Spannungswiderstand einen Ausfall oder eine Verschlechterung der Eigenschaften zur Folge haben kann) VCE(sat) und VBE(ON) sollten sich nicht wesentlich verändern

Für einige spezielle TV-Anwendungen wurden sogar vollsymmetrische Transistoren mit zwei Emittern hergestellt.

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Moderator (Firma: Titel) Persönliche Seite #8093528
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Thomas S. schrieb:

Trotzdem geht der Transistor kaputt, wenn man Emitter und Kollektor vertauscht.

Mitnichten. Es gibt sogar eine Schaltung, die von vielen erfolgreich und funktionierend nachgebaut wurde, obwohl der Entwickler C und E vertauscht hat:

Könnte man einen Bipolartransistor bauen, bei dem die Vertauschung von Emitter und Kollektor kein Problem ist, der also Wechselspannungen direkt schalten kann.

Wie müsste denn deiner Meinung nach in diesem Fall die Basisansteuerung aussehen?

#8093547
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Horst schrieb:

Niedriger Spannungswiderstand (ca. 7–8 V, in etwa gleich zu VEBO) Die Spannung kann bei manchen Standard-Transistoren sogar geringer sein (unter 5 V) (Es ist zu beachten, dass ein zu geringer Spannungswiderstand einen Ausfall oder eine Verschlechterung der Eigenschaften zur Folge haben kann)

Wer schlecht übersetzte (ich vermute von einer KI) Artikel kopiert oder zitiert oder anderweitig in Verkehr bringt, wird mit einer Negativbewertung abgestraft.

"Spannungswiderstand" ... meine Güte! Das heißt Sperrspannung!

#8093984
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Michael B. schrieb:

Also genau das, Wechselspannung schalten. Alte Bipolartransistor von 1960 konnten das übrigens von Haus aus.

Klaus R. schrieb:

Das waren sicher Germaniumtranistoren. mfg Klaus

Wer kennt sie nicht, die guten, alten Wechselspannungstransistoren aus den 60ern? Die Wechselspannungstauglichkeit steht folgerichtig schon in der genormten Typbezeichnung AC xxx. Berühmte Vertreter: Der AC122, mit schon etwas mehr Dampf der AC151, und für so richtig Dampf dann das Pärchen AC187K/AC188K.

Moderator (Firma: Titel) Persönliche Seite #8094109
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Dieter D. schrieb:

Durchbruchspannung Die Durchbruchspannung ist die elektrische Spannung, ab der ein nicht-leitendes Material oder ein Bauelement schlagartig leitend wird und der Strom stark ansteigt.

Da hat dich die KI mit völligem Quatsch zugeschissen. Es geht hier um den Lawinendurchbruch, der z.B. jeder Z-Diode zur Funktion verhilft:

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