Waschmaschine defekt - bitte um Hilfe

OP #8097254
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Hallo,

soviel vorweg - ich bin Elektriker im Ruhestand und kenne mich mit Elektronik nur bedingt aus. Ein Multimeter kann ich zwar bedienen, aber was darüber hinausgeht, ist für mich nicht begreiflich.

Mein Problem zeichnet sich wie folgt ab. Ich habe eine Waschmaschine (AEG Lavamat L 73742 VI), welche ca. 7 Jahre alt ist und von heute auf morgen nicht mehr an ging (Display etc. alles tot). Ich habe nun bis zur Platine alles durchgemessen (inklusive Netzfilter) und soweit sieht alles gut aus. Ich vermute es liegt an der Elektronik. Vielleicht kann mir jemand einen Tipp geben, was ich wie überprüfen sollte.

Vielen Dank für eure Unterstützung!

W. Hildebrandt

: Verschoben durch Moderator
#8097258
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Werner H. schrieb:

Vielleicht kann mir jemand einen Tipp geben, was ich wie überprüfen sollte.

Sichtprüfung, Geruchsprüfung, Sicherungskasten überprüfen, Steckdose auch, oder dann auch schmal schauen, was die Kiste macht, wenn man sie 45 Grad noch vorne kippt. Eigentlich sollte so eine Kiste auch Fehlermeldung haben - aber wenn die nicht angeht, könnte das eher ein Anschlussproblem oder ein Wegwerfartikel-Problem sein.

Beitrag #8097272 wurde vom Autor gelöscht.
OP #8097283
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Micha M. schrieb:

Dieser Widerstand sieht irgendwie verbrannt aus. Edit: Könnte auch an der Beleuchtung liegen.

Um den kleinen Trafo T1 war viel Ruß. ich hielt das für Kohlestaub vom Motor, der durch den Trafo angezogen wurde.

Der Widerstand hat laut meinem Multimeter 0,5 Ohm. Laut Farbcode sollte er 10 Ohm haben. Da R93 unendlich ist, Frage ich mich nun, was noch alles defekt ist bzw. was die Ursache war?

#8097303
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Werner H. schrieb:

H. H. schrieb:

R93 prüfen. Sollte 47 Ohm haben.

Habe gemessen und auch Durchgangsprüfung gemacht. Der Widerstand ist unendlich! Ist das die Ursache oder die Folge eines anderen defektes?

Das kann man von hier aus nicht sicher sagen. Aber du könntest bei diesem Widerstand mal anfangen und versuchen, herauszubekommen, mit welchen anderen Bauteilen er verbunden ist. Ich würde die Messung an deiner Stelle auch noch mal überprüfen. Wenn Widerstände in dieser Leistungsklasse durchgebrannt sind, sieht man ihnen das in der Regel an.

Um den kleinen Trafo T1 war viel Ruß. ich hielt das für Kohlestaub vom Motor, der durch den Trafo angezogen wurde.

Warum sollte der Trafo Kohlestaub vom Motor anziehen?

Der Widerstand hat laut meinem Multimeter 0,5 Ohm. Laut Farbcode sollte er 10 Ohm haben.

Der Widerstand, den Micha M. meint, ist eine Induktivität. Man sieht's am Namen: "L1". Da wären 0.5 Ohm normal, würde ich sagen.

OP #8097309
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Danke an alle bis hier hin erst einmal. Ich werde morgen nochmal genauer gucken - vor allem um R93 herum alles durch messen, soweit es mir meine begrenzten Möglichkeiten erlauben.

Ich hatte früher in der Nähe von Trafos schon öfters das Phänomen beobachtet, dass diese eingerußt sind. Ich habe das vor dem machen der Fotos allerdings schon weitestgehend von T1 und den umliegenden Bauteilen+Platine weggewischt. Vielleicht liege ich ja auch falsch und der Grund für den Ruß ist ein anderer?

Ich melde mich vorerst ab und lasse morgen wieder von mir hören. Vielleicht hat in der Zwischenzeit noch jemand anderes eine Idee.

Vielen Dank erst einmal bis hier hin und einen schönen Abend!

#8097328
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Zwischenkreis-Elko und Ausgangs-Elko für die 5V sollte man sich auch mal ansehen. Nur welche das genau sind, dafür müßte man mehr in die Bilder zoomen können. So sehen die erstmal unverdächtig aus, aber Kapazitätsverlust muß man den nicht immer ansehen können. Ohne Grund geht das IC selten kaputt.

#8097381
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H. H. schrieb:

Matthias S. schrieb:

H. H. schrieb:

Standardfehler bei der EWM2100

Könnte sogar sein, das es dafür Reparatursets gibt (ebay). Da wird auch der LNK304 bei sein, aber das kann ja nicht schaden.

Gibts es ganz bestimmt, aber leider auch welche mit normalen Widerständen, und sogar welche mit gefälschten LNK304.

Jo, ich erinnere mich an meinen Post mit den Ebay LNKs. Da konntest du mir auch anhand eines ICs sagen, dass der plump gefälscht ist. Beim Zweiten mit derselben Aufschrift war dann auch das Loch am Gehäuse anders tief...

OP #8097421
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Guten Morgen und danke für die ganzen Tipps. Wie ich zum Beispiel einen Widerstand Messe oder prüfe, ob ein Kondensator eine gewisse Spannung hat, weiß ich. Aber mehr als mein Multimeter, habe ich zum prüfen von Elektronik nicht da.

Sollte ich am besten auf Verdacht die Kondensatoren tauschen oder reicht Spannung+Kapazität messen und Sichtprüfung? Kann mir jemand eine Teileliste bei einem Internethändler zusammenstellen? Das wäre mir wirklich eine große Hilfe! Ich würde dann alles auslöten bzw. austauschen und hoffen, dass es dann wieder geht.

Vielen Dank!

: Bearbeitet durch User
#8097442
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Ich wollte mal auch meine Waschmaschine reparieren. Der hat immer wieder Resets gemacht und deswegen dauerte ein Waschgang mehrere Stunden lang. Mein Rat: Nicht reparieren, sondern sofort neu kaufen. Ausser, du hast 2 Anschlüsse, wo du Waschmaschinen anschließen kannst. Dann kannst du immer noch die Wäsche waschen und parallel spielen. Sonst ohne Anschluss die Maschine zu testen wird Nervig. 2 Maschinen immer hin und her zu schieben und anschließen ist ein no-go.

Bei mir war damals der Step down Konverter kaputt. Ich dachte ich kann es reparieren. Konnte ich auch. Hat aber lange gedauert. Erstmal dachte ich die Relais währen kaputt. Bestellt. Leider falsche Spannung bestellt. Nochmal bestellt. Dann richtig, hat aber nicht geholfen. Der Step Down war kaputt. Habe da IC, Drossel und Kapazität bestellt. Ach ja, damals gab es Lieferengpässe. Getauscht. Dann ging alles richtig, nur die Resets sind geblieben.

Anscheint war der DCDC wirklich schwach. Das hat dazu geführt dass die Relays nicht mehr gezogen werden konnten. Das hat dann ab und zu, zu resets geführt. Leider hat dder uC vermutlich auch etwas abbekommen (Überspannung), und dann resets gemacht.

OP #8097515
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Klaus R. schrieb:

Werner, der R muss neu, der C und der IC. Letzteres traust du dir zu? Sonst MIT den Teilen und der Platine zum nächsten repair-café gehen? Klaus.

Hallo Klaus, mit IC meinst du den LNK304? Ich würde die Beinchen abknipsen, dann auslöten und den neuen IC einlöten. Klassisches SMD habe ich schon gelötet. Eine Entlötstation habe ich ebenfalls.

OP #8097532
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Hallo H. H., danke für den Tipp. Dann löte ich es am besten mit Heißluft aus? Oder gibt es eine Möglichkeit, mit dem Multimeter vorher zu testen, ob der LNK304 wirklich defekt ist?

Ich habe nun bei eBay einem Verkäufer gefunden, bei dem man sich ein Set aus LNK304GN, 47 Ohm Widerstand und ggf. Drossel zusammenstellen kann. Aber keiner hat den Kondensator mit dabei. Kann ich da auch einen passenden aus meiner Sammlung alter Netzteile auslöten?

www.ebay.de/itm/111977666798

#8097559
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Werner H. schrieb:

Aber keiner hat den Kondensator mit dabei. Kann ich da auch einen passenden aus meiner Sammlung alter Netzteile auslöten?

Wenn du zumindest die Kapazität messen kannst und es nicht gerade ein Knallfosch aus irgendwelcher Jubelelektronik ist, dann kann man das machen. Aber gerade die Waschmaschine, ist der maximale Sackgang, wenn man die bewegen und demontieren muß.

Beitrag #8097630 wurde vom Autor gelöscht.
#8097752
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Werner H. schrieb:

Morgen werde ich mich ans auslöten machen.

Bitte lasse die Leiterplatte heil.

Mit dem dämlichen Tip "abknipsen" habe ich vor Jahren eine Platine versaut:

H. H. schrieb:

Das geht meist schief, führt zum abreißen der Pads.

Klaus R. schrieb:

gut dann besser nicht mit Cutter&Co. Hatte mir aus ner Nadel mal ne Pin Anhebelhilfe gefummelt, damit kann man die Pins einzeln erhitzen und 0.5mm anheben.

Eine andere Variante, die sogar teuer als Spezialwerkzeug verkauft wird, sind Lehrenblättchen zum Anheben.

#8097766
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Stephan S. schrieb:

Um feinste Drähte und Pins von ICs abknipsen zu können habe ich einen billigen Seitenschneider vom Ali nachbearbeitet, da komme ich ggf. auch SOP ran

Das "rankommen" ist nicht das Problem sondern die Seitenkräfte beim Schneiden die direkt auf die Lötpads wirken und so diese von der Platine abheben können. Das kann gut gehen, oft aber eben auch nicht.

Abfräsen/kleine Trennscheibe übt nur lotrechten Druck aus; das geht immer solange der Platz für den Dremel vorhanden ist.

OP #8098581
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Heute kommt endlich der IC und der Widerstand an. Den IC konnte ich mit Heißluft 350°C (niedrige Gebläsestufe), einer Pinzette und Alufolie als Schutz für die anderen Bauteile, sehr gut entfernen. Den Widerstand habe ich an einem Beinchen abgeknipst und dann an beiden Enden einzeln bei 330°C und mittlerer Lötspitze ausgelötet.

Sobald die beiden neuen Komponenten da sind, würde ich diese mit dem Lötkolben wieder anlöten und hoffe, dass ich meine Waschmaschine heute wieder in Betrieb nehmen kann. Meine Tochter wäre dann auch erleichtert, unsere Wäsche nicht mehr bei sich waschen zu müssen!

Gibt es sonst noch etwas zu beachten? Drossel und Elko habe ich nun nicht zum tauschen vorgesehen, da diese scheinbar noch funktionieren. Oder sollte ich die auf Verdacht gleich auch austauschen?

Vielen Dank weiterhin - ich melde mich spätestens, sobald ich alles eingelötet habe!

OP #8098696
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Oh Freude, es funktioniert wieder! Ich habe zwar drei Gebäudeschrauben übrig, aber zumindest klappert (noch) nichts und die Maschine läuft!

Das Löten des ICs war mit meinen grobmotorischen Fähigkeiten etwas fummelig. Letztendlich hat es aber geklappt und es war ein Erfolgserlebnis.

Vielen Dank für eure Unterstützung - wir stoßen nun mit einem Rotwein auf euch und die reparierte WM an!

Viele Grüße, Werner

Angehängte Dateien:
OP #8098733
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Danke, die erste Maschine ist schon durchgelaufen und es klapperte trotz fehlender Schrauben nichts.

Frank O. schrieb:

H. H. schrieb:

Standardfehler bei der EWM2100. LNK304, R93 und ggf C36. R93 ist ein Sicherungswiderstand 47R/2,5-3W!

Sieht aber zumindest äußerlich heile aus.

Ja von außen war nichts erkennbar aber beim messen stellte sich heraus, dass source und drain kurzgeschlossen war.

Angehängte Dateien:
(Firma: Hobbytheoretiker) #8098788
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Volker A. schrieb:

Na hoffentlich fällt das Haus beim nächsten Sturm nicht zusammen!

Werner warf sich noch im letzten Moment über die Waschmaschine, um diese vor den Teilen des zusammen fallenden Hauses zu schützen. ...

https://i.ytimg.com/vi/cfk4uqjaSiw/maxresdefault.jpg

Und schon geht es wieder weiter:

https://s1.dmcdn.net/v/SaVg41epAQ6ISfUVR/x720

#8098827
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So sehr wir vielleicht manchmal über das Forum oder einige Nutzer schimpfen, es bringt uns doch viele wertvolle Informationen.
Die meisten haben doch auf den LNK getippt.
So hätten die meisten von uns relativ schnell und zielsicher eine solche Maschine reparieren können.

#8098835
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...ein Verweis auf den km langen LNK/TNY weisswarenthread hätte fast gereicht, ja :)

Die Kunst ist nur den zu lesen, zu verstehen und die für das eigenen problem passenden infos zu destillieren. auch eine kunst. (denn manche denken da eher an labermat als an lavamat)

aber schön, dass das mopped wieder jeeeeht.

Klaus.

#8099339
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Ich habe eine inzwischen fast 20 Jahre alte Bauknecht Waschmaschine. Die ist ein regelrechter Zombi :D
Einlaufventil wurde nach tropfen von mir erneuert, defekte Laugenpumpe ebenso und der Schaltregler, nebst Umfeld, auch. Inzwischen sind die Plastkteile ordentlich vergilbt, aber sie schleudert mit 1600 Touren. Das können nur wenige Maschinen.

#8099396
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Ralf X. schrieb:

IdR. 2800 U/min, aber bei bedeutend kleinerem Durchmesser.

Stimmt! Da hat man als Kind auch noch eine Hose länger als einen Tag angehabt. War weniger Wäsche. Meine 8 kg kann 1800 U/min Synthetik kannst du gleich wieder in den Schrank legen. Aber wäre doch wünschenswert, wenn die andere Wäsche dann auch schon so trocken wäre. Weniger Trockner oder kürzere Zeit auf der Leine.

: Bearbeitet durch User

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