Einweg-Vape-Akkus taugen zum Basteln nicht

OP #8097495
Lesenswert?

Da das Thema immer mal wieder vorkam, habe ich vor geraumer Zeit ein Experiment gestartet.

Die Zyklenfestigkeit habe ich mit einigen verschiedenen Einweg-Vape-Akkus bereits getestet und eher durchwachsene Ergebnisse erhalten.

Getestet habe ich Akkus der Größe Elfbar und Konsorten; also die angeblichen 500-700 Züge.

Zur Degradation: Ich habe verschiedene Akkus mit 1C ge- und entladen; als Ladeschlussspannung einen typischen Lipo Wert angenommen (4,2V). Ge- und Entladen habe ich mit dem iSDT 608AC.

Fazit: Alle Zellen zeigen eine starke Degradation von 10% nach 10 Zyklen.

Zur Langzeitstabilität: Ich habe 100 Akkus auf 3,8V aufgeladen, und 6 Monate bei um die 20°C gelagert. Nach den 6 Monaten waren 52 Akkus defekt und haben eine Restspannung < 3,0V besessen, womit ein Nachladen aus Sicherheitsgründen nicht mehr gemacht werden sollte. Die übrigen Akkus lagen allesamt im Bereich 3,0V bis 3,6V, tendenz aber eher Richtung 3,0V.

Fazit: Einweg-Vape-Akkus können für gewisse Zwecke genutzt werden, aber sie sind von der Haltbarkeit eher mit Batterien vergleichbar. Wer sie verwenden will, muss mit 50% Ausschuss kalkulieren. Es gibt zumeist keinerlei Datenblatt sodass mehr als 1C eher vermieden werden sollte. Ich persönlich werde die Akkus entsorgen, denn dass sie schlecht sind, war zu erwarten; nicht aber, dass sie so schlecht sind.

OP #8097583
Lesenswert?

●Des|ntegrator ●. schrieb:

plötzlich ein Beutel mit 130 Vapes liegt,

Dann hast Du mindestens 65 Stück, die wieder für die Tonne sind, von denen Du vorher aber nicht weißt, welche 65 Stück es sind.

Du kannst sie normal laden, Du kannst sie normal für ein paar Tage liegen lassen. Da sehen sie allesamt wunderbar aus.

Wenn So ein Ding aber dank Dendritenbildung kurzschließt, ist da kein Pouch oder Gehäuse darum herum, das dafür gebaut wurde, dem Druck standzuhalten. Das Ding gast dann undefiniert aus. Denn das ist einfach nur ein Wickel mit Billofolie drum herum.

Ob, und bei welcher der 130 Zellen das passiert, weißt Du vorher nicht. Sind deine Geräte/Bauten so wertlos, dass Du sie voll mit Elektrolytschmodder haben willst?

#8097585
Lesenswert?

So unsicher sind die unter Aufsicht nun auch nicht!

Man sollte halt nur die Menge da haben die unbedingt nötig ist und keine Kisten voll unter dem Schreibtisch.

Ich hab die seit einer Weile in einer kleinen LED Taschenlampe, 2P 850mAh, die ich ständig benutze.

Da merke ich leicht wenn die Zellen Nachlassen und ein Austausch nötig wird, da sind die ganz gut für.

OP #8097590
Lesenswert?

Wie gesagt: Ich sage nicht, dass es keinen Zweck für die Dinger gibt. Ich sage nur, dass die Zellen sehr mit Vorsicht zu genießen sind und man sie nicht blindlinks überall und vor allem auch nicht jede von ihnen irgendwo einsetzen soll.

Wenn man die Zellen anständig selektiert, und sich die Zeit dafür nimmt, dann hat man ja auch was brauchbares.

Ich stelle jedoch in Frage, ob sich dieser Aufwand tatsächlich für das dürftige Ergebnis lohnt. Hochwertige Zellen bei nkon.nl kosten auch nurnoch 1-2 Euro pro Stück.

#8097623
Lesenswert?

Manchmal muss ich euch um euer Fachwissen echt beneiden, um die auf der Strecke gebliebene Neugier mancher, sicher nicht.

Sowas ist eben nur was für neugierige, die finden dann neben Akkus so interessante Sachen wie diese Fumot https://www.randmvape-shop.net/products/fumot-randm-eco-4in1-80000

Zwei MS32C001F14 in einer Vape!

Für lernwillige, wie auch so eine 25k beispielsweise, ist so gratis Hardware zum spielen doch Oberklasse.

Kommt Gratis und vollständig, mal Gucken ob ich per SWD reinkommen kann. ;-)

Nachtrag: Oh, mal eine neue Bauform zugsensor. Oder sind das möglicherweise sogar Mikrofone?

Angehängte Dateien:
: Bearbeitet durch User
#8097664
Lesenswert?

Martin S. schrieb:

Oder was denkst Du, warum ich hier 100+ von den Akkus hatte?

Du warst damit auch absolut nicht gemeint, ich finde deinen Test gut!

Weiß nicht was Hinz momentan hat, aktuell erscheint er mir aber ein bisschen bissiger als sonst.

Dem musste ich einfach etwas "positives" entgegensetzen.

Und als "Ü-Ei" des Hobby Reverse engineering präsentieren, fand ich ne hübsche Idee.

Ansonsten hat er ja auch meinen größten Respekt für sein Wissen! Ich bin glaube auch einer der wenigen die seinen oft etwas strengen Ton ganz gut ab können, meist steckt da eine ernste Aufforderung zum selbständigen denken hinter, wenn man den wink versteht, kann man viel lernen!

Das ist nix zum übel nehmen. ;-)

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren