Ich versuche einen Pioneer F-301RDS Tuner wieder herzurichten.
Er ist recht unempfindlich, funktioniert aber prinzipiell noch.
Ich hab schon drei Elkos getauscht die komplett platt waren.
Die anderen messen gut (kapazität und ESR).
Versorgungsspannungen sind sauber (12V, 5.6V).
Ich hab ein Signal mit FM-Stereo per ARB-Generator erzeugt, was auch empfangen wird
und als 10.7MHz im ZF-Verstärker sichtbar ist. ("Tuned" Anzeige kommt, Frequenz passt)
VCO adjustment
Das hat aber nichts oder nicht viel gebracht.
Was mich wundert ist, daß vor und hinter den Keramikfiltern im ZF-Verstärker das Spektrum nahezu gleich aussieht. Vermutlich sind die nicht so steil und schmalbandig ?
Oder können die defekt sein ? Die interne Teilenummer "ATF-145","ATF1024" z.B. finde ich nirgends.
Leider hab ich von Empfängern eher keine Ahnung.
Meßequipment ist vorhanden. (Spekki, Scope, AWG, Counter, etc.)
Der eigentliche Tuner AXQ1004 ist eine Blechbüchse zu der ich keinen Schaltplan gefunden habe.
Kann man anhand der Signalpegel typische Fehlerstellen ermitteln ?
Vielleicht hat jemand Tipps wo man am ehesten dran gehen müßte.
Der eigentliche Tuner AXQ1004 ist eine Blechbüchse zu der ich keinen
Schaltplan gefunden habe.
Im Anhang das Schaltbild von dem Tuner
Du wirst aber vermutlich einen Signalgenerator benötigen, dessen Ausgangspegel du definiert bis auf weniger als 1uV abschwächen kannst.
Schaue dir mal die AGC Spannung an. Fehlerquelle könnte der Q101 sein
der AGC-Pin des Tuners hängt fest an +B;
der RF Attenuator dürfte über die Taste "RF ATT" gesteuert werden;
trotzdem müsste man bei intaktem Q101 an Zunahme des Rauschens merken, wenn man den AGC auf Masse legt
jetzt habe ich es auch im Gesamtschaltbild gesehen. Da ist die AGC des Tunerblocks in der Tat auf eine feste Spannung. Ich habe auch jetzt die Pindiode entdeckt von der in der zwischenzeit die Rede war. Dessen Strom wird über Q102 auserhalb des Tunerblocks gesteuert.
Ob die Pindiode nicht aufgesteuert wird kann man sehr leicht testen, nd dem man diese Diode mal überbrückt. Ob der dualgatemosfet arbeitet kann man als Spannungsabfall am R132 47Ohm messen. Der sollte sich ändern wenn man das Gate1 mal an Masse legt.
der Dual Gate Mosfet ist ok, Verstärkung irgendwas unter 20dB (Spannung)
die Versorgung 12V hat bisschen noise drauf, aber nicht viel.
Lo Frequenz ist da, Mischergebnis kommt raus
irgendwie finde ich nicht den Punkt wo das Signal "zu schwach" ist, weil ich keine Pegel kenne in den Stufen und nix eingezeichnet ist.
"Tuned" kommt auch noch mit 100mVrms vom Generator und 70dB Dämpfung dahinter.
Ich mach Pause und schau nächste Woche.
Ich hab fast den Verdacht dass gar nix kaputt ist, sondern das Antennensignal schwach (Test Stabantenne).
Allerdings hat ein kleines Taschenradio an selber Stelle top Empfang.
Ohne jetzt den Schaltplan beaugapfelt zu haben, ist der übliche
Fehler bei mangelhafter Empfindlichkeit, taub gewordene Kondensatoren/Elkos
die eine Gleichspannungsgegenkopplung für HF-Signale brücken.
Gerne z.B. bei Emitterwiderständen anzutreffen. Bei ICs wirst du sicher auch
einige davon finden.
Mehrfach auffällig waren alte Piezofilter in betagten Transceivern. Ein intaktes und passend abgeschlossenes Piezofilter hat eine Bilderbuchkurve (siehe Anhang), die sich auch mit Generator und Pegelmesser vermessen lässt. Defekte Filter sind oft undicht, sie ziehen Strom und verfälschen die Pegel der angeschlossenen Baugruppen. Damit stimmen die Arbeitspunkte nicht mehr. Ersatzfilter sind handelsüblich und nicht teuer.
Hallo,
ich schließe mich Andreas an: Piezofilter wechseln!
Ich hatte oft gealterte als Fehlerquelle. Wenn man zwei in Reihe hat und nur einer in eine Richtung, oder beide in gegensätzliche Richtung weglaufen... unterdrücken die sich gegenseitig.
"Neue" gibt es z.B. massenhaft bei Ebay, wobei ich dazu rate wirklich aufs Alter zu achten und möglichst nicht uralte zu kaufen.
Lasse den Rest, insbesondere den ganzen Tuner und dort die FETs erst einmal in Ruhe, sonst machts Du dort eher alles schlechter! Und wenn Du Pech hast, zerstörst Du einen Fet, den Du garantiert nicht mehr als Ersatz bekommst.
Top, danke, werde ich auch Mal durchmessen, da ich ja schon mich über das Spektrum hinter dem/den ZF Filter(n) gewundert hatte.
Da waren einige Peaks neben den 10,7MHz zu sehen.
Bin aber nicht sicher ob ich nicht mit meiner primitiven Tastkopftechnik mir was über die Masseleitung eingefangen habe. (Keine Massefeder)
Ein intaktes und passend abgeschlossenes Piezofilter hat eine
Bilderbuchkurve (siehe Anhang), die sich auch mit Generator und
Pegelmesser vermessen lässt.
was du hier zeigst ist kein 10,7MHz ZF Filter.
Diese sind in der Regel nur 240KHz breit und haben eine eher gausförmige Durchlasskurve, damit die Gruppenlaufzeit einigermasen konstant bleibt.
Sie haben meist eine Durchlassdämpfung von bis zu 6db.
Der ZF Verstärker ( hinter dem Tuner sollte bei einen FM-modulierten Signal von 1KHz NF und 30KHz HUb schon bei wenigen 10 uV ein rauschfreies Signal zeigen.
Wenn man hier Pegel im 100uV Bereich benötigt um ein rauschfreies Signal zu hören, benötigt, dann ist was im ZF Verstärker faul. allein der Filterverstärker mit den 4 Piezofiltern macht schon locker 60db Verstärkung.
Wenn man hier Pegel im 100uV Bereich benötigt um ein rauschfreies Signal
zu hören, benötigt, dann ist was im ZF Verstärker faul. allein der
Filterverstärker mit den 4 Piezofiltern macht schon locker 60db
Verstärkung.
Das ist ein guter Hinweis und eine Hausnummer für mich.
Ich glaube nicht dass ich von Eingang bis Ausgang vom ZF Verstärker irgendwas Richtung 1000x gesehen hab.
Werde ich nächste Woche genauer anschauen.
Mit fehlt da halt jegliche Erfahrung, sonst ginge das vermutlich schneller.
schaue ins Datenblatt des TA7060 dessen Link ich hier eingestellt habe. Da steht das dieses IC etwa 30db Verstärkung macht. Zwei von diesen ICs sind kaskadiert.
also zusammen schon 60db Verstärkung.
Hinzu kommen noch die 2 Verstärkersstufen mit Transistoren, welche wohl fast ausreicht um die Durchgangsdämpfungen der 4 Piezofiltern auszugleichen
OK Netto müssten aber wenigstens 50db Verstärkung vorhanden sein.
Laut Datenblatt des LA1265 benötigt dieses Demodulator-IC ca 40dbuV also ca 100 uV am Eingang ab wo es in die Begrenzung geht. Der Störabstand sind hier etwa 70db
bei angenommenen 50db Verstärkung des ZF Verstärkers müsste der Tuner am ZF Ausgang 1uV liefern um den LA1265 in die Begrenzung zu bekommen.
Das heisst das Eigenrauschen des Tunerbaustein reicht dafür schon aus.
Noch der Hinweis, das Keramikfilter mit verschiedenen Mittenfrequenzen auf dem Markt sind. Die wurden mit farbigen Punkten gekennzeichnet, aber ob das heute auch noch so ist, ist mir nicht bekannt.
Bei Ersatz also auf die gleiche Mittenfrequenz achten.
Bin aber nicht sicher ob ich nicht mit meiner primitiven Tastkopftechnik
mir was über die Masseleitung eingefangen habe. (Keine Massefeder)
Was für einen Tastkopf verwendest du denn?
Ich hab einen 500MHz RTZP10 an einen RTB2004, aber halt mit Masseklemme, und da fängt man sich viel Schmutz ein.
Mit der Feder komme ich nicht so toll zurecht.
Noch der Hinweis, das Keramikfilter mit verschiedenen Mittenfrequenzen
auf dem Markt sind. ...
Es sind nicht nur die Mittenfrequenzen. Stimmen die Impedanzen an
Ein- und/oder Ausgang des Filters nicht, "verzieht" sich die Filterkurve.
Es sollte schon genau das richtige Filter sein.
Wenn es mehrere Filter sind, alle tauschen. Wenn die Mittenfrequenz
dann woanders liegt, muss man die LC-Kreise nachziehen.
Vom Tunerausgang bis zum Ratiodetektor.
"Taube" Kondensatoren (s.o.) muss man nicht messen.
Einfach mit einem "known good" überbrücken. ☺
OK Netto müssten aber wenigstens 50db Verstärkung vorhanden sein.
Laut Datenblatt des LA1265 benötigt dieses Demodulator-IC ca 40dbuV also
ca 100 uV am Eingang ab wo es in die Begrenzung geht. Der Störabstand
sind hier etwa 70db
bei angenommenen 50db Verstärkung des ZF Verstärkers müsste der Tuner
am ZF Ausgang 1uV liefern um den LA1265 in die Begrenzung zu bekommen.
Das muss ich erst mental verarbeiten.
Ich hab bisher vom Generator 10mV und 70dB Abschwächung versucht was als Minimum die "Tuned" Anzeige aufleuchten ließ. Aber mit der Antenne geht nahezu kein Empfang.
Es schadet ja nicht wenn es bei den Messungen etwas rauscht.
So ist man sicher unter der Schwelle, an der das Signal sonst begrenzt
wird.
Auch mit Begrenzung rauscht ein zu schwaches Signal. Rauschen ist also kein Indiz für ein Signal unter der Begrenzung.
Ich würde als Erstes bei jeder Verstärkerstufe die Gleichsspannungspegel messen, und auf Plausibilität abklopfen. Und wenn der Signal-Generator auch direkt 10,7MHz ausgeben kann, würde ich damit bei geringem Pegel vor/nach jeder Verstärkerstufe und Filterelement einspeisen, und die Reaktion am Ausgang des ZF-Strangs bzw. Demodulator bzw. S-Meder-Anschluss prüfen. Ist zwar nix genaues, aber an der Reaktion sollte man schon erkennen können, ab welcher Stufe etwas unlogisch erscheint.
Der LA1265 ist (in Bezug auf FM) ein vollständiger ZF-Verstärker inkl. Demodulator, der schon ab 10 µV anfängt mit Begrenzung, und dabei ein deutliches, aber noch verrauschtes, Signal liefern sollte, und bei 20µV schon eher ein Signal mit geringem Rauschsumpf (in Mono natürlich). Der sollte also schon ohne den vorausgehenden ZF-Vorverstärker-Strang (zw. Tuner und LA1265) ein paar wenige 10µV in ein rauschfreies Signal umsetzen können. Und je weiter vorn in den vorgelagerten ZF-Stufen man das Signal einspeist, sollte das System sich empfindlicher verhalten (eigentlich sollten wenige µV am ZF-Eingang für rausch"freie" Mono-NF ausreichen).