LED-Kerzen sterben im ersten Jahr

OP #8108341

Hallo,

habe im WC zwei und im Bad vier Kerzen und selbige auf LED umgerüstet. Dazu wurden von Reichelt 10 LED-Kerzen beschaft. Drehe eben die letzte Reserve-Kerze ein, die Lampen halten nicht mal ein Jahr durch :-( Die Kerzen beginnen erst zu flackern und sind dann schnell komplett tot.

Da die defekten Lampen beim Klopf-Test allesamt kurz aufblitzen, sind die Lampen nicht wirklich kaputt. Also mal eine geöffnet. Man sieht, eine Lötstelle ist komplett durch (im Kreis links unten), eine zweite ist kurz davor.

Da die Lötstellen eigentlich gut aussehen: Ist es das bleifreie Lötzinn, das die Ausfälle zu verantworten hat? Immerhin werden besonders ausfallsicher Gerätschaften (Medizin, Luft- und Raumfahrt), weiterhin mit Bleilot gelötet.

Oder wo genau liegt das Problem?

Gustav

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Gustav K. schrieb:

Da die Lötstellen eigentlich gut aussehen: Ist es das bleifreie Lötzinn, das die Ausfälle zu verantworten hat?

Die Rissbildung sieht nach mechanischer Spannung aus, die nach dem Löten eingebracht wird.

Ich denke da z.B. an einen SAT-Receiver, wo TO-220 Regler nach Montage der Leiterplatte ans Gehäuse geschraubt wurden. Oder auch Leiterplattentrafos, wo die Dämel die Befestigingsschrauben erst nach dem Löten einsetzen.

Bei der LED-Lampe denke ich, dass die fertige Platine mechanisch auf Spannung im Gehäuse steckt.

OP

Moritz L. schrieb:

Zeige mal Fotos von den Lampen. Mich interessieren die thermischen Verhältnisse, denn die sind bei LED das A&O.

Siehe Bilder unten. Die thermischen Verhältnisse sind aber in erster Linie maßgebend für die Lebensdauer der LEDs. Kaum vorstellbar, dass es im Innern der Lampe so heiß wird, dass die Lötstellen der Platine aufschmelzen.

Moritz L. schrieb:

Funktionieren sie denn wieder nach Korrektur der Lötstellen?

Tadellos !

Manfred P. schrieb:

Die Rissbildung sieht nach mechanischer Spannung aus, die nach dem Löten eingebracht wird.

Kann da nichts erkennen, was Spannungen verursachen sollte. Für mich ist das alles in Ordnung. Deshalb auch die Frage, wieso die Lötstellen trotzdem auf gehen.

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Weil der Wickelkondensator relativ sauschwer ist, die Bohrungen in der Platine etwas zu groß sind und die durchgesteckten Anschlussdrähte des Blockkondensators auf der Lötseite nicht umgebogen/verschränkt wurden. Rein mechanische Ursache, könnte man meinen, die gekapselte Einhüllung durch das luftdichte Lampengehäuse erledigt dann den Rest: Unterschiedliche Wärmeausdehnungskoeffizienten.

Gustav K. schrieb:

Siehe Bilder unten. Die thermischen Verhältnisse sind aber in erster Linie maßgebend für die Lebensdauer der LEDs. Kaum vorstellbar, dass es im Innern der Lampe so heiß wird, dass die Lötstellen der Platine aufschmelzen.

Ich nutze bei E14/27 an sich ausschliesslich LED-Filament Glühbirnen mit Echtglaskolben.
In erster Linie aufgrund der Lichtverteilung, stelle aber auch immer mal wieder fest, das sowohl Kolben, als auch Fassung kühler bleiben.

Heinrich K. schrieb:

Ralf X. schrieb:

Die Leuchtmittel des TO werden nicht luftdicht sein.

Siehe Bild Nr.2 des TO, sie sind komplett geschlossen.

Eine hingerotze Verklebung wie in https://www.mikrocontroller.net/attachment/707819/Lampe6.jpg ist luftdicht?
Aber es ist aber eine gute Gelegenheit, mal eine Vergleichsmessung zwischen wertmässig ähnlichen LED-/Filament-Leuchtmitteln für E14/27 mit Thermokamera einzuplanen.

Unabhängig von den miserablen Lötstellen sind die Lampen grober Murks!

Kondensatornetzteil ohne Strombegrenzungswiderstand, und der Kondensator ein ganz billiger 400VDC Typ. Der Elko wird auch ein extra billiger sein.

Beitrag #8108663 wurde vom Autor gelöscht.
OP

H. H. schrieb:

der Kondensator ein ganz billiger 400VDC Typ. Der Elko wird auch ein extra billiger sein.

In der Tat waren die Lampen recht billig. Reichelt vertickt sie heute noch: https://www.reichelt.de/de/de/shop/produkt/led-lampe_e14_4_5_w_470_lm_3000_k-341574 Wobei man für 90 Cent nicht mal die nackten Bauteile bekommen wird.

Den Bauteilen würde ich das Produktmerkmal "Extrem lange Lebensdauer" durchaus zutrauen. Hilft aber alles nichts, wenn die Lötstellen frühzeitig schlapp machen.

Angehängte Dateien:
OP

Eben mal die Google-KI befragt, die Lampen scheinen wohl öfter frühzeitig auszufallen. Der Hersteller schreibt auf der Verpackung:

  • On/Off: >20.000
  • Life Span: 20.000 Hours

und gibt 5 Jahre Garantie, die beim Online-Kauf wohl kaum einer einlösen wird.

Nebenbei: Das Energielabel der Lampe zeigt "F", wurde das Leuchtmittel für "A" schon erfunden?

H. H. schrieb:

Das zeigt nur, dass du davon keine Ahnung hast.

"Du hast keine Ahnung" darf natürlich in KEINEM Thread fehlen.

Angehängte Dateien:
OP

Ralf X. schrieb:

Zeig mal ein Teil aus industrieller Produktion, Gerät, etc., wo das anders wäre.

Du hast ein Wort vergessen -> Zeig mal ein Teil aus "heutiger" industrieller Produktion ...

Zu meiner Lehrzeit kostete ein kleines 10MHz-Oszilloskop einen Monatslohn, das Gerät läuft aber heute noch. Kam auch noch mit kompletten Schaltungsunterlagen daher und man konnte es im Fall der Fälle einfach aufschrauben und reparieren.

Ich habe mit diesen LED-Chipgräbern eigentlich durchweg schlechte Erfahrungen, außer mit einer "Maiskolben"-Lampe höherer Leistung, bei der nach geschätzt weit mehr als 20 kh Laufzeit allen Unkenrufen zum Trotz nicht der integrierte Lüfter (!) als Erstes gestorben ist. Meist gehen einzelne LED-Chips weit vor der Zeit kaputt. Bei Schaltwandlern kann man die zur Not oft einfach kurzschließen (hier in einer Paulmann mit Schalterdimmfähigkeit praktiziert).

Viele der Lampen kann man leider kaum zerstörungsfrei öffnen.

Filamente sind leider nicht besser. Und bei E14-Kerzen ist der Platz im Sockel für eine gute Elektronik besonders knapp, so dass die Dinger flimmern wie Sau. Bei E27 sieht es deutlich besser aus, da sind es ausgerechnet ältere V-TAC, die hier a) lange halten und b) sich auch sensationell gut dimmen lassen, leider gibt es die nicht mehr.

Hier laufen 6 E27-LED höherer Leistung ganzjahrs mehrere Stunden pro Nacht in Außenbeleuchtung. OSRAM, Philips, Baumarktmarken - Chipgräber, Filamente - die wenigsten schaffen 10 kh.

Den V-TAC-Kram kann man ja offenbar wenigstens reparieren...

Gustav K. schrieb:

Eben mal die Google-KI befragt, die Lampen scheinen wohl öfter frühzeitig auszufallen.

Nur dass die KI den Thread hier als Quelle benutzt. Macht sie leider oft - wenn hier einer schreibt: "Mein Staubsauger lässt sich nicht einschalten" und später "Ach, schon gut - es war nur ein Kabelbruch", dann wird daraus: "Der Staubsauger XY des Herstellers Miele ist dadurch gekennzeichnet, dass er sich typischer Weise nicht einschalten lässt. Ursache ist in aller Regel ein Kabelbruch."

(Firma: Hobbytheoretiker)

H. H. schrieb:

"Du hast hartnäckig keine Ahnung!"

Alles falsch, was Du da heute von Dir gibst. Du hast einfach keine Ahnung was heute keine Ahnung von dieser Technik bedeutet.

Wer keine Ahnung bekommt so eine Lampe niemals auf und schafft es erst recht nicht auch noch Fotos zu posten auf denen etwas zu erkennen ist.

Zinnpest und E14 mit weniger Platz...

Du hast aber noch Glück, dass der Lampensockel noch nicht korrodiert, wie bei meinen Außenleuchten. Hinterher mußte ich noch die Fassungen austauschen, weil die Kontakte verschwunden waren.

: Bearbeitet durch User
OP

Volker A. schrieb:

Den V-TAC-Kram kann man ja offenbar wenigstens reparieren...

Reparieren ja, aber was machst du dann mit dem reparierten Teil (Bild 3 im 1. Beitrag)? Den Zylinder kannst du in keine Fassung schrauben. Was schade ist, denn so kann man nach dem Nachlöten nicht den Nachweis führen, wie lange diese Lampen wirklich halten.

Dieter D. schrieb:

Wer keine Ahnung bekommt so eine Lampe niemals auf und schafft es erst recht nicht auch noch Fotos zu posten auf denen etwas zu erkennen ist.

Hinz ist ein arroganter Schnösel, von denen heute eine Menge rumlaufen.

Gustav K. schrieb:

Da die Lötstellen eigentlich gut aussehen: Ist es das bleifreie Lötzinn, das die Ausfälle zu verantworten hat? Immerhin werden besonders ausfallsicher Gerätschaften (Medizin, Luft- und Raumfahrt), weiterhin mit Bleilot gelötet.

Zumindest für die Medizintechnik kann ich steif und fest behaupten, dass bleihaltiges Lötzinn nicht erlaubt ist.

: Bearbeitet durch User
(Firma: Hobbytheoretiker)

Manchmal muss man etwas mit anderen Adjektiven beschreiben, weil der zutreffende Begriff vielleicht problematisch ist.

Eine Juristin sagt über eine andere Person auch nie, dass diese ein Betrüger wäre, weil sonst dieser auf Verleumdung klagen könnte. Sie sagt dann immer, das wäre eine ganz schmierige Person.

Gustav K. schrieb:

Den V-TAC-Kram kann man ja offenbar wenigstens reparieren...

Reparieren ja, aber was machst du dann mit dem reparierten Teil (Bild 3 im 1. Beitrag)? Den Zylinder kannst du in keine Fassung schrauben. Was schade ist, denn so kann man nach dem Nachlöten nicht den Nachweis führen, wie lange diese Lampen wirklich halten.

Du hast nun einen Ansatz zur Ausfallursache. Jetzt überlege, wie Du die Lampen so geöffnet bekommst, dass sie sich wieder zukleben lassen.

Nach weissem Haus, Pentagon und eigenen Erfahrungen

Manfred P. schrieb:

Gustav K. schrieb:

Den V-TAC-Kram kann man ja offenbar wenigstens reparieren...

Reparieren ja, aber was machst du dann mit dem reparierten Teil (Bild 3 im 1. Beitrag)? Den Zylinder kannst du in keine Fassung schrauben. Was schade ist, denn so kann man nach dem Nachlöten nicht den Nachweis führen, wie lange diese Lampen wirklich halten.

Du hast nun einen Ansatz zur Ausfallursache. Jetzt überlege, wie Du die Lampen so geöffnet bekommst, dass sie sich wieder zukleben lassen.

Wäre ein Ansatz zu weiteren Test, die man aber auch anders bewerkstelligen kann.
Aber die an sich garantierte Lebensdauer gilt ja für das Gesamtprodukt.
Fällt nur ein eiziges Bauteil oder Kontakt aus, ist ein Gerät als defekt zu deklarieren.

: Bearbeitet durch User
(Firma: Hobbytheoretiker)

H. H. schrieb:

Die Lampen sind ja ab Werk als defekt anzusehen, es fehlt ja sogar jedwede Sicherung.

Für Lang👃 reicht das doch aus. Wenn es schief geht, muss der Freund im Nord-Osten etwas weniger abfackeln, oder nicht?

Eigentlich sollten sich die Widerstände vorher verabschieden. Zumindest bei der 120V AC-Variante geht das noch so.

(Firma: Hobbytheoretiker)

H. H. schrieb:

Eigentlich solltest DU dich dauerhaft verabschieden.

Wenn Du es nicht verkraftest einmal außerhalb Deiner Stärke zum Bauteilewissen widerlegt zu werden, solltest Du eine Pause machen und eine Runde laufen gehen. Danach geht es Dir viel besser, hast Dich wieder beruhigt und kannst wieder normale Posts schreiben.

Epoxyd H. schrieb:

Zumindest für die Medizintechnik kann ich steif und fest behaupten, dass bleihaltiges Lötzinn nicht erlaubt ist.

Da behaupte ich doch mal steif und fest das Gegenteil:

"Mit dem Elektro- und Elektronikgeräte Gesetz vom 24.05.2015 wurde Blei in der Mehrzahl der Produkte verboten. Darunter fallen Massenprodukte wie z. B. Haushaltsgeräte, IT- und Unterhaltungselektronikgeräte. Es gibt jedoch Ausnahmen. Aufgrund der Tatsache, dass bleifreies Lötzinn teilweise große technische Probleme verursacht, ist bleihaltiges Lot (mit 37% Blei) für bestimmte Anwendungsfälle gesetzlich zulässig. Sie betreffen insbesondere bestimmte Komponenten in einem Automobil, Medizintechnikgeräten* und Photovoltaikanlagen sowie die Luftfahrt, Raumfahrt, den gesamten militärischen Bereich, und Forschung und Entwicklung."

*: Medizintechnik: Unter anderem bestimmte kritische Überwachungs- und Lebenserhaltungsgeräte (z. B. Herzschrittmacher, Beatmungsmaschinen usw.

https://www.vbg.de/zeitarbeit-fb/infos/13_loe/

OP

Manfred P. schrieb:

Jetzt überlege, wie Du die Lampen so geöffnet bekommst, dass sie sich wieder zukleben lassen.

Das ist nicht das Problem, ein Schnitt an der richtigen Stelle und man kann die Platine nachlöten und die Lampe anschließend wieder zusammen kleben. Dumm ist nur, dass man durch den Schnitt den inneren Kühlkörper trennt, der sich vollflächig unter dem weißen Kunststoff verbirgt. Den Kühlkörper bekommt man thermisch nicht mehr zusammen. Zur Ermittlung der tatsächlichen Lebensdauer ungeeignet, denn durch die Trennung fehlt Kühlfläche und die Lampe würde überhitzen.

H. H. schrieb:

es fehlt ja sogar jedwede Sicherung.

Nicht wirklich, die Sicherung steckt im E14-Sockel.

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Gustav K. schrieb:

Hier wäre die Kühlung aber weit besser

Hast du dir die Geschichte schon mal mit einer Wärmebildkamera angeguckt? Normalerweise wird die Wärme dahin abgeleitet, wo auch etwas mehr Kühlkaüazität vorganden ist. Das wäre der Lampensockel (Da Glas/Plastik eher schlechte Wärmeleiter sind).

OP

Rahul D. schrieb:

Hast du dir die Geschichte schon mal mit einer Wärmebildkamera angeguckt?

So etwas habe ich nicht.

Rahul D. schrieb:

Da Glas/Plastik eher schlechte Wärmeleiter sind

Der relativ dicke weiße Kunststoff um den unteren Alubecher (Kühlkörper) ist thermisch gesehen Unsinn. Der Alubecher würde ohne die Kunststoffisolierung mehr Wärme an die Umluft abgeben können. Denn der Ring in Lampe7.jpg wird ordentlich warm. Das Glas ist übrigens auch aus Plastik.

Dieter D. schrieb:

Also ist diese gut versteckt und schwer zu tauschen.

Man wollte wohl eher ein Anschlußkabel sparen. Wenn die Picofuse mal auslöst, hat man eh einen Totalschaden.

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