ich suche einen Schutzlack gegen Witterung / Umwelteinflüsse und auch elektrisch isolierend ("falls man mal drankommt") für BMS-e & Co., sowas wie Plastik 70 nur als Lack in einer kleinen Dose (200ml?) UND etwas viskoser / dickflüssiger & damit dicker auftragend.
Eigentlich wäre auch Verguß Silikon nett, aber das Gehampel mit 2K und der Preis für "platin-vernetzendes" sind naja...und lange lagern sollte man es auch können (wie Lack halt).
Damals(TM), als wir noch nichts hatten, habe ich kleine Ausbesserungen / Versiegelungen mit Muttis Nagellack gemacht.
Im Modellbau hat sich etabliert, Styropor(R) in Aceton oder Nitroverdünnung aufzulösen. Die Viskosität lässt sich so beliebig einstellen.
Ist halt "nur" Polystyrol, also eher nur schwach belastbar.
Es gibt Verdickungsmittel für Lacke, aber ...
Das sind so viele verschiedene, dass Selbstexperimente scheitern werden. Nur was der Hersteller dafür (mit-)verkauft wird sicher funktionieren. Mit den 200 ml hast du dir aber selbst eine Grenze gesetzt, die wohl weitaus zu niedrig ist. 1 kg Gebinde wirst du nicht wollen.
Es gibt von Mipa "Mipa Protector", der eine Schichtdicke von 0,3 mm hat.
Es gibt auch Lacke mit geleeartiger Konsistenz. Den könnte man wohl mit dem Pinsel relativ dick auftupfen. Aber ob der deinen Anforderungen genügt, musst du ausprobieren.
Zur allgemeinen Erheiterung:
Damals, als die Monitore noch vorne dickes Glas hatten, dachte ich mir, dass die Bildfläche mal wieder sauber gemacht werden sollte. Also zum guten Monitor-Reiniger von Kontakt gegriffen, eingesprüht, abgewischt .... mann, da geht ganz schön klebriger Dreck weg. Nochmal eine Ladung ... immer noch der gleiche zähe Schmodder. Ich hatte die Dose mit Kontakt 70 erwischt. :-)
Sehr gute Erfahrungen bezüglich der hohen Viskosität habe ich mit swingcolor "Kunstharz Klarlack hochglänzend" (grüne Dose, blaue Beschriftung) gemacht, erhältlich z.B. bei Bauhaus. Allerdings ist das natürlich kein offizieller Leiterplattenlack. Für meine konkrete Anwendung ging es darum, zwei nachträgliche montierte Bauelemente mechanisch mit einem Tropfen Lack zu fixieren, darunter einen auf der Seite liegenden Elko. Dieser Lack benötigt zwar recht lange, bis er komplett durchgehärtet ist, aber anschließend halten die Bauelemente bombenfest. Der Lack macht aber trotzdem einen leicht elastischen Eindruck, d.h. er splittert nicht.
Mir ist natürlich nicht bekannt, welche Werkstoffe von dem Lack angegriffen werden könnten und wie hoch seine Schrumpfung ist. Subjektiv hat sich aber das Volumen der Lacktropfen, die unter den Elkos schöne Menisken ausgebildet haben, aber nicht deutlich verändert. Auch die Oberfläche ist hierbei völlig glatt geblieben, was auf nicht zu starke Schrumpfung hindeutet.
Es ist uebrigend doof solche HF Strukturen zu vergiessen weil das ihre Anpassung/Resonanz zerstoert. Die muessen sonst extra fuers coating berechnet werden.
Okay, Wlan ist ja noch Niederfrequenz, aber trotzdem. Einmal duenn Pastik70 ist da vermutlich noch kein Problem, aber 5mm Schmodder koennte merkbar sein.
...schau ich mal, Danke. Die mSD Karte dürfte damit auch "fixiert" sein
;)
Meinst du, mit Plastik 70 wäre das anders?
Du könntest den Slot vorher mit Isolierband abkleben. Gegen Witterung und Umwelteinflüsse wird er dann aber nicht geschützt und elektrisch isoliert ist er dann auch nicht ;-)
In meiner Firma hab ich mal Orgol bekommen. Damit wurden die Leiterplatten der Brandmelder lackiert. Das Zeug war extrem gut aber löten wenn es sein musste extrem Scheiße. Hat furchtbar gestunken und geraucht. War der Fehler beseitigt musste man das mit einem Pinsel nachbessern. Optisch ein Albtraum, aber unendliche Haltbarkeit.
... danke aber das ist mir auch zu krass - ehrlich gesagt ist diese Option mit dem Plasti Dip bzw flüssiggummi gar nicht so schlecht, weil man kann das ja zumindest laut Angabe als sprühfolie wieder abziehen. vielleicht könnte man das also von der Platine auch komplett wieder abziehen das hätte auf jeden Fall Vorteile, man könnte es sogar Lokal wieder abziehen also nur um ein bestimmtes Bauteil irgendwie zu retten oder zu messen oder was weiß ich...
weil man kann das ja zumindest laut Angabe als sprühfolie wieder
abziehen
Es hält oft nicht richtig, dann löst sich das Zeug, bildet einen feinen Kapillarspalt und du hast erst recht Wasserprobleme.
Und abpulen kann man es nur bedingt gut, denn es kriecht ja auch unter Teile und z.B. Beinchen, dort bekommst du die Fetzen aber kaum raus.
Also: es hält wo es nicht halten soll, und es geht ab wo es dranbleiben muss.
Einzig als mechanischer Schutz ist das ein geiles Zeug.
Kein Lack ist "gegen wenn man mal drankommt", aber als Korrosionsschutz ist Peters 1306 oder 1307 gut, leuchtet auch zur Kontrolle unter UV wenn du FL kaufst.
Günstig ist anders, aber man bekommt auch was dafür.
Aus dem Bastelbedarf (Modellbau o.ä.) gibt's ein Silikonspray das etwas dicker ist, aber halt "ölig".
Manche Hersteller pinseln ihre Rasenmäherroboter dick mit Vaseline ein, hilft auch gegen alles.
Bastler würden einfach einen normalen Acryllack aus dem Baumarkt nehmen, billig und Plastik 70 ähnlich.
Ich glaube Plasti-Dip o.ä. ist schon da gut wo es nicht um absolut wasserdicht geht. Plastik 70 ggf drunter, wg Umwelteinflüssen, wo nötig. Acryllack ist auch eine gute Option, aber da kann ich auch das Plastik 70 "verballern" was ich mal "wo rettete"...
Der alte Mann in mir der noch stinkendes Uhu kennt, weigert sich zu akzeptieren, das ein Wasserbasiertes Zeug unter dem Namen "Flüssigkunststoff" dauerhaft mechanisch, chemisch und UV-stabil sein soll, wie es die Packungsaufschrift behauptet.
Mal ganz ab davon das Wasserbasiertes Zeug auf Elektronik eine doofe Idee sein kann, wird es bei den dort vorkommenden Schichtdicken auch wesentlich länger zum Trocknen brauchen...
Generell: wie funktioniert das? Wenn es fest ist soll es ja beständig gegen Haushaltsübliche Reiniger sein...
Vielleicht wäre ja auch so ein Flüssig-Gummi eine Alternative. Das wäre dann
evtl. auch witterungs - und abriebfest.
Ich hatte mal sowas, um Werkzeug - Stiele oder Griffe zu gummieren. Entweder
eintauchen oder pinseln.
Mal ganz ab davon das Wasserbasiertes Zeug auf Elektronik eine
doofe Idee sein kann, wird es bei den dort vorkommenden
Schichtdicken auch wesentlich länger zum Trocknen brauchen...
Jeder Lack der auf irgendeinem Loesemittel basiert den der Hersteller
nicht extra fuer diese Anwendung getestet und freigegeben hat kann
eine dumme Idee sein. Man kann natuerlich alles probieren, aber
wissen tut man es hinterher.
Ich zitiere hier mal aus dem technischen Datenblatt von Plastik70:
1
Zu Reparaturzwecken kann PLASTIK 70 durchgelötet
2
oder mit Aceton bzw. THINNER 70 von KONTAKT CHEMIE
3
vollständig entfernt werden.
Vor dem Hintergrund das dieses Zeug fuer Platinen gedacht ist, problemlos verfuegbar, durchloetbar und entfernbar. Warum sollte man so bloed sein irgendwas anderes auszuprobieren? Schlangenoel muss nicht besser sein!
Vor dem Hintergrund das dieses Zeug fuer Platinen gedacht ist,
problemlos verfuegbar, durchloetbar und entfernbar.
Aber es ist eben auch sehr sehr dünn.
Ein echter Schutzlack (sog. Conformal Coating) ist wesentlich dicker. Aber eben auch mehr Material, = mehr Gewicht, mehr Preis und mehr Aufwand bei der Verarbeitung.
Man sollte auch VORHER genau wissen, dass dieses Zeug elektrisch nicht leitend ist. Nicht jede schwarze Farbe hat einen unendlichen ohmschen Widerstand.
Aber es ist eben auch sehr sehr dünn. Ein echter Schutzlack
(sog. Conformal Coating) ist wesentlich dicker.
Tja, hier geht es aber nur gegen Witterung. (siehe Ausgangsposting) Da reicht doch duenn. Ausserdem halt auch durchloetbar. Man muss ja nicht immer Pudding reingiessen. Zumal das richtige Profizeugs halt nur in diesen grossen Eimern verkauft wird und bei falscher Verarbeitung auch noch Probleme machen kann.
und auch elektrisch isolierend ("falls man mal drankommt") für BMS-e &
Co., sowas wie Plastik 70 nur als Lack in einer kleinen Dose (200ml?)
UND etwas viskoser / dickflüssiger & damit dicker auftragend.
Aber es ist eben auch sehr sehr dünn.
Ein echter Schutzlack (sog. Conformal Coating) ist wesentlich dicker.
Aber eben auch mehr Material, = mehr Gewicht, mehr Preis und mehr
Aufwand bei der Verarbeitung.
Woher hast du denn diese Info? Conformal Coating ist nichts anderes als Schutzlack unter definierten Bedingungen. Die IPC schreibt für Acryllack beispielsweise Schichtdicken zwischen 25 und 125 µm vor. Geeignete Lacke wären etwa Peters Elpeguard 1307 oder 1309, oder Electrolube AFA. "Conformal" bedeutet im Wesentlichen nur, dass die Vorgaben des Entwicklers oder des Kunden eingehalten werden.
Ja, und 1306/1307 ist beim Auftrag wesentlich dicker als Plastik 70.
Auch wenn man 1306 aus der Dose sprüht ist das min. 2x P70, aber 1306 wird normal nicht gesprüht sondern gespritzt und da kommen dann mittlere 3stellige µm bei raus.
Und das ist wesentlich widerstandsfähiger als P70 der ja bei Kratzern gern auch mal abplatzt und vor allem an Kanten und Spitzen nicht mal mehr als vorhanden angesehen werden darf. So sagen es mir zumindest die grünspanigen Stellen bei Reparaturen, trotz P70 Wasserschaden.
Bei 1306 gibt's das nur an nicht lackierten Stellen wie Steckern.
und da kommen dann mittlere 3stellige µm bei raus.
Dann ist es leider alles andere als konform, siehe den Auszug aus IPC J-SDT-001H.
Grundsätzlich ist es egal, ob der Lack aus der Sprühdose, Lackierpistole oder Maschine kommt. Für eine IPC-konforme Lackierung (und nichts anderes sagt "Conformal Coating" aus) sind die Schicktdicken aus der Tabelle einzuhalten. Ein geübter Lackierer schafft rei Hand mit Sprühdose oder Pistole etwa 75 - 100 µ relativ konstant. Bei der Maschine kann ich es natürlich einstellen.
In der Firma verwenden wir manchmal Silikon Conformal Coating Produkte der Firma M G Chemicals. Es hält lange. Ich verwandte es auch in meiner Wetterstation für die Versieglung einer Sensor LP. Hielt über 25J aus und war dem Wetter ausgesetzt.
Das ist verschiedene Industrielösungen gibt für viel Geld ist mir klar ich suche jedoch nach einer hobbylösung und diese darf auch ruhig etwas schwäbisch sein...
Das ist verschiedene Industrielösungen gibt für viel Geld ist mir
klar ich suche jedoch nach einer hobbylösung und diese darf auch ruhig
etwas schwäbisch sein...
Klaus.
Früher verwendete ich für Hobbyprojekte manchmal geruchlosen Haarlack aus der Spraydose um LP zu versiegeln.
Das ist verschiedene Industrielösungen gibt für viel Geld ist mir
klar ich suche jedoch nach einer hobbylösung und diese darf auch ruhig
etwas schwäbisch sein...
Und was spricht nun gegen den von mir erwähnten Klarlack von swingcolor?
Mit Plastik 70???
Niemals. Das sind in einem Zug vielleicht 20µ.
Natürlich nicht. Wir sind die Industrie und lackieren mit Peters Elpeguard 1307. Die Rezeptur von Plastik 70 ist grundsätzlich fast identisch (Acrylharz) und wäre technisch ohne weiteres verwendbar, aber wir benötigen für einige Kunden die Zulassungen für Automotive, Medizintechnik oder Aerospace. Durch regelmäßige Prozesskontrollen wird die erreichte Schichtdicke geprüft und dokumentiert, da es sich in der Regel um Produkte nach IPC Klasse 3 handelt. Unsere Lackierer sind Facharbeiter und machen das jeden Tag, die wissen schon was sie tun.
...wenn der etwas diflü wäre, ja. Kann man sowas "andicken"?
Ansonsten bleibe ich mal bei dem Flüssiggummi Versuch (mit non-H2O
Lösungsmittel!)
Klaus.
Der Lack hat die Viskosität von Honig, ist also weder dünnflüssig noch pastös. Ein Tropfen verläuft nicht sofort, sondern bleibt halbwegs stabil. Da das Zeug auch stinkt "wie früher(tm)", ist er mit Sicherheit lösemittelbasiert und nicht wasserbasiert.
Der Name kommt mir irgendwie bekannt vor, zweistellige Jahre her?
Google möchte zu "orgol" oder "orgol schutzlack" nichts finden.
KI, das bessere Google...
Was man in alten Archiven über „Orgol 8600“ liest:
• Der Hersteller: Entwickelt und vertrieben wurde er vom US-amerikanischen Multitechnologiekonzern 3M. In alten Messeberichten (zum Beispiel in der Fachzeitschrift Funk-Technik von September 1971) wird er offiziell als „Orgol“-Tränk- und Überzugslack für die Elektroindustrie beworben. [1, 2]
• Die legendäre Haltbarkeit: Er galt in der Industrie über Jahrzehnte als absolut kompromisslos. Er wurde speziell für „tropentaugliche Baugruppen“ eingesetzt – also für Elektronik, die extremen Temperaturschwankungen, Dauernässe oder salzhaltiger Luft ausgesetzt war (was perfekt zu Ihren Brandmeldern im Außen- oder Industriebereich passt). [1, 2, 3]
• Das "Albtraum-Fluchen" der Techniker: Wenn man in alten Elektronik-Foren (wie im Mikrocontroller-Netzwerk) nachliest, stoßen Sie auf amüsante Berichte von Radio- und Fernsehtechnikern, die den Lack hassen gelernt haben. Zwar war er theoretisch „durchlötbar“, aber alte Hasen berichten: „Das Zeug war extrem gut, aber löten, wenn es sein musste, extrem beschissen. Hat furchtbar gestunken und geraucht. Optisch nach dem Nachbessern ein Albtraum, aber unendliche Haltbarkeit.“
[1, 2, 3]
•
Des geht natuerlich auch, ich glaube ich hab es auch schonmal in diesem Thread erwaehnt, aber im Gegensatz zu Plastik70 wird das vom Hersteller nicht als durchloetbar angesehen.
Man sollte halt wissen was man will.