Suche Infos/Protokoll zu altem Heizungsregler “SHR ÖKOcentro P3” – RS232-Auslesung

OP #8103054
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Hallo zusammen,

ich versuche, einen alten Heizungs-/Solarthermie-Regler per RS232 auszulesen, um die Werte auf einem Raspberry Pi zu protokollieren. Vielleicht hat hier jemand ein baugleiches Gerät, kennt sich mit der Regler-Serie aus oder besitzt sogar noch die passende PC-Software – über jeden Hinweis wäre ich sehr dankbar.

Zum Gerät: Es handelt sich um einen SHR ÖKOcentro P3 (Typenschild-Angabe u. a. “SHR 72-3”), Baujahr ca. 2004, Hersteller energieControll GmbH & Co. KG. Der Regler steuert bei mir Heizkreise, eine Solarthermieanlage, einen Pelletofen (wodtke Primärofen) und die Warmwasserbereitung. Verkauft/installiert wurde die Anlage seinerzeit über die Firma SOWIWAS Energie GmbH. Beide Firmen existieren nicht mehr, ich konnte auch über zwei auf diese Reglerserie spezialisierte Firmen (Regelungstechnik Specht, esaa Böhringer) keine Hilfe bekommen bzw. keine Antwort erhalten.

Was ich vorhabe: Der Regler hat eine RS232-Schnittstelle, über die früher offenbar per PC-Software (Herstellersoftware, mir liegen noch alte Datenexporte von ca. 2007 vor: SHR9107.sdf/.csv/.xls) Werte ausgelesen werden konnten. Ich möchte stattdessen einen Raspberry Pi anschließen und die Werte (Temperaturen an Kollektor/Speicher, Erträge, Pumpenlaufzeiten etc.) live mitschneiden und in eine kleine Datenbank schreiben.

Was ich bisher geprüft habe: Die RS232-Verkabelung ist elektrisch nachweislich in Ordnung – am Pi liegen saubere, spec-korrekte RS232-Pegel an (stabile ca. -8,7V im Ruhezustand), Pinbelegung und Nullmodem-Verdrahtung (2=RXD, 3=TXD, 5=GND) sind korrekt.

Passiv mitgehört (verschiedene Baudraten 1200–57600) kommt vom Regler nie spontan etwas. Aktiv habe ich sämtliche Einzelbytes (0x00–0xFF, mit und ohne CR), eine kuratierte Liste gängiger Steuerzeichen/Kommandos sowie sechs typische Rahmenformate (STX/ETX, SOH/EOT, STX/CR, SOH/CR, ‘:’.../CR, ‘@’.../CR) jeweils mit vollständigem Byte-Sweep an den Regler geschickt – bei allen Baudraten, ohne jede Reaktion.

Damit ist für mich klar: Die Hardware funktioniert, aber das Protokoll ist ein mir unbekanntes, proprietäres Anfrage/Antwort-Format (vermutlich mit Adress-/Kommando-/Prüfsummen-Byte), das sich nicht sinnvoll durch reines Ausprobieren finden lässt.

Meine Frage an euch: Hat jemand von euch schon einmal mit einem energieControll-Regler (SHR-Serie) gearbeitet und kennt das Protokoll, oder besitzt noch die passende PC-Software (dann könnte ich den Datenverkehr zwischen Software und Regler mitschneiden und das Protokoll daraus ableiten)? Oder gibt es alte Dokumentation/Schnittstellenbeschreibungen zu dieser Reglerserie, die irgendwo überlebt haben?

Für jeden Hinweis, auch kleine Bruchstücke, wäre ich sehr dankbar!

Viele Grüße

Tacitus

#8103749
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Kai schrieb:

über jeden Hinweis wäre ich sehr dankbar. Zum Gerät:[...] Specht, esaa Böhringer)

Hallö, habe mal etwas rumgeschaut da unbeantwortet,keine Gewähr. Bin kein Kenner der Geräte. Und falls schon bekannt, dann ohne Gegenstand

Stellt sich die Frage, wer der "originale" Hersteller ist. ESAA Boehringer(gegründet 1989) war im Internet min.2002 und hatte verschiedene SHR und SR(ohne Heizkreisreg) ect. siehe Anhang aus Archiv(bischen ge-blurred) . Boehringer hat auch in 90ern Patent angemeldet für irgendetwas: https://worldwide.espacenet.com/patent/search/family/027585194/publication/EP0880659A1?q=EP0880659

Für Energie Controll GmbH bzw gesondert ÖKOcentro von EC findet auch auch die alten Webseiten

Wenn man Prospekte vergleicht Energie Controll SHR vs ESAA Sonja SHR haben die zT gleiche Diagramme /Schemenübersicht ect

Wenn man Prosolar PS300 mit ESAA SR20 vergleicht- s. Anhang- dann sehen die visuell doch fast baugleich aus, evtl vielleicht auch gleiche/ähnliche rs232 Schnittstellenprotokolle? Auf der Preisliste im Anhang ist SR20 mit Software drin

"In einem anderen Forum habe ich erfahren, dass die PS300 wohl eigentlich eine umgebrandete Esaa Sonja SR-20 sein soll. In deren Anleitung steht Folgendes:[...]"

Quelle: https://www.photovoltaikforum.com/thread/133958-suche-software-f%C3%BCr-prosolar-f%C3%BCr-lan-konfiguration-ps600-ps350-ps600/?postID=4202593#post4202593

zum teil findet sich beschreibung rs232 schnittstellenprotokoll zB prosolar ps600(nur als Beispiel) :

https://www.photovoltaikforum.com/thread/133958-suche-software-f%C3%BCr-prosolar-f%C3%BCr-lan-konfiguration-ps600-ps350-ps600/?postID=2449824#post2449824

gibt von prosolar auch modelle, die Heizkreis regeln? Beitragzeigt einen ps310, angeführt nur um das Gerät zu zeigen

https://www.photovoltaikforum.com/thread/260525-prosolar-ps310-solarthermie-regler-smart-machen-diy/?postID=4752173#post4752173

Evtl vielleicht haben die Prosolar Geräte also etwas mit ESAA gemeinsam/stammen von denen, haben gleiche oder ähnliche rs232 schnittstellenprotokolle?

Angehängte Dateien:
: Bearbeitet durch User
OP #8103768
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Vielen Dank für die ausführliche Recherche, das war ein echter Volltreffer! Ich konnte tatsächlich die komplette "Technische Dokumentation PS600 V1.01.8" (D.Mann, 2007) zum RS232-Kommunikationsmodul der Prosolar-Generation-3-Regler auftreiben.

Darin ist ein komplettes, konkretes Rahmenformat dokumentiert:

STX (0x02) | Länge (1 Byte) | Daten (Länge Bytes) | Prüfsumme (1 Byte)

Die Prüfsumme ergänzt die Summe aller Bytes (inkl. Prüfsumme) auf 0 modulo 256. Kommunikationsparameter: 19200 Baud, 8N1. Das Prinzip ist Frage/Antwort, es gibt dokumentierte Befehle für Reglerkennung, Softwareversion, einzelne Variablen (Temperaturen, Erträge, Laufzeiten etc.) und mehr.

Das Entscheidende: Dieses exakte Format (STX + Längenbyte + Daten + additive Prüfsumme) war in keinem der sechs Rahmenformate enthalten, die ich bisher durchgetestet hatte – also eine echte neue Möglichkeit.

Ich teste das Format gerade gegen meinen SHR ÖKOcentro P3 (inklusive der Variante, die RTS-Leitung aktiv zu setzen, da die Doku das als Voraussetzung nennt). Ob energieControll tatsächlich dieselbe RS232-Logik wie die Prosolar-/ESAA-Geräte verwendet hat, ist natürlich noch nicht bestätigt, aber die Ähnlichkeiten, die du herausgearbeitet hast, machen mir Hoffnung. Ich melde mich, sobald ich Ergebnisse habe – ob positiv oder negativ.

Nochmals vielen Dank für die Mühe!

#8103783
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Kai schrieb:

Ob energieControll tatsächlich dieselbe RS232-Logik wie die Prosolar-/ESAA-Geräte verwendet hat, ist natürlich noch nicht bestätigt

Ja, mein Beitrag fällt eher in die Rubrik "besser als nichts". Meine Hoffnung am ehesten, dass ESAA die anderen Firmen beliefert hat und dass (auch mit Berücksichtigung frühe 2000er) da nicht jeder sein eigenes Süppchen kochen wollte mit der RS232-Logik bzw auch modell-/versionsübergreifend nicht zu verschieden oder Pendant von Prosolar ect und Info darüber vorhanden

: Bearbeitet durch User
OP #8103898
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Kurzes Update zum Stand: Ich habe das PS600-Rahmenformat (STX + Länge + Daten + Prüfsumme) systematisch gegen meinen SHR ÖKOcentro P3 getestet – nicht nur die dokumentierten Befehle, sondern einen vollständigen Sweep über alle 256 möglichen Ein-Byte-Befehle, bei allen gängigen Baudraten (1200–57600) und sowohl mit als auch ohne aktiv gesetzter RTS-Leitung. Macht zusammen 3584 Versuche.

Ergebnis: keine einzige Antwort. Das Rahmenformat des Prosolar-PS600-Kommunikationsmoduls scheint beim SHR ÖKOcentro P3 also so nicht zu funktionieren, zumindest nicht in dieser Checksummen-Logik mit Einzelbyte-Befehlen.

Nebenbei konnte ich über einen anderen Weg auch den ehemaligen Geschäftsführer von energieControll erreichen. Seine Aussage: Für die RS232-Schnittstelle habe es nie ein (dokumentiertes) Protokoll gegeben, da eine Kommunikation mit externen Komponenten nie vorgesehen war. Das deckt sich leider mit dem jetzigen Testergebnis.

Falls jemandem noch eine andere Prüfsummen-Variante, ein anderes Startbyte oder sonst ein Ansatz einfällt, bin ich weiterhin für jeden Hinweis dankbar – aber ich werde parallel jetzt auch anfangen, mir einen Plan B zu überlegen (unabhängige Sensoren statt Protokoll-Auslesung).

Nochmals danke an alle, die mitgedacht haben, insbesondere für den Hinweis auf die PS600-Dokumentation – auch wenn es am Ende nicht gepasst hat, war das ein sehr konkreter und nachvollziehbarer Ansatz, den auszuschließen sich gelohnt hat.

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